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Freitag, 7. September 2012

Ond Design (Böses Design) in Göteborg


Die am 8. September beginnende Ausstellung im Röhsska Museum in Göteborg weicht mit dem Titel der Ausstellung erstmals von den positiven Titeln ab, die man in der Regel von einem Designmuseum erwartet, denn Design soll nach der gegenwärtigen Auffassung nach Idealen streben, Dingen, die jeden Betrachter träumen lassen, egal, ob es sich um Mode, Möbel oder andere Dinge handelt.

Die kommende Ausstellung im Röhsska Museum steht unter dem Titel Ond Design, also Böses Design, auch wenn es sich dabei nicht unbedingt um hässliche Gegenstände handelt, sondern um Dinge, nach denen früher viele strebten, aber auch heute noch viele streben, obwohl sie dabei dem Bösen dienen oder, geschichtlich betrachtet, dienten, denn Design lebt nur durch den Verkauf, also die Produktion.

Eine Silberdose erinnert selten an die Kinderarbeit, die dafür nötig ist. Bei Zucker denkt man nicht an die Sklaven, die früher auf den Zuckerplantagen beschäftigt wurden und beim Kauf einer billigen Jeans will man nicht wissen, dass die Frauen in Indien oder China, die sie herstellen, für einen Hungerlohn 16 Stunden am Tag arbeiten. Selbst die Handschellen lassen heute viele eher an Sexspiele denken als an jene, die sie unschuldig tragen mussten.

Herbert Kårlin

Freitag, 6. April 2012

Kopfsteinpflaster aus China in Göteborg

Am gestrigen 5. April veröffentlichte das städtische „Vårt Göteborg“, dass sich nach einem Rapport des Traffikverkets die Situation der Arbeiter in China, die an der Herstellung der Steine arbeiten, erheblich verbessert hat und die chinesischen Unternehmen, sowie die Importeure, sich immer mehr an die Forderung halten, die die Stadt im Jahre 2006 aufstellte. Göteborg will damit seine Erfolge im Kampf gegen Kinderarbeit und versteckte Sklaverei in China hervorheben.

Allerdings beruft sich der Autor des Artikels auf ein Dokument, das bereits im Januar 2011 veröffentlicht wurde und lediglich zwei Kontrollen in China beinhaltet, wobei die letzte im Herbst des Jahres 2010 erfolgte und es sich daher in keiner Weise um eine permanente Überwachung der Arbeitsbedingen in China handelt, sondern  lediglich der Stadt als positives Aushängeschild dienen soll.

Inwieweit man daher sagen kann, dass Göteborg kontinuierlich an der Verbesserung der Arbeitssituation in China arbeitet und nur noch Produkte kaufen will, die nicht in Verbindung mit dem Verstoß gegen Menschenrechte stehen, bleibt zweifelhaft. Sollte Göteborg seine Forderungen ernst meinen, so sind kontinuierliche und unangemeldete Kontrollen unabhängiger Kontrolleure nötig und müssen aktuelle Informationen über die Arbeitsbedingungen der Arbeiter in China vorgelegt werden.
Herbert Kårlin

Montag, 26. Juli 2010

Liseberg in Göteborg unterstützt Kinderarbeit

Nach dem jüngsten Report des Unternehmens Sweedwatch verkauft Liseberg in Göteborg, sowohl über die Glücksrädern als auch an ihren Kiosken, jährlich 340 Tonnen Schokolade, die in Westafrika durch Kinderarbeit und Zwangsarbeit hergestellt wird. Und dies, obwohl die Stadt Göteborg sich verpflichtet hat keine entsprechende Waren einzukaufen oder zu vertreiben.

Betroffen sind vor allem die Marken Cloetta und Marabou, wobei Cloetta bereits in die Kritik geriet, als das Königshaus diese Marke zur Hochzeit der Kronprinzessin unterstützte und damit, paradoxer Weise schwedischen Kindern helfen wollte. Laut Liseberg liegt die Verantwortung bei den Käufern, da diese verstärkt nach diesen Marken fragen und sich wenig dafür interessieren, auf welche Weise die Schokolade hergestellt wird.

Kraft Food, der Besitzer der Schokoladenmarke Marabou und Cloetta kennen das Problem der Kinderarbeit, wobei Marabou den Report von Sweedwatch für übertrieben hält. Beide Marken sehen jedoch, trotz Kinderarbeit, keinen Grund auf die Arbeitskonditionen in Westafrika einzuwirken und hoffen darauf, dass sich das Problem mit der Zeit selbst lösen wird. Liseberg hat vor in zwei Jahren nur noch Schokolade anzubieten, die nicht mit Kinderarbeit entsteht.

Herbert Kårlin