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Dienstag, 8. Juli 2014

Vorerst keine Sechs-Stunden-Arbeitstage in Schweden

Göteborg hatte zum Herbst des Jahres einem Teil der kommunal Angestellten die Möglichkeit geboten satt 40 Stunden die Woche nur noch 30 Stunden zu arbeiten, bei gleichem Gehalt selbstverständlich. Nach einer Testphase sollte dieses Modell dann weitgehend auf sämtliche Angestellte der Stadt übertragen werden, ein Versprechen, das wieder einmal etwas voreilig gegeben wurde, denn im Herbst wird weiterhin die 40-Stunden-Woche für alle Vollzeitangestellten gelten.

Als Ursache gilt die optimistische Denkweise Göteborgs, wie sich nun zeigt, denn selbst wenn das Projekt, das rechtzeitig zu den Kommunalwahlen im September des Jahres vorgesehen war, tatsächlich umgesetzt werden sollte, so wird dies frühestens im Laufe des Jahres 2015 geschehen, da man auch in Göteborg nicht einfach entscheiden kann, sondern die offiziellen administrativen Wege einhalten muss, eine Kleinigkeit, die man in der westschwedischen Stadt immer wieder vergisst.

Um das Projekt der 30-Stunden-Woche in einen Erfolg zu verwandeln, benötigt man auch eine Person, die das gesamt Projekt überwachen und dieses auswerten kann. Um eine solche Fachkraft rekrutieren zu können, ist eine öffentliche Ausschreibung vorgesehen, selbst wenn man bereits eine bestimmte Person im Auge hat. Hinzu muss man die Zeit rechnen in der eine Entscheidung des Stadtrates, also der Arbeitsvertrag, noch angefochten werden kann, ein Verfahren, das sich auch über Monate erstrecken kann. Man kann sich natürlich auch die Frage stellen, ob die rot-grüne Führung der Stadt mit dem Projekt nur ein Wahlversprechen in die Wege leiten wollte, denn die Idee der 30-Stunden-Woche hat sich mittlerweile bereits gefestigt und international Aufmerksamkeit erregt, unabhängig davon wie ernst gemeint das Projekt ist.

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Freitag, 11. April 2014

Verkürzte Arbeitszeit bei städtischen Angestellten

Obwohl keinerlei Kalkulation über die Kosten vorliegt und keine Analyse darüber wie viele zusätzliche Angestellte ein verkürzter Arbeitstag bei Angestellten der Stadt bringen kann, hat sich die rot-grüne Mehrheit des Stadtrates entschlossen die bisherige Arbeitszeit von acht Stunden täglich auf sechs Stunden zu verkürzen, bei gleichem Gehalt selbstverständlich und ohne dass diese Idee im nationalen Parteiprogramm der linken Parteien enthalten ist.


Vorerst soll diese Arbeitszeitverkürzung allerdings nur einige, noch nicht genannte, Abteilungen der Stadt betreffen und auf maximal ein Jahr beschränkt werden, denn auch wenn Rot-Grün diese Idee dauerhaft und für alle städtische Angestellte einführen will, so will man die Wirkungen nach einer Versuchsphase erst einmal auswerten und überdenken. Vorerst soll diese Maßnahme auch noch freiwillig sein, also kein Angestellter zur verkürzten Arbeitszeit gezwungen sein.

Die Vorsitzende der Grünen Göteborgs, Kia Andreasson, verteidigte vehement die Idee, da dies zu einer verbesserten Gesundheit der Angestellten, zu weniger Stress und zu weniger psychischen Erkrankungen führen wird, zumindest in den Augen der Politikerin. Das Argument der Opposition, dass die dafür nötigen Summen dringend in anderen Bereichen nötig wären, wischen die drei Parteien mit der Angabe zur Seite, dass das Geld zur Verfügung stehe, auch wenn bisher niemand unter ihnen sagen kann oder will wie viel Geld man für diese Maßnahme tatsächlich benötigt.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 18. Februar 2013

Göteborger Geburtshelferinnen unter Stress

Bereits im vorigen Jahr meldeten die Göteborger Geburtshelferinnen ihre unzumutbare Arbeitssituation bei der Arbeitsumweltbehörde, in der Hoffnung, dass das Amt die Probleme zumindest untersuchen wird um sie dann, im zweiten Schritt, zu beseitigen. Seit dieser Anzeige geschah, nach Aussagen der zuständigen Gewerkschaft, bisher überhaupt nichts, weder von Seiten der Behörde, noch von Seiten der Krankenhäuser.

Die Geburtshelferinnen der Göteborger Krankenhäuser klagen, wie bereits jene in Stockholm, dass die personelle Besetzung so gering ist, dass Arbeitstage von neun und zehn Stunden ohne jede Pause für Essen oder Trinken an der Tagesordnung sind, was die Sicherheit aller Patientinnen, die sich auf die Geburtshelferinnen verlassen, in Frage stellt, da bei hohem Stress ohne Pausen auch das Risiko steigt Fehler zu begehen und die Angst vor Fehlern den Stress zusätzlich erhöht.

Die administrative Leitung der Krankenhäuser ist sich der Probleme voll bewusst und versucht daran zu arbeiten, dass diese Probleme, schon aus Sicherheitsgründen für die Patienten, beseitigt werden. Die gegenwärtige Situation schieben die Göteborger Krankenhäuser allerdings auf die hohe Abwesenheit wegen Krankheiten der Geburtshelferinnen und nicht eine generelle Problematik, denn auf Grund des knappen Budgets kommt es nicht in Frage das Personal zu erweitern. Wie daher der Stress abgebaut werden soll, bleibt in den Sternen.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 6. Januar 2010

Rauchverbot für die Angestellten der Stadt Göteborg

Zum Jahreswechsel haben sich erneut zwei Stadtteile Göteborgs dazu entschlossen während der Arbeitszeit das Rauchen zu verbieten, wobei auch die noch verbleibenden Stadtteile bereits entsprechende Schritte für die Zukunft angekündigt haben. Göteborg wird dadurch zur Modellstadt Schwedens in Hinsicht auf Arbeitsplätze ohne Rauch.

Was auf den ersten Blick als eindeutige Lösung betrachtet werden kann, hat jedoch noch so einige Lücken, da es bisher keinerlei Gesetzt gibt, das das Rauchen während der Arbeitszeit für städtische Angestellte tatsächlich verbietet und daher einige Abteilungen Rauchen einfach tolerieren, andere Disziplinarmaßnahmen ankündigen und eine dritte Gruppe ihren Angestellten einfach helfen will, teils ohne ein genaues Programm aufzuweisen.

Aber auch die Hilfe ist sehr unterschiedlich, denn während der eine Stadtteil Rauchern bis zu 1500 Kronen für Abgewöhnungsmaßnahmen zur Verfügung stellt, müssen die Angestellten im nächsten Stadtteil selbst damit zurecht kommen. Während ein Stadtteil seine Angestellten seit Monaten auf die Umstellung vorbereitet und selbst kostenlos Antiraucherpflaster verteilt, müssen die Angestellten eines anderen Stadtteils ganz einfach „aufhören zu rauchen“, wenn sie keine negativen Konsequenzen erwarten wollen.

Herbert Kårlin