Mittwoch, 23. April 2014

Forscherin aus Göteborg erhält Europa-Preis für Dummy

Die Göteborger Forscherin Astrid Linder des VTI-Instituts konnte in Paris für ihre Arbeiten den europäischen Preis Champions of transport research competition in der Kategorie Road in Empfang nehmen, da es ihr nach zahlreichen Jahren gelungen war einen Beitrag zu leisten, der die Unfallforschung weltweit revolutionieren kann, vorausgesetzt die Industrie zeigt sich offener als die Welt der Forschung.

Allein zehn Jahre dauerte es bis Astrid Linder die Gelder für ihre Forschung finden konnte, und weitere Jahre dauerte es dann bis sie ihren weiblichen Unfall-Dummy dann tatsächlich präsentieren konnte, parallel zu einem weiblichen digitalen Unfall-Dummy, das einer durchschnittlichen Frau entspricht. Auch wenn die Forschung nun weitergeht, so stellt sich nun die Frage ob dieser Preis auch dabei hilft, Unfälle nicht mehr nur mit männlichen Puppen zu simulieren und deren Schäden zu bewerten, sondern auch zu weiblichen Puppen greift.

Auch wenn wissenschaftlich seit langem bewiesen ist, dass Frauen bei Autounfällen auf Grund ihrer Anatomie weitaus häufiger dem Schleudertraume (whiplash) ausgesetzt sind als Männer benutzen Unfalltester grundsätzlich männliche Puppen, also bauen ihre Forschungen auf eine andere Personengröße, eine andere Anatomie und eine andere Muskelstruktur auf, was Frauen einem noch größeren Risiko aussetzt. Astrid Linders Forschung könnte daher einen maßgeblichen Beitrag für ein Umdenken bei Unfallforschern dienen.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 22. April 2014

Probleme eines Kindergartens in Göteborg

Bereits neun Klagen über einen einzigen Kindergarten Göteborgs wurden von Eltern beim Schulamt eingereicht ohne dass dies bisher zu einem Ergebnis geführt hätte. Die Eltern beklagen sich insbesondere darüber, dass Kinder gekränkt und auch geschlagen werden, in der Regel von anderen Kindern, ohne dass die Erzieher eingreifen.

Als besonders kritisch sehen die Eltern dabei an, dass die Erzieher diese Probleme den Eltern nicht mitteilen und sämtliche Probleme intern unter den Tisch kehren statt den offiziellen Routinen zu folgen. Nach der Göteborgs-Posten kam in einem Fall ein Kind sogar mit einer Heftklammer im Kopf zu Hause an und musste von den Eltern zur Notaufnahme gebracht werden, da die Erzieher den Vorfall entweder nicht bemerkten oder nicht sehen wollten.

Auf Fragen erklären einige Erzieher, dass es in ihrem Kindergarten keine Probleme gäbe und alles, was dort als negativ betrachtet wird, auf die kulturellen Unterschiede der Kinder zurückzuführen sei, eine Aussage, die man im Grunde nur als rassistisch betrachten kann, da die Aufgabe der Erzieher gerade ist die Integration zu fördern und Kindern mit ausländischer Herkunft die schwedische Mentalität zu erklären und näher zu bringen.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 21. April 2014

Neue Studentenwohnungen für Göteborg

Wenn es um Bauvorhaben geht, denkt das Bauamt Göteorgs nicht unbedingt an die billigsten Mieten oder Preise für die Einwohner und noch weniger daran ob die neuen Gebäude auch in die Stadtlandschaft passen, was natürlich anschliessend zu Protesten von Seiten der betroffenen Bewohner führt und jedes Bauprojekt zudem verzögert oder auch, nach einem entsprechenden Gerichtsbeschluss, ganz verhindert.

