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Donnerstag, 28. August 2014

Citymaut in Göteborg wichtig für die Stadtverwaltung

Während die Stadtverwaltung Göteborgs immer noch von den positiven Resultaten der Citymaut spricht und darauf hofft, dass die Bewohner Göteborgs am 14. September bei der Volksbefragung zur fortgesetzten Citymaut ihr Kreuz an die richtige Stelle setzen, ist der versprochene „grüne“ Erfolg mehr als nur zweifelhaft geworden, wenn man davon absieht, dass jedes zusätzliche Auto in der Stadt die Einnahmen erhöht und das sehr umstrittene Infrastrukturpaket stützt.

In der Tat wurden an den Zahlstellen der Göteborger Citymaut im zweiten Quartal des Jahres 27.000 Fahrzeuge mehr gezählt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, was einer Steigerung von fünf Prozent entspricht und nur noch knapp unter den Zahlen vor Einführung der Citymaut liegen. Die bessere Luftqualität der ohnehin in Schweden am stärksten belasteten Luft ist daher zu vergessen und die Staus am Tingstadstunnel sind kaum kürzer als früher. Dafür hat jedoch das größte Einkaufszentrum im Norden Göteborgs seit 2012 sehr viele Kunden verloren. Die Einnahmen der Citymaut sind jedoch nötig um der Stadtverwaltung die Realisierung eines Prestigeobjekts der 80er Jahre zu ermöglichen.

Mit der Zunahme des Autoverkehrs im Zentrum Göteborgs kann man natürlich auch einen entsprechenden Rückgang an Benutzern der öffentlichen Verkehrsmittel feststellen, was wiederum kein Wunder ist, da man bei einer Fahrt zur Arbeitsstelle mit dem Auto bis zu 70 Prozent der täglichen Fahrzeit sparen kann, trotz manchem Stau und den Nachteilen für die Umwelt. Die ständig steigenden Kosten für die öffentlichen Verkehrsmittel, bei immer schlechterem Service, werden die versprochenen Vorteile der Citymaut in Göteborg bald in einen Nachteil verwandeln, denn ein Umdenken ist auch von einer neuen Führung der Stadt nicht zu erwarten da im September nur wenige personelle Veränderungen zu erwarten sind.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 29. Januar 2014

Erste Bilanz zur Citymaut in Göteborg

Die Stadt Göteborg stellt das Ergebnis der Citymaut immer mehr als finanziellen Erfolg dar und weniger als ein positives Ergebnis für die Umwelt, was mit Sicherheit auch damit zusammenhängt, dass der Rückgang am Autoverkehr.während der Bezahlzeit weitaus geringer ist als erhofft, denn im November des Jahres machte der Rückgang, verglichen mit dem gleichen Monat des Vorjahres, nur elf Prozent aus und während der Hauptverkehrszeit am Vormittag sogar nur neun Prozent.

Die Einnahmen sehen entsprechend aus, denn auf Grund der Passage von 131 Millionen Fahrzeugen, die durch die Citymaut eine Zusatzsteuer zahlen, nahm die Stadt im vergangenen Jahr rund 1,5 Milliarden Kronen ein, die dafür gedacht sind einen Teil des weiterhin umstrittenen Infrastrukturpaketes mit dem sogenannten Västlänken zu finanzieren. Falls ausländische Fahrzeuge irgendwann ebenfalls die Citymaut bezahlen müssen, so wird diese Summe noch bedeutend ansteigen.

Im Gegenzug dazu meldet Västtrafik für das vergangene Jahr etwa 283 Millionen Reisen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, wobei der Verkehr mit Straßenbahnen um etwa elf Prozent anstieg und die Reisen mit Regionsbussen und Zügen um 21, beziehungsweise 15 Prozent, nach oben ging, Zahlen, die leider nicht aufgeschlüsselt werden, so dass nicht geklärt ist, ob diese Zunahme auch mit der Citymaut zusammenhängt. Sehr erstaunlich ist dabei allerdings, dass Västtrafik im Januar seine Preise erhöhte und zudem Buslinien einstellte, da sie als unrentabel eingestuft werden.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 20. Januar 2014

Göteborg plant Tunnel durch den Ramberget

Gegenwärtig ist der Stadtteil Hisingen auf der gleichnamigen Insel der Stadt Göteborg durch die Eisenbahnlinie, die zum Hafen führt und die Schnellstraße Lunbyleden gewissermaßen in zwei Teile geteilt, da es nur an relativ wenigen Stellen möglich ist beide Barrieren durch Tunnels oder Brücken zu überwinden. Bisher ist es daher nötig für beide Seiten getrennt eine Infrastruktur aufzubauen, sowohl was die Verkehrsverbindungen angeht als auch hinsichtlich der Einkaufsmöglichkeiten.

