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Montag, 11. Juli 2011

Göteborg beendet Schwedischunterricht für Asylanten

Da der Vertrag mit dem bisherigen Unternehmen, das Schwedischunterricht für Asylanten in Göteborg anbot, ausläuft und vom Unternehmen nicht verlängert wird, kann das Ausländeramt ab Herbst Asylanten keinen Unterricht mehr anbieten, was die Situation der Neuankömmlinge auf dem Arbeitsmarkt noch mehr erschweren wird.

Das Ausländeramt hofft nun auf gemeinnützige Vereine, die ihre Leistungen kostenlos zur Verfügung stellen und hofft, dass diese auch einen interaktiven Schwedisch-Kurs auf Computerbasis auf die Beine stellen können, damit zumindest im Laufe des nächsten Jahres der Schwedischunterricht für Asylanten, wenn auch in anderer Form, wieder aufgenommen werden kann.

Auch wenn der Aufbau von interaktiven Online-Sprachkursen sehr interessant wirkt, so ist dennoch zu bedenken, dass viele Asylanten noch nie an einem Computer arbeiteten und sehr viel Wissen gerade durch den Unterricht durch einen Lehrer und die gemeinsame Erarbeitung des Stoffes, erfolgt. Da Kinder Schwedisch in der Schule lernen, sind sie von dieser neuen Situation nicht betroffen.

Herbert Kårlin

Samstag, 18. Dezember 2010

Göteborg wird finnisches Verwaltungsgebiet

Ab dem 1. Februar 2011 wird Göteborg zu einem finnischen Verwaltungsgebiet, was bedeutet, dass die städtischen Einrichtungen Göteborgs, und vor allem alle Altersheime der Stadt, der schwedisch-finnische Minorität einen Service in finnischer Sprache anbieten werden.

Auch wenn dieser neue Service nicht vom ersten Tag an voll funktionieren wird, so arbeitet die Stadt Göteborg bereits darauf hin, dass die finnischsprachige Minorität Göteborgs überall in der Muttersprache kommunizieren kann. Die Mehraufwendungen werden von den staatlichen Subventionen in Höhe von jährlich drei Millionen Kronen finanziert.

In Göteborg leben zur Zeit rund 15.000 Personen mit finnischen Wurzeln, die auch in Schweden überwiegend Finnisch zur Verständigung benutzen. Nicht eingerechnet sind hier die sogenannten Finnland-Schweden, die Schwedisch als ihre Muttersprache betrachten.

Auch wenn die Entscheidung Göteborgs zu begrüßen ist, so stellt sich dennoch bereits heute die Frage, wie in Zukunft die Verständigung mit der arabisch und persisch sprechenden Minderheit in Altersheimen und Krankenhäusern in Göteborg aussehen wird, da vor allem viele der älteren Einwanderer kein oder nur ein unzureichendes Schwedisch sprechen.

Herbert Kårlin

Samstag, 12. Juni 2010

Stadtteil und Schulleistungen hängen in Göteborg zusammen

Der Wohnort, und vor allem der Ausländeranteil eines Stadtbezirks in Göteborg, entscheidet maßgeblich über die Zukunft der Schüler. Während in den teureren, privilegierten Stadtteilen nur zwischen 1,5 und 8% des neunten Schuljahrs den Schulabschluss nicht schaffen, der die Voraussetzung für den Zugang zum Gymnasium ist, liegt die Quote bei unterprivilegierten Stadtteilen zwischen 29,5 und 47%.

Die größten Schwächen zeigen Schüler in den Fächern Schwedisch, Englisch und Mathematik, wobei diese Mängel oft auch erst zu spät entdeckt werden, da Schüler während der ersten Jahre keinerlei Noten bekommen und auch keinem Test unterworfen sind. Es liegt daher an den Eltern und einzelnen Lehrern Schwächen zu entdecken und dann entsprechende Hilfe anzubieten, was mangels Lehrkräften und oft sehr unterschiedlichen Muttersprachen der Schüler in der Regel kaum oder nicht möglich ist.

Die hohe Quote an Schülern in Bergsjön, Gunnared, Kortedala oder auch Frölunda-Högsbo, denen der Zugang zu einer höheren Ausbildung verwehrt ist, liegt auch daran, dass etwas wohlhabendere Eltern dieser Stadtteile ihre Kinder in Freischulen oder Schulen anderer Stadtteile einschreiben. Im jüngsten Budget der Stadtverwaltung Göteborg soll nun mehr Geld an Schulen fließen, ohne dass jedoch ein klares Programm vorliegt wie der Schulunterricht in Zukunft aussehen soll und welche Maßnahmen geplant sind, dass auch Schüler mit ausländischer Herkunft die Gymnasialreife erreichen können.

Herbert Kårlin

Freitag, 21. Mai 2010

Frauen, die in Göteborg einwandern ohne Zukunft

Die Volkshochschule im Göteborger Stadtteil Lundby hat sei 1995 einen bedeutenden Beitrag für eingewanderte ausländische Frauen geleistet, die nach Göteborg kamen und ihnen nicht nur aus der Isolation geholfen, sondern ihnen auch den Einstieg in die Berufswelt ermöglicht und damit einen bedeutenden Schritt für die Integration von Frauen aus arabischen und lateinamerikanischen Ländern geleistet.

Die einzige Aufnahmebedingung dieser Volkshochschule war, dass die Frauen vorher das Programm Schwedisch für Einwanderer absolviert hatten, um dann an der Volkshochschule verschiedenen Kursen zu folgen, die ihre Sprachfähigkeiten verbesserten, ihr Ausbildungsniveau erhöhten und ihnen damit die Möglichkeit gab zu studieren oder eine Arbeit zu finden.

Für Frauen aus Kulturen, in denen sie nur dazu da waren um zu kochen und Kinder zu bekommen, war die Volkshochschule oft die einzige Möglichkeit aus der Isolation zu kommen. Nun wird diese Schule, wegen Sparmaßnahmen, geschlossen, wobei zwei Lehrern bereits gekündigt wurde, obwohl die schwedische Regierung, die Region Västra Götaland und die Stadt Göteborg auf Integration setzen, zumindest so lange es sich nicht um eingewanderte Frauen handelt.

Herbert Kårlin