Eines dieser Projekte findet man nun in Lindholmen, genauer genommen einem Teil Lindholmens, der ein historisches Interesse aufweist, über eine einzigartige Bauweise verfügt und daher zu den Gebieten gehört, die auf Grund eines Reichsinteresses erhalten bleiben sollen. Bei Erweiterungen muss zudem jedes neue Gebäude der Umgebung angepasst werden, was Göteborg bei seiner Ausschreibung im Jahre 2011 wohl vergessen hat den Architekten mitzuteilen, davon abgesehen, dass die anschliessende Auswahl nicht so ganz legal zuging.

In der Tat soll nun auf einem Raum in dem überwiegend Holzgabäude des 19. Jahrhunderts stehen zusätzlich ein fünfstöckigen Wohnkomplex mit 175 Studentenwohnungen entstehen, obwohl es in der Nähe davon eine weitaus geeignetere Fläche für dieses Gebäude gibt und der Neubau auch die Parkplätze für die vorhandenen Bewohner vernichtet. Das Bauamt der Stadt will mit dieser Idee ein einzigartiges Gebiet vom gesamten Göta älv aus verstecken und damit zeigen, dass Göteborg eine moderne Stadt ist, auch wenn die Besucher eigentlich den älteren Charakter bevorzugen, der in Göteborg täglich mehr verloren geht.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 20. April 2014

Göteborg muss weniger Lebensmittel vernichten

Die Bürger Göteborgs werfen nach den aktuellen Statistiken jedes Jahr 15.000 Tonnen an Essen und Lebensmittel in ihre Mülltonnen, was umgerechnet bedeutet, dass jeder Haushalt der Stadt 5000 Kronen in Form von Nahrungsmitteln wegwirft, Geld, das mit Sicherheit besser angewendet werden kann. Um dieses gesellschaftliche Phänomen zu begrenzen, hat Göteborg nun eine Kampagne ins Leben gerufen, die die Einwohner der Stadt innerhalb von zwei Wochen zum Umdenken bringen soll.

Am häufigsten landen in Göteborg Obst, Gemüse, Brot und Milchprodukte im Abfall, teilweise weil die Einkaufsgewohnheiten der Bürger wenig überdacht sind, teilweise weil die Ware nicht mehr frisch aussieht und teilweise weil sich die Käufer mehr auf das Verfallsdatum als die tatsächliche Haltbarkeit verlassen und Milchprodukte wegwerfen ohne zu kosten ob sie noch schmecken oder bereits sauer sind.

Zwei Wochen lang sollen nun die Einwohner Göteborgs durch Kino- und Fernsehreklame darüber informiert werden wie sie Lebensmittel sinnvoll einkaufen und anweden können, ein Aufklärungsversuch, der sehr teuer ist aber nur einen zweifelhaften Erfolg erzielen kann, da sich das gesamte Verhalten der Göteborger zum Essen ändern muss, was durch kurze Reklameeinschläge kaum erreicht werden kann, zumal Göteborgs Entscheidung aus Lebensmittelabfall Biogas zu machen dem Konsumenten ein ruhiges Gewissen verschafft.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 19. April 2014

Göteborger Stadtbibliothek wird neu eröffnet

Nach knapp zwei Jahren an Bauarbeiten und Umbauten wird am 23. März 2014, am Weltbuchtag, die Stadtbibliothek in Göteborg mit einem grossen Fest neu eröffnet. Durch den Anbau wird die neue Bibliothek um etwa 30 Prozent grösser als die alte Einrichtung aus dem Jahre 1967 und umfasst nun knapp 13.000 Quadratmeter, die allerdings nicht nur Bücher beherbergen.

Wie bereits die alte Bibliothek am Götaplatsen, so wird auch die neue neben einer Leihbibliothek auch ein Treffpunkt für die Bewohner Göteorgs werden, denn in den beiden Cafés der Einrichtung kann man nicht nur die verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften lesen, sondern auch jede Art von Gesprächen bei einer Tasse Keffe führen oder im Laufe des Jahres an einer der mindestens 400 Veranstaltungen teilnehmen.