Nachdem das staatliche Verkehrsamt für Straßen und Eisenbahnen nun die Finanzierung eines Eisenbahntunnels durch den Ramberget plant und finanziert, erwägt Göteborg sich diesem Projekt, auch finanziell, anzuschließen um einen Tunnel mit mehreren Röhren zu schaffen, der gleichzeitig den Zugverkehr als auch den Straßenverkehr aufnimmt und damit die beiden Teile der Stadt oberirdisch miteinander verbunden werden und damit auch als Wohngebiet attraktiver sein werden.

Auch wenn die Idee Göteborgs verlockend klingt, so hängt nun jedoch vieles von den Plänen des Verkehrsamts ab und wann dieses die Pläne fertigstellt sind und der Staat mit dem Tunnelbau beginnen will. Und mit dem Baubeginn ist voraussichtlich erst gegen 2025 zu rechnen, was die Voraussetzungen für die Zusammenlegung einer so kurzen Strecke wie jene zwischen Sannegården und Ramberget unter völlig anderen Voraussetzungen stellt, denn zwischen Lindholmen und Eriksberg wird in den kommenden Jahren sehr viel gebaut werden, was sich auch auf die Infrastruktur und die Bevölkerungsstruktur auswirken wird.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 10. Dezember 2013

Göteborgs Mammutprojekt wird stark kritisiert

Nach Professor Jan-Eric Nilsson, einer der führenden Professoren Schwedens für Verkehrsplanung, gibt Göteborg mit seinem Mammutprojekt Västlänken eine niederschmetternde Kritik. Nach dem Fachmann ist der Göteborger Västlänken mit Brücken, Eisenbahntunnel und anderen aufwendigen Verkehrsprojekten ein für die Stadt viel zu aufwendig angelegtes Projekt, das in keiner Weise der Struktur und dem Wachstum der Stadt entspricht.


Nach zahlreichen Analysen und Auswertungen kommt Jan-Eric Nilsson zum Ergebnis, dass der Nutzen im Verhältnis zum notwendigen Kapital in keinem Verhältnis steht. Der Professor stimmt Göteborg in dem Punkt zu, dass die gegenwärtige Infrastruktur unzureichend ist, aber er weist gleichzeitig darauf hin, dass man in diesem Fall mehrere Möglichkeiten erwägen und studieren muss und nicht nur einen alten Vorschlag aus der Schublade ziehen darf, der dann mit allen Mitteln durchgekämpft werden muss.

Nach Jan-Eric Nilsson ist der Västlänken eine typisch politische Entscheidung, die auf kommende Wahlen zielt und nicht auf Nutzen und sinnvolle Investition, also das Interesse der Bürger nicht mit einbezieht. Der Fachmann ist zudem der Überzeugung, dass das gesamte Projekt gegen die vom Parlament aufgestellten Regeln zur Infrastruktur verstößt. Die Genehmigungen und staatlichen Unterstützungen erhält Götebor seiner Meinung nach nur deshlab, weil es kein Kontrollorgan für Regionen und Gemeinden gibt, sondern diese einfach durch Stimmenabgabe auch unsinnige Projekte durchkämpfen können.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 6. November 2013

Göteborg braucht zusätzliche Brücken

Bisher wurde weder die Hisingsbron, die die Götaälvbron ersetzen soll, begonnen, noch wird am Marieholmstunneln, einem neuen Tunnel unter dem Göta älv, gebaut, die beide in des Infrastrukturpaket eingehen und mit Hilfe der Citymaut bezahlt werden sollen, aber schon plant man in Göteborg weitere Brücken, da man davon überzeugt ist, dass die sieben Übergänge über den Fluss bereits in 20 Jahren nicht mehr ausreichen werden.z


Die Stadt spricht bereits von einer Brücke beim Stigbergstorget und einer an der Gasglocke, die insbesondere für den öffentlichen Verkehr, Fahrradfahrer und Fußgänger zugänglich sein sollen und daher mit großer Sicherheit wegen ihrer geringen Höhe ein weiteres Hindernis für die Flussschifffahrt sein werden, die allerdings als einzig sinnvolle Alternative zum Lastwagenverkehr gilt. Durch die hohen Kosten einer Brücke dürfte damit auch die Citymaut als endgültig betrachtet werden.

Bei ihrer Planung geht Göteborg davon aus, dass die Stadt bis zum Jahr 2035 um etwa 150.000 Einwohner wachsen wird und die Seite der Insel Hisingen innerhalb der Stadtplanung eine immer größere Rolle einnehmen wird. Auch wenn diese Voraussagen plausibel klingen, so widersprechen sich die Verkehrsplaner Göteborgs dabei selbst, denn der Autoverkehr soll innerhalb der Stadt stufenweise reduziert werden und öffentliche Parkplätze werden abgebaut. Die beiden Pläne laufen daher in sehr unterschiedliche Richtungen. Nicht geklärt ist dabei natürlich auch wo der Wohnraum für diesen Ansturm zu finden wird und welche Industrie Arbeitsplätze bieten soll.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 23. September 2013

Göteborger Politiker vergessen bei Planungen die Straßenbahn

Nach einem Debattenbeitrag in der Göteborgs Posten klagt der Architekt Einar Hansson die Stadt Göteborg an bei der Planung des zukünftigen ultramodernen Göteborg die Entwicklung der Straßenbahn bei nahezu allen Vorschlägen ganz zu vergessen und damit enorme Probleme im Straßenverkehr und bei den öffentlichen Verkehrsbetrieben vorzubereiten, zumal das Straßenbahnnetz in Göteborg schon heute eine tragende Rolle spielt und an der Grenze seiner Belastung angekommen ist.

