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Montag, 20. Januar 2014

Göteborg plant Tunnel durch den Ramberget

Gegenwärtig ist der Stadtteil Hisingen auf der gleichnamigen Insel der Stadt Göteborg durch die Eisenbahnlinie, die zum Hafen führt und die Schnellstraße Lunbyleden gewissermaßen in zwei Teile geteilt, da es nur an relativ wenigen Stellen möglich ist beide Barrieren durch Tunnels oder Brücken zu überwinden. Bisher ist es daher nötig für beide Seiten getrennt eine Infrastruktur aufzubauen, sowohl was die Verkehrsverbindungen angeht als auch hinsichtlich der Einkaufsmöglichkeiten.

Nachdem das staatliche Verkehrsamt für Straßen und Eisenbahnen nun die Finanzierung eines Eisenbahntunnels durch den Ramberget plant und finanziert, erwägt Göteborg sich diesem Projekt, auch finanziell, anzuschließen um einen Tunnel mit mehreren Röhren zu schaffen, der gleichzeitig den Zugverkehr als auch den Straßenverkehr aufnimmt und damit die beiden Teile der Stadt oberirdisch miteinander verbunden werden und damit auch als Wohngebiet attraktiver sein werden.

Auch wenn die Idee Göteborgs verlockend klingt, so hängt nun jedoch vieles von den Plänen des Verkehrsamts ab und wann dieses die Pläne fertigstellt sind und der Staat mit dem Tunnelbau beginnen will. Und mit dem Baubeginn ist voraussichtlich erst gegen 2025 zu rechnen, was die Voraussetzungen für die Zusammenlegung einer so kurzen Strecke wie jene zwischen Sannegården und Ramberget unter völlig anderen Voraussetzungen stellt, denn zwischen Lindholmen und Eriksberg wird in den kommenden Jahren sehr viel gebaut werden, was sich auch auf die Infrastruktur und die Bevölkerungsstruktur auswirken wird.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 25. September 2013

Klimaveränderungen schaffen Probleme für Göteborg

Als Göteborg gebaut wurde, dachte Gustav II. Adolf vor allem an die Verteidigung und wusste nicht, dass eines Tages die Klimaveränderungen und der damit verbundene höhere Wasserpegel einmal ein Problem für die Stadt sein könnte. Und ein ähnliches Problem zeigt sich auch heute, wenn die Stadt an ein Tunnelsystem für die Eisenbahn denkt und direkt neben dem Göta Älv bedeutende Wohnkomplexe bauen will.

Nach den bisherigen Berechnungen wird das Meereswasser bis zum Jahr 2100 um etwa einen Meter ansteigen, falls der Mensch die Umwelt nicht noch mehr belastet als heute. Bereits gegen 2055, also in absehbarer Zeit, wird der Wasserspiegel also bereits 50 Zentimeter über dem heutigen Niveau liegen, was bedeutet, dass Hochwasser, das bisher nur bei starkem Wind über die Kais schwappte, dann große Teile Göteborgs bereits unter Wasser setzen wird, und vereinzelt wird dies sogar schon in 20 Jahren geschehen.

Es bleibt also nicht mehr viel Zeit für Göteborg an Vorkehrungsmaßnahmen zu denken, wobei man gegenwärtig von zwei alternativen Methoden spricht. Die billigere Lösung, die immerhin nur Kosten von etwa zehn Milliarden Kronen verursachen wird, ist der Bau von Dämmen und Mauern in sensiblen Gebieten, die jedoch nur dann sinnvoll sind wenn der Wasserspiegel maximal einen Meter steigt und das Problem anschließend nicht fortsetzt. Die andere Lösung wären Flut- oder Schleusentore, die auf jeden Fall das Doppelte kosten werden und vermutlich auch für einen noch höheren Anstieg des Wasserniveaus gebaut werden müssen. Die Finanzierung sieht Göteborg allerdings als unmöglich an und hofft daher, dass die Regierung die notwendige Summe finanzieren wird.

Herbert Kårlin

Montag, 2. September 2013

Göteborger bleiben im Ungewissen über die Infrastruktur

Während man gestern bereits im Göteborger Stadtteil Angered die 400-Jahrfeier Göteborgs vorfeierte, beginnen sich an anderen Stellen der Stadt Bürger über die Zukunft der Stadt zu beunruhigen, denn die Vorbereitungen zum gigantischen Infrastrukturpaket zeigen nun die ersten Schattenseiten über die die Bürger selbstverständlich ebenso wenig informiert wurden wie über andere Probleme, die mit der vermutlich größten Baustelle Schwedens zur Jahrhundertfeier auf sie zukommen.

Um den Eisenbahntunnel unter der Stadt zu bauen, haben die Planer des Baus nämlich vorgesehen sechs sogenannte Arbeitstunnel zu bauen über die im Rhythmus von allen 20 Minuten schwere Lastwagen verkehren werden und die später dem Eisenbahntunnel zur eventuellen Evakuierung bei Problemen dienen sollen. Das Problem dabei ist jedoch, dass einer der Tunnels selbst unter Häusern des 19. Jahrhunderts geplant ist, unter Häusern, die kaum Erschütterungen vertragen und im Grunde geschützt werden müssen.

Dass die Bürger Göteborgs über die geplanten Tunnelbauten bisher nicht informiert wurden, erklären die Verantwortlichen damit, dass ja noch keine endgültige Entscheidung gefällt sei und die Lage der Tunnels daher nicht eindeutig festgelegt wurde. Außerdem sollen permanent Messungen vorgenommen werden, die jede Veränderung der Bausubstanz der betroffenen Häuser melden würden, was den Bewohnern jedoch kaum Sicherheit bietet. Und falls ein bereits begonnener Tunnel verlegt werden soll, so können die Kosten für den Göteborger Eisenbahntunnel explosionsartig in die Höhe gehen, was wiederum nur mit der Erhöhung der Maut ausgeglichen werden kann.

