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Dienstag, 7. Oktober 2014

Neue Brücke in Göteborg in Frage gesetzt

Wie bereits zu erwarten, so hat das Seefahrtsamt das Urteil über den neuen Brückenbau in Göteborg rechtzeitig angefochten um den Bau zu verhindern. Parallel hierzu haben sich auch die Gemeinden Gullspång und Ale dem Einspruch angeschlossen, da auch diese befürchten, dass die niedrige Brücke der westschwedischen Stadt die Seefahrt bedeutend beeinträchtigen wird, da man dort einen reibungslosen Autoverkehr über den Göta älv der Flussschifffahrt und der Seefahrt vorziehen wird.

Bild: Tenjin Visual/Arpeggio

Nach Berechnungen des Seefahrtsamts müsste eine Brücke mit einer freien Segelhöhe von nur 12 Metern, statt den bisher 19,5 Meter, für nahezu alle Lastfahrzeuge und für rund 60 Prozent der Segelschiffe, die den Göta älv befahren, geöffnet werden, was bedeutet, dass entweder der Flussverkehr gestaut wird und sich die Transportkosten zu Wasser dabei stark erhöhen würden, oder aber der Verkehr zwischen der Innenstadt und Hisingen täglich mehrmals zusammenbrechen wird, eine Tatsache, die weder von Göteborg noch von den Gerichten bisher beachtet wurde.

Für die Stadtverwaltung ist es nach wie vor notwendig eine niedrige Brücke modernster Technik mit futuristischem Aussehen zu bauen und die Vorbereitungen schreiten auch nach dem Einspruch gegen das Urteil weiter fort. Für die Stadtverwaltung kommt es auch nicht in Frage die bisherige Brücke mit vorhandener Technik zu stärken um ihre Lebensdauer zu verlängern. Als Ursache gilt das Streben zur 400-Jahrfeier der Stadt eine nordische Modellstadt zu präsentieren, die mit ihrem Aussehen, nicht jedoch mit ihrer sinnvollen Funktionalität überzeugt.

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Mittwoch, 17. September 2014

Eine neue Brücke für Göteborg

In der ersten Instanz wurde der Stadt Göteborg vom Umweltgericht ein Geschenk überreicht, denn nach dem Urteil darf die neue Hisingsbron, eine Brücke vom Stadtzentrum zur Insel Hisingen, mit einer freien Höhe von nur 12 Meter gebaut werden, wenn auch unter mehreren Auflagen, die eine genaue Dokumentation über Öffnungen, Behinderungen der Seefahrt und Beeinträchtigungen des Straßenverkehrs erfordern. Das Urteil heißt nun für die Stadt die Planung und Vorbereitung fortzusetzen, obwohl noch ein Berufungsverfahren aussteht, das Göteborg verlieren lassen kann.


Da das Umweltgericht auch entschieden hat, dass die Brücke jede Stunde einmal für den Schiffverkehr geöffnet werden muss damit die gegenwärtig rund 15 Handelsschiffe täglich einen Zugang zum Meer haben, beunruhigt den Stadtrat kaum, auch wenn dies mit langen Schlangen an Autos, Bussen und Straßenbahnen verbunden sein kann. Und abgesehen davon, dass die Bürger der Stadt die Citymaut abschaffen wollen, was wiederum bedeutet, dass die Kosten für die geplante Brücke nicht mehr abgesichert sind, sondern bald rund zwei Milliarden Kronen fehlen werden.

Die Frage ist natürlich auch wie die nächste Instanz entscheiden wird, da das Seefahrtsamt Einspruch gegen das Urteil einlegte, denn die Schifffahrt auf dem Göta älv soll ausgebaut werden und die Schiffe werden zudem immer größer. Die niedrige Brücke Göteborgs wird allerdings auch von der Region kritisiert, die nicht nur das persönliche Interesse Göteborgs sieht, sondern das wirtschaftliche Interesse der gesamten Region im Auge hat. Aber auch das „positive“ Urteil der ersten Instanz hat einen kleinen Haken, den man in Göteborg gerne überliest, denn die Stadt muss nach fünf Jahren Brückenbenutzung auch nachweisen, dass die Seefahrt von der niedrigen Brücke nicht beeinträchtigt wurde.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 25. April 2014

