Donnerstag, 17. April 2014

Sverigedemokraterna sind in Göteborg willkommen

Obwohl die Reichsorganisation Folkets Hus allen ihren lokalen Niederlassungen mitteilte, dass die Policy für Vermietung geändert wurde und keinerlei Räume mehr an Organisationen vermietet werden dürfen, die sich durch Rassismus und Fremdenfeindlichkeit auszeichnen, und in diesem Rahmen insbesondere die schwedische Partei Sverigedemokraterna, nannte, will sich das Folkets Hus in Göteborg dieser Entscheidung widersetzen.

Der Vorsitzende des offiziel linksorientierten Vereins Folkets Hus in Göteborg sieht die Einrichtung als rein kommerzielles Unternehmen und will daher die Konferenzräume an alle vermieten, die ein Interesse daran haben. Alle Kunden des Folkets Hus werden in Göteborg auf die gleiche Weise behandelt und die Sverigedemokraterna sind daher ebenfalls willkommen, insbesondere in einem Jahr der Parlamentswahlen. Für Göteborg gehört eine Partei, die im Parlament vertreten ist, zu jenen Parteien, die sich auch der demokratischen Ordnung unterstellen.

Sicher war es keine gute Entscheidung, dass die Zentralstelle der Folkets Hus ihre Policy zur Vermietung von Räumen änderte ohne vorher die Mitglieder um Rat zu fragen, aber der Vorsitzende des Folkets Hus in Göteborg verteidigt seine Weigerung der Auflage Folge zu leisten, mit ebenso fragwürdigen Argumenten, denn er sieht die Demokratie des Landes bedroht wenn man eine Partei mit fremdenfeindlichen Argumenten ablehnt und hält es nicht für ausgeschlossen, dass in Zukunft auch andere Parteien abgelehnt werden sollen.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 16. April 2014

Wohnungspreise in Göteborg steigen weiterhin

Auf Grund des Wohnungsmangels in den drei Großstädten Schwedens steigen dort die Preise für Mietwohnungen, Genossenschaftswohnungen (Bostadsrätt) und Eigenheime weiterhin an. Allerdings zeigt die Statistik der Immobilienmakler dabei, dass die Preise in Göteborg mehr steigen als in den anderen beiden Städten. Allein die Wohnungen nach Bostadsrätt gingen in den vergangenen drei Monaten in Göteborg um vier Prozent nach oben, was den Kauf für jüngere Familien immer schwieriger gestaltet.


Wer gegenwärtig in Göteborg nach einem Bostadsrätt sucht, der häufigsten Wohnungsart der Stadt, muss für einen Quadratmeter im Durchschnitt bereits 28.750 Kronen aufbringen, wobei sich diese Wohnungen selbstverständlich nicht im Zentrum befinden und das Wohnniveau nicht den höchsten Standard aufweist, aber auch drei bis vier Millionen Einsatz aufzubringen ist für Normalverdiener nicht sehr einfach, selbst wenn man auf das Amortisieren verzichtet.

Natürlich verspricht Göteborg jährlich 2000 bis 3000 neue Wohnungen, aber diese Menge reicht kaum für jene, die aus Berufsgründen neu nach Göteborg ziehen oder bereits seit Jahren auf eine freie Wohnung warten, denn in der Tat gibt es bereits heute mindestens 40.000 Wohnungen zu wenig im Großraum Göteborg. Bei den geplanten Neubauten und der permanenten Zuwanderung kann sich die Situation daher erst in etwa 50 Jahren verbessern und in etwa 30 Jahren zu sinkenden Wohnpreisen führen.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 15. April 2014

Ein Göteborg der Widersprüche

Nach dem neuesten schwedischen Qualitätsindex SKI sind die Bewohner Göteborgs weitaus weniger mit dem Service zufrieden, der ihnen von der Stadt geboten wird als die Einwohner Stockholms oder Malmös. Nach Auswertung der Umfrage erreicht Göteborg gerade einmal Platz 174 von 290, liegt also ein ganzes Stück unterhalb des Durchschnitts. Mit anderen Worten bedeutet dies, dass nur rund 60 Prozent der Bewohner Göteborgs mit ihrem städtischen Service überwiegend zufrieden sind.