In der Tat gehen die Politiker Göteborgs davon aus, dass der Anteil der Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel bis 2025 um 40 Prozent ansteigen wird. Nicht davon gesprochen wird jedoch davon, dass das Straßenbahnnetz am Brunnsparken, dem wichtigsten Verkehrsknotenpunkt der Göteborger Straßenbahnen, noch immer den Gegebenheiten aus dem Jahre 1902 entspricht und dort der Verkehr schon heute während der Rushhours immer wieder zusammenbricht.

Während alle europäische Städte den Straßenbahnbetrieb modernisierten und für die Zukunft planten, teilwesie mit Hilfe von Beratern aus Göteborg, hat Göteborg, trotz des immensen Infrastrukturpakets, keinen Plan für die Modernisierung der Straßenbahn. Als eines der eklatantesten Beispiele nennt der Architekt die geplante Entwicklung des Freihafens, denn das Architektenteam hat zwar die Straßenbahn nicht vergessen, aber sie endet unmittelbar nach der neuen Brücke und dient daher absolut niemandem.

Herbert Kårlin

Montag, 2. September 2013

Göteborger bleiben im Ungewissen über die Infrastruktur

Während man gestern bereits im Göteborger Stadtteil Angered die 400-Jahrfeier Göteborgs vorfeierte, beginnen sich an anderen Stellen der Stadt Bürger über die Zukunft der Stadt zu beunruhigen, denn die Vorbereitungen zum gigantischen Infrastrukturpaket zeigen nun die ersten Schattenseiten über die die Bürger selbstverständlich ebenso wenig informiert wurden wie über andere Probleme, die mit der vermutlich größten Baustelle Schwedens zur Jahrhundertfeier auf sie zukommen.

Um den Eisenbahntunnel unter der Stadt zu bauen, haben die Planer des Baus nämlich vorgesehen sechs sogenannte Arbeitstunnel zu bauen über die im Rhythmus von allen 20 Minuten schwere Lastwagen verkehren werden und die später dem Eisenbahntunnel zur eventuellen Evakuierung bei Problemen dienen sollen. Das Problem dabei ist jedoch, dass einer der Tunnels selbst unter Häusern des 19. Jahrhunderts geplant ist, unter Häusern, die kaum Erschütterungen vertragen und im Grunde geschützt werden müssen.

Dass die Bürger Göteborgs über die geplanten Tunnelbauten bisher nicht informiert wurden, erklären die Verantwortlichen damit, dass ja noch keine endgültige Entscheidung gefällt sei und die Lage der Tunnels daher nicht eindeutig festgelegt wurde. Außerdem sollen permanent Messungen vorgenommen werden, die jede Veränderung der Bausubstanz der betroffenen Häuser melden würden, was den Bewohnern jedoch kaum Sicherheit bietet. Und falls ein bereits begonnener Tunnel verlegt werden soll, so können die Kosten für den Göteborger Eisenbahntunnel explosionsartig in die Höhe gehen, was wiederum nur mit der Erhöhung der Maut ausgeglichen werden kann.

Herbert Kårlin

Sonntag, 11. August 2013

Experten kritisieren Göteborgs Stadtplanung

Immer mehr Experten der Stadtplanung halten die Idee Göteborgs einen gigantischen Eisenbahntunnel unter der Stadt zu bauen um die Stadt zu modernisieren für eine veraltete Idee, die Göteborg statt einem Fortschritt einen Rückschritt bereitet, dessen Kosten zudem unüberschaubar sind und dem Stand der 80er Jahre entspricht, jener Zeit, als die Idee in den Köpfen der Politiker entstand, die die Entwicklung in anderen Ländern anschließend nicht verfolgen wollten.

Jan Du Rietz, weltweiter Experte für Infrastrukturfragen hat den sogenannten Västlänken mit einigen anderen Projekten verglichen und dabei auch die Situation des Göteborger Sackbahnhofs genauer betrachtet. Er kommt zum Ergebnis, dass man ohne Tunnel und einer zukunftsgerichteten Planung die Kapazität der Reisenden mit den Zügen verdreifachen kann, und dies mit weitaus geringeren Summen, aber dafür muss Göteborg bereit sein auch Alternativen in seine Pläne einzubeziehen und nicht alte Pläne aus der Schublade ziehen.

