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Mittwoch, 17. September 2014

Eine neue Brücke für Göteborg

In der ersten Instanz wurde der Stadt Göteborg vom Umweltgericht ein Geschenk überreicht, denn nach dem Urteil darf die neue Hisingsbron, eine Brücke vom Stadtzentrum zur Insel Hisingen, mit einer freien Höhe von nur 12 Meter gebaut werden, wenn auch unter mehreren Auflagen, die eine genaue Dokumentation über Öffnungen, Behinderungen der Seefahrt und Beeinträchtigungen des Straßenverkehrs erfordern. Das Urteil heißt nun für die Stadt die Planung und Vorbereitung fortzusetzen, obwohl noch ein Berufungsverfahren aussteht, das Göteborg verlieren lassen kann.


Da das Umweltgericht auch entschieden hat, dass die Brücke jede Stunde einmal für den Schiffverkehr geöffnet werden muss damit die gegenwärtig rund 15 Handelsschiffe täglich einen Zugang zum Meer haben, beunruhigt den Stadtrat kaum, auch wenn dies mit langen Schlangen an Autos, Bussen und Straßenbahnen verbunden sein kann. Und abgesehen davon, dass die Bürger der Stadt die Citymaut abschaffen wollen, was wiederum bedeutet, dass die Kosten für die geplante Brücke nicht mehr abgesichert sind, sondern bald rund zwei Milliarden Kronen fehlen werden.

Die Frage ist natürlich auch wie die nächste Instanz entscheiden wird, da das Seefahrtsamt Einspruch gegen das Urteil einlegte, denn die Schifffahrt auf dem Göta älv soll ausgebaut werden und die Schiffe werden zudem immer größer. Die niedrige Brücke Göteborgs wird allerdings auch von der Region kritisiert, die nicht nur das persönliche Interesse Göteborgs sieht, sondern das wirtschaftliche Interesse der gesamten Region im Auge hat. Aber auch das „positive“ Urteil der ersten Instanz hat einen kleinen Haken, den man in Göteborg gerne überliest, denn die Stadt muss nach fünf Jahren Brückenbenutzung auch nachweisen, dass die Seefahrt von der niedrigen Brücke nicht beeinträchtigt wurde.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 14. August 2014

Eine neue Brücke über den Wallgraben in Göteborg

Als das Bauamt in Göteborg, nach über 100 Jahren, am Dienstag die erste neue Brücke vorstellte, die in zwei Jahren, wenn auch nur für Fußgänger, in der Nähe der Feskekôrka über den Wallgraben führen soll, war die Reaktion der Bewohner der Stadt kaum gespalten, denn die absolute Mehrheit der Einwohner hält die Brücke bereits auf den ersten Skizzen für hässlich, obwohl sie von Göteborg mit futuristischer Architektur geradezu überrollt werden.

Illustration: Stadsbyggnadskontoret Göteborg

Natürlich soll die neue Brücke mehrere Voraussetzungen erfüllen, sie soll eine Nähe zum Meer zeigen, ein modernes Bauwerk bilden, in die Zukunftsvision passen und im Jubiläumsjahr 2021 als Beispiel modernsten Brückenbaus Geschichte schreiben. Das Design der Brücke ist, zur Abwechslung, sogar einzigartig, denn die Brücke soll eine landende Möwe darstellen, die sich über dem Wallgraben niederlässt. Für den Betrachter ist das Symbol sogar mehr oder weniger sichtbar, vor allem falls die Brücke den Namen „Möwenbrücke“ erhalten sollte.

