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Dienstag, 26. August 2014

Operationen werden in Göteborg eingestellt

Auch wenn die Leitung des Sahlgrenska Universitätskrankenhauses in Göteborg immer wieder versichert dass man dort nicht unter Personalmangel leidet und jährliche immense Summen für Zeitarbeitskräfte und Aushilfskräfte ausgegeben werden, zeigt eine neue Studie ein völlig anderes Bild, insbesondere was die Operationsteams betrifft, denn im Schnitt muss im Sahlgrenska jede dritte fest gebuchte Operation, teilweise im letzten Moment, eingestellt werden.

Besonders häufig macht sich dies in der Orthopädie bemerkbar, denn die Studie zeigt, dass dieses Problem dort bereits seit 2007 besteht ohne dass organisatorisch eine Änderung eintrat und die Situation in irgendeiner Weise verbessert wurde. Da die Studie auf 17.000 gebuchte Operationen der Orthopädie in Göteborg aufbaut, hat sich das Problem dort also gefestigt, auch wenn ein Drittel der Abbuchungen aus den unterschiedlichsten Gründen von den Patienten ausgingen.

Die Forscher sind der Auffassung, dass das Problem insbesondere darauf beruht, dass zahlreiche Patienten zu schlecht auf den Eingriff vorbereitet wurden, aber auch, dass zu viele Eingriffe gebucht werden, da es selbstverständlich ist, dass immer wieder Notfälle eingeschoben werden müssen, zu Zeiten, in denen bereits eine Operation geplant ist. Erstaunlich ist dabei, dass das Sahlgrenska mittlerweile von einer Wirtschaftkraft geleitet wird, die einen neutralen Überblick haben sollte und Planung bereits während des Studiums lernte.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 8. August 2014

Der medizinische Wasserpalast Göteborgs

Im Jahre 2009 wurde im Göteborger Universitätskrankenhaus Sahlgrenska ein neues Gebäude eingeweiht, das das Bauunternehmen PEAB fertiggestellt hatte, eine Firma, die sehr häufig von Göteborg und der Region Västra Götaland mit wichtigen Projekten beauftragt wird. Bei diesem Neubau ging jedoch so einiges schief, denn die unprofessionelle Bauweise des Gebäudes hatte bald Nebeneffekte: Die Angestellten begann über Kopfschmerzen zu klagen, hatten Schwindelanfälle und wurden überdurchschnittlich oft krank.

Als es dann auch noch Regen durch undichte Fenster kam und sich Schimmel ansiedelte, waren bald mehrere Probleme gefunden. Auch die Ursache für die Probleme der Angestellten war bald lokalisiert, denn es handelte sich um ein Lösungsmittel im Leim, der von PEAB für das Verlegen des Fussbodens benutzt wurde. Angestellte und Gewerkschaften forderten daraufhin, dass die neu eingerichteten Abteilungen vorübergehend zurückgelagert werden sollen damit der Baupfusch schnellstmöglich behoben werden kann und die gesundheitlichen Probleme des Personals verhindert werden.

Erst jetzt, vier Jahre nachdem die Probleme entdeckt wurden, wird der Neubau stufenweise saniert und eine Abteilung nach der anderen in Angriff genommen, allerdings können die Arbeiten erst nach dem Besuch eines Gutachters durchgeführt werden, da bisher nicht klar ist wer für die Kosten aufkommen wird. Im Laufe des Jahres 2016 soll der Anbau des Krankenhauses wieder voll in Betrieb genommen werden, ohne dass dann noch irgendwelche Probleme zu verzeichnen sind.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 25. Juni 2014

Sozialdemokraten im Västra Götaland geht eigene Wege

Erst vor wenigen Tagen versicherte Stefan Löfven, der Vorsitzende der Sozialdemokraten Schwedens, dass es unter der Führung der Partei keine zusätzlichen privaten Krankenhäuser mehr geben wird und er kam damit dem Wunsch vieler Wähler entgegen, die sich kaum vorstellen können, dass das Gewinnstreben von Risikokapitalgesellschaften mit dem Betreiben eines Krankenhaus in Einklang zu bringen ist.

Für die regierenden Sozialdemokraten im Västra Götaland scheint die Aussage Löfvens sehr wenig zu bedeuten, denn noch bevor die nationale Partei die Wahlen gewonnen hat, geht die regionale Abteilung einen anderen Weg und gibt bekannt, dass das neue Krankenhaus im Göteborger Stadtteil Angered, das im Jahre 2016 öffnen wird, in privater Regie sein wird und ein Versprechen des Parteiführers in der Region nicht umgesetzt werden kann, eine Entscheidung, die im Herbst bedeutend an Wählerstimmen nehmen kann.