Dass sehr viele Städte Eisenbahntunnels haben, vergleicht der Experte mit den Goldsuchern von Klondyke, da Architekten und Berater jahrzehntelang zu, teilweise sehr unrentablen, Eisenbahntunnels geraten haben, da ein Tunnel sehr hohe Kosten verursacht und damit den Beteiligten langfristig ein sehr hohes Einkommen garantiert ohne jedoch der Stadt zu nützen. Sämtliche Experten kritisieren zusätzlich die Idee nur die Infrastruktur in Göteborg zu verbessern, da von Göteborg aus nach wie vor nur eingleisiger Verkehr zu anderen Zentren des Landes aufrecht gehalten werden und der Tunnel auf keinen Fall für den geplanten Hochgeschwindigkeitszug zwischen Oslo und Kopenhagen genutzt werden kann.

Herbert Kårlin

Dienstag, 30. Juli 2013

Die Göteborger Schären sind ein beliebter Wohnort

In nahezu allen Teilen Schwedens schrumpft die Anzahl der Personen, die ganzjährig auf einer Schäreninsel wohnen, was dazu führt, dass außerhalb der Sommermonate die Infrastruktur sich verschlechtert und die Schären sich mehr und mehr in Ferieninseln verwandeln, die für Personen mit einem eigenen Boot immer interessanter werden und sich durch Vermietung auch in rentable Immobilienprojekte verwandeln, da der Strand nahe ist, jedoch ohne wirkliches Leben sind.

Eine Ausnahme bilden hier die Schären vor Göteborg, denn hier stieg innerhalb der letzten sieben Jahr die Anzahl der festen Bewohner um rund 400 Personen an, trotz der Probleme, die das Bewohnen einer Insel verursacht, da man dort meist weit entfernt von seinem Arbeitsplatz wohnt und auf Brücken, Fähren und Boote angewiesen ist. Das Bevölkerungswachstum betrifft alle schon bisher fest bewohnten Inseln der Schären Göteborgs, zeigt sich jedoch am deutlichsten an den Inseln Öckerö, Hälsö, Fotö und Hönö.

Was allerdings die Schären Göteborgs von zahlreichen anderen Inseln Schwedens unterscheidet, ist die Zugänglichkeit, denn alle fest bewohnten Inseln sind entweder über eine Brücke oder aber mit Linienfähren zu erreichen, wobei selbst die am weitest vom Festland entfernten Schäreninsel mit einem Katamaran innerhalb von gut 20 Minuten von Göteborg aus zu erreichen ist, eine Situation, die viele der knapp 390 anderen fest bewohnten Inseln Schwedens nicht bieten können.

Herbert Kårlin

Sonntag, 14. Juli 2013

Göteborg setzt auf Infrastruktur und Wohnungsbau

Nachdem die Göteborger Regierung die Zukunft seiner Stadt mit dem Bevölkerungswachstum in Verbindung bringt, gegenwärtig Stockholm jedoch doppelt so schnell wächst wie Göteborg und auch das Wachstum der Einwohner Malmös noch weit vor jener in Göteborg liegt, will die städtische Regierung Göteborg nun erneuern und attraktiver machen, denn Bevölkerungswachstum bedeutet Reichtum und Fortschritt, zumindest in den Augen des Stadtrates.

Nachdem Malmö die Infrastruktur in den vergangenen Jahren verbesserte, insbesondere durch den Bau der Öresundsbrücke, und auch Stockholm an der Infrastruktur arbeitet, ist es für Göteborg logisch, dass das Infrastrukturpaket auch Göteborg zum Vorteil verändern wird, obwohl man die Situationen in den drei Großstädten Schwedens kaum vergleichen kann und jede Stadt eine eigene Lösung finden muss, die weit über ein Infrastrukturpaket hinausgeht, dessen Kosten bisher nicht einmal überblickt werden können. Göteborg kann weder als Hauptstadt locken, noch durch eine Nähe Kopenhagens, sondern mit einem Fernverkehr, der durch die Stadt führt.

Als zweiten Punkt sieht die Stadt den Wohnungsbau, denn wenn Wohnungen vorhanden sind, so füllt sich, in den Augen des Stadtrates, auch die Stadt. Als Beispiel nennt man dabei sehr gerne den Bau von 40.000 Wohnungen und 30.000 Büros am nördlichen Älvstrand. Aber auch hier vergisst man, dass die Büroräume erst einmal vermietet werden müssen und die Wohnungen in bester Lage weder für Angestellte noch für Arbeiter geeignet sind, da die Preise dafür in einer Größenordnung liegen, dass man zumindest Direktor sein muss, eine lebende Stadt jedoch auch Angestellte benötigt. Das Problem Göteborgs ist dabie, dass die Stadtverwaltung gerne Visionen hat, die am Bedarf und den Tatsachen leider vorbeigehen.

Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg Jährlicher Gothia Cup in Göteborg

Samstag, 6. Juli 2013

Göteborgs führt das Infrastrukturpaket nach Gotland

Niemanden verwunderte es, dass sich die Vorsitzende des Göteborger Stadtrats, Anneli Hulthén, zur Almedalsveckan nach Gotland begeben hat, da die Stadt Göteborg und die Region Västra Götaland der Überzeugung sind, dass man dort präsent sein muss wenn man als Weltstadt anerkannt werden will, obwohl auf Gotland kaum Resultate entstehen, sondern nur die PR-Maschine aus Steuergeldern angekurbelt wird.

Es erstaunte auch niemanden, dass Anneli Hulthén das Infrastrukturpaket Göteborgs nach Almedalen führte, denn auch wenn die Situation Göteborgs in keine andere Stadt Schwedens oder auch Europas zu übertragen ist, da es keine andere Großstadt gibt in der internationaler Durchgangsverkehr durch das Zentrum geleitet wird und die gleichzeitig so nah am Meer liegt, dass jeder Tunnel auf Grund der Klimaveränderungen zur tödlichen Falle werden kann und die zudem von einem Fluss mit Schifffahrt durchquert wird.

Anneli Hulthén wollte jedoch auf Gotland keine Probleme sehen, sondern wollte ihre Ideen als übergreifend verkaufen, da „ihre“ Stadt durch das schnelle Wachstum, die veränderte Verkehrssituation und den grünen Einfluss Lösungen benötigt, die möglichst ohne Konflikte gefunden werden müssen, wobei sie in diesem Punkt darauf anspielte, dass die Bürger der Stadt ihre Entscheidung zur Citymaut in Frage stellen, zumal sie hier ärmere Stadtteile und Randgebiete ausgrenzte statt eine positive und sinnvolle Lösung zu bieten. Aber auch Hulthén zeigte auf Gotland, dass echte Probleme in dieser Woche tabu sind.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 20. Juni 2013

Eine Einzimmerwohnung für 8000 Kronen in Göteborg

Die rege Bautätigkeit im Göteborger Kvillebäcken gab sehr vielen, die in der Stadt eine Mietwohnung suchen Hoffnung auf eine eigene Wohnung. Nachdem nun die ersten Wohnungen fertiggestellt werden und zur Miete ausgeschrieben sind, wurden die meisten unter ihnen wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, denn auch wenn die geografische Lage nicht ideal ist, so wird dort die billigste Einzimmerwohnung vom städtischen Bauunternehmen Bostadsbolaget für 5.800 Kronen im Monat, zuzüglich Nebenkosten, angeboten. Wer auch etwas Sonne abbekommen will, muss sogar jeden Monat 6700 Kronen auf den Tisch legen.

Da die stadteigenen Unternehmen ihre Wohnungen am billigsten anbieten und privaten Vermietern damit einen Hinweis über die Preisniveaus geben, so ist es nicht verwunderlich, dass einige der Mietwohnungen, wohlbemerkt mit einem Zimmer, sogar nur für eine Monatsmiete von über 8000 Kronen ausgeschrieben sind. Mit Nebenkosten verschlingt dies bis zu 80 Prozent des Lohnes eines Berufsanfängers, so dass dieser nur von Nudeln leben kann und sich sicher auch keine Buskarte kaufen kann.

Obwohl es im Kvillebäcken an Infrastruktur fehlt, kaum Einkaufsmöglichkeiten vorhanden sind und der Weg in die Stadt auf Grund des trennenden Flusses Göta Älv nicht immer ein Vergnügen ist, sind die Mietpreise nun die höchsten Göteborgs. Selbst der Nichtmathematiker kann sich ausrechnen was wohl die geplanten Mietwohnungen in zentraler Lage kosten werden. Die Stadt geht jedoch davon aus, dass gegenwärtig rund 10.000 Personen, die gegenwärtig keinen eigenen Mietvertrag haben, gerne diese Summen für eine Wohnung bezahlen werden und für die anderen 47.000 in der gleichen Situation sind Neubauwohnungen ohnehin nicht gedacht.

Herbert Kårlin

Freitag, 24. Mai 2013

Volksbefragung zur Citymaut in Göteborg

Auch wenn eine Volksbefragung die Politiker der Stadt letztendlich zu nichts zwingt und die Regierung bereits deutlich machte, dass nicht eine Volksbefragung, sondern nur das Parlament die Citymaut in Göteborg abschaffen kann, hat sich gestern Abend der Stadtrat Göteborgs mit einer einzigen Stimme Unterschied mehrheitlich für die Durchführung einer Volksbefragung zur Citymaut entschieden.

Über Stunden hinweg haben die Politiker ihre Meinungen vorgetragen, wenn auch zum Teil sehr unsachlich und manipulativ, so entsprach das Wahlergebnis den vorherigen Entscheidungen der Parteien, auch wenn es keinen Fraktionszwang gab und daher zwei Politiker der Moderaterna bereits die Seite gewechselt hatten.

