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Sonntag, 8. September 2013

Die Götheborg zurück im Heimathafen

Nach einer viermonatigen Reise kehrte die Götheborg am gestrigen Nachmittag wieder in ihren Heimathafen zurück, wo sie von vielen ehemaligen Expeditionsteilnehmern sehnsüchtig erwartet wurde. Eine kurze Zeit wird sie dann besichtigt werden können, um jedoch bereits im Oktober in der Werft eine Generalüberholung zu erhalten damit die Ostindiensegler im April wieder auf große Fahrt gehen kann, dieses Mal vielleicht für eine sehr lange Zeit.


Dass sich chinesische Sponsoren fanden, die der Götheborg die kommenden sieben Jahre das Überleben garantieren, hat auch seine Schattenseite, denn die Sponsoren fordern auch, dass die ersten Reise nach China gehen muss und dort die Küste entlang segelt und an zahlreichen Ort Halt macht. Anschließend soll die Fahrt nach Korea, Japan, Vancouver und schließlich entlang der amerikanischen Westküste führen, damit sie 2016 während der Olympiade in Rio de Janeiro liegen kann.

Da der Vertrag mit den chinesischen Sponsoren erst 2021 ausläuft, ist zu befürchten, dass die Götheborg erst zur 400-Jahrfeier der Stadt wieder in Göteborg anlegen wird und dann erneut vor einer ungewissen Zukunft steht. Die Geschäftsführung der Ostindischen Gesellschaft versichert allerdings, dass das Schiff die gesamte Zeit über unter schwedischer Flagge unterwegs sein wird und daher auch die schwedischen Gesetze, auch hinsichtlich der Arbeitsrechts, gelten werden, was allerdings ein geringer Trost für alle ist, die die Götheborg auch mit der fast gleichnamigen Stadt verbinden und sie immer wieder im Heimathafen sehen wollen.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 21. Juli 2013

Die Götheborg bis 2021 gerettet

Nachdem die Stadt Göteborg die SOIC (Svenska Ostindiska Companiet) AB, und damit den Ostindiensegler Götheborg, in Zukunft nicht mehr unterstützen wollte und auch andere Sponsoren kein großes Interesse mehr an einer langfristigen Unterstützung zeigten, musste sich die Leitung des Unternehmens nach Sponsoren umsehen, die wenig mit Göteborg zu tun haben, jedoch Interesse daran zeigen, dass die Götheborg weiterhin auf große Fahrt gehen kann.

Die Suche zeigte sich erfolgreich, denn ein chinesisches Konsortium hat sich entschieden der Götheborg das Überleben vorerst bis zum Jahre 2021 zu garantieren, erstaunlicherweise dem Jahr, an dem Göteborg 400 Jahre alt wird. Das Abkommen wurde bereits am Freitag in Göteborg unterzeichnet, wobei die Summe nicht genannt wurde, auch wenn man davon ausgehen kann, dass es sich um bis zu 100 Millionen Kronen handeln kann.

Auch wenn die Götheborg in Zukunft weiterhin ein Symbol Schwedens, und vor allem der Stadt Göteborg, sein wird, so werden die Reisen nun wohl mehr von China aus geplant, denn bereits im April 2014 wird das Schiff nach Xiamen in China aufbrechen, wo es nach seiner Ankunft mehrere Monate lang liegen wird, bevor es dann entlang der chinesischen Küste segelt. Wer daher dieses Symbol Göteborgs auch in seiner Heimatstadt sehen will, wird in Zukunft sehr lange darauf warten müssen, denn unter schwedischer Flagge zu segeln, heißt nicht auch in Schweden zu sein.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 3. April 2013

Göteborg verlängert Abkommen mit Schanghai

Nach einstimmigem Beschluss hat sich der Stadtrat in Göteborg dazu entschieden das Abkommen mit der chinesischen Stadt Schanghai, das bis zum Jahre 1986 zurückreicht, bis 2016 auszudehnen. Die Unterschrift zu diesem Abkommen werden die Vorsitzende des Göteborger Stadtrates Anneli Hulthén und der Bürgermeister von Schanghai im April des Jahres in der chinesischen Metropole abgeben.