Erstmals in Schweden soll eine diagonale FRP-Brücke (Faserverstärkte Polymere) im Werte von 26 Millionen Kronen entstehen, die in einem Stück über den Wallgraben gelegt wird, einem Material, das sonst für den Bau von Windkraftwerken und Booten eingesetzt wird. In der Frage ob diese Brücke auch in das Stadtmilieu passt, gehen die Meinungen von Bürgern und Bauamt weit auseinander. Sicher ist jedoch, dass die Passage im Winter problematisch werden kann, da das geschlossene System ideal für Packschnee ist, der kaum entfernt werden kann und der Windkanal die Vereisung der Brücke fördert.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 16. Februar 2014

Neue Chancen für die Göta Älvbron in Göteborg

Offiziell muss die Göta Älvbron, die vom Zentrum Göteborgs über den Göta Älv zum Stadtteil Hisingen führt, ab dem Jahr 2020 aus Sicherheitsgründen für jeden Verkehr gesperrt werden, auch wenn die neue Hisingsbro nicht fertiggestellt sein sollte, da zu erwarten ist, dass mehrere Klagen wegen ihrer zu geringen Höhe eingehen werden, da dies ein Hindernis für die Schifffahrt ist. Der Bau der Brücke kann daher unter Umständen verhindert, zumindest aber verzögert werden.


Dieses Problem könnte durch eine neue Technik, die an der Technischen Hochschule Chalmers, mit Hilfe von Europageldern, entwickelt wurde, verhindert werden, denn mit Hilfe dieser Technik könnte die Göta Älvbron relativ preisgünstig stabilisiert werden und dadurch auch nach 2020 noch ohne Probleme benutzt werden. Und die Lebenszeit der Brücke muss vermutlich, um ein Verkehrschaos zu verhindern, dringend verlängert werden.

Die neue Technik der Technischen Hochschule Chalmers hat mittlerweile in ganz Europa Interessenten gefunden, da Brückenprobleme in vielen Ländern auftauchen. Das Problem in Göteborg ist nur, dass sich die Politiker der Stadt so deutlich auf eine neue Brücke festgelegt haben, dass sich bisher niemand für die in der eigenen Stadt entwickelten Technik interessiert, obwohl dies die naheliegendste Lösung wäre. Erstaunlich ist dabei auch, dass diese Forschung indirekt mit den Steuern der Einwohner bezahlt wurde, da ein Teil der Steuern Göteborgs nach Europa geht, die nun die Forschung in der Technischen Hochschule Chalmers finanzieren.

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Donnerstag, 16. Januar 2014

Eine Schleuse soll Brückenprobleme in Göteborg lösen

Auch wenn Schweden den sogenannten IWW-Vertrag unterschrieben hat nach dem die Flussschifffahrt die Straßen Europas entlasten soll, hat sich Göteborg dazu entschlossen eine neue Brücke über den Göta älv zu bauen, die über sechs Meter niedriger ist als die aktuelle Brücke und wird daher dem Wasserverkehr auf dem Göta älv ein Hindernis bauen, das diesem Vertrag widerspricht.

Bild: Gothenburg Sluls Group/sting.nu

Seit 1012 schlägt die Göteborger Gruppe Yahya Can eine sehr futuristische Alternativlösung für die Schifffahrt vor, nämlich den Bau einer umgekehrten Schleuse, die es ermöglicht, dass die Schiffe mit Hilfe der Schleuse sechs Meter unterhalb der offiziellen Wasserfläche verkehren und damit der Nachteil der neuen Brücke ausgeglichen wird. Nach Meinung von Yahya Can wird eine entsprechende Schleuse keinen negativen Einfluss auf den Wasserlauf ausüben.