Auch wenn die Volksbefragen, deren Fragestellung nun im kleinsten Detail ausgearbeitet wird, nur eine Meinungserklärung des Volkes ist, so kann dies so kurz vor den Wahlen, die im Herbst 2014 stattfinden werden, einen gewissen Einfluss haben, da es beim politischen Machtkampf Göteborgs weder um Citymaut, Infrastruktur oder Eisenbahntunnel geht, sondern darum über die Stadt regieren zu dürfen. Insbesondere die Vorsitzende der Sozialdemokraten, Annelie Hultén , dürfte nun unter Zugzwang stehen, da man ihr ein Demokratiebestreben mit allen Affären der letzten Jahre kaum abnehmen wird.

Herbert Kårlin

Sonntag, 5. Mai 2013

Sozialdemokraten Göteborgs lehnen Volksentscheid ab

Wie bereits zu erwarten war, sagten die Sozialdemokraten in Fragen der Citymaut zu einem von den Bürgern angestrebten Volksentscheid ein klares Nein, da dies die Projekte der Stadt gefährden könne. In den Argumenten findet man auch keine Umweltziele mehr, sondern eine deutliche Aussage, dass die Stadt das Geld benötigt um sein Prestigeobjekt, den Västlänken (einen Eisenbahntunnel) zu realisieren, auch dann, wenn die Demokratie deswegen außer Kraft gesetzt werden muss.

Diese Entscheidung kann für die Sozialdemokraten, Grüne und Linke bedeutende Folgen bei den kommenden Wahlen im Jahr 2014 haben, denn es ist ihnen nicht gelungen ein Vertrauen zu den Bürgern aufzubauen, sie können keine klaren Argumente für die Notwendigkeit des Tunnels vorlegen und noch weniger den voraussichtlichen Preis für den Tunnel vorhersagen und stellen sich nun auch noch gegen den Willen der Bürger, die eine demokratische Entscheidung fordern.

Aber auch das hartnäckige Weigern der Sozialdemokraten einen Volksentscheid zur Citymaut zu akzeptieren, bei dem die Fragestellung ohnehin lauten sollte für oder gegen das Infrastrukturpaket, garantiert der Mehrheit des Stadtrats nicht mit ihrer Position einen Erfolg zu erringen, da sie nicht über die Menge der notwendigen Stimmen verfügen den Volksentscheid zu verhindern. Viele Göteborger stellen sich nach der Weigerung der Sozialdemokraten der Stadt nun die Frage, ob die Weigerung nicht den Grund hat, dass der Tunnel städtischen Betrieben und stadtnahen Unternehmen ein beträchtliches Einkommen bringen wird.

Herbert Kårlin

Dienstag, 22. Januar 2013

Unvorhergesehen Probleme mit der Göteborger Citymaut

Während die Citymaut die Prestigeobjekte wie das Infrastrukturpaket des Stadtrats finanzieren soll, zeigen sich nun bereits nach den ersten drei Wochen mehrere Probleme, die in den mathematischen Modellen nicht eingerechnet wurden, von den Fachkräften vergessen wurden oder an die man schlichtweg nicht dachte, da man nur den Gewinn aus der Zusatzsteuer im Auge hatte.

Eines der größten Probleme wurden Straßen, die außerhalb des Zahlbereichs liegen, denn beim bereits vorher stark belastete Landvättervägen stieg die Anzahl der  Fahrzeuge bisher um 31 Prozent, was bedeutet, dass die Strasse zu einer Gefahrenstelle wurde. Der Ausbau der Straße ist jedoch weder vorgesehen, noch wird er sehr einfach, da diese Straße in einem Gebiet liegt, das von den Anwohnern als Naturschutzgebiet betrachtet wird und daher gegen jede Entscheidung Einspruch erheben wird.

Das zweite Problem wird die Stadt allerdings noch weitaus mehr treffen, denn nach Einführung der Citymaut suchen jene, die bisher nur für einen Kaffee oder einen kurzen Kaufhausbummel nach Göteborg kamen, nun Zentren außerhalb der Stadt. Dies zeigt sich unter anderem darin, dass die Parkgebühren in nur einer Woche um 30 Prozent zurückgingen, was im Jahr etwa 50 Millionen Kronen entspricht. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass sehr viele Geschäfte starke Einbussen hinnehmen müssen und auch weniger Steuern bezahlen werden, so kann sich der Verlust pro Jahr auf mehrere hundert Millionen Kronen erstrecken und selbst die Arbeitslosigkeit negativ beeinflussen.