Das Abkommen zwischen den beiden Städten ist seit Beginn umstritten, da China noch immer sehr wenig von Menschenrechten hält, andererseits jedoch eine immer bedeutendere Wirtschaftsmacht wird von der Göteborg profitieren will. Da, nach Aussagen des Stadtrats Göteborg, Schanghai an der Einhaltung der Menschenrechte arbeitet und daran interessiert ist zu wissen wie diese in Göteborg geregelt sind, sieht mittlerweile jedoch keine Partei der Stadt mehr ein größeres Problem mit einer verlängerten Zusammenarbeit.

Selbst die Volkspartei, die sich bisher als Gegner dieser Zusammenarbeit zeigte und immer wieder auf die Probleme mit den Menschenrechte und der Todessstrafe aufmerksam machte, stimmte nun zu, da Göteborg dem Vertrag einen Anhang beifügen wird aus dem hervorgeht wie die Stadt zu den Menschenrechten steht, obwohl dies Schanghai natürlich zu nichts verpflichtet. Die Zusammenarbeit betrifft nahezu alle Bereiche zwischen Handel, Transport, Energie, Forschung und Kultur.

Herbert Kårlin

Sonntag, 1. Juli 2012

Die letzte Reise der Götheborg


Am 30. Juni 2012 kurz vor ein Uhr verließ der Ostindiensegler Götheborg eventuell die Stadt Göteborg zu seiner vielleicht letzten Reise, die den Dreimaster nun noch nach Holland, Deutschland und Frankreich führen wird. Der Traum von einer Reise nach London oder gar nach Amerika hat sich nun, mangels Sponsoren und Nachragen mach dem Schiff entgültig zerschlagen, nicht zuletzt auch deswegen, weil sich die Svenska Ostindiska Companiet (SOIC) zu wenig um das Marketing des Schiffes gekümmert hat.

Verglichen mit der ersten Reise, die die Götheborg im Jahre 1005 nach China führte, war das Interesse an der Abfahrt im Jahre 2012 sehr gering und nur wenige Boote begleiteten die Götheborg bis zu den Schären vor der Stadt. Der Enthusiasmus der Führungsschicht der SOIC hat sich noch bis 2012 zu sehr von Gefühlen leiten lassen als sich von den Erwartungen von Stadt, Touristen oder auch ökonomischen Notwendigkeiten leiten zu lassen, was nun zum Todesurteil der Götheborg führen kann.

Noch 2011 hat die Stadt Göteborg und die Region Västra Götaland 30 Millionen in die Götheborg gesetzt, in der Hoffnung, dass der Ostindiensegler dafür zumindest während der Olympiade in London seine Präsenz zeigen wird und damit Werbung für die Stadt Göteborg machen kann. Nun hat die SOIC nur noch wenig Zeit die Bedeutung der Götheborg zu beweisen, denn 2013 geht das Schiff an die Stadt Göteborg über und die Stadtverwaltung ist weit davor entfernt das Schiff als kulturhistorisches Gut zu betrachten, sondern erwägt selbst den Verkauf des Seglers, auch wenn er dadurch zu einem Restaurant an einem touristischen Ort wird.

Herbert Kårlin

Freitag, 6. April 2012

Kopfsteinpflaster aus China in Göteborg

Am gestrigen 5. April veröffentlichte das städtische „Vårt Göteborg“, dass sich nach einem Rapport des Traffikverkets die Situation der Arbeiter in China, die an der Herstellung der Steine arbeiten, erheblich verbessert hat und die chinesischen Unternehmen, sowie die Importeure, sich immer mehr an die Forderung halten, die die Stadt im Jahre 2006 aufstellte. Göteborg will damit seine Erfolge im Kampf gegen Kinderarbeit und versteckte Sklaverei in China hervorheben.