Nach Gert-Inge Andersson, dem Vorsitzender der Sozialdemokraten des Västra Götalands, muss man als Partei, die nur über 35 Prozent der Wählerstimmen verfügt, Kompromisse schließen und er beruft sich dabei auf eine Entscheidung, die vor den Regionalwahlen im Jahr 2011 mit der Zentrumspartei (Centerpartiet) und der Volkspartei (Folkpartiet) gefällt wurde und er bringt damit ein sehr schwaches Argument, denn da die Sozialdemokraten mittlerweile mit den Grünen (Miljöpartiet) und den Linken regieren, hätte man diese Entscheidung ohne Probleme aufheben können, was aber wohl nicht in der Linie der stärksten Partei des Västra Götalands zu finden war.

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Samstag, 24. Mai 2014

Urban Gardening im Göteborger Freihafen

Da der Göteborger Freihafen bis zum Jahr 2021 ein vollkommen neues Aussehen erlangen soll, versucht die Stadtverwaltung schon jetzt dieses Gebiet den Göteborgern näher zu bringen. Am heutigen Samstag wird nun im Freihafen auch ein kleineres Gebiet eingeweiht, das für Urban Gardening gedacht ist und den Bewohnern der Stadt die Möglichkeit bieten soll das eigene Gemüse zu sähen oder zu pflanzen und anschließend zu ernten, eine Idee, die vor allem aus dem Wunsch vieler Bürger kommt gesundes Gemüse auf den Tisch zu bekommen.


Gegen eine Gebühr von 300 Kronen kann man über den Projektleiter, das Architekturbüro Kjellgren Kaminski, eine Bodenplane, einen Aufsatzrahmen von einem Quadratmeter und die nötige Erde erhalten um noch am gleichen Tag loslegen zu können, unter der Voraussetzung, dass die Gewächse zu essen sind oder Schmetterlinge und Bienen anziehen. Schon die Größe der Anbaufläche zeigt deutlich, dass sich das Projekt an Anfänger richtet, die erst testen wollen ob sie einen grünen Finger haben und eigentlich ein Verlustgeschäft für die Neugärtner ist.

Aber auch wenn Urban Gardening in Göteborg eine ungeahnte Nachfrage erlebt, so vergessen nahezu alle, die nun glauben ökologisches und gesundes Gemüse ernten zu können, dass allein die Lage Göteborgs und insbesondere der Freihafen dies zu einem Wunschtraum macht, denn in jedem Gemüse, das man im Handel findet, sind die Rückstände an Schadstoffen geringer als bei Gemüse, das im Stadtmilieu geerntet wird, einer Stadt, die regelmäßig Schadstoffe misst, die weit über der Europanorm liegen. Aber immerhin kann der Freihafen dadurch schon jetzt etwas belebt werden.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 29. April 2014

Göteborg zerstört seine Grünflächen

Obwohl wissenschaftlich erwiesen ist, dass Grünflächen für die Gesundheit der Bevölkerung förderlich sind und Stress abbauen, sind das Bauamt Göteborgs und der Stadtrat der Meinung, dass zu viel Grün in Göteborg unnötig sei und nur Platz für Wohnungen wegnehme. Allein zwölf Grünflächen der Stadt sollen bereits weichen, damit dort Wohnungen in möglichst hohen Häusern errichtet werden können.


Natürlich gibt es in Göteborg auch andere möglichen Baugebiete, da Parkplätze unter Gebäuden errichtet werden können und auch auf Granit gebaut werden kann, aber dies kommt für die Stadtplaner aus unerklärlichen Gründen nur in wenigen Fällen in Frage, obwohl sich Göteborg ein grünes Label gibt und gerne von der grünen Stadt spricht, auch wenn die grünen Stellen immer mehr am Rande der Stadt gesucht werden müssen, da das Zentrum immer mehr zubetoniert wird.

Natürlich muss in und um Göteborg gebaut werden, damit die Wohnungsnot im Laufe der Jahre abgebaut wird, aber es stellt sich natürlich die Frage, warum man zuerst zentrale Grünflächen zerstören muss, die über 100 Jahre den Bürgern der Stadt ein Stück Natur mit Vogelgezwitscher und einem Platz für ein Picknick boten. Wo einmal Beton steht, ist die Natur für immer verloren zumal die Neubauten immer höher werden und damit die kleinen Flächen zwischen den Häusern sogar meist ohne jede Sonneneinstrahlung bleiben, eine Notwendigkeit für jedes Lebewesen.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 30. Januar 2014

Medizin wird in Göteborg zum Problem

Die schlechten Nachrichten in gesundheitlichen und medizinischen Fragen reißen in Göteborg nicht ab, wobei es in diesem Fall nicht nur um zu wenige und überarbeitete Krankenschwestern geht, sondern die gesamte medizinische Pyramide der Stadt gerät ins Wanken, trotz der hervorragenden Forschungseinrichtungen der Sahlgrenska Akademien.