Die Werftgeschichte Göteborgs geht zu Ende

Als im Jahre 1841 die Götaverken mit dem Schiffbau auf Hisingen begannen, sollte sich zeigen, dass die Idee nicht nur eine Goldgrube war, sondern auch dass sich die Werft bis 1975 auch zum größten Arbeitgeber Göteborgs entwickelte, denn um diese Zeit arbeiteten rund 15.000 Angestellte bei den Götverken. 1988 verließ dann jedoch der Eisbrecher Oden als letztes Schiff die Werft, denn beim Neustart im Jahre 1993 beschäftigten sich 70 Angestellte nur noch mit Reparaturen und Wartung.


Seit dem Jahre 2000 geht die Göteborger Werft nun in den holländischen Konzern Damen Shipyards Group ein, der jahrlange Gewinne erwirtschaften konnte, bis vor drei Jahren die Konkurrenz aus den billigeren Ländern an der Ostsee die Gewinne in Verluste verwandelten. Bereits im Herbst 2013 mussten dann über die Hälfte der Angestellten zum Arbeitsamt pilgern und gestern teilte die Geschäftsführung mit, dass die Werft nun zu Grabe getragen wird, dieses Mal vermutlich endgültig.

Schon gestern wurde für die Abwicklung der Werft ein Liquidator ernannt und die letzten Werftarbeiter dürfen nun ebenfalls das Arbeitsamt besuchen, mit der Gewissheit in ihrem Beruf nichts mehr finden zu können. Die Ursachen für die Liquidation ist allerdings nicht nur bei der baltischen Konkurrenz zu suchen, sondern auch darin, dass die schwedische Krone so hoch bewertet ist, dass sich internationale Kunden eine Arbeit in Göteborg einfach nicht mehr leisten können, selbst wenn dort eine Arbeit höchster Qualität geleistet wird. Die Krise der schwedischen Seefahrt und die politische Inaktivität der Regierung in diesem Bereich zwingen allerdings auch schwedische Reeder dazu die Wartung im Baltikum ausführen zu lassen.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 20. Februar 2014

Windkraftprobleme in Göteborg

Gegen den geplanten Windpark in den Schären Göteborgs haben die Bewohner, Naturschützer und Fischer nun einen mächtigen Verbündeten gefunden mit dessen Hilfe sie nicht rechneten, denn nun spricht sich auch der Göteborger Hafen gegen die Windkraftwerke aus, da diese die Schiffahrt des größten skandinavischen Hafens stören können, da ein Teil der Gesamtanlage zu nahe an der Fahrrinne liegt.


Vor dem Umweltgericht in Göteborg fordert der Hafen der Stadt, dass die Fahrrinne für die Schiffe zu denen auch die größten Frachter der Welt gehören, eine Breite von 400 Metern haben muss und nicht, wie von Göteborg geplant, 200 Meter, da nach dem Seefahrtsamt ausser der direkten Fahrrinne eine Sicherheitsabstand von zusätzlich je 100 Metern auf beiden Seiten vorhanden sein muss, der bei eventuellen Unfällen oder Katastrophen absolut notwendig sein kann.

Der Göteborger Hafen argumentiert hierbei mit einem nationalen Interesse der Seefahrt und weist darauf hin, dass unter den angegebenen Umständen das geplante Gebiet für den Windpark bedeutend schrumpft. Zudem fordert der Hafen Garantien, dass die sehr hohen Kraftwerke nicht auf die Fahrrinne fallen können und erklärt, dass es unter gewissen Umständen auf Grund der Sicherheit für die Seefahrt notwendig sein kann, die Rotoren zeitweise zu stoppen, was bedeutet, dass man nicht mit der vollen Nutzung des Windparks rechnen kann.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 27. August 2013

Das weltweit größte Containerschiff in Göteborg

Nur in sehr wenigen Häfen dieser Erde ist es möglich das bisher größte Containerschiff, das je die Weltmeere befahren hat, zu sehen, denn die Häfen in denen die neue Maersk Mc-Kinney Möller anlegen kann, kann man zählen. Nur in Europa und Asien findet man einige Ladekais, die für das Schiff zugänglich sind, denn der Tiefgang, die Breite, die Länge und selbst die Höhe stellen an die Fahrrinnen und die Häfen besondere Anforderungen.