Herbert Kårlin

Samstag, 8. Dezember 2012

Göteborger Infrastrukturpaket mit neuen Problemen

Nachdem die Reichsrevision die Satzungen für Straßen und Eisenbahnen der Regierung genauer unter die Lupe nahm, stellte sie fest, dass mehrere Entscheidungen unter falschen Voraussetzungen gefallen waren und das dafür angesetzte Budget in keiner Weise mit der Realität übereinstimmt, da die Kosten selbst ohne die im allgemeinen üblichen Preissteigerungen weitaus höher liegen als in den Berichten verzeichnet.

Eines der grössten Probleme dabei ist in Göteborg zu finden, wo die Regierung die Hälfte der Kosten für das geplante Infrastrukturpaket zahlen soll. Allein der Västlänken, eine acht Kilometer lange Eisenbahnstrecke bei der sechs Kilometer als Tunnel geplant sind, wurde nur mit 20 Milliarden Kronen angesetzt, obwohl die tatsächlichen Kosten bereits heute  um bis zu 35 Milliarden Kronen höher liegen. Sollte man bei Bau auf bisher unvorhergesehene Probleme stoßen, so kann sich diese Summe sogar noch verdoppelt.

Eine der Ursachen dieser Fehlplanung ist, dass die Stadt Göteborg bei den Kostenvoranschlägen zwar die Kosten für die Strecke als solches bezifferte, jedoch nicht aufführte wie hoch die Kosten für zusätzliche Anfahrten, Umbauten und andere Investitionen liegen, die nötig sind, dass die neue Eisenbahnstrecke auch tatsächlich benutzt werden kann. Diese Zusatzkosten liegen mit Sicherheit höher als die Kosten für den Bau des Tunnels. Die Frage dabei ist lediglich, ob die Regierung die tatsächlichen Kosten nicht erkannte oder Göteborg mit unvollständigem Zahlenmaterial spielte, damit das gewünschte Infrastrukturpaket mit der Citymaut auch durchgesetzt werden kann.

Herbert Kårlin

Montag, 26. November 2012

Öffentliche Diskussion um Straßen in Göteborg

Am 28. November findet im Älvrummet in Göteborg eine öffentliche Diskussion über die Zukunft des Verkehrs im städtischen Milieu statt. Auch wenn die führenden Politiker Göteborgs nicht anwesend sein werden, so ist die zweite Garde der Stadt, unter anderem der Stadtarchitekt Björn Siesjö, vor Ort um auf alle Fragen einzugehen. Da bereits bei der ersten Diskussion über die Zugänglichkeit der Stadt für Behinderte der Raum überfüllt war und sich am Eingang eine lange Warteschlange entwickelte, wird dieses Mal der Raum noch schneller gefüllt sein.

Das Thema Verkehr umfasst alle Themen, die Göteborger Politiker während der letzten Monate ins Gespräch brachten, inklusive dem Infrastrukturpaket mit einem Eisenbahntunnel unter der Stadt, dem Problem der Autobahn, die durch die Stadt führt und der Citymaut. Sicher wollen und können die Veranstalter der Diskussion viele Fragen heute noch gar nicht beantworten, da im gegenwärtigen Stand niemand die Kosten einer Brücke oder eines Eisbahntunnels in Lehm voraussagen kann, aber sie wollen ein öffentliches Gespräch ermöglichen und von ihren Ideen überzeugen.

Björn Siesjö wird bei der Diskussion insbesondere die Frage aufwerfen wie man zu einem haltbaren Göteborg der Zukunft finden kann und wie die Umwelt geschützt werden kann ohne dass der Bürger bei seiner Fortbewegung Einschränkungen spürt. Auch wenn das Thema als offen angekündigt ist und die Partei Vägvalet mit am Tisch sitzen wird, die sich gegen die Citymaut stellt, so ist Ziel der Diskussion die Göteborger davon zu überzeugen, dass alle Nachteile, die auf sie zukommen, in Wirklichkeit nur Vorteile sind. Dies könnte auch der Grund dafür sein, dass man einen so kleinen Raum gewählt hat, da das Thema den Raum auch viermal füllen könnte, da dies eine zu heiße Diskussion verhindern kann.

Herbert Kårlin

Freitag, 16. November 2012

Göteborg plant eine Fußgängerbrücke über den Göta älv

Nachdem das Umweltgericht eine Brücke für Fußgänger und Fahrräder vom Stenpiren nach Lindholmen aus mehreren Gründen untersagte, unter anderem aus Gründen der Sicherheit für die Flussschifffahrt, hat der Stadtrat nun einen anderen Plan für eine entsprechende Brücke ausgearbeitet, der die bisher kritisierten Probleme lösen soll. Diese neue Brücke soll nun die Östra Hamngatan, zumindest für Fußgänger und Fahrradfahrer, bis zum Freihafen verlängern und damit die zentrale Stadt mit der Göteborger Insel Hisingen verbinden.