Gestern erreichte die Göteborger Universität die Nachricht, dass die Ausbildung für Ärzte so schlecht ist, dass man bald keine Mediziner mehr ausbilden darf, sollte nicht die gesamte Ausbildung aufgewertet werden und die Studenten eine breitere Ausbildung erhalten, die von einer isolierten Arbeit zu einer Zusammenarbeit führt. Medizin ist an der Universität allerdings nur einer der Fachbereiche, die mit Problemen zu kämpfen hat, da die Dekanin mit anderen Ideen die Ausbildung zu vergessen scheint.

Ein noch größeres Problem schuf bereits Ende 2011 das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg als es das Callcenter Kontaktpunkten mit sämtlichen eingehenden Patientengesprächen betraute, da das Callcenter mit rund 2000 Anrufen am Tag vollkommen überfordert ist und deswegen innerhalb von zwei Jahren 882 registrierte Probleme auftauchten, da nun Überweisungen spurlos verschwinden und Patienten übertrieben lange darauf warten müssen um mit einer Fachkraft reden zu können.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 26. Oktober 2013

Immer noch hoher Lärmpegel in Göteborg

Nach einer Studie, die gestern in Göteborg vorgelegt wurde, gibt es in Göteborg immer noch zahlreiche Gegenden in denen der Lärmpegel durch Autoverkehr so hoch ist, dass die Anwohner gesundheitliche Schäden davontragen, wobei man in diesem Zusammenhang nicht vergessen darf, dass nach dem schwedischen Straßenverkehrsamt jährlich zwischen 500 und 800 Herzinfarkte auf Autolärm in Wohngebieten zurückzuführen sind.

Während es in einigen Gebieten durch Lärmschutz an Straßenrändern und das Einsetzen von Isolierglas die Situation für die Anwohner verbessert wurde, zumindest so lange diese die Fenster geschlossen halten, so haben sich durch die Einführung der Maut einige bisher ruhige Nebenstraßen in bedeutende Lärmquellen verwandelt, was nicht nur die Gesundheit der Anwohner betrifft, sondern auch dazu führte, dass die Preise für die Häuser dort bedeutend an Wert verloren haben.

Die Studie belegt auch, dass Autos seit den 70er Jahren für Anwohner lauter wurden, da die Industrie vor allem den Fahrer vor Lärm schützen will, nicht jedoch denjenigen, der neben der Straße wohnen. Nachdem die Regierung und die Stadt Göteborg in Zukunft Häuser weitaus näher an Schnellstraßen bauen wollen als bisher, überlegt die Regierung die zulässigen Lärmgrenzen zu erhöhen, da selbst Isolierglas Verkehrslärm und Eisenbahnlärm nicht vollständig abhalten kann. In Göteborg sind dabei einige Gebiete betroffen an denen der Autolärm auch in Zukunft steigen wird, da sie außerhalb des Mautgebiets liegen und zu Pendlerparkplätzen führen.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 31. Juli 2013

Zwei Veranstaltungen Göteborgs waren zu laut

Auch wenn es in Schweden kein Gesetz zur Ruhestörung gibt und daher zur Sommerzeit in vielen Gärten laute Musik ertönt, die die gesamte Nachbarschaft belästigt, am kommenden Sonntag Morgen zur Rache jemand um sieben Uhr den Rasenmäher anwerfen kann und am Abend des gleichen Tages ein Dritter auf die Idee kommen darf, dass dies die beste Zeit für die Motorsäge ist, dürfen Veranstaltungen bei Kontrollen eine gewisse Dezibelgrenze nicht überschreiten.

Nach bisher fünf unangemeldeten Kontrollen in Göteborg müssen nun zwei Veranstaltungen mit einem Verfahren vor dem Umweltgericht rechnen, auch wenn die Vergehen im Verhältnis zu mancher Ruhestörung Göteborgs minimal war und vermutlich auch nicht vermieden werden konnte, denn einmal waren die Lautsprecher eines Konzertes kurzfristig zu hoch eingestellt und beim anderen Vergehen zeigte das Messgerät neben den Trommeln einer Volksmusiktruppe einen zu hohen Wert an.