Beim Umbau und der Erweiterung der neuen Bibliothek dachte man insbesondere an Kinder, die nun über doppelt so viel Platz verfügen als bisher und die durch zahlreiche Veranstaltungen die Lust am Lesen gewinnen sollen, was letztendlich auch zu besseren schulischen Leistungen führen kann. Aber auch die Architektur des Gebäudes hat sich bedeutend verändert, dann die Steinfassaden haben sich in Glasfassaden verwandelt, obwohl dies bei einer Bibliothek nicht unbedingt ideal ist, da Bücher eine möglichst gleichmässige Themperatur benötigen und einfallendes Sonnenlicht das Lesen nicht unbedingt erleichtert. Zufrieden sind jedoch Stadt und Architekten, da sie der Bibliothek einen modernen und etwas futuristischen Anstrich geben konnten.

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Freitag, 18. April 2014

Probleme beim Verkauf von Maiblumen in Göteborg

Seit 1907 wird in Göteborg von Kindern die Maiblume (Majblomman) verkauft um damit Geld für bedürftige Kinder zu sammel, ein Brauch, der über 100 Jahre den Verkäufern und vor allem den armen oder kranken Kindern eine grosse Freude bereitete. Erst 2014 und mit der wachsenden Anzahl an Kindern, die nicht die schwedische weisse Haut habnen und helfen wollen wie alle ihre Klassenkameraden, hat sich einiges geändert.

Denn ein elfjähriges Mädchen mit brauner Haut musste diese Tage mehrmals von Passanten hören, dass sie bei ihr keine Blume kaufen wollen, weil sie schon vom Aussehen her nicht schwedisch sei. Typischerweise waren jene, die vom dunkelhäutigen Madchen nicht kaufen wollten oder sie auslachten ältere Schweden, die damit deutlich ein fremdenfeindliches und rasistisches Gedankengut ausdrückten. Jüngere Menschen waren in diesem Punkt ohne Vorurteile.

Dass das junge Mädchen weiterhin die Majblomman verkauft, liegt an einem Kommentar, den sie hnsichtlich des rassistischen Verhaltens einiger Schweden auf Twitter hinterlassen hat, denn diese Meldung verbreitete sich massiv über die Sozialen Medien und führte dazu, dass das Mädchen nun spürt, dass diese älteren schwedischen Rassisten in Göteborg die Minderheit der Stadt ausmachen und die Mehrheit sie mit positiven Kommentaren stützt.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 17. April 2014

Sverigedemokraterna sind in Göteborg willkommen

Obwohl die Reichsorganisation Folkets Hus allen ihren lokalen Niederlassungen mitteilte, dass die Policy für Vermietung geändert wurde und keinerlei Räume mehr an Organisationen vermietet werden dürfen, die sich durch Rassismus und Fremdenfeindlichkeit auszeichnen, und in diesem Rahmen insbesondere die schwedische Partei Sverigedemokraterna, nannte, will sich das Folkets Hus in Göteborg dieser Entscheidung widersetzen.

Der Vorsitzende des offiziel linksorientierten Vereins Folkets Hus in Göteborg sieht die Einrichtung als rein kommerzielles Unternehmen und will daher die Konferenzräume an alle vermieten, die ein Interesse daran haben. Alle Kunden des Folkets Hus werden in Göteborg auf die gleiche Weise behandelt und die Sverigedemokraterna sind daher ebenfalls willkommen, insbesondere in einem Jahr der Parlamentswahlen. Für Göteborg gehört eine Partei, die im Parlament vertreten ist, zu jenen Parteien, die sich auch der demokratischen Ordnung unterstellen.

Sicher war es keine gute Entscheidung, dass die Zentralstelle der Folkets Hus ihre Policy zur Vermietung von Räumen änderte ohne vorher die Mitglieder um Rat zu fragen, aber der Vorsitzende des Folkets Hus in Göteborg verteidigt seine Weigerung der Auflage Folge zu leisten, mit ebenso fragwürdigen Argumenten, denn er sieht die Demokratie des Landes bedroht wenn man eine Partei mit fremdenfeindlichen Argumenten ablehnt und hält es nicht für ausgeschlossen, dass in Zukunft auch andere Parteien abgelehnt werden sollen.

Copyright: Herbert Kårlin