Heute liegt die Maersk Mc-Kinney Möller, noch auf ihrer Jungfernreise von Asien nach Europa, für rund 24 Stunden im Göteborger Containerhafen um erst entladen und dann erneut beladen zu werden, da man hier über die größten Kräne verfügt, die derzeit in Europa und Asien aufgebaut wurden und die auch beim zweitgrößten Containerfahrzeug bereits ihre Leistungsfähigkeiten bewiesen haben.

Die in Südkorea gebaute Maersk Mc-Kinney Möller ist in der Lage insgesamt 18.000 Container zu laden, die, aufeinandergestapelt, die Höhe von 47 Kilometer hätten. Das Riesenfahrzeug ist 400 Meter lang und 59 Meter breit, wobei zehn Etagen unter dem Deck und weitere neun über ihm liegen, das Schiff also ebenso hoch ist wie die bisher höchsten Gebäude Göteborgs, die Gothia Towers. Zu diesem Ereignis werden heute selbst Rundfahrten im Hafen angeboten, damit möglichst viele Göteborger das Fahrzeug einmal aus nächster Nähe sehen können.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 21. Juli 2013

Die Götheborg bis 2021 gerettet

Nachdem die Stadt Göteborg die SOIC (Svenska Ostindiska Companiet) AB, und damit den Ostindiensegler Götheborg, in Zukunft nicht mehr unterstützen wollte und auch andere Sponsoren kein großes Interesse mehr an einer langfristigen Unterstützung zeigten, musste sich die Leitung des Unternehmens nach Sponsoren umsehen, die wenig mit Göteborg zu tun haben, jedoch Interesse daran zeigen, dass die Götheborg weiterhin auf große Fahrt gehen kann.

Die Suche zeigte sich erfolgreich, denn ein chinesisches Konsortium hat sich entschieden der Götheborg das Überleben vorerst bis zum Jahre 2021 zu garantieren, erstaunlicherweise dem Jahr, an dem Göteborg 400 Jahre alt wird. Das Abkommen wurde bereits am Freitag in Göteborg unterzeichnet, wobei die Summe nicht genannt wurde, auch wenn man davon ausgehen kann, dass es sich um bis zu 100 Millionen Kronen handeln kann.

Auch wenn die Götheborg in Zukunft weiterhin ein Symbol Schwedens, und vor allem der Stadt Göteborg, sein wird, so werden die Reisen nun wohl mehr von China aus geplant, denn bereits im April 2014 wird das Schiff nach Xiamen in China aufbrechen, wo es nach seiner Ankunft mehrere Monate lang liegen wird, bevor es dann entlang der chinesischen Küste segelt. Wer daher dieses Symbol Göteborgs auch in seiner Heimatstadt sehen will, wird in Zukunft sehr lange darauf warten müssen, denn unter schwedischer Flagge zu segeln, heißt nicht auch in Schweden zu sein.

Herbert Kårlin

Montag, 6. Mai 2013

Die Götheborg geht auf Europatour


Am heutigen Nachmittag um 15 Uhr bricht die Götheborg zu ihrer vielleicht letzten großen Reise auf, die sie dieses Mal innerhalb von vier Monaten in neun europäische Länder bringen soll in denen das Segelschiff in fünfzehn Häfen anlegen wird um einer möglichsten großen Menge an Besuchern einen Hauch des 18. Jahrhunderts zu vermitteln und ihnen ein Stück der Geschichte Göteborgs näher zu bringen.

Die European Tour 2013 wird von Göteborg aus als erstes Richtung Norwegen gehen und in Tønsberg anlegen, einem Ort, der die Götheborg ausdrücklich eingeladen hat und ein idealer Ort für die erste Etappe dieser großen Reise ist, da es sich dabei um die älteste Stadt Norwegens handelt, die bereits von Snorre Sturlasson genannt wurde. Ein anderes bedeutendes Ereignis wird die Reise auf der Seine nach Paris sein, die Stadt, die bereits unter den Wikingern eine wichtige Rolle für die Industrialisierung des Nordens spielte.