Betroffen ist zum einen das Hardrockfestival Metaltown bei dem sich die Hauptbühne vollständig innerhalb der Dezibelgrenze befand, aber lokale Gruppen, die in einem kleineren Zelt auftraten, zu laute Lautsprecher hatten, die sie sofort zurückdrehten als sie auf das Problem aufmerksam gemacht wurden. Zum anderen handelt es sich um das Hammarkullefestival, da die Göteborger Lautpolizisten feststellten, dass einige Trommeln für die am Rand stehenden Zuschauer über der Dezibelgrenze lagen, was bedeutet, dass entweder das Publikum zu nah an der Umzugsstrecke stand, oder aber die Volkstanzgruppe weniger stark auf ihre Instrumente schlagen sollte.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 29. Juli 2013

Kranke bleiben in Göteborg ohne Medizin

Nachdem sich die Regionalregierung des Västra Götalands zum Sommer entschieden hat den Lieferanten für vorsortierte Medikamente zu wechseln, bricht nun in Göteborg und dem gesamten Västra Götaland die Versorgung von Patienten, insbesondere jener, die eine besondere Pflege benötigen, nahezu zusammen, denn das gewählte Unternehmen ist nicht in der Lage die Aufgabe zu erfüllen und bevorzugt daher die Kranken in der schwierigsten Situation allein zu lassen.

Das neue Unternehmen Apotektjänst soll insbesondere an Pflegeheime, aber auch an den privaten Pflegedienst, im vorgegebenen Rhythmus bestimmte Medikamente Liefern, die die Patienten dann durch die portiongerechte Aufteilung selbst nehmen können oder aber vom Pflegedienst erhalten. In vielen Fällen handelt es sich dabei um lebenswichtige Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden müssen.

Der Pflegedienst klagt nun nicht nur darüber, dass Medikamente oft erst Tage später als notwendig kommen, sondern teilweise auch die falschen Medikamente geliefert werden und über einen nicht funktionierenden Kundendienst. Für die Krankenpfleger und Krankenschwestern, die teilweise sogar nur das übliche Personal, das sich im Urlaub befindet, ersetzen, sind durch diesen schlechten Service gezwungen eine bedeutende Mehrarbeit zu leisten und müssen oft mehrere Apotheken besuchen um den Patienten die notwendigen Medikamente geben zu können, was jedoch auch bedeutet, dass sie ihre offizielle Arbeit auf ein Minimum reduzieren müssen.

Herbert Kårlin

Samstag, 27. Juli 2013

Der Ruf nach kostenlosem Spritzentausch in Göteborg

Obwohl mittlerweile mehrere Städte Schwedens mit sehr positivem Erfolg Drogenabhängigen einen kostenlosen Spritzentausch anbieten, der nicht nur verhindern soll, dass die gleiche Spritze mehrmals angewandt wird, sondern vor allem dazu, dass nicht zahlreiche Personen die gleiche Spritze benutzen und deswegen gefährliche ansteckende Krankheiten multipliziert werden, weigert sich Göteborg an diesem Projekt teilzunehmen, da dies die „falschen Signale“ an Drogenabhängige schickt.

Nachdem im Västra Götaland im Jahr 2012 insgesamt 324 Fälle von Hepatitis C gemeldet wurden und die Anzahl der Kranken seit Jahren am steigen ist, fordert das Institut zum Schutz gegen Ansteckungen von gefährlichen Krankheiten, dass Göteborg nun sehr schnell reagiert und seine Politik ändert, damit die Fälle an Hepatitis C gebremst werden, denn es darf nicht weiterhin vernachlässigt werden, dass bereits 50.000 Schweden an Hepatitis C leiden und die häufigste Verbreitung durch verunreinigte Spritzen besteht.

Nach den Ärzten des Instituts zum Schutz von Ansteckungen (Smittskyddsinstitut) im Västra Götaland ist eine Entscheidung sehr dringend, da verunreinigte Spritzen nicht nur dafür verantwortlich sind, dass sich Hepatitis C stark ausdehnt, sondern auch HIV und Hepatitis B. Nach den Ärzten spielt Göteborg mit seiner Weigerung mit dem Feuer und bevorzugt Menschen sterben zu lassen statt sie vor einer Ansteckung zu schützen, denn die Drogenabhängigkeit wird nicht dadurch reduziert, dass man den Betroffenen das gegenseitige Töten durch infizierte Spritzen erlaubt.

