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In nahezu allen Teilen Schwedens schrumpft die Anzahl der Personen, die ganzjährig auf einer Schäreninsel wohnen, was dazu führt, dass außerhalb der Sommermonate die Infrastruktur sich verschlechtert und die Schären sich mehr und mehr in Ferieninseln verwandeln, die für Personen mit einem eigenen Boot immer interessanter werden und sich durch Vermietung auch in rentable Immobilienprojekte verwandeln, da der Strand nahe ist, jedoch ohne wirkliches Leben sind.
Eine Ausnahme bilden hier die Schären vor Göteborg, denn hier stieg innerhalb der letzten sieben Jahr die Anzahl der festen Bewohner um rund 400 Personen an, trotz der Probleme, die das Bewohnen einer Insel verursacht, da man dort meist weit entfernt von seinem Arbeitsplatz wohnt und auf Brücken, Fähren und Boote angewiesen ist. Das Bevölkerungswachstum betrifft alle schon bisher fest bewohnten Inseln der Schären Göteborgs, zeigt sich jedoch am deutlichsten an den Inseln Öckerö, Hälsö, Fotö und Hönö.
Was allerdings die Schären Göteborgs von zahlreichen anderen Inseln Schwedens unterscheidet, ist die Zugänglichkeit, denn alle fest bewohnten Inseln sind entweder über eine Brücke oder aber mit Linienfähren zu erreichen, wobei selbst die am weitest vom Festland entfernten Schäreninsel mit einem Katamaran innerhalb von gut 20 Minuten von Göteborg aus zu erreichen ist, eine Situation, die viele der knapp 390 anderen fest bewohnten Inseln Schwedens nicht bieten können.
Herbert Kårlin
Nachdem sich Anfang Oktober das Umweltgericht das Probeschießen in den südlichen Schären vor Göteborg anhörte, um zu entscheiden ob das Militär in der Inselgegend ausgedehnte Schießübungen angehen kann und dort auch internationale Marineübungen stattfinden dürfen, gehen nun die verschiedensten Anträge der Inselbewohner und der Stadt Göteborg beim Gericht ein.Ein Bewohner der Insel verlangt eine Kompensation für die Wertminderungen der betroffenen Häuser und kommt dabei auf eine Gesamtsumme von zwei Milliarden Kronen, ein anderer klagt, dass die Verteidigung auf keinerlei Briefe und Anfragen antwortet, obwohl dies vom Gesetz vorgeschrieben ist und wieder ein anderer weist darauf hin, dass der Antrag des Militärs gravierende Fehler aufweist, die die Situation beschönigen.Besonders bedeutend ist jedoch, dass selbst die Regionalregierung von Västra Götaland, die den ursprünglichen Antrag genehmigte, nun bemerkt, dass 70 Nächte im Jahr nachts geschossen werden darf eine übertrieben hohe Anzahl ist und 25 Nächte die äußerste Grenze seien. Die Stadt Göteborg unterstreicht, dass der Lärmpegel bei den Schießübungen über das erlaubte Maß hinausreicht und bis zu 80 dB statt der angeraten 65 dB in Erholungsgebieten erreicht, und dies 115 Tagen im Jahr bei 416 Schüssen pro Stunde, beziehungsweise ein Schuss alle neun Sekunden. Herbert Kårlin
Nicht nur Linné wird mit den Pflanzen und Tieren in Schweden in Zusammen gebracht, sondern auch die Universität Göteborg, die weltweit in der Erforschung und Lehre der biologischen Vielfalt eine bedeutende Rolle spielt. Vor allem die Untersuchung der Verwandtschaften innerhalb der Tier-, Pflanzen und der Pilzwelt stehen hier im Vordergrund.Am 22. und 23. November treffen sich nun im Konferenzzentrum Wallenberg in Göteborg 150 nordische Forscher aus diesen Bereichen um über die aktuelle Evolution von Tieren, Pflanzen und Pilzen zu reden und welche Rolle diese Evolution innerhalb des ökologischen Systems einnimmt. Aber auch darüber, welche künftige Rolle Tiere und Gewächse für die Qualität von Wasser und Luft haben werden. Hierbei werden vor allem die theoretischen Modelle der Universität Göteborg eine Rolle spielen.Die Konferenz Systematikdagarna 2010 wird gemeinsam von der Universität Göteborg, dem Naturhistorischen Museum der Stadt und dem Botanischen Garten Göteborg veranstaltet und von der ArtDatenbank wirtschaftlich unterstützt. Herbert Kårlin
Die schwedische Umweltbehörde und Europa finanzieren in den nächsten sechs Jahren gemeinsam mit 92 Millionen Kronen die Aufwertung von 14 Schäreninseln des Västra Götalands, was auch den Inselstreifen vor Göteborg betrifft. Das Gesamtprojekt soll die Inseln für Besucher zugänglicher machen und gleichzeitig die von der Ausrottung bedrohten Pflanzenarten retten.Auch wenn man heute große Teile der Schären vor Göteborg als Schutzgebiete ausgezeichnet sind, so wird die Landschaft wegen jahrelanger Überweidung und unkoordinierten Arbeiten immer mehr von Heide überwuchert, die die ursprüngliche Pflanzen- und Tierwelt immer weiter verdrängt. Diese Entwicklung soll nun mit Europageldern gestoppt werden.Gleichzeitig mit der Rekonstruktion der Natur, unter anderem mit dem umstrittenen Abbrennen der Heide, soll nicht nur die ursprüngliche Schärenlandschaft auf den betroffenen Inseln zurückgewonnen werden, sondern auch für den Tourismus attraktiver gemacht werden, der sich heute oft auf den Besuch von Freizeitbooten beschränkt, die dort an natürlichen Häfen oder direkt an der Küste anlegen.Herbert Kårlin