Die Götheborg, die unter der Leitung von Kapitän Carsten Hedlund und mit 20 berufsmäßigen Seeleuten und 70 Jungmatrosen über die Wogen gleiten wird, wird erstmals auch am Tall Ships Race teilnehmen, der weltweit größten Segelregatta für große Segelschiffe. Die Götheborg wird, wie rund 100 weitere Großsegler von Århus in Dänemark über Helsinki und Riga nach Szczecin in Polen segeln. Das Ziel dieser Regatta ist nicht nur in kürzester Zeit anzukommen, sondern dass auf jedem Schiff 50 Prozent der Seeleute unter 25 Jahre sein müssen und die Völkergemeinschaft in den Vordergrund gestellt wird.

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborg Reiseführer Göteborgs Tanz- und Theaterfestival

Sonntag, 28. April 2013

Göteborger Fahrzeuge mit der Flagge der Färöer


Der Hafen auf der Schäreninsel Donsö
 
Die Gewerkschaft der Seeleute SEKO fordert das schwedische Finanzamt auf bei Reedereien Göteborgs bei einer sogenannten Ausflaggung mehr auf die Einhaltung des schwedischen Steuerrechts zu achten, da zahlreiche dieser Reedereien zwar einen Briefkasten und einen Teilzeitbeschäftigten auf den Färöer haben, das Büro und die tatsächliche Leitung des Unternehmens jedoch nach wie vor in Göteborg zu finden ist, hier also auch die Steuern zu entrichten sind.

Gegenwärtig wurden in Göteborg und vor allem auf der Schäreninsel Donsö bereits rund 30 Schiffe auf die Färöer ausgeflaggt, was bedeutet, dass diese Unternehmen keinerlei Firmensteuern mehr in Göteborg bezahlen und das Arbeitsrecht des Landes, somit auch der Einfluss der Gewerkschaft SEKO, außer Kraft gesetzt werden. Natürlich ist dies nach den geltenden Gesetzen des Landes möglich, jedoch nicht, wenn die Aktivität weiterhin von Göteborg aus geführt wird. Nach einer Untersuchung der Gewerkschaft beschäftigen gegenwärtig mindestens 13 dieser Reedereien die gleichen Strohmänner auf den Färöern um das Finanzamt zu täuschen.

Für die angestellten Seemänner bedeutet dies, selbst wenn sie in einigen Fällen weiterhin zum gleichen Lohn beschäftigt werden sollten, dass sie nicht mehr den gleichen Bedingungen hinsichtlich von Krankengeld und Rente unterliegen wie vorher, also letztendlich bedeutende Summen einbüßen, die nun in die Taschen der Reeder fließen. SEKO findet es besonders bedauerlich, dass selbst die Stadt Göteborg Aufträge an Reedereien vergibt, die ihren Sitz auf den Färöern haben und damit leichtfertig mit Steuergeldern umgeht.

Herbert Kårlin

Montag, 7. Januar 2013

Eine neue Brücke über den Göta Älv in Göteborg

Der Bau der neuen Brücke über den Göta Älv bei Göteborg geht in die letzte Phase in der Anwohner und Politiker noch Änderungen vorschlagen können, auch wenn die Änderungen der von der Citymaut zu bezahlenden Brücke nur gering sein können, da die Stadt vieles bereits endgültig bestimmt hat, denn die freie Segelhöhe darf 13 Meter nicht überschreiten, es dürfen keine langen Auffahrten gebaut werden und zudem müssen auf den 70.000 Quadratmetern, die frei werden wenn die Götaälvbron abgerissen wird, mit Büros, Wohnhäusern und kulturellen Gebäuden bebaut werden.

Da die neue Brücke bereits im Jahr 2020 eingeweiht werden soll, so müssen Architekten sehr schnell an die Planung gehen, denn ab 2015 muss mit dem Bau begonnen werden, wenn der Zeitplan eingehalten werden soll und die Brücke zur 400-Jahres-Feier der Stadt ein Beispiel des modernen Brückenbaus sein soll. Wenn man daher von Änderungen spricht, so handelt es sich nur noch um das Aussehen und die genaue Trasse, denn an der unfehlbaren Idee des Stadtrates kann nichts geändert werden.