Allerdings beruft sich der Autor des Artikels auf ein Dokument, das bereits im Januar 2011 veröffentlicht wurde und lediglich zwei Kontrollen in China beinhaltet, wobei die letzte im Herbst des Jahres 2010 erfolgte und es sich daher in keiner Weise um eine permanente Überwachung der Arbeitsbedingen in China handelt, sondern  lediglich der Stadt als positives Aushängeschild dienen soll.

Inwieweit man daher sagen kann, dass Göteborg kontinuierlich an der Verbesserung der Arbeitssituation in China arbeitet und nur noch Produkte kaufen will, die nicht in Verbindung mit dem Verstoß gegen Menschenrechte stehen, bleibt zweifelhaft. Sollte Göteborg seine Forderungen ernst meinen, so sind kontinuierliche und unangemeldete Kontrollen unabhängiger Kontrolleure nötig und müssen aktuelle Informationen über die Arbeitsbedingungen der Arbeiter in China vorgelegt werden.
Herbert Kårlin

Samstag, 5. November 2011

Göteborg, Fairtrade City mit Fragezeichen

Nachdem Göteborg in diesem Frühjahr zur Fairtrade City ernannt wurde, stellt die Stadt nun höhere Anforderungen an ihre Lieferanten als bisher, insbesondere in Hinsicht auf das Arbeitsmilieu und in der Frage nach Kinderarbeit. Während bei einer Kontrolle in einer Fabrik für Arbeitskleidung in Litauen nur kleinere Mängel entdeckt wurden und die Fabrik damit weiterhin liefern darf, ist die Situation in anderen Bereichen bei weitem nicht so klar.

So wurde nach zahlreichen Kritiken über das Großsteinpflaster der Kungsgatan, das aus China importiert wurde, von Göteborg nun neue Regeln für Kontrollen erlassen, die es nahezu unmöglich machen die Kette von der Produktion bis zur Kungsgatan zu verfolgen, da man an die zahlreichen Produktionsstätten nur über die chinesischen Lieferanten gelangen kann, die ihrerseits die Kleinbetriebe rechtzeitig vor einer Kontrolle warnen können oder auch unseriöse Unternehmen nicht in die Listen aufnehmen.

Ein ähnliches Problem taucht auch mit den Lieferungen von Teer und Baustahl auf, die in großen Mengen von Göteborg aufgekauft werden und deren Produktion in vielen Punkten gegen die Bedingungen einer Fairtrade City wie Göteborg verstoßen können. Da Göteborg jedoch weder auf den Import von Großsteinpflaster, noch von Teer und Baustahl verzichten kann, müssen sämtliche Verhandlungen mit Importeuren und Herstellern mit Fingerspitzengefühl geführt werden und die Bedingungen bisweilen der aktuellen Situation angepasst werden.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 13. Januar 2011

Göteborg und chinesischer Kopfstein

Göteborger Kopfsteinpflaster kommt überwiegend aus China. Im Jahre 2006 unterschrieben Lieferanten und Hersteller mit Göteborg einen Vertrag, in dem Arbeitsbedingungen und die Sicherheit der Arbeiter geklärt werden. Zwischen Juni und September wurden nun erstmals die Hersteller des Kopfsteinpflasters überprüft.

Das Ergebnis der Kontrolle, die Göteborg gemeinsam mit Stockholm, Malmö und Örebro unternahm, zeigte genau das Resultat, das zu erwarten war. Keiner der fünf chinesischen Unternehmen hielt sich an die Vertragsbedingungen. Der einzige positive Punkt war, dass die chinesischen Firmen keine Kinder beschäftigten und nun die Gesundheit der Arbeiter überwacht wird.

Allerdings hat das negative Ergebnis der Inspektionen keinerlei Folgen für die fünf chinesischen Unternehmen, die erneut eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen zusagten, da weltweit kein Unternehmen zu entsprechenden Preisen Kopfstein liefern kann wie China. Die Stadt Göteborg hofft nun, dass sich die Situation der Arbeiter in China innerhalb der nächsten fünf Jahre verbessern wird.

Herbert Kårlin