Die Idee dieser Brücke wird von allen Parteien getragen, da auch die innerhalb des Infrastrukturpakets geplante neue Autobrücke über den Göta älv, die bereits weitaus niedriger sein wird als die gegenwärtige Götaälvbron, für Fahrradfahrer und Fußgänger einige Probleme verursachen wird, andererseits aber die Verbindung zwischen den beiden Seiten des Flusses verbessert werden soll.

Die Fußgängerbrücke, die bis zum Jahre 2020 fertig gestellt werden soll, ist bisher allerdings nur ein Projekt, da vorher noch mehrere reale Probleme geklärt werden müssen, da auf dem Göta älv regelmäßig größere Schiffe verkehren, die auf kein Hindernis stoßen dürfen, andererseits aber eine Brücke für Fußgänger und Fahrräder so flach wie möglich sein muss, was eine gewisse Herausforderung an Brückenbauarchitekten stellen wird.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Fehlplanungen bei der Citymaut

Auch wenn die Entscheidungen zur Citymaut in Göteborg bereits seit 2009 eine festgelegte Sache ist, so hat man bis heute nicht die nötige Infrastruktur geschaffen, die mit der Einführung der Maut verbunden ist, da die Fixpunkte in den Entscheidungen sich wenig um die betroffenen Bürger drehten, sondern darum, dass die Maut so schnell wie möglich eingeführt werden muss und ein gigantisches Projekt in Gang gesetzt wurde, dessen Kosten heute noch niemand abschätzen kann.

Eines der wichtigsten Probleme am 1. Januar 2013 wird sein, dass es für Pendler nicht genügend Parkplätze geben wird, so dass für viele die Frage nach einem Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel gar nicht erst in die Diskussion kommt, sondern die Stadt Göteborg einen Teil ihrer Bürger einfach zum Bezahlen einer Zusatzsteuer zwingen wird, da das Ziel der Maut in Göteborg ohnehin nichts anderes ist als möglichst viel Geld für das Infrastrukturpaket einzunehmen.

Aber auch andere Probleme werden erst im Laufe des Jahres 2013 oder gar erst 2014 behoben sein, denn die Fahrradwege sind nicht entsprechend ausgebaut, dass alle Göteborger auch ohne bedeutende Gefährdung mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren können und einige Eisenbahnstationen an denen längere Züge eingesetzt werden, haben nicht die entsprechend langen Bahnsteige, so dass man vom letzten Wagon aus eben auf den Schotter springen muss. Sicher ist für den Stadtrat jedoch eines: Die Maut wird pünktlich eingeführt, egal wie schlecht das ganze Projekt geplant und koordiniert ist.

Herbert Kårlin
 

Sonntag, 21. Oktober 2012

Göteborg, ein Beispiel für Umweltschutz

Göteborg gehört mit zu den acht Städten Europas, die von Europa als Musterbeispiel für Umweltschutz betrachtet werden und in diesem Rahmen auch bedeutende Summer für ihre begonnenen Arbeiten erhielten. Obwohl Göteborg schon das bisher gesetzte und viel gelobte Ziel bei weitem nicht erreicht hat, setzt die Stadt nun noch höhere Ziele und will den Ausstoß von Kohlendioxid bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent reduzieren, was doppelt so viel ist wie Europa fordert, was allerdings nicht bedeutet, dass dadurch auch die Luft in Göteborg gesünder wird, sondern man spricht nur von Kohlendioxid.

Wie weit diese Aussagen von der Realität entfernt sind und wie wenig sich die Verantwortlichen Göteborgs tatsächlich um Umweltschutz kümmern, zeigt allein die Aktion in der Vasagatan, wo man über 200 gesunde erwachsene Bäume gegen Minigewächse austauschen will, die mit viel Glück in 50 Jahren in der Lage sein werden eine ähnliche Menge an Sauerstoff zu liefern wie heute. Linden werden mit Tulpenbäumen ersetzt, obwohl diese wohl kaum als skandinavische Gewächse gelten und grüne Dächer sollen Grünanlagen ersetzen. An Ideen fehlt es also nicht in Göteborg.

Um das angestrebte Ziel zu erreichen sollen Parkplätze abgeschafft werden, damit noch mehr Touristen Göteborg nur noch zur Durchfahrt benutzen, wobei schon heute die wichtigste Verbindungsstraße nach Norwegen oder ins Bohuslän mitten durch die Stadt führt und eine Umgehungsstraße ohnehin dem Infrastrukturpaket mit Maut weichen musste. Dafür werden Fahrradwege zu Schnellstraßen ausgebaut, auf denen man allerdings nur langsam radeln soll, und setzt auf Mietfahrräder, die einer Normalfamilie bei einem Tagesausflug über 2000 Kronen kosten. Es wäre sinnvoll, wenn Europa nicht Ideen bewerten würde, sondern Tatsachen, denn noch fehlt viel um Göteborg zu einer Umweltstadt zu machen, auch das Bewusstsein der Gewählten, die Kurzstrecken innerhalb des Landes mit dem Flugzeug nehmen wollen.

Herbert Kårlin