Die neue Brücke, die den Namen Hisingsbron tragen wird, stellt im Grunde nur wenige Forderungen an die Architekten, denn sie muss lediglich in beide Richtungen einen Fußgängerweg, einen Fahrradweg, zwei Fahrspuren für den normalen Verkehr und je eine Spur für die öffentlichen Verkehrsbetriebe haben. Entscheidend wird daher nur ein modernen Aussehen sein, damit Göteborg im Jahr 2000 die modernste Brücke Schwedens vorweisen kann, die in jeder Hinsicht einen praktischen Charakter hat.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Schwefeltanker werden in Göteborg zur Kasse gebeten


Tanker und Frachter, deren Treibstoff einen sehr hohen Anteil an Schwefel hat und daher als Umweltsünder betrachtet werden, müssen beim Anlegen am Göteborger Hafen seit vorigem Jahr eine höhere Gebühr bezahlen als umgerüstete Fahrzeuge, die bereits den kommenden Bestimmungen zum Umweltschutz entsprechen. Die Zusatzeinnahmen gehen in diesem Fall jedoch nicht an die Stadt oder den Hafen, sondern in ein eigens dafür eingerichtetes Konto.

Wie die Zusatzgelder anschließend verwendet werden, entscheidet die Geschäftsführung des Göteborger Hafens gemeinsam mit den Reedereien, die ihre Schiffe nach Göteborg schicken. Voraussetzung ist nur, dass das Geld zum Umweltschutz durch die Seefahrt verwendet wird. Dies bedeutet in der Regel, dass die Reeder Unterstützung beim Umbau ihrer Fahrzeuge erhalten können, unabhängig davon, an welcher Stelle sie ansetzen, da gegenwärtig nach in zahlreichen Bereichen Verbesserungen stattfinden können.

Im vergangenen Jahr waren rund zehn Millionen Kronen in der Umweltkasse des Göteborger Hafens gelandet und dieses Jahr weist alles darauf hin, dass die gleiche Summe zusammenkommt. Das Ziel dieser überhöhten Gebühr für Umweltverschmutzer ist natürlich nicht umweltfreundliche Maßnahmen zu finanzieren oder zu unterstützen, sondern soll jeden Reeder dazu bringen freiwillig ihre Schiffe umweltfreundlich zu gestalten und damit die „Strafe“ zu vermeiden. Im Idealfall sollte die Kasse daher am Jahresende leer sein und ab sofort jedes Jahr weniger Geld in der Kasse zu finden sein.

Herbert Kårlin

Freitag, 24. August 2012

Die Reederei Broström verlässt Göteborg

Vor 50 Jahren war die Reederei Broström mit rund 18.000 Angestellten der größte Arbeitgeber Göteborgs. Mit der Ölkrise in den 70er Jahren war das Management dann überfordert und Ende des gleichen Jahrzehntes benötigte Broström Kreditgarantien in Höhe von 300 Millionen Kronen um den Konkurs zu verhindern. Als dann 2009 das dänische Unternehmen Maersk die Reederei übernahm, waren die Weichen bereits gestellt, auch wenn Göteborg noch der Sitz des Unternehmens blieb.

Gestern wurde nun entschieden, dass die Reederei Broström, die einst die Wirtschaftsgeschichte Göteborgs mitschrieb, nach Kopenhagen verlegt wird und damit näher bei Maersk liegen wird. Die 41 Angestellten Göteborgs müssen bei dieser Gelegenheit das Unternehmen verlassen, oder nach Kopenhagen umziehen, und alles, was von der Großreederei bleibt, wird der eingeführte Firmenname sein, den Maersk weiterhin anwenden wird.