Herbert Kårlin

Samstag, 30. Juni 2012

Kulturgut in Göteborg nur an zweiter Stelle

Sollte der sogenannte Västlänken, eine unterirdische Eisenbahnlinie mit zusätzlichen Bahnhöfen - errichtet mit den Einnahmen aus der Maut - nach den aktuellen Plänen gebaut werden, so werden dabei unschätzbare historische Teile Göteborgs zerstört, insbesondere auch das kulturhistorische Milieu im Stadtteil Haga. Nach den entsprechenden Hinweisen von Seiten der Regionalregierung und dem Amt für Denkmalschutz will nun das Straßenverkehrsamt die bestehenden Pläne neu überdenken.

Nachdem jedoch bisher wegen dem lehmhaltigen Grund unter Göteborg bereits mehrmals auf den Bau einer U-Bahn verzichtet wurde, fordert das Straßenverkehrsamt gleichzeitig eine weitgehende Freiheit bei der Planung des Tunnels für die Eisenbahnlinie, da man sich bei Bau dem Untergrund anpassen muss und das Projekt bereits ohne weitere Änderungen unter Umständen weitaus teurer werden kann als geplant.

Der Bau des Västlänken, der im Jahre 2018 beginnen soll, riskiert einen großen Teil der Befestigungsanlagen aus der Gründungszeit der Stadt auszuradieren, aber auch restliche Mauern an den Kanälen und am Göta älv zu zerstören. Der Göteborger Stadtrat, der die gegenwärtigen Pläne bereits für Gut geheißen hat, will sich wegen der Vernichtung von historischen Bauten auf keinen Fall von seinem Plan abhalten lassen und sieht die ohnehin sehr diskutierte neue Eisenbahnlinie als absolut vorrangig an. Während man die 400-Jahrfeier Göteborgs plant, ist man auch bereit die Vergangenheit der Stadt zu zerstören.

Herbert Kårlin

Freitag, 26. März 2010

Ein neuer Tunnel soll Göteborgs Verkehr entlasten

Schon in den nächsten sechs Jahren soll nun der Bau eines zweiten Tunnels unter dem Göta Älv beginnen, nachdem nun alle offiziellen Hindernisse aus der Welt geschafft sind. Der rund 500 Meter lange Marieholmstunnel im Norden des aktuellen Tingstandstunnel soll mit jeweils drei Spuren in jede Richtung den überlasteten aktuellen Tunnelverkehr und den Brückenverkehr entlasten. Der Baupreis wird mit 4,2 Milliarden Kronen beziffert, was bedeutet, dass die tatsächlichen Kosten wohl fünf Milliarden übersteigen wird.

Das Bauprojekt geht in das neue Infrastrukturpaket Göteborgs ein, das Anlass war die viel diskutierte Straßenmaut in der Stadt zu planen. Natürlich protestieren 154 Hausbesitzer in der Umgebung des neuen Tunnels, da sie nicht nur ihre Lebensqualität durch Lärmbelastung und schlechtere Luft reduziert sehen, sondern auch eine bedeutende Entwertung ihres Eigentums.

Der Tunnelbau, ist jedoch auch von anderer Seite umstritten, da dadurch zwar der Verkehr über den Fluss Göta Älv besser rollen wird und zwei bedeutende Staustellen der Stadt entlastet werden, nicht jedoch der umweltbelastende Gesamtverkehr durch Göteborg selbst, denn jede Verbindung zwischen den Autobahnen nach Stockholm, Oslo und Malmö führt zwangsweise durch Göteborg, da der Bau einer Umgehungsautobahn für fast die gesamte Stadtverwaltung nicht in Frage kommt und Umwelt, trotz Maut, ein Fremdwort für die Mehrheit bleibt.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 19. August 2009

Allgemeine Maut auf Göteborgs Straßen sollen Tunnel und Umgehungsstraße finanzieren

Anlässlich einer Pressekonferenz der Västra Götalandsregionen wurde ein Infrastrukturpaket in Höhe von rund 30 Milliarden Kronen vorgestellt in dem vor allem eine allgemeine Mautgebühr innerhalb Göteborgs und einiger umliegenden Orte eine bedeutende Rolle spielen.

Die Einkünfte aus der Maut sollen unter anderem sowohl einen weiteren Tunnel unter dem Göta älv finanzieren als auch einen Tunnel für den Bahnverkehr unter Göteborg (Västlänken), die gemeinsam als Maßnahmen gegen den fast permanenten Stau während des Berufsverkehrs gesehen werden. Als frühestes Datum für die Einführung der Maut wird das Jahr 2011 gesehen.

Anneli Hulthén, Sozialdemokrat, argumentiert, dass das Gesamtpaket das Transportsystem Göteborgs erheblich verbessern würde und Jan Hallberg, Moderat, hofft, dass damit in Göteborg der Arbeitsmarkt verbessert werden kann und Firmen einen Anreiz bekämen sich in Göteborg niederzulassen.

Leider wurde nicht berücksichtigt, dass gerade die Einführung einer allgemeinen Maut vielen Arbeitnehmern den Zugang nach Göteborg erschweren wird und ihnen monatlich eine hohe Zusatzbelastung zugemutet wird, zumal bereits die Parkgebühren in Göteborg über denen anderer schwedischen Städte liegen und die Entstehung neuer Siedlungen abseits des Öffentlichen Verkehrs geplant sind.

Herbert Kårlin