Herbert Kårlin

Montag, 8. Juli 2013

Straßenbahnen in Göteborg mit gesundheitsschädlichem Effekt

Nachdem sich mit der Wärme die Klagen gegen kreischende Straßenbahnen in Göteborg häufen, wollte die Tageszeitung GP (Göteborgs-Posten) wissen ob diese Klagen zu Recht bestehen oder die Anwohner nur übersensibel reagieren. An mehreren Haltestellen haben die Journalisten daher das entstehende Lärmniveau gemessen und sind dabei auf ein verblüffendes Ergebnis gestoßen, das die Göteborger Umweltpolitik in manchen Punkten in Frage stellt.

Bei 20 Messungen an vier Haltestellen im zentralen Göteborg zeigte sich bei der Hälfte, dass der Lärmpegel 80 Dezibel überschritt und bei 25 Prozent der Messungen konnte man sogar über 85 Dezibel feststellen, eine Lautstärke, die bei tägliche mehrstündigem Entstehen nachweislich bereits zu Hörschäden führen kann und das die Anwohner nur vermeiden können, wenn sie auch im Sommer ihre dreiglasigen Fenster grundsätzlich geschlossen lassen. Aber selbst dann führt das ständige Kreischen der Straßenbahnen noch zu Stress und gesteigerter Müdigkeit.

Offiziell ist in Göteborg das städtische Straßenverkehrsamt dafür zuständig das Lärmniveau unterhalb von 80 Dezibel zu halten, was technisch gesehen auch kein zu großes Problem ist, falls sich das Amt dazu entschließt auch aktiv etwas zu unternehmen, denn nach der Theorie und den Plänen Göteborgs soll schon heute im gesamten Stadtraum der Lärmpegel unter den gesundheitsschädlichen Grenzen liegen, aber so wenig dies bisher bei einigen Kindergärten an Zufahrtsstraße der Fall ist, so wenig sieht man beim Kreischen der Straßenbahnen eine positive Entwicklung.

Herbert Kårlin

Sonntag, 9. Juni 2013

Göteborgs Umweltpolitik vor dem Scheitern

Bereits seit Jahren setzt Göteborg in eine verbesserte Umwelt und finanziert mit Milliardenbeträgen Arbeiten, die Göteborg zur gesündesten und umweltfreundlichsten Stadt Schwedens machen sollen. Die Stadt arbeitet mit Europagelder, erhält Preise für seine grünen Initiativen und der Stadtrat lobt sich selbst für alle zwölf Initiativen, die zur Umweltstadt Göteborg führen sollen.

Während es im vergangenen Jahr noch möglich schien, dass Göteborg vielleicht mit der einen oder anderen Idee seinem Ziel zumindest nahe kommen könnte, zeigt sich bereits heute, dass keines der Ziele erreicht werden kann und manche unter ihnen, zum Beispiel der Abbau der Überdüngung und lebendiges Wasser in Flüssen und Seen, mit einem bedeutenden zusätzlichen finanziellen Aufwand gegen 2050 möglich sein können, so sind die Hälfte der Pläne und Ideen reine Luftschlösser der Stadt.

Vor allem die Erklärungen zu einer frischen und gesunden Luft und das Leben in einem giftfreien Milieu scheinen in unendlicher Ferne zu liegen, was auch logisch ist, wenn man bedenkt, dass es in Göteborg keine Umgehungsstraße gibt und daher jeder Verkehr Richtung Oslo und ins Bohuslän durch die Stadt führen muss und auch keinerlei Pläne für eine Umgehungsstraße existiert, da eine Citymaut hochgesetzte Pläne finanzieren soll, aber dazu benötigt man einen möglichst starken Verkehr in Göteborg, was wiederum mit einer schlechten Luftqualität bezahlt wird.

Herbert Kårlin

Dienstag, 4. Juni 2013

Göteborger Universitätskrankenhaus vor der Zerreißprobe

Wenn in drei Wochen etwa 150 Krankenschwestern des Sahlgrenska Universitätskrankenhauses in Göteborg in Urlaub gehen, so sollten die Bewohner der Stadt möglichst vermeiden krank zu werden, denn nach der Tageszeitung Metro werden 150 Krankenschwestern mit 17 Arbeitskräften ersetzt, die in der Regel einspringen sobald eine der offiziellen Krankenschwestern krank wird oder aus anderen Gründen verhindert ist. Die Situation sieht dieses Jahr also noch weitaus schlechter aus als im vergangenen Jahr, als bereits Chaos herrschte.