Der „Untergang“ der Reederei Broström in Göteborg war vorauszusehen, spätestens als Maersk im Jahre 2010 alle in Schweden registrierten Fahrzeuge ausflaggte um sie in Dänemark zu registrieren, denn die schwedische Regierung und die Gewerkschaften verhindern seit Jahren eine Anpassung der nationalen Seefahrt an die internationale Konkurrenz. Immer mehr Schiffe jeder Art, die weiterhin in Schweden verkehren, verlegen ihren Sitz zumindest in ein Nachbarland, damit sie günstigere Arbeitskräfte bekommen können und sie Verträge anbieten können, die nahezu weltweit üblich wurden. Auf der Strecke bleiben dabei nicht nur die Steuereinnahmen Schwedens und der Ruf der schwedischen Schifffahrt, sondern auch die Seeleute Schwedens für die es keine neuen Arbeitsplätze mehr gibt.

Herbert Kårlin

Samstag, 4. August 2012

Die Götheborg ist zurück im Heimathafen

 
Gestern gegen 18 Uhr kehrte die Götheborg von ihrer Europafahrt, bei der sie drei Länder besucht hatte, wieder zurück in ihren Heimatort Göteborg. Rund 100 Personen erwarteten sie am Stenpiren und konnten sie im Gegenlicht fast schon als Gespensterschiff den Göta älv entlang kommen sehen, ein Eindruck, den die Böllerschüsse kurz vor dem Anlegen am Kai noch verstärkten. Und doch stellt sich nun die Frage ob das Schiff als Sieger oder als Besiegte zurückkehrte.

Der Kapitän und der Verein SOIC (Svenska Ostindiska Companiet) wollen die Götheborg weiterhin auf den Weltmeeren segeln sehen und haben bereits die unterschiedlichsten Pläne ausgearbeitet und betrachten den Ostindiensegler selbst als touristische Attraktion, die eine Gruppe an Feriengästen auf die Kanaren oder zu anderen Zielen bringt. Auch ein fester Liegeplatz am Freihafen und geschützt von Glas ist in der Diskussion, aber die Frage ist nun das Geld für den Unterhalt, die feste Besatzung und die Arbeiter zu finden, die die Götheborg in Form halten.

Für dieses Jahr wird die Götheborg jedoch keine Reise mehr unternehmen, was jedoch auch seine Vorteile hat, da sie nun, bevor sie den Winter wieder in Eriksberg verbringen wird, auch während des Göteborger Kulturkalaset zwischen dem 14. und dem 19. August wieder von allen Besuchern Göteborgs besucht werden kann und damit ein wenig von ihrem Abenteuer weitergeben kann. Vorerst wird das Schiff allen Besuchern noch ein Stück Göteborger Seefahrtgeschichte erzählen.
 
Herbert Kårlin

Samstag, 19. Mai 2012

Der europäische maritime Tag in Göteborg

Am 20. Mai bietet Göteborg allen Freunden der Seefahrt ein Ereignis, dem sie vermutlich nur ein einziges Mal in ihrem Leben folgen können, denn an sieben Anlegestellen am Göta älv kann man sich mit dem Leben am Wasser vertraut machen und die seltensten Meeresfahrzeuge auf einmal entdecken. Wer wirklich alles sehen will, muss sich daher sehr früh auf die Beine machen.

Die Veranstaltungen, Ausstellungen und historischen Boote liegen auf beiden Seiten des Flusses, angefangen von Klippan auf dem Festland und Eriksberg auf der Insel Hisingen bis nach Lilla Bommen und dem Gullbergsvass. Überall steht das Leben am Wasser im Mittelpunkt. An diesem Sonntag wird auch an jedes Alter gedacht, da ein Teil der Aktivitäten sich an Kinder richtet, die einem Dreimaster noch nicht so sehr viel abgewinnen können.

Eine besondere Attraktion wird die Erik Nordevall II, der originalgetreue Nachbau eines Schaufelraddampfers, der vor 156 Jahren auf dem Vättern sank. 250 Personen haben an diesem Fahrzeug gearbeitet, das im Jahre 2010, nach 14 Jahren Arbeit, wieder in See stechen konnte. Die Erik Nordevall II ist eines der wenigen Boote, die anschließend noch einige Tage in Göteborg bleiben werden, damit sie auch von jenen besucht werden können, die am Sonntag keine Zeit am Göta älv verbringen wollen.
Herbert Kårlin

Dienstag, 8. Mai 2012

Seemannsausbildung in Göteborg mit Hindernissen

Eine gesamte Abgangsklasse der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg mit der Fachrichtung Seefahrt steht dieses Jahr vor dem Schulende noch ohne Praktikantenplatz auf der Straße, was bedeutet, dass ihr Examen nicht anerkannt werden kann, bis sie eben auch auf einem Schiff beschäftigt werden. Und die Chancen für die Absolventen der kommenden Jahre sehen kaum besser aus.

