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Montag, 6. Oktober 2014

Eid al-adha wird in Göteborg gefeiert

Als am Wochenende das islamische Opferfest Eid al-adha in der Göteborger Moschee auf Hisingen gefeiert wurde, eines der beiden wichtigsten Feste im islamischen Kalender, kamen so viele Gläubige aus Göteborg und dem Västra Götaland zu den Gebeten, dass die Gebete in mehreren Etappen gehalten werden mussten damit auch alle Wartenden daran teilnehmen konnten, ein Zeichen dafür, wie wichtig dieses Fest im Islam ist, das man am ehesten mit Weihnachten und Neujahr gleichzeitig vergleichen kann.

Anlässlich von Eid al-adha werden alle Probleme zwischen islamischen Gruppen vergessen und man konnte vor der Moschee eine Gemeinsamkeit finden, die anschließend für ein Jahr lang teilweise wieder vergessen wird. Das Familienfest, an dem Kinder mit Geschenken und Süßigkeiten überhäuft werden, ist der einzige Tag des Jahres an dem die Herkunft eines Gläubigen und die Glaubensrichtung keine Rolle spielen und der Besuch in der Moschee für jeden Moslem im Zentrum des Ereignisses steht.

Allerdings zeigt Eid al-hadar auch wie weit Religionen gesellschaftliche Gruppen und Kulturen trennen können, denn es gibt auch keinen Tag am dem man in Göteborg so viele voll verschleierte Frauen in schwarzem Burka sieht und so viele junge Frauen, die kaum ihr Gesicht zeigen, in keinem Fall jedoch die Haare, obwohl nirgends im Koran steht, dass dies ein religiöses Zeichen ist. Für viele Bewohner der Stadt ist dies das Zeichen einer missglückten Integration und schafft eine Angst vor einem parallelen islamischen Staat in Schweden, und leider geht keine der beiden Gruppen offen aufeinander zu um Unterschiede zu erklären und Gemeinsamkeiten hervorzuheben.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 29. Mai 2013

Privatgymnasium in Göteborg unter Druck

Nur zwei Wochen bevor die Schüler des Privatgymnasiums Aniaragymnasiet in Göteborg, das auf seiner Homepage mit hoher Qualität und einem Qualitätssiegel aus dem Jahre 2010 wirbt, die Schule endgültig verlassen und ins Arbeitsleben wechseln oder ihre Ausbildung an einer Hochschule fortsetzen, musste man feststellen, das die Schüler der Sektion Handel keinen Abschluss haben, da sie nie in theoretischer Religionswissenschaft unterrichtet wurden, einem Fach, das für die Hochschulreife vorgeschrieben ist und mit einer Prüfung beendet werden muss.

Noch ist natürlich nicht alles verloren, denn offiziell setzt die Schule, auch für Abiturienten, noch zwei Wochen fort, auch wenn alle Schulen tolerieren, dass die Schüler in dieser Zeit zu Hause bleiben oder einer anderen Tätigkeit nachgehen, zudem kann die Prüfung auch noch im Herbst nachgeholt werden, die Frage ist nur, wie die Direktorin des Gymnasiums, die das Problem verursachte, die Lösung sieht und wie sie die Schüler nun motiviert.

Die Grundidee war, dass alle betroffenen Schüler ab dem gestrigen Dienstag einen Schnellkurs mit täglich fünf Unterrichtseinheiten absolvieren um noch rechtzeitig ihre Prüfungen zu machen. Auch wenn die Idee nicht schlecht war, so zeigte sich jedoch, dass gestern keiner der Schüler zum Unterricht kam. Aber selbst wenn die Klasse vollzählig gewesen wäre, so hätte sich ein zweites Problem ergeben, denn die Lehrerin des Faches steht kurz vor der Geburt eines Kindes und unterrichtet bereits nicht mehr. Vielleicht kann nun die nachlässige Direktorin als Religionslehrerin einspringen um den Schülern ihren Abschluss zu garantieren.

Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg

Donnerstag, 17. Mai 2012

Göteborger Imam mit zwei Gesichtern

Als der Imam der größten Moschee Göteborges offiziell gefragt wird welchen  Rat er einer Frau gibt, die von ihrem Mann misshandelt wird, so antwortet er, dass sie zur Polizei gehen soll, da Mann und Frau nach dem Gesetz gleichgestellt sind und die Misshandlung eine Straftat ist. Die Sendung Uppdrag Granskning zeigte nun ein anderes Gesicht des gleichen Imam, der bei veränderter Situation ganz andere Antworten gibt.

Als zwei Frauen mit Niqab und versteckter Kamera ihn um Rat fragen, so hält er eine Misshandlung für das tägliche Brot, dem sich die Frau unterwerfen muss, zumindest so lange sie nicht um ihr Leben fürchten muss. Probleme werden seiner Meinung nach in der Familie geklärt. Dass Frauen deswegen unterdrückt werden, hält er für ein Märchen. Natürlich darf der Mann auch mehrere Frauen haben und die Frau darf ihrem Mann Sex nicht verweigern. Auch wenn diese Meinungen für moderne Schwedinnen nach Mittelalter klingen, so sind dies aktuelle Ratschläge, die eine moderne arabische Frau in der Göteborger Moschee erhält.