Wenn man gesamt Westschweden betrachtet, so stellt man allerdings auch fest, dass man die zufriedensten Bürger der Region Västra Götaland in Linköping suchrn muss, das bei der Zufriedenheit der Bewohner auf Platz neun kam und auf Öckerö, das den 24. Platz einnimmt. Leider ist auch der letzte Platz in der westschwedischen Region zu finden, dann am unzufriedensten mit den städtischen Diensten sind die Einwohner von Orust. Dort sind gerade einmal 41 Prozent der Bewohner mit den Leistungen der Gemeinde zufrieden, was direkt zum letzten Platz des Ranking führt.

Völlig anders sieht das Ergebnis allerdings aus, wenn die Göteborger ihre Stadt anderen empfehlen sollen, denn 90 Prozent der Bewohner halten ihre Stadt für eine positive und gute Stadt und sie gehen dabei soweit auch anderen zu raten nach Göteborg zu ziehen. In diesem Rahmen liegt Göteborg auf Platz 88 der 290 Plätze und lässt Stockholm und Malmö weit hinter sich. Malmö gelangt in diesem Punkt gerade einmal auf Platz 199 und liegt weit abgeschlagen unterhalb des Durchschnitts.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 14. April 2014

Göteborger Kinderzoo mit vielen Babies

Wenn am Gründonnerstag der Kinderzoo im Göteborger Schlosswald für die Sommersaison öffnet, so erwartet die jungen Besucher eine besondere Überraschung, denn in kaum einem der letzten Jahre hatten die Tiere dort so viel Nachwuchs wie dieses Jahr. Seit Januar kamen allein 20 Lämmer und 20 Enten zur Welt, wobei es sich dabei um die alten schwedischen Rassen handelt, die man heute nur noch selten auf den Höfen des Landes findet.


Wenn sich der Kinderzoo im Frühjahr neu bevölkert und ein Teil der Tiere von den Gehegen in ihre Sommerwohnungen umziehen, ist die Überraschung für die Kinder genauso groß wie für die Jungtiere, die dann zum ersten Mal mit der Kinderschar konfrontiert wird. Während die Tiere die ersten Tage oft etwas eingeschüchtert wirken, haben die jungen Besucher meist nur eines im Sinn, nämlich den Jungtieren so nahe wie möglich zu kommen, was durch die Absperrungen allerdings nicht immer sehr einfach ist.

Wie jedes Jahr, so werden die Besucher im Kinderzoo Schafe, Kaninchen, Schweine, Ziegen, Enten, Hühner und so manch anderes nordische Tier finden und können dabei die Bekanntschaft mit den älteren Rassen der schwedischen Landtiere machen. Dieses Jahr werden die Kinder auch eine besondere Ente entdecken können, denn seit Herbst des vergangenen Jahres besitzt der Schlosswald auch eine gelbe Ente, die man früher häufig auf den Bauernhöfen Schwedens finden konnte und die in gewisser Weise etwas an die Bente in der Badewanne erinnert.

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Sonntag, 13. April 2014

Das Göteborger Rathaus wird neu eingeweiht

Nachdem die städtische Baugesellschaft Higab das Göteborger Rathaus gegen eine Rechnung von rund 135 Millionen Kronen renovierte, konnte das Gebäude, das ursprünglich von Nicodemus Tessin dem Älteren im 17. Jahrhundert in holländischem Ziegel gebaut worden war und das heutige Aussehen erst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von Gunnar Asplund erhielt, am gestrigen Samstag neu eingeweiht werden.


Zur Einweihung bot der Stadtrat, der in den kommenden Tagen ganz dort einziehen wird, den Bürgern der Stadt zwei Tage der offenen Tür, was sowohl die Bürgernähe der Stadtführung demonstrieren als auch das Arbeitsumfeld der Gewählten zeigen sollte. Entsprechend war bereits am Samstag der Andrang sehr hoch, der sich am heutigen Sonntag vermutlich sogar noch verstärken wird.