Während die Krankenhausleitung versichert, dass auch im Sommer der Betrieb aufrecht gehalten wird, so sprechen die Verantwortlichen nicht davon mit welcher Belastung das Personal in den sommermonaten zu rechnen hat und dass unter diesem Druck die Sicherheit der Patienten kaum garantiert werden kann, denn die 17 Kräfte können nicht auf sämtliche Abteilungen verteilt werden, sondern müssen für Notfälle und Operationen eingesetzt werden.

Aber das Problem erstreckt sich nicht nur auf das Krankenhaus selbst, sondern auch den Krankentransport, denn nachdem das Sahlgrenska im vergangenen Herbst auch diesen Dienst von Falck übernommen hat, fehlt auch hier Personal, was wiederum dazu führt, dass die Angestellten auch mit einem Arbeitstag von zwölf Stunden und mehr rechnen müssen. Glücklicherweise bemerken die Kranken in einem Krankenwagen auch nicht, dass so manches Mal Angestellte ohne jede medizinische Kompetenz neben ihnen sitzen, aber die Weigerung 24.000 Kronen pro Monat an medizinisches Personal zu bezahlen ist für das Krankenhaus weiterhin ausgeschlossen.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 21. März 2013

Zukünftiges Trinkwasser in Göteborg

Zum Weltwassertag am 22. März will die Stadt Göteborg durch verschiedene Aktionen die Bürger der Stadt dazu auffordern bewusster mit Wasser umzugehen und vor allem Abwasser rein von gefährlichen Stoffen wie Medikamenten oder Chemikalien zu halten. Insbesondere wollen sie die Göteborger dazu bringen ihre Autos nur noch in offiziellen Autowaschanstalten zu waschen und nicht an der Straße, da diese Art von Autowäsche das Abwasser mit Ölresten und Schwermetallen belastet und dadurch die Reinigung bedeutend verteuert.

Diese Informationen der Stadt müssen auch in Zusammenhang mit dem Projekt VISK (Virus i vatten - skandinavisk kundskapsbank) gesehen werden, einem Projekt an dem auch Göteborg teilnimmt und das auf skandinavischem Niveau die Probleme der zukünftigen Wasserreinigung erforscht, insbesondere auch in Hinblick auf die Klimaveränderungen, die in Schweden zu verstärkten Regenfällen führen werden.

Forscher aus Schweden, Norwegen und Dänemark suchen bereits seit drei Jahren nach Methoden, die garantieren, dass Trinkwasser auch in Zukunft vom Wasserhahn getrunken werden kann, was in Göteborg besondere Probleme mit sich führen kann, da die größte Menge des Trinkwassers aus dem Göta Älv gewonnen wird, was bei einer Klimaerwärmung und Überschwemmungen bedeutet, dass sich in Zukunft weitaus mehr Viren, Bakterien und Parasiten im Rohwasser befinden werden als heute und das aktuelle Reinigungswerk dieser Wasserverschlechterung nicht Herr werden kann.

Herbert Kårlin

Pferdesport in Göteborg

Freitag, 22. Februar 2013

Göteborg will laute Wohnungen bauen

Dass Göteborg mittlerweile wieder einen fest angestellten Stadtarchitekten hat, der zeigen will, dass man in Göteborg ohne Probleme sogar mehr Wohnungen schaffen kann als für den Wachstum der Stadt nötig sind, zeigt sich vor allem darin, dass die Stadt nun daran denkt dort zu bauen wo bisher wegen einer zu grossen Lärmbelästigung nicht gebaut wurde, zum Beispiel an wichtigen Einfahrtstraßen mit sehr starkem Lastwagen- und Busverkehr.

Natürlich soll der Lärmpegel in den neuen Wohnungen den in Schweden zulässigen Wert nicht überschreiten, weswegen die Politiker zur Entscheidung kamen, dass man lediglich zu neuen Techniken im Wohnungsbau greifen muss um die Neubauten so zu isolieren, dass die Normen eingehalten werden, eine Idee, die deutlich zeigt, dass die Verantwortlichen nicht an entsprechenden Straßen wohnen, denn das Leben findet nicht nur in den Wohnungen und bei geschlossenen Fenstern statt. Aber dass man auf dem Balkon, bei offenem Fenster oder die im Hof spielende Kinder einem höheren Lärm ausgesetzt sind, das halten Göteborgs Politiker für akzeptabel.