Sicher findet man tausend Gründe diese Aussagen des Göteborger Imam zu entschuldigen, denn er hat sein Studium vermutlich in einem arabischen Land gemacht, und schließlich kommen normalerweise auch nur gläubige Muslime zu ihm, die seine Meinung teilen. Vielleicht ist er auch nur einer der Extremisten, die das moderne Schweden verändern wollen oder nicht akzeptieren. Aber egal welche Meinung man vorschiebt, so muss ein Imam in Schweden auch über die rechtliche Situation in Schweden informiert sein. Und auch wenn sich der Imam missverstanden fühlen sollte, so gibt er allen, die den Islam als Gefahr für die schwedische Gesellschaft sehen, Argumente, die die Kluft zwischen Muslime und Christen nur vergrößern können.
Herbert Kårlin

Dienstag, 17. April 2012

Interreligiöses Zentrum in Göteborg

Nach fünf Jahren Aktivität wird der interreligiöse Rat Göteborgs am 20. April in der Kyrkogatan 25 ein Zentrum eröffnen, das all jenen offen ist, die sich für interreligiöse Treffen interessieren und sich nicht hinter einer einzigen Religion verstecken ohne zu wissen was andere Religionen einer Gesellschaft bieten können. Im Zentrum soll natürlich nicht nur über Religion gesprochen werden, sondern auch politische Fragen diskutiert werden.

Das interreligiöse Zentrum in Göteborg wird im Herbst, in Zusammenarbeit mit der Göteborger Universität, auch zu einer Vortragsreihe zu allgemeinen religiösen Fragen einladen und sieht sein Konzept in einer Art „ABC der Religionen für Göteborger“, eine Stadt, in der nahezu jede religiöse Richtung vertreten ist ohne bisher einen Platz für den gedanklichen Austausch zu besitzen.

Auch wenn es in Schweden bereits mehrere interreligiöse Zentren gibt, so ist es das erste Mal, dass sich die Stadt auch finanziell an einem entsprechenden Projekt beteiligt. Göteborg wird das Zentrum in den folgenden drei Jahren mit jeweils einer Million Kronen fördern, nicht zuletzt auch deswegen, weil es das Zentrum ermöglicht auch den städtischen Angestellten den Umgang mit Andersgläubigen zu erleichtern. Owohl alle 90 religiösen Vereinigungen Göteborgs zur Teilnahme aufgefordert waren, hat sich bisher nur die Hälfte bereit erklärt das Projekt auch aktiv zu stützen und an den Aktivitäten teilzunehmen.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 18. August 2011

Göteborger Moschee fühlt sich bedroht

Auch wenn in der Göteborger Moschee am Ramberget in Hisingen mittlerweile alle Gerüste abgebaut sind und selbst der letzte Bauarbeiter zu einer neuen Baustelle gerufen wurde, sind die Schutzzäune um das Gebäude nach wie vor vorhanden, und werden auch in Zukunft nicht verschwinden, sondern von einem neuen Schutzzaun ersetzt werden, der eine klare Grenze setzt zwischen dem Gebiet der Moschee und seiner Umgebung.

Nach der Leitung der Moschee leben wir in einer unsicheren Welt und daher muss die Moschee mit Überwachungskameras und bedeutenden Vorkehrungen geschützt werden. So ausgiebige Schutzmaßnahmen findet man jedoch nicht nur an der Göteborger Moschee, sondern auch der Synagoge der Stadt, die beide damit zeigen wie gering die Akzeptanz der beiden Religionen in Göteborg gegenwärtig ist und wie wenig für das religiöse Zusammenleben mehrerer Kulturen getan wird.

Die nur 300 Meter von der Moschee entfernte Polizeistation teilt jedoch nicht die Meinung der Führung der Synagoge und sieht mittlerweile keinerlei Hassbild mehr gegenüber dem Gebäude und vergleicht die Situation mit der Moschee in Malmö, die in einem weitaus islamfeindlicheren Gebiet liegt, denn obwohl dort keine Zäune vorhanden sind, kommt es höchstens zu vereinzelten Schmierereien an der Außenmauer der Moschee.

Herbert Kårlin

Freitag, 6. November 2009

Integration 2009, eine Konferenz in Göteborg zum Thema Einwandern

Am 12. November 2009 findet in den Eriksbergshallen in Göteborg die erste nationale Konferenz zum Thema Integration und Einwandern statt. Die Konferenz Integration 2009 richtet sich an all jene, die mit Personen arbeiten, die neu in Schweden ankommen, sei als Asylanten, sei als Einwanderer aus nichteuropäischen Ländern.

Rund 400 Teilnehmer, vor allem Sozialarbeiter, Pädagogen und Krankenhauspersonal werden sich während der Konferenz Integration 2009 mit zahlreichen Problemen, die ein Kulturwechsel mit sich bringt, auseinandersetzen. Es geht vor allem um Fragen welche Rechte ein Immigrant in Schweden hat, wie die aktuelle Situation dieser Personengruppe innerhalb der schwedischen Gemeinschaft ist und welche Rolle Religionen bei der Integration von Erwachsenen und Kindern spielen.

Die erste Konferenz Integration 2009 in Göteborg soll kein Werkzeug zur Integration bieten, sondern vielmehr die aktuelle Situation mit ihren Problemen und Vorurteilen aus verschiedenen Seiten beleuchten, um die zukünftige Arbeit zu erleichtern. Während der Vormittag Vorträgen bedeutender Fachkräfte gewidmet ist, finden am Nachmittag mehrere Seminare und Workshops statt, die dann Themen wie Traumatisierte Flüchtlinge, Ethnische Macht und Rangordnung oder Integration im Schulbereich und der schwedischen Gesellschaft behandeln.

Herbert Kårlin