Wer sich für die tatsächliche Renovierung der Räume des Rathauses interessiert, wird allerdings an zahlreichen Türen feststellen, dass die Stadt klare Grenzen gesetzt hat und wenig Interesse daran zeigt seinen Bürgern mehr als die reinen Arbeitsräume der Repräsentanten zu zeigen, denn der Zugang zu den reich geschmückten Räumen, die vor allem der Repräsentation dienen, wird den Besuchern versperrt. Gezeigt wird der nüchterne Teil des Gebäudes, der nur wenige Stunden pro Woche benutzt wird, auch wenn den Besuchern vorgespiegelt wird, dass sich dort das Leben der Stadtverwaltung abspielt. Nicht einmal ein kleines Büro einer Angestellten wird am Tag der offenen Tür geöffnet.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 12. April 2014

Göteborg sucht ausländische Investoren

Kaum eine Stadt Europas plant, gemessen an der Bevölkerung, so großzügig wie Göteborg, das sich mit erhofftem Hochgeschwindigkeitszug, geplanten Hochhäusern und Modernismus schon als Weltstadt sieht. Allein die Pläne das Gebiet des Freihafens und am Gullbergvass in ein ultramodernes Stadtgebiet zu verwandelt, fordern Investitionen, die die Stadt mit bestem Willen nicht leisten kann. Allein die beiden genannten Gebiete fordern in den kommenden 15 Jahren Investitionen von hunderten von Milliarden an Kronen.


Da es sich bei den beiden Gebieten um exklusive Gegenden am Wasser handelt bei denen sich Verkaufspreise und Mieten an der obersten Grenze ansiedeln können, streckt die Stadt nun ihre Fühler nach internationalen Investoren aus, die nun statt in London, Paris oder auch Stockholm in Göteborg investieren sollen. Die neue Geschäftsführerin der städtischen Bauentwicklungsgesellschaft Älvstranden AB, Lena Andersson, spricht bereits von Kontakten, die sie bei der Immobilienmesse Mipim in Cannes geschlossen hat, ohne allerdings mit einem Wort näher darauf einzugehen.

Nach der Vision von Lena Andersson werden im Freihafen und am Gullbergsvass innerhalb von 15 Jahren 45.000 Wohnungen und 60.000 Arbeitsplätze entstehen, wobei sie dabei vergisst zu nennen, dass die Segregation der Stadt damit noch mehr betont wird, da die Lage jeden Normalverdiener und vor allem jeden Einwanderer ausschließen muss wenn sie an internationale Investoren denkt, die ihr Kapital nur rentabel anlegen wollen. Die Zeitspanne ist ebenfalls knapp, wenn man bedenkt, dass das Projekt Södra Älvstranden bald seinen 30. Geburtstag feiert ohne auch nur annähernd abgeschlossen zu sein, obwohl es sich um kleinere Flächen mit relativ bescheidenen Ideen handelt.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 11. April 2014

Verkürzte Arbeitszeit bei städtischen Angestellten

Obwohl keinerlei Kalkulation über die Kosten vorliegt und keine Analyse darüber wie viele zusätzliche Angestellte ein verkürzter Arbeitstag bei Angestellten der Stadt bringen kann, hat sich die rot-grüne Mehrheit des Stadtrates entschlossen die bisherige Arbeitszeit von acht Stunden täglich auf sechs Stunden zu verkürzen, bei gleichem Gehalt selbstverständlich und ohne dass diese Idee im nationalen Parteiprogramm der linken Parteien enthalten ist.


Vorerst soll diese Arbeitszeitverkürzung allerdings nur einige, noch nicht genannte, Abteilungen der Stadt betreffen und auf maximal ein Jahr beschränkt werden, denn auch wenn Rot-Grün diese Idee dauerhaft und für alle städtische Angestellte einführen will, so will man die Wirkungen nach einer Versuchsphase erst einmal auswerten und überdenken. Vorerst soll diese Maßnahme auch noch freiwillig sein, also kein Angestellter zur verkürzten Arbeitszeit gezwungen sein.

Die Vorsitzende der Grünen Göteborgs, Kia Andreasson, verteidigte vehement die Idee, da dies zu einer verbesserten Gesundheit der Angestellten, zu weniger Stress und zu weniger psychischen Erkrankungen führen wird, zumindest in den Augen der Politikerin. Das Argument der Opposition, dass die dafür nötigen Summen dringend in anderen Bereichen nötig wären, wischen die drei Parteien mit der Angabe zur Seite, dass das Geld zur Verfügung stehe, auch wenn bisher niemand unter ihnen sagen kann oder will wie viel Geld man für diese Maßnahme tatsächlich benötigt.

Copyright: Herbert Kårlin