Kritik bekommt die Leitung der Stadt allerdings von Forschern und Medizinern, die wissen wie stark Lärm auf die Gesundheit eines Menschen einwirkt, wobei Schlafstörungen dabei noch zu den geringsten Übel gehören. Ein erhöhtes Risiko zum Herzinfarkt und Bluthochdruck gehören zu den häufigsten Nebenerscheinungen bei überhöhtem Lärm, auch wenn er nur den trifft, der es wagt seine Fenster zu öffnen oder seinen Balkon benutzen will. Nach den Forschern muss die Lösung nicht bei neuen Bautechniken gesucht werden, sondern bei der Konstruktion von leiseren Fahrzeugen, da Lastwagen, Busse und andere Fahrzeuge in der Regel für eine hohe Lärmbelastung verantwortlich sind.

Herbert Kårlin

Montag, 18. Februar 2013

Göteborger Geburtshelferinnen unter Stress

Bereits im vorigen Jahr meldeten die Göteborger Geburtshelferinnen ihre unzumutbare Arbeitssituation bei der Arbeitsumweltbehörde, in der Hoffnung, dass das Amt die Probleme zumindest untersuchen wird um sie dann, im zweiten Schritt, zu beseitigen. Seit dieser Anzeige geschah, nach Aussagen der zuständigen Gewerkschaft, bisher überhaupt nichts, weder von Seiten der Behörde, noch von Seiten der Krankenhäuser.

Die Geburtshelferinnen der Göteborger Krankenhäuser klagen, wie bereits jene in Stockholm, dass die personelle Besetzung so gering ist, dass Arbeitstage von neun und zehn Stunden ohne jede Pause für Essen oder Trinken an der Tagesordnung sind, was die Sicherheit aller Patientinnen, die sich auf die Geburtshelferinnen verlassen, in Frage stellt, da bei hohem Stress ohne Pausen auch das Risiko steigt Fehler zu begehen und die Angst vor Fehlern den Stress zusätzlich erhöht.

Die administrative Leitung der Krankenhäuser ist sich der Probleme voll bewusst und versucht daran zu arbeiten, dass diese Probleme, schon aus Sicherheitsgründen für die Patienten, beseitigt werden. Die gegenwärtige Situation schieben die Göteborger Krankenhäuser allerdings auf die hohe Abwesenheit wegen Krankheiten der Geburtshelferinnen und nicht eine generelle Problematik, denn auf Grund des knappen Budgets kommt es nicht in Frage das Personal zu erweitern. Wie daher der Stress abgebaut werden soll, bleibt in den Sternen.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 13. Februar 2013

Göteborg erhält 140 Millionen für die Forschung

Nachdem erst vor wenigen Tagen die Technische Hochschule Chalmers in Göteborg die Leitung des Forschungsprojekts zur Kohlenstoff-Modifikation Graphen erhalten hat, teilt nun auch die Sahlgrenska Akademin, die zur Universität Göteborg gehört, mit, dass sie die Einrichtung eines europäisches Forschungsprojekts leiten wird und dafür 140 Millionen Kronen von Europa zur Verfügung gestellt bekommt.

Unter der Leitung von Professor Ulf Smith der Sahlgrenska Akademin sollen dreizehn führende europäische Forschungsgruppen über Krankheiten zu arbeiten, die in enger Beziehung zur Dickleibigkeit stehen. In Göteborg selbst werden sich das Lundberglabor und das Wallenberglabor an den Forschungsarbeiten beteiligen und diese mit den bedeutendsten Fachkräften aus Deutschland, England, Finnland,  Italien und einigen anderen Ländern Europas abstimmen.

Die Forschungen sollen Antworten darauf geben welche übergewichtige Personengruppe zu einer besonderen Risikogruppe gehört und wie man so früh wie möglich Risiken erkennen kann, die zu bestimmten Krankheitsformen führen. Nach den bisherigen Erkenntnissen sind 70 Prozent der Personen mit bedeutendem Übergewicht von Folgekrankheiten betroffen, unter anderem von Diabetes Typ 2, von Gefäßkrankheiten und von Herzkrankheiten.

Herbert Kårlin

Freitag, 21. Dezember 2012

Überbelegte Krankenhäuser in Göteborg

Nach einer Untersuchung von Sveriges Radio ist die Überbelegung in den Krankenhäuser des Västra Götalands und insbesondere jene in Göteborg weitaus höher als in anderen Regionen und Städten des Landes. Um die verschiedenen Krankenhäuser vergleichen zu können, nahmen die Journalisten für alle Einrichtungen die erste Oktoberwoche als Basis, also eine völlig normale Woche mitten im Jahr.

Während selbst in der Region Stockholm die Überbelegung nur bei 77 Patienten am Tag lag, zählte man im Västra Götaland in der Testwoche 175 Patienten am Tag. Eines der Krankenhäuser der Region, das regelmäßig mehr Patienten als vorgesehen aufnimmt, ist das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg wo nahezu jede Abteilung das ganze Jahr über Überbelegungen aufweist.

