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Seit neun Jahren besteht in Göteborg das Projekt „Flüchtlingsführer“ an dem bisher 1224 Schweden ihre kostenlose Hilfe anboten, nach denen 1477 Flüchtlinge fragten. Die Organisation will mit seiner Aktivität die Integration von Asylanten fördern und ihnen durch den engen Kontakt mit schwedischen Familien oder Einzelpersonen die schwedische Gesellschaft näher bringen.Am kommenden Samstag veranstaltet die Organisation „Flyktingguide Göteborg“ nun einen kostenlosen Filmnachmittag im Angered-Kino für die Neuschweden bei dem das Thema „Was ist Schwedisch?“ im Mittelpunkt steht. In zehn Kurzfilmen wird das Leben eines Svensson in den unterschiedlichsten Situation gezeigt, die gerade in ihrer Überspitztheit zeigen wie ein Schwede tickt oder auch seinen Urlaub verbringt. In einer anschließenden Diskussion können dann die Einwanderer mit ihren Gastgebern über ihre Eindrücke diskutieren.Auch wenn das Projekt der Flüchtlingsführer auf ein immer größeres Interesse stößt, so müssen männliche Asylanten bisweilen mehrere Monate auf einen Führer warten, da sich überwiegend Frauen engagieren und die Organisation Probleme vermeiden will indem Männer nur männliche Führer erhalten und sich nicht als Partnervermittlung sieht, sondern als Integrationshilfe.
Herbert Kårlin
Journalisten des Radioprogramms Kaliber konnten bei ihrer Arbeit entdecken, dass im Göteborger Raum Flüchtlinge, Asylbewerber und Papierlose von Autowäschereien schwarz angestellt werden und für einen 10-stündigen Arbeitstag gerade einmal 300 Kronen bezahlt bekommen, also rund 3 Euro pro Stunde. Nach Kaliber sind nahezu alle Autowäschereien der Stadt, die Dumpingpreise anbieten in diese Aktivität verstrickt.Während jene, die ihre Autos dort von Hand waschen lassen nur den Preis im Auge haben und moderne Sklaverei unterstützen sowie unseriöse Unternehmer in Göteborg bereichern, ist dem Finanzamt und der Ausländerpolizei die Situation ebenfalls bewusst. Die beiden Organisationen halten jedoch dieses Geschäft für risikolos, da sie, nach eigenen Aussagen, nicht über genügend Personal verfügen um Kontrollen durchzuführen zu können.Eine sehr ähnlich Auskunft erhielten die Journalisten vom Göteborger Arbeitsamt, wobei hier die Situation noch als erschwerend betrachtet werden muss, da die gleichen Unternehmen vom Arbeitsamt für ihre positiven Beschäftigungsmaßnahmen auch noch gefördert werden, ohne jede Kontrolle, was illegale Unternehmen in der Stadt fördert.Herbert Kårlin
Heute wird auf staatlichem Niveau über die Rechte auf medizinische Hilfe für Papierlose und versteckte Asylanten diskutiert, um ihnen die notwendigste Hilfe zukommen zu lassen, sobald sie krank werden oder andere medizinische Hilfe benötigen.Im Västra Götaland und damit auch Göteborg wurden die heute in Stockholm diskutierten Richtlinien bereits vor drei Jahren mehrheitlich entschieden und eingeführt. Und dennoch sind die Angestellten der meisten Gesundheitszentren der Region nicht über diese Richtlinien informiert und leisten daher versteckten Flüchtlingen keine Hilfe.Auch nach drei Jahren müssen sich abgewiesene Asylbewerber und Papierlose noch an die Rosengrenska Stiftung wenden, wenn sie medizinische Hilfe benötigen. Heute soll auf nationalem Niveau das Modell des Västra Götalands angenommen werden, das es allen Gesundheitszentren erlaubt Personen, die sich illegal in Schweden aufhalten, akute und kostenlose Hilfe zu leisten, ohne dass diese eine Personennummer vorweisen müssen.
Herbert Kårlin
Auf Grund der erhärteten Bedingungen für Asylanten und der steigenden Anzahl an Zwangsrückführungen müssen immer mehr Asylanten in Schweden im Untergrund leben. In ganz Schweden steigt die Zahl derer, die ohne Papiere, ohne Arbeit und mit einem Minimum an Geld überleben müssen, permanent an.Für viele Antragsteller, die von den Behörden abgewiesen werden, ist Göteborg und die Organisation „Ingen människa är illegal“ (Niemand ist illegal) die letzte Anlaufstelle, wo ihnen dabei geholfen wird in den Untergrund der Anonymität zu verschwinden, ein Schritt, den nur die Verzweifeltsten unter ihnen wagen.Nach dem Wahlsieg der extrem rechten Partei Schwedens (Sverigedemokraterna) stieg in Göteborg die Anzahl jener, die dieses verzweifelten Menschen helfen wollen, bedeutend an. Die Organisation vermittelt eine Unterkunft in Schweden, hilft jenen, die mit keinen Freunden und Verwandten Verbindung aufnehmen können, mit Rat und hilft ihnen finanziell, damit sie als Menschen ohne jede Rechte und ohne Namen irgendwo in Schweden überleben können.Herbert Kårlin
Am 12. November 2009 findet in den Eriksbergshallen in Göteborg die erste nationale Konferenz zum Thema Integration und Einwandern statt. Die Konferenz Integration 2009 richtet sich an all jene, die mit Personen arbeiten, die neu in Schweden ankommen, sei als Asylanten, sei als Einwanderer aus nichteuropäischen Ländern.Rund 400 Teilnehmer, vor allem Sozialarbeiter, Pädagogen und Krankenhauspersonal werden sich während der Konferenz Integration 2009 mit zahlreichen Problemen, die ein Kulturwechsel mit sich bringt, auseinandersetzen. Es geht vor allem um Fragen welche Rechte ein Immigrant in Schweden hat, wie die aktuelle Situation dieser Personengruppe innerhalb der schwedischen Gemeinschaft ist und welche Rolle Religionen bei der Integration von Erwachsenen und Kindern spielen.Die erste Konferenz Integration 2009 in Göteborg soll kein Werkzeug zur Integration bieten, sondern vielmehr die aktuelle Situation mit ihren Problemen und Vorurteilen aus verschiedenen Seiten beleuchten, um die zukünftige Arbeit zu erleichtern. Während der Vormittag Vorträgen bedeutender Fachkräfte gewidmet ist, finden am Nachmittag mehrere Seminare und Workshops statt, die dann Themen wie Traumatisierte Flüchtlinge, Ethnische Macht und Rangordnung oder Integration im Schulbereich und der schwedischen Gesellschaft behandeln.Herbert Kårlin