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Dienstag, 26. August 2014

Operationen werden in Göteborg eingestellt

Auch wenn die Leitung des Sahlgrenska Universitätskrankenhauses in Göteborg immer wieder versichert dass man dort nicht unter Personalmangel leidet und jährliche immense Summen für Zeitarbeitskräfte und Aushilfskräfte ausgegeben werden, zeigt eine neue Studie ein völlig anderes Bild, insbesondere was die Operationsteams betrifft, denn im Schnitt muss im Sahlgrenska jede dritte fest gebuchte Operation, teilweise im letzten Moment, eingestellt werden.

Besonders häufig macht sich dies in der Orthopädie bemerkbar, denn die Studie zeigt, dass dieses Problem dort bereits seit 2007 besteht ohne dass organisatorisch eine Änderung eintrat und die Situation in irgendeiner Weise verbessert wurde. Da die Studie auf 17.000 gebuchte Operationen der Orthopädie in Göteborg aufbaut, hat sich das Problem dort also gefestigt, auch wenn ein Drittel der Abbuchungen aus den unterschiedlichsten Gründen von den Patienten ausgingen.

Die Forscher sind der Auffassung, dass das Problem insbesondere darauf beruht, dass zahlreiche Patienten zu schlecht auf den Eingriff vorbereitet wurden, aber auch, dass zu viele Eingriffe gebucht werden, da es selbstverständlich ist, dass immer wieder Notfälle eingeschoben werden müssen, zu Zeiten, in denen bereits eine Operation geplant ist. Erstaunlich ist dabei, dass das Sahlgrenska mittlerweile von einer Wirtschaftkraft geleitet wird, die einen neutralen Überblick haben sollte und Planung bereits während des Studiums lernte.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 8. August 2014

Der medizinische Wasserpalast Göteborgs

Im Jahre 2009 wurde im Göteborger Universitätskrankenhaus Sahlgrenska ein neues Gebäude eingeweiht, das das Bauunternehmen PEAB fertiggestellt hatte, eine Firma, die sehr häufig von Göteborg und der Region Västra Götaland mit wichtigen Projekten beauftragt wird. Bei diesem Neubau ging jedoch so einiges schief, denn die unprofessionelle Bauweise des Gebäudes hatte bald Nebeneffekte: Die Angestellten begann über Kopfschmerzen zu klagen, hatten Schwindelanfälle und wurden überdurchschnittlich oft krank.

Als es dann auch noch Regen durch undichte Fenster kam und sich Schimmel ansiedelte, waren bald mehrere Probleme gefunden. Auch die Ursache für die Probleme der Angestellten war bald lokalisiert, denn es handelte sich um ein Lösungsmittel im Leim, der von PEAB für das Verlegen des Fussbodens benutzt wurde. Angestellte und Gewerkschaften forderten daraufhin, dass die neu eingerichteten Abteilungen vorübergehend zurückgelagert werden sollen damit der Baupfusch schnellstmöglich behoben werden kann und die gesundheitlichen Probleme des Personals verhindert werden.

Erst jetzt, vier Jahre nachdem die Probleme entdeckt wurden, wird der Neubau stufenweise saniert und eine Abteilung nach der anderen in Angriff genommen, allerdings können die Arbeiten erst nach dem Besuch eines Gutachters durchgeführt werden, da bisher nicht klar ist wer für die Kosten aufkommen wird. Im Laufe des Jahres 2016 soll der Anbau des Krankenhauses wieder voll in Betrieb genommen werden, ohne dass dann noch irgendwelche Probleme zu verzeichnen sind.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 5. Februar 2014

Teilerfolg für Göteborger Krankenschwestern

Der Kampf der schwedischen Krankenