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Donnerstag, 29. Mai 2014

Göteborger Freihafen bekommt einen Sandstrand

Um den Göteborgern den Freihafen schmackhaft zu machen, lässt sich Göteborg mehr als nur Versprechen zum Jahr 2021 einfallen, auch wenn manche der Ideen kaum dauerhaft sein werden und mehr als Lockmittel dienen als wirklich den erhofften und versprochenen Nutzen zu bringen, denn wie der Jubiläumspark des Jahres 2021 aussehen wird, ist ungewiss und welche heutige Idee dann noch existieren wird, kann oder will bisher niemand sagen.

Während in den zentralen Stellen der Stadt am Wochenende das Festival Westpride, ehemals HBTQ-Festival, stattfindet, eröffnet Göteborg im Freihafen einen Sandstrand im Stile aller größeren Städte Europas, was bedeutet, dass man sich zwar am Wasser, nicht jedoch im Wasser befinden darf. Auch die Fläche des Sandstrandes wird sich kaum mit jenem in Paris vergleichen lassen, aber er zeigt den Wille Göteborgs den Freihafen in eine belebte Stelle verwandeln zu wollen.

Nach den Kleinstgärtnern, einer Segelschule und einer Bahn für Inlineskates kommt nun ein Sandstrand hinzu, der die meist öden Stellen des Freihafens endgültig beleben soll, mit Ballspiel, Grillen und einem Liegestuhl im Sand. In der Tat ist die Aussicht über Göteborg vom Freihafen aus sehenswert, wenn nicht das Problem wäre, dass viele der Stellen nur sehr schlecht zu erreichen sind, denn die Infrastruktur kommt erst mit den Bauprojekten und kaum vor 2017 oder 2018, wobei der Baulärm allerdings auch einen Teil des Genusses nehmen wird.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 24. Mai 2014

Urban Gardening im Göteborger Freihafen

Da der Göteborger Freihafen bis zum Jahr 2021 ein vollkommen neues Aussehen erlangen soll, versucht die Stadtverwaltung schon jetzt dieses Gebiet den Göteborgern näher zu bringen. Am heutigen Samstag wird nun im Freihafen auch ein kleineres Gebiet eingeweiht, das für Urban Gardening gedacht ist und den Bewohnern der Stadt die Möglichkeit bieten soll das eigene Gemüse zu sähen oder zu pflanzen und anschließend zu ernten, eine Idee, die vor allem aus dem Wunsch vieler Bürger kommt gesundes Gemüse auf den Tisch zu bekommen.


Gegen eine Gebühr von 300 Kronen kann man über den Projektleiter, das Architekturbüro Kjellgren Kaminski, eine Bodenplane, einen Aufsatzrahmen von einem Quadratmeter und die nötige Erde erhalten um noch am gleichen Tag loslegen zu können, unter der Voraussetzung, dass die Gewächse zu essen sind oder Schmetterlinge und Bienen anziehen. Schon die Größe der Anbaufläche zeigt deutlich, dass sich das Projekt an Anfänger richtet, die erst testen wollen ob sie einen grünen Finger haben und eigentlich ein Verlustgeschäft für die Neugärtner ist.

Aber auch wenn Urban Gardening in Göteborg eine ungeahnte Nachfrage erlebt, so vergessen nahezu alle, die nun glauben ökologisches und gesundes Gemüse ernten zu können, dass allein die Lage Göteborgs und insbesondere der Freihafen dies zu einem Wunschtraum macht, denn in jedem Gemüse, das man im Handel findet, sind die Rückstände an Schadstoffen geringer als bei Gemüse, das im Stadtmilieu geerntet wird, einer Stadt, die regelmäßig Schadstoffe misst, die weit über der Europanorm liegen. Aber immerhin kann der Freihafen dadurch schon jetzt etwas belebt werden.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 17. Mai 2014

Göteborger Freihafen in der Verwandlung

Die Pläne für den neuen Freihafen, der bis zur 400-Jahrfeier der Stadt Göteborg im Jahre 2021 bereits ein neues Gesicht erhalten soll, schreiten fort und gehen in jedem Fall in die Richtung, dass dort Klein-Manhattan entstehen wird, denn neben einer relativ klein bemessenen Parkanlage am Göta älv werden Häuser mit bis zu 30 Stockwerken wachsen, die es der Sonne völlig unmöglich machen wird noch die Fenster der unteren Wohnungen zu erreichen, außer in den begehrtesten und teuersten Wohnungen am Wasser.

Illustration: Maria Kask

Der Freihafen soll, zumindest nach den ersten Skizzen, bis 2040 stufenweise Platz für 18.000 Einwohner bieten und Arbeitsmöglichkeiten für etwa 15.000 Göteborger, und natürlich auch über eine Schule und einen Kindergarten verfügen. Vom ehemaligen Hafen wird dabei natürlich nichts mehr übrig bleiben und auch für die Kreuzfahrtschiffe muss dann außerhalb der Stadt ein oder mehrere neue Kais gebaut werden, denn am Freihafen werden bald nur noch einige Freizeitboote Platz finden, die einer erlesenen Schicht der Bewohner gehören und den Besuchern den Reichtum der Stadt vorspiegeln soll.

Nach der gegenwärtigen Vorlage, über die der Stadtrat in der kommenden Woche entscheiden wird, wird diese neue und moderne Stadt innerhalb Göteborgs aus drei Teilen bestehen, nämlich der Boulevardstadt, der Alleestadt und der Hafenstadt, die nach Londoner Muster schon heute gemeinsam als Downtown bezeichnet werden. Wie bereits in den 60er und 70er Jahren will sich Göteborg im Freihafen von der Vergangenheit befreien, obwohl gerade dies, zumindest für Touristen, die Atmosphäre einer Stadt ausmacht. Noch sollen nach dem Plan im Freihafen die Hälfte der Wohnungen aus Mietwohnungen bestehen, aber diese werden wohl nur von einer kleinen Elite an Spitzenverdienern bezahlt werden können.

Copyright: Herbert Kårlin

Way Out West, Musik in Göteborg Göteborger Kulturfestival 2013

Montag, 5. Mai 2014

18. Wissenschaftsfestival 2014 in Göteborg

Zwischen dem 5. und dem 11. Mai 2014 findet in Göteborg das 18. Wissenschaftsfestival (Vetenskapsfestivalen) statt, das dieses Jahr im Freihafen mit einem Rekordversuch für das Guinness Buch der Rekorde eingeleitet wird, denn dort soll ab 10 Uhr morgens aus 4096 kleineren Sierpinski-Pyramiden die bisher weltweit höchste Sierpinski-Pyramide zusammengesetzt werden. Die Einzelteile wurden von 1200 Schülern der Mittelstufe gebaut, auch wenn für das Fertigstellen nun ein Kran benötigt wird.


Das diesjährige Wissenschaftsfestival wird an 30 verschiedenen Orten der Stadt zu finden sein und gewissermaßen vom Freihafen bis zur neu eingeweihten Stadtbibliothek, Liseberg und der Technischen Hochschule Chalmers führen. Das Festival richtet sich bei einigen Punkten nur an Schulen, bei der Mehrheit jedoch an die gesamte Bevölkerung der Stadt und seine Besucher. Das umfangreiche Programm bietet im Grunde jedem Bürger der Stadt interessante Vorführungen, Vorträge und Experimente.

Während die absolute Mehrheit der Punkte im Programm des Wissenschaftsfestivals natürlich modernste Technik und die wissenschaftliche Zukunft unserer Welt im Auge haben, ließ es sich die Stadtverwaltung natürlich nicht nehmen auch etwas Wahlpropaganda für die diesjährigen Wahlen mit unterzubringen, wenn auch verkleidet in Zivilcourage, die Bestechungen und krumme Touren aufdecken kann, ein Punkt, der zeigen soll, dass es Göteborg mit einer ehrlichen Zukunft ernst nehmen will und Edward Snowden auch einen Weg in die westschwedische Stadt gefunden hat.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 6. April 2014

Die Kreuzfahrtsaison in Göteborg schlägt Rekorde

Für dieses Jahr haben bereits 73 Kreuzfahrtschiffe mit insgesamt 120.000 Passagieren ihre Ankunft in Göteborg angekündigt, was an manchen Tagen zu einer wahren Herausforderung für den Hafen der Stadt wird, da, zum Beispiel, am 15. Mai vier Schiffe gleichzeitig angekündigt werden, also zwei zusätzliche Anlegestellen gefunden werden mussten, unter anderem ein Kai im Containerhafen, denn bisher kann die Stadt nur zwei regelmäßige Kais für Kreuzfahrtschiffe bieten, und für kleinere Fahrzeuge gelegentlich ein drittes Kai.


Die Saison für Kreuzfahrschiffe beginnt dieses Jahr bereits am heutigen Sonntag, wenn die deutsche Aidacara gegen 12 Uhr am Freihafen anlegen wird. Entgegen der Pressemeldung des Göteborger Tourismusverbandes Göteborg & Co. Wird das Fahrzeug allerdings nicht über Nacht am Kai liegen um den Gästen Göteborg auch am Abend näher zu bringen, sondern bereits um 20 Uhr wieder ablegen. Ein Teil der Besucher wird auch wenig von Göteborg sehen, da einige Busse in die Nachbargemeinden fahren werden, denn Marstrand und Schloss Gunnebo gelten als attraktive Ziele.

Dieses Jahr werden in Göteborg allerdings nicht nur weitaus mehr Kreuzfahrtschiffe anlegen als bisher, sondern es werden auch erstmals vermehrt Reisende aus südlichen Ländern, insbesondere aus Italien, die Stadt per Schiff besuchen. Göteborg rechnet durch diesen steigenden Andrang in diesem Jahr mit Einnahmen von rund 80 Millionen Kronen. Das größte Schiff, das dieses Jahr Göteborg anlaufen wird, ist die Royal Princess mit einer Länge von 330 Metern und das luxuriöseste die Europa, die mit fünf Sternen ausgezeichnet ist und ihren 500 Gästen jeden denkbaren Luxus bietet.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 24. Dezember 2013

Kreuzfahrtreisen nach Göteborg weiterhin im Aufwind

Noch nie wurde Göteborg von so vielen Kreuzfahrtschiffen angelaufen wie im kommenden Jahr, denn bisher haben sich bereits 73 Fahrzeuge fest angemeldet, was etwa 120.000 Touristen entspricht, die einen Tag lang Göteborg oder seine Umgebung besuchen werden und, in den Augen der Stadt, pro Person etwa 1000 Kronen in Göteborg lassen werden, zumindest in der Theorie.


Ein kleineres Problem stellt sich im Mai, denn allein am Donnerstag, dem 14. Mai werden drei Kreuzfahrtschiffe in Göteborg anlegen und am kommenden Tag weitere vier, was bedeutet, dass die Schiffe weder im Freihafen noch im Außenhafen Arendal Platz finden werden. Die Lösung wird daher der Frachthafen Scandiahamn und das Kai vor dem Amerikaskulet sein, Möglichkeiten, die Stena Line bei einer Verlagerung aus der Stadt immer verweigerte.

Die Mehrheit der 120.000 Besucher werden nach dem Anlegen nicht nur von westschwedischen Köchen noch auf dem Schiff mit westschwedischem Essen verwöhnt, sondern sie werden auch von Bussen empfangen, die sie nach Marstrand, Skärhamn, Öckerö oder Gunnebo bringen werden, da es Göteborg bis heute nicht gelungen ist ihre eigene Stadt den Veranstaltern attraktiv genug zu verkaufen. Nur jene, die die teuren Fahrten der Veranstalter meiden, also auch in Göteborg weniger Geld ausgeben, werden zu Paddan oder auch Haga greifen, in Ermanglung eines sinnvollen Angebots der Stadt und den mangelnden Fähigkeiten vieler offizieller Stadtführer.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 16. November 2013

Auferstehung des Theaterboots in Göteborg

Zwischen 1948 und 1953 hatte der Rosenlundskanalen bei der Feskekôrka eine besondere kulturelle Attraktion, denn hier lag das sogenannte Theaterboot in dem der Direktor und Besitzer des Bootes, Lars Schmidt, seinen Besuchern sehr viele Vorstellung zur Regionalkultur bot, was sich bereits bei der Premiere mit Kasta Loss zeigte, einem Stück von Lasse Dahlquist, der zu diesem Anlass auch selbst auf der Bühne stand.

Nun hat sich die Stadt Göteborg dazu entschlossen erneut ein Theaterboot in Göteborg zu stationieren. Ab dem 19. November wird die M/S Svea während der Theatersaison regelmäßig zwischen Freihafen und Eriksberg verkehren während die Besucher sich bei Theatervorstellungen unterhalten lassen können. Bei der ersten Fahrt wird ein Stück geboten, das sich an Kinder im Alter von fünf bis sechs Jahren richtet. Anschließend wird das Repertoire auch auch auf Jugendliche und Erwachsene angepasst werden.

Auch wenn der Freihafen nicht gerade ein erträumter Platz für eine Theaterboot ist, so versteht man die Wahl des Ortes dennoch sehr schnell, denn die Stadt will den Freihafen wieder attraktiver gestalten und auch den Göta älv mehr ins Zentrum setzen, da dadurch die „Stadt Göteborg“ und die „Insel Hisingen“ sich nähern. Während des Tourismus wird die Aktivität des Theaterbootes allerdings eingestellt, denn dann soll die M/S Svea und ein geplantes weiteres Theaterboot den Besuchern der Stadt die Welt der Göteborger Schären näher bringen.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 29. August 2013

Kreuzfahrtschiff bekommt in Göteborg Probleme

Als die Inspektoren des schwedischen Verkehrsamts am Dienstag das im Freihafen liegende Kreuzfahrtschiff M/S Funchal inspizierten, kurz bevor die Passagiere zu den Fjords in Norwegen aufbrechen wollten, war das Ergebnis, dass das Fahrzeug wegen bedeutenden Sicherheitsproblemen am Auslaufen gehindert wurde. Und da die Probleme auch am gestrigen Mittwoch nicht beseitigt waren, bedeutete dies, dass die Passagiere gestern das Schiff verlassen konnten ohne dass dieses auch nur einen Meter zurückgelegt hatte.

Die in Portugal registrierte M/S Funchal hatte bereits früher Probleme aufgewiesen und lag deshalb längere Zeit in Portugal um wieder auf Schuss gebracht zu werden. Was die Werft dort leistete, ist unbekannt, denn in Göteborg funktionierte die Sprinkleranlage nicht, ein Fehler in den elektrischen Leitungen verhinderte, dass sich die Türen schlossen, die bei Problemen das eindringende Wasser aufhalten sollten und so nebenbei hatten die Kabinen, wenn überhaupt, nur kaltes Wasser und ein Großteil der Toiletten waren ganz außer Funktion.

Vielleicht wären die Probleme mit guten Handwerkern noch innerhalb von wenigen Tagen behoben gewesen, aber bei einer Kontrolle stellte die Behörde zudem fest, dass die M/S Funchal selbst in Portugal keine Genehmigung für den Personentransport erhalten hatte und daher gar nicht als Kreuzfahrtschiff unterwegs sein durfte. Die Zukunft des Schiffes ist nun sehr ungewiss, denn ohne Genehmigung aus Portugal wird es für die M/S Funchal sehr schwierig werden den Göteborger Freihafen wieder verlassen zu dürfen. Dass bereits am kommenden Montag eine neue Kreuzfahrt nach Schottland damit aufbricht, scheint jedenfalls aussichtslos.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 10. April 2013

Göteborg und die Entwicklung zur Weltstadt


Vision des Göteborger Freihafens, Architekturbüro White
 
Innerhalb von nur acht Jahren soll sich Göteborg von einer normalen schwedischen Großstadt in eine der modernsten Metropolen Europas verwandeln, zumindest was die Architektur und die Stadtplanung betrifft, denn an dem Tag an dem Göteborg 400 Jahre alt wird, werden nicht nur die Bauarbeiten zum Infrastrukturpaket die Stadt in ein Chaos verwandeln, sondern andere Teile sollen ein modernes Schaufenster der modernen Welt sein.

Eines der wichtigsten Projekte ist die Neugestaltung der Paradestraße Avenyn, denn der Autoverkehr und Busse sollen verschwinden und einer grünen Allee Platz machen mit Pavillons, die die bisherigen Vorbauten an Restaurants ersetzen sollen und dann ganzjährig geöffnet sein werden. Nur in der Mitte bleibt ein kleiner Streifen für den Straßenbahnverkehr und die Fahrräder. Das Vorbild scheint Göteborg in Barcelona gefunden zu haben, auch wenn das Klima wohl kaum zu vergleichen ist, aber das Traumbild, das sich Touristen von Schweden machen, ist für die Stadtverwaltung nicht sehr lockend, wenn man vom Mittelmeer träumen kann.

Die zweite große Änderung wird der neue Freihafen sein, denn dort sollen Wohnungen entstehen, Grünanlagen und ein Platz, der die beiden Seiten des Flusses verbindet. Das Glanzstück im Freihafen soll der Jubiläumspark sein an dem die Zeichner des Architekturbüros sommerlich gekleidete Kanufahrer zeigen und damit ein Freizeitleben vorspiegeln, das bisher nicht in Göteborg Einzug hielt. Aber natürlich muss, neben den beiden Großprojekten, auch eine moderne Brücke gebaut werden, die Südseite des Göta Älv modernisiert werden und anderes mehr. Nur über die Finanzierung dieser Projekte will die Führung Göteborgs noch nicht reden.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 20. März 2013

Göteborg und das Problem mit den Kreuzfahrten

Im vorigen Jahr konnte Göteborg einen Rekord an Kreuzfahrtschiffen verbuchen, der allerdings zum Teil auch dem Lotsenstreik in Oslo zu verdanken war, da dadurch sieben der Luxusschiffe nach Göteborg umgeleitet wurden, einem Ziel, das ursprünglich nicht vorgesehen war. Dieses Jahr sieht die Bilanz weitaus schlechter aus, denn bisher haben gerade einmal 35 Schiff Göteborg als Etappe eingebucht, also etwa die Hälfte des vorigen Jahres.

Und dennoch begann die Saison im Jahre 2013 unerwartet früh, da bereits am Montag die Aida Stella im Göteborger Hafen Arendal anlegte und der Stadt knapp 2000 deutsche Gäste brachte, die sich allerdings nicht Göteborg, sondern Kopenhagen als Ziel ausgesucht hatten. Ein Unwetter machte es dem Fahrzeug jedoch unmöglich dort anzulegen, so dass auch diese Fahrt umgeleitet werden musste um die Gäste zu befriedigen.

Der diesjährige Rückgang an Kreuzfahrtschiffen in Göteborg liegt, nach Aussagen des Göteborger Hafens, daran, dass eine englische Reederei in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist, die voriges Jahr vierzehn Mal Göteborg als Ziel hatte. Ein treuer Gast ist dagegen erneut die Aida Cara, die 2013 fünfzehn Mal am Freihafen, direkt im Zentrum der Stadt, anlegen wird. Nach den bisherigen Buchungen soll es für Göteborg allerdings 2014 wieder aufwärts gehen, denn bisher liegen bereits 70 Buchungen vor und nur eine andauernde Krise und der steigende Kurs der Krone können einen Rückschlag geben.

Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg

Donnerstag, 7. Februar 2013

Die Zukunft des Göteborger Freihafens

Die politische Führung Göteborgs ist sich einig darüber, dass der Freihafen, der mittlerweile nur noch eine traurige Rolle in der Stadt führt und zudem restauriert werden muss, zur 400-Jahrfeier wieder ein attraktiver Ort sein soll, der zudem die beiden Seiten des Göta Älv näher bringen soll und nicht, wie bisher, eine Trennung darstellt. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Stadt eine internationale Ausschreibung vorgenommen.

Nun liegen die ersten Ideenpläne von renommierten Architekten vor, die im Älvrummet bei Lilla Bommen von der Allgemeinheit eingesehen werden können. Wer allerdings hofft Visionen zu finden, die für notwendigen Wohnraum sorgen werden, wird enttäuscht sein, denn vorerst haben sich die Architekten die einfacheren Teile vorgenommen, nämlich die Entwicklung von Grünflächen  und die Verbindung beider Seiten des Flusses für Fußgänger und Fahrradfahrer.

Eines der Architekturbüros sieht vor allem Brücken drei bis vier Brücken, die von Lilla Bommen aus über den Freihafen nach Ramberget führen sollen und es ermöglichen dieses Gebiet vom Stadtzentrum aus innerhalb von fünf Minuten mit dem Fahrrad zu erreichen und innerhalb von 15 Minuten auch zu Fuß. Ramberget ist bereits heute ein schwer erreichbares Ausflugsgebiet, das vor allem durch den Bau einer Moschee bekannt wurde.

Herbert Kårlin
 

Samstag, 15. Dezember 2012

Das letzte Bananenboot kommt nach Göteborg

Nach 103 Jahren reger Aktivität wird am kommenden 14. Januar das letzte Chiquita-Bananboot im Hafen in Göteborg anlegen damit noch einmal alle Bananen für den skandinavischen Markt per Lastwagen und Eisenbahn in eine der Reifungsanlagen transportiert werden können. Mit diesem letzten Chiquita-Boot, die seit Jahrzehnten einmal die Woche in Göteborg anlegten, geht erneut eine alte Epoche zu Ende und die Globalisierung führt dazu, dass eine lange Tradition zu Grabe getragen wird.

Im Jahre 1909 war The Banana Company AB in Göteborg gegründet worden, die schon bald den schwedischen Namen „AB Banan-Kompaniet“ erhielt und außer Bananen auch Südfrüchte importierte, die von Göteborg aus an Auslieferungslager in Stockholm und Malmö geliefert wurden. Zu jener Zeit kamen die Bananen, die ab 1945 in Kühlschiffen transportiert wurden, noch unverpackt im Freihafen der Stadt an. Ab den 80er Jahren waren sie dann bereits vom Hersteller in Kartons verpackt, damit der Transport leichter stattfinden konnte.

Da die Schiffe immer größer werden und jede Stunde des Verladens kostet, sind Container wirtschaftlich gesehen weitaus günstiger als der bisherige Transport auf einem traditionellen Bananenboot. Ab 14. Januar geht man nun ganz auf einen Containertransport über wählt als Umladehafen nicht mehr Göteborg, sondern Bremerhaven. Von dort aus werden dann die Container mit Bananen mit normalen Containerfahrzeugen nach Göteborg transportiert.

Herbert Kårlin

Freitag, 16. November 2012

Göteborg plant eine Fußgängerbrücke über den Göta älv

Nachdem das Umweltgericht eine Brücke für Fußgänger und Fahrräder vom Stenpiren nach Lindholmen aus mehreren Gründen untersagte, unter anderem aus Gründen der Sicherheit für die Flussschifffahrt, hat der Stadtrat nun einen anderen Plan für eine entsprechende Brücke ausgearbeitet, der die bisher kritisierten Probleme lösen soll. Diese neue Brücke soll nun die Östra Hamngatan, zumindest für Fußgänger und Fahrradfahrer, bis zum Freihafen verlängern und damit die zentrale Stadt mit der Göteborger Insel Hisingen verbinden.

Die Idee dieser Brücke wird von allen Parteien getragen, da auch die innerhalb des Infrastrukturpakets geplante neue Autobrücke über den Göta älv, die bereits weitaus niedriger sein wird als die gegenwärtige Götaälvbron, für Fahrradfahrer und Fußgänger einige Probleme verursachen wird, andererseits aber die Verbindung zwischen den beiden Seiten des Flusses verbessert werden soll.

Die Fußgängerbrücke, die bis zum Jahre 2020 fertig gestellt werden soll, ist bisher allerdings nur ein Projekt, da vorher noch mehrere reale Probleme geklärt werden müssen, da auf dem Göta älv regelmäßig größere Schiffe verkehren, die auf kein Hindernis stoßen dürfen, andererseits aber eine Brücke für Fußgänger und Fahrräder so flach wie möglich sein muss, was eine gewisse Herausforderung an Brückenbauarchitekten stellen wird.

Herbert Kårlin

Samstag, 8. September 2012

Große Kreuzschiffe können sich Göteborg nähern

Nachdem sehr große Kreuzfahrtschiffe aus mehreren Gründen nicht in der Innenstadt am Freihafen anlegen können, andererseits der Göteborger Industriehafen die gegenwärtige Anlegestelle in Arendal für diese Ozeanriesen bald ganz für den Güterverkehr nutzen will, muss die Stadt Göteborg nun schnellstmöglich eine neue Lösung für die Kreuzfahrtschiffe finden, wenn dieser gigantische Markt nicht verloren gehen soll.

Als optimale Alternative sehen alle Stadträte nun nur eine Anlegestelle am Kulturzentrum Röda Sten, da sich die Kreuzfahrtschiffe näher am Zentrum befinden, genau genommen an der bestmöglichen Stelle, kurz vor der Älvsborgbron, dem grössten Hindernis für die Luxusfahrzeuge, einer Stelle an der auch früher schon Schiffe anlegten, bevor das Gebäude zu einem kulturellen Zentrum Göteborgs wurde. Hier stimmen auch Wassertiefe und die Breite des Göta älv.

Aber obwohl diese Riesenschiffe kaum öfter als 20 Tage im Jahr dort vor Anker gehen werden, weckt der Vorschlag einen starken Widerstand, nicht nur von Seiten des Wirtes und der Leitung von Röda Sten, die dadurch ihre Aktivität bedroht sehen, sondern auch von Seiten den Anglern und Spaziergänger für die das Kai bei Röda Sten nicht angetastet werden darf. Sicher ist jedoch, dass die Entscheidung noch nicht absolut ist, denn bei Röda Sten gibt es bisher keine Anlagen, die für Kreuzfahrtschiffe geeignet sind und selbst die Zufahrt ist nicht gerade als optimal zu bewerten. Ein weiteres Problem sind für viele die starken umweltschädlichen Abgase dieser Schiffe, die permanent an die Luft abgegeben werden. Aber eine andere Stelle kann bisher nicht gefunden werden.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 23. November 2011

Immer mehr Kreuzfahrtschiffe kommen nach Göteborg

Während im laufenden Jahr noch 52 Kreuzfahrtschiffe in Göteborg anlegten, stehen für das nächste Jahr bereits 62 Kreuzfahrten auf dem Programm die die westschwedische Stadt besuchen. Allein die Aidacara wird im Jahre 2012 achtzehn Mal am Göteborger Freihafen anlegen und den Passagieren einen Tagesaufenthalt in Göteborg bieten. Insgesamt rund rund 70.000 Touristen werden der Stadt einen Umsatz von über 40 Millionen Kronen einbringen.