Dabei ist das Ausbildungssystem in Schweden in diesem Punkte gut geregelt, denn jedes Schiff, das unter schwedischer Flagge fährt, muss Absolventen der schwedischen Hochschulen für Seefahrt einen Platz für ein Praktikum anbieten. Das Problem ist jedoch, dass immer mehr schwedische Reedereien ihre Schiffe ausflaggen und daher auch keine schwedischen Studenten mehr suchen, sondern jene des entsprechenden Landes beschäftigen.

Die schwedische Infrastrukturministerin Catharina Elmzäter Svärd kennt das Problem und verspricht, möglicherweise durch Subventionen, das akute Problem zu lösen, was allerdings dieses Jahr kaum noch der Fall sein wird. Die Ministerin scheint sich allerdings des Problems, das die schwedische Regierung selbst verursachte, nicht in seiner gesamten Tragweite zu erfassen, denn sie ist der Meinung, dass schwedische Seeleute auf der ganzen Welt wegen ihrer hohen Qualifikation gesucht werden. Auch wenn dem so sei, so müssen die Absolventen der Göteborger Hochschule erst einmal ihr Patent in der Tasche haben um sich überhaupt bewerben zu können.
Herbert Kårlin

Donnerstag, 19. April 2012

Neue Brücke über den Göta älv bedroht Seefahrt

Spätestens zum Jahre 2020 muss Göteborg die bisherige Göta älvbron durch eine neue ersetzen. Die Pläne sind fortgeschritten, aber die Diskussionen über die Höhe der neuen Brücke scheinen erst zu beginnen, da die Interessen des Seefahrtamtes, inklusive der Orte zwischen Göteborg und dem Vänern, weit von jenen Göteborgs abweichen.

Wenn es nach Göteborg geht, so darf die Brücke auf keinen Fall höher als 13 Meter sein und soll möglichst bei zehn Metern liegen, da damit das Festland Göteborg und die Insel Hisingen besser mit Fahrrad und Rollstuhl zugänglich sind. Göteborg soll eine moderne Stadt werden und will in diesem Fall von einer alten Seefahrerstadt nicht mehr viel wissen, auch wenn das Argument hinsichtlich des Stena Kais in die entgegengesetzte Richtung geht.

Die heutige Brücke, die 1939 eingeweiht wurde, hat eine Höhe von 19,5 Meter, was bedeutet, dass die Mehrheit der Schiffe, die auf dem Göta älv zum Vänern wollen, keine Probleme bemerken. Das Seefahrtsamt fordert eine Mindesthöhe von 13 Metern und weist darauf hin, dass das notwendige Öffnen der Brücke auch bei dieser Höhe bereits zu erheblichen Verkehrsproblemen führen kann und die wartenden Fahrzeuge eine erhebliche Luftbelastung verursachen werden und dadurch entweder die Seefahrt behindert wird, oder aber der Autoverkehr und die Verbindungen der Straßenbahn, die ebenfalls über die neue Brücke fahren muss.

Herbert Kårlin

Samstag, 25. Februar 2012

Ein maritimer Tag am Ufer Göteborgs

Anlässlich der europäischen Konferenz zum Thema Seefahrt und Fischfang am 21. und 22. Mai 2012, der dieses Jahr in Göteborg stattfindet, wird sich Göteborg nun auch erstmals aktiv am europäischen maritimen Tag am 20. Mai beteiligen und das Ufer am Göta Älv wird zwischen Klippan und der Innenstadt auf beiden Seiten ein ungewohntes Bild abgeben und tausende von Göteborgern ans Wasser ziehen.