Die Ursachen für die Überbelegungen können oder wollen von den Krankenhäusern nicht erklärt werden, riskieren jedoch die Sicherheit aller Patienten, selbst wenn diese in manchen Fällen nichts von den tatsächlichen Problemen erfahren, denn Betten werden nur in Ausnahmefällen in den Flur gestellt, sondern man versucht sie in normalen Zimmern zusätzlich unterzubringen. Das größte Problem ist jedoch, dass für diese Zusatzpatienten keine zusätzlichen Ärzte, Krankenschwestern und Krankenpfleger eingestellt werden, sondern beim vorhandenen Personal die Stressfähigkeit getestet wird.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Einführung der Citymaut in Göteborg vor dem Chaos

Da die Planer des Straßenverkehrsamts in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der öffentlichen Verkehrsmittel trotz monatelanger Vorbereitung nicht in der Lage waren einen sinnvollen Verkehrsfluss zu planen, häufen sich nun bei Einführung des neuen Fahrplans im Dezember die Probleme, die im Januar nur dann gemindert werden können, wenn bei Einführung der Citymaut mindestens 15 Prozent weniger Automobile auf den Straßen Göteborgs zu finden sind, was die Stadt Göteborg sehr optimistisch bereits als Tatsache einrechnet.

Kurz vor Weihnachten zeigt sich jedenfalls, dass die Planung der Fachkräfte dazu führt, dass die Umweltbelastung steigt, denn nicht nur dass gegenwärtig eine höhere Anzahl an Bussen unterwegs ist, sondern durch die zahlreichen Staus zeigen auch die CO2-Werte einen Höhepunkt und das Spikeverbot auf der Odinsgatan musste vorübergehend aufgehoben werden. Gesundheit und Umweltschutz stehen erst wieder zur Diskussion wenn 15 Prozent der Autofahrer ihr Auto zu Hause stehen lassen oder vor den Zahlstellen parken, was bei einer der wichtigsten Durchfahren in Göteborg ein gewisses Problem mit sich bringen kann.

Aber die Schwierigkeiten machen hier nicht Halt, denn da Taxis durch die Stauentwicklungen auf Grund der schlechten Verkehrsplanung nun weitaus mehr von ihren Kunden nehmen müssen, fordern diese die Fahrstreifen für Busse benutzen zu dürfen, damit sie überhaupt noch konkurrenzfähig sein können. Und die einzelnen Stadtteile haben begonnen die auf sie zukommenden Kosten zu kalkulieren und stellen fest, dass sie ab 2013 mit bis zu 20 Millionen Kronen an Zusatzausgaben auf Grund der Citymaut rechnen müssen, Geld, das an anderen Stellen eingespart muss, obwohl die Finanzlage für viele heute schon extrem schlecht ist.

Herbert Kårlin

Sonntag, 30. September 2012

Göteborger Forscher sucht Versuchskaninchen

Der Pharmakologe Arvid Carlsson, Forscher an der Universität Göteborg, der im Jahre 2000 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie erhielt, glaubt ein Medikament gefunden zu haben, das bei Kindern, die nach der Impfung gegen die Schweinegrippe an Narkolepsie erkrankten, Hilfe bieten kann. Es handelt sich dabei um ein Präparat, das normalerweise bei geringer Gehirnaktivität angewandt wird.

Arvid Carlsson sucht nun Kinder, die nach der Impfung an Narkolepsie erkrankten, und will sie mit dem neuen Mittel behandeln, auch wenn er weder weiß welche Nebenwirkungen bei der Einnahme auftauchen werden, noch ob das Medikament tatsächlich als Hilfe oder auch nur als sinnvoll betrachtet werden kann. Der Professor gibt daher auf kritische Fragen sofort zu, dass er Versuchskaninchen sucht, die freiwillig bereit sind an einem Experiment teilzunehmen.

Am Freitag fuhr er in diesem Zusammenhang nach Uddevalla, wo sich Familien treffen, deren Kinder in die Zielgruppe des Professors fallen. Carlsson will versuchen die Eltern und die Kinder davon zu überzeugen, dass sie bei den Versuchen nichts zu verlieren haben, aber alles gewinnen können. Er baut dabei vor allem darauf, dass einige der Kinder die starken Nebenwirkungen der Medikamente spüren, die sie gegenwärtig einnehmen und auf eine Heilung hoffen, egal wie hoch der Preis ist.

Herbert Kårlin