Während die kleineren Kreuzfahrtschiffe wie Aidacara am Freihafen im Zentrum Göteborgs anlegen können, müssen die größeren Schiffe bereits jenseits der Älvsborgsbron in Arendal vor Anker gehen. 2012 legt nun auch erstmals die britische Queen Mary in Göteborg an, ein 345 Meter langer Ozeanriese, der an beiden Hafenanlagen keinen Platz findet und daher am Skandiahamnen anlegen muss, dem Frachthafen der Stadt. Dieses legendäre Ereignis ist für den 16. August des kommenden Jahres geplant.

Erstmals wurden dieses Jahr die Passagiere der Kreuzfahrtschiffe, die überwiegend in Deutschland, England und Spanien zu Hause sind, gefragt, was ihnen an Göteborg am besten und auch weniger gut gefällt. Eine sehr gute Kritik erhielten die Einkaufsmöglichkeiten, die Restaurants und Cafés der Stadt. Weniger begeistert waren die Gäste Göteborgs indes von den Transportmöglichkeiten vom und zum Hafen und dem Mangel an Informationen, die man am Kai vorfindet.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 9. November 2011

Göteborgs „River City“ nimmt Form an

Im Juni trafen sich in Göteborg zehn internationale Architektenteams um über die Zukunft von „River City“ zu sprechen, einem neuen Stadtteil, der im Zentrum der Stadt liegt und gegenwärtig überwiegend aus Lagerhallen und Industriebauten besteht, die teils mitten im Göta Älv liegen. River City soll durch seine Einmaligkeit nicht nur anspruchsvolle Wohnungen für Göteborger bieten, sondern Göteborg auch mit einer einzigartigen Architektur auf die Weltkarte setzen.

Nachdem nun die Architektenteams ihre Pläne ausgearbeitet haben, kam der Moment an dem die Bürger Göteborgs ihre Meinung zu diesem Zukunftsprojekt sagen können, aber auch, um die verschiedenen Projekte vergleichen zu können. Zu diesem Zweck werden die zehn ausgearbeiteten Modelle nun in der Göteborger Stadtbibliothek ausgestellt.

Die Fragestellung bei diesem zukünftigen Stadtteil, der den Freihafen, Gullbergsvass, Ringön und den Södra Älvstranden umfassen wird, war insbesondere wie eine Stadt der Zukunft aussehen soll in der sich viele Bedingungen verändert haben, angefangen von den Klimaveränderungen bis zu einem veränderten Freizeitverhalten. River City muss daher von einer Zukunftsvision aus betrachtet werden bei der man historische Architektur vergisst. Die gegenwärtigen Vorschläge gehen indes noch weit auseinander, denn der Freihafen kann zu einem Park verwandelt werden, aber auch Luxuswohnungen beherbergen.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 9. Juni 2011

Stadtplanung in Göteborg am Göta Älv

Zwischen dem siebten und dem elften Juni treffen sich 75 Experten in Stadtplanung aus der ganzen Welt in der Göteborger Handelshochschule um während eines Workshops das Göteborg der nächsten hundert Jahre zu entwickeln. Im Zentrum steht der Teil der Stadt an den Ufern des Flusses Göta Älv, da Wohnungen am Wasser zu den meist gesuchten Objekten gehören, wenn auch nur für jene, die sich diesen Luxus leisten können.

Eines der größten Probleme, das die Stadtplaner hervorheben, ist die Tatsache, dass das südliche Flussufer ausschließlich von Stena Line besetzt ist und daher die interessanteste Fläche blockiert und der wichtigste Teil der Stadt wegen Personen- und Frachtfähren keinen Zugang zum Wasser hat. Der Stadtrat selbst ist sich über die Zukunft von Stena Line, die die Fläche von der Stadt mietet, bisher uneins.

Im Zentrum der Stadtplaner steht daher der zentrale Älvstranden, beziehungsweise der Freihafen, der am Zerfallen ist und außer Kreuzfahrtbooten nur noch einigen Industrieunternehmen dient. Auf dieser künstlichen Insel im Göta Älv sollen die modernsten Gebäude der Stadt entstehen, die Göteborg auch in hundert Jahren noch prägen sollen. Die Stadt, Stadtplaner und Bauunternehmen wollen keine Kosten scheuen um mitten im Fluss eine Stadt in der Stadt entstehen zu lassen, die ein Symbol Skandinaviens werden soll.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Hardrockfestival Metaltown verlässt das Göteborger Zentrum

Das nächste Hardrockfestival Metaltown am 17. und 18. Juni 2011 wird nach den vorjährigen Problemen, als bei einem Konzert die nahe Götaälvbron zu schwanken begann, nicht mehr im Göteborger Freihafen stattfinden, sondern das Zentrum Göteborgs verlassen. Dieser Umzug, der zu erwarten war, bringt jedoch auch einige Vorteile.