Den ganzen Tag über werden die Besucher an den Zwei- und Dreimastern, an Schonern und selbst an einem nachgebauten Raddampfern entlang bummeln können, aber auch Übungen zur Seerettung erleben und populärwissenschaftliche Veranstaltungen rund um das Wasser verfolgen können. Allerdings kann dieses Ereignis in Göteborg einmalig sein, denn die Stadt will damit den Konferenzteilnehmer auch ihre Nähe zum Wasser zeigen.

Insgesamt werden die Besucher, außer der Götheborg, den Schiffen von Maritiman oder der Barken Viking, rund 40 Fahrzeuge im Göta Älv finden, die man sonst nicht hier findet. Einige unter ihnen werden auch für Besucher Ausflüge in die Schären vor Göteborg organisieren. Es ist geradezu selbstverständlich, dass auch der Küstenschutz, die schwedische Marine und das Seefahrtsamt einige ihrer Schiffe zu diesem einmaligen Ereignis präsentieren. Die meisten Aktivitäten des Tages werden kostenlos sein.

Herbert Kårlin

Samstag, 22. Oktober 2011

Europaregeln benachteiligen Göteborger Hafen

Damit die Meere ihren Artenreichtum behalten, hat Europa beschlossen, dass alle Schiffe, die einen europäischen Hafen anlaufen, ab dem Jahre 2020 nur noch 0,1 Prozent Schwefel in ihrem Treibstoff haben dürfen. Die nordischen Reedereien waren bisher mit dieser Auflage vollkommen einverstanden und sind dabei ihre Fahrzeuge umzurüsten. Wenn nicht Europa eine Zwei-Stufen-Regel eingeführt hätte.

Während die strengen Schwefel-Regeln in Skandinavien bereits 2015 in Kraft treten, hat der Kontinent fünf weitere Jahre Zeit die Meere zu schützen. Während ein Schiff, das Göteborg, den bedeutendsten Frachthafen Schwedens, anlaufen will, nur umweltfreundlichen Treibstoff verwenden darf, dürfen Frachter, die Bremen oder Hamburg anlaufen noch die fünffache Menge an Schwefel an die Umwelt und damit die See weitergeben.

Zu Recht machen sich daher die Reedereien, die bisher Göteborg anlaufen, sowie der Göteborger Hafen, Gedanken über ihre Zukunft, denn die Alternative für Umweltverschmutzer wird sein, zum Beispiel Hamburg anzulaufen und dann die Waren per Lastwagen nach Schweden oder das restliche Skandinavien zu transportieren und damit den Gewinn im Wasser durch den Verlust in der Luft wett zu machen. Europa rechtfertigt ihre Entscheidung damit, dass die Gewässer Skandinaviens weniger kalkhaltig sind als die anderen Gewässer und daher am schnellsten geschützt werden müssen.

Herbert Kårlin

Dienstag, 29. März 2011

Weniger Kapitäne in Göteborg

Im gleichen Takt, in dem schwedische Schiffe ausflaggen und sich in Dänemark, Norwegen, Holland oder England registrieren, da dort die Bedingungen weitaus vorteilhafter sind als in Schweden, verschwinden auch die Praktikantenstellen für die schwedische Seefahrtausbildung.

Allein die Seefahrthochschule Chalmers verlor in den letzten Jahren 160 von etwa 1000 Praktikantenplätzen, was bedeutende Folgen für die Ausbildung zu Kapitänen und Seefahrtingenieuren hat, da eine Ausbildung ohne Praktikum auf See nicht möglich ist. Die Folge ist daher, dass die Hochschule Chalmers in Zukunft nur noch weniger Studenten akzeptieren kann und damit immer weniger schwedische Fachkräfte auf See zur Verfügung stehen werden.

Weniger Studenten bedeutet jedoch auch, dass für die Ausbildungen weniger Geld zur Verfügung steht, worunter die Qualität des Studiums leidet und vor allem die teuren Teile der Ausbildung wie die Arbeit an Simulatoren reduziert werden müssen. Ohne baldige Gesetzesänderungen werden Kapitäne in Zukunft nur noch außerhalb Schwedens ausgebildet werden können.

Herbert Kårlin