Diese Schleuse, die voraussichtlich bis zu zwei Milliarden Kronen kosten kann, kann natürlich eine Hilfe für die Schifffahrt auf dem Göta älv sein, vorausgesetzt, dass der Tiefgang der Schiffe kein Problem mit sich bringt und diese Schleuse auch die Menge und die Größe der zukünftigen Schiffe verkraftet. Eine weitere Frage wird sein, ob man, auf Grund des steigenden Wasserniveaus, nicht einen Weg schaffen muss, der vielleicht acht Meter unter der normalen Wasseroberfläche liegt, was die Kosten für die Schleuse weitaus verteuern könnte.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 11. November 2013

Fünf neue Brücken in Göteborg zur Wahl

Nach einer weltweiten Ausschreibung gingen in Göteborg nun fünf Vorschläge für Brücken ein, die die alte Göta älvbron ersetzen können. Die neue Brücke, die den Namen Hisingsbro erhalten wird, wird eine Jury aus den vorgeschlagenen Projekten auswählen, wobei die Wahl nicht sehr einfach sein wird, da die fünf Vorschläge sehr unterschiedliche Konstruktionen sind, die in nicht einem Punkt miteinander verglichen werden können.

Projekt: Arpeggio

Die Jury wird den Gewinner bis zum Jahresende bestimmen, damit mit dem Bau so schnell wie möglich begonnen werden kann, denn bereits 2020 soll die Hisingsbron für den Verkehr offen sein. So unterschiedlich das Aussehen ist, so unterschiedlich ist auch die Technik mit Hilfe der sich die Brücke für die verschiedenen Schiffe öffnen wird, denn bei den Vorlagen findet man drei verschiedene Mechanismen, die alle ihre Vor- und ihre Nachteile haben.

Um die Wahl neutral zu gestalten, ist gegenwärtig niemandem offiziell bekannt welche Architektengruppe hinter welcher Brücke steht, was allerdings nicht sehr viel bedeutet, denn einige der Skizzen kann man sehr deutlich gewissen Büros zuordnen, da die Welt der Brückenbauarchitekten nicht sehr bedeutend ist. Die Vorschläge können gegenwärtig im Älvrummet bei Lilla Bommen betrachtet werden, wobei sich die Göteborger, mit einer Ausnahme, die Brücke nicht unbedingt in der vorgeschlagenen Umgebung vorstellen dürfen, denn nach den Zeichnungen muss die gesamte Umgebung am Göta älv verändert werden und nicht nur eine Brücke gebaut werden.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 6. November 2013

Göteborg braucht zusätzliche Brücken

Bisher wurde weder die Hisingsbron, die die Götaälvbron ersetzen soll, begonnen, noch wird am Marieholmstunneln, einem neuen Tunnel unter dem Göta älv, gebaut, die beide in des Infrastrukturpaket eingehen und mit Hilfe der Citymaut bezahlt werden sollen, aber schon plant man in Göteborg weitere Brücken, da man davon überzeugt ist, dass die sieben Übergänge über den Fluss bereits in 20 Jahren nicht mehr ausreichen werden.z


Die Stadt spricht bereits von einer Brücke beim Stigbergstorget und einer an der Gasglocke, die insbesondere für den öffentlichen Verkehr, Fahrradfahrer und Fußgänger zugänglich sein sollen und daher mit großer Sicherheit wegen ihrer geringen Höhe ein weiteres Hindernis für die Flussschifffahrt sein werden, die allerdings als einzig sinnvolle Alternative zum Lastwagenverkehr gilt. Durch die hohen Kosten einer Brücke dürfte damit auch die Citymaut als endgültig betrachtet werden.

Bei ihrer Planung geht Göteborg davon aus, dass die Stadt bis zum Jahr 2035 um etwa 150.000 Einwohner wachsen wird und die Seite der Insel Hisingen innerhalb der Stadtplanung eine immer größere Rolle einnehmen wird. Auch wenn diese Voraussagen plausibel klingen, so widersprechen sich die Verkehrsplaner Göteborgs dabei selbst, denn der Autoverkehr soll innerhalb der Stadt stufenweise reduziert werden und öffentliche Parkplätze werden abgebaut. Die beiden Pläne laufen daher in sehr unterschiedliche Richtungen. Nicht geklärt ist dabei natürlich auch wo der Wohnraum für diesen Ansturm zu finden wird und welche Industrie Arbeitsplätze bieten soll.

Copyright: Herbert Kårlin