Mit größter Wahrscheinlichkeit wird das zweitägige Festival Metaltown auf die Galopprennbahn auf Hisingen umziehen, die schon längere Zeit für Musikfestivale in Diskussion stand und mehr Besucher empfangen kann als der Freihafen wo zudem die Anwohner auf beiden Seiten des Flusses über eine hohe Lärmbelastung während Metaltown klagten. System Of A Down, die erste Band, die bereits unter Vertrag steht, wird nun bereits weit entfernt des unfreiwilligen Publikums spielen.

Das Festival Metaltown, das Göteborg auch zum Ruf der Hardrockstadt verhalf, wurde im Jahre 2004 erstmals veranstaltet, wobei das eintägige Festival damals 5000 Besucher anzog. Das zweitägige Festival im Jahre 2010 zählte bereits rund 60.000 Zuschauer, wobei die Veranstalter in den kommenden Jahren mit einem weiteren Zuwachs rechnen, da es in Nordeuropa kein anderes vergleichbares Festival gibt.

Herbert Kårlin

Samstag, 12. Dezember 2009

Göteborg bei steigendem Wasserniveau, eine Bedrohung der Zukunft

Nachdem der nördliche Älvstranden mit Eriksberg bereits erschlossen ist und eventuellen Hochwassern der Zukunft wenig Widerstand bieten wird, nachdem der südliche Älvstranden mit Skeppsbron voll geplant ist und auch alles in die Wege geleitet wurde, den Freihafen zu bebauen, entdeckt Göteborg die Probleme eines steigenden Wasserniveaus als eventuelle Bedrohung.

Diese neuen Töne erklingen, nachdem Ende Herbst Göteborg ausgewählt wurde für die Schaffung eines Internationalen Wissenschaftszentrums für dauerhafte Stadtplanung. Das Pilotprojekt für dauerhafte Stadtplanung, das mehrere Wissensgebiete einschließt, wird im Januar unter dem Namen Mistra Urban Futures, seine Aktivitäten aufnehmen.

Ziel dieses Pilotprojekts ist es, neue Arbeitsmethoden und Techniken zu finden, die eine dauerhafte Stadtplanung ermöglichen, selbst wenn das Wasserniveau um ein oder gar zwei Meter steigen sollte. Die Zusammenarbeit aller wissenschaftlichen Gebiete soll Wege weisen, klimabwusst, umweltbewusst und zukunftsweisend den Städtebau zu entwickeln. Idee des Projektes ist es Bauten zu schaffen, die jeder zukünftigen klimatischen Umweltbedrohung gewachsen sind, ohne jedoch das soziale Gefüge einer Stadt zu beeinträchtigen.

Welche Projekte ab Januar 2010 von Mistra Urban Futures angegangen werden, wird sich im Laufe der Monate zeigen. Die neu gegründete Gesellschaft rechnet mit einer zweijährigen Aufbauphase, für die jährlich mit 20 Millionen Kronen veranschlagt werden, um anschließend pro Jahr etwa 50 Millionen Kronen zu verschlingen.

Herbert Kårlin

Sonntag, 15. November 2009

Der Göteborger Frihamnen wird zu einer neuen City

Die Stadtarchitekten und Stadtverwaltung Göteborgs wollen innerhalb der nächsten zehn Jahre eine neue, „schwimmende“ City schaffen, dort, wo heute noch die Englandboote abgehen, Kreuzfahrtschiffe anlegen, im Sommer einige Konzerte und einmal im Jahr das Cityrace stattfindet, nämlich im Frihamnen (Freihafen) Göteborgs.

Die Größe des Frihamnen entspricht jener von Göteborg inom Vallgraven und hat eine ideale Lage: mitten im Göta Älv. Eine exklusive Lage für exklusive Geschäfte und exklusives Wohnen und an der zentralsten Stelle der Stadt.

Bevor jedoch das erste Gebäude geplant werden kann müssen die Lager im Freihafen verschwinden, sämtliche Pfeiler erneuert werden und der ganze Frihamn um mindestens einen Meter erhöht werden, da Hochwasser und Klimaveränderungen sonst das Gebiet bedrohen. Die zentrale Älvstadt Göteborg soll auch verkehrsmäßig mit beiden Seiten des Flusses gut verbunden werden und sind den einstigen Plänen König Gustav II Adolf würdig, der einst die Stadt innerhalb des Wallgrabens gründete. Noch ist jedoch unklar, wo dann die 60 bis 100 Kreuzfahrtschiff pro Jahr anlegen und von wo aus die Fähren nach England ihren Platz finden werden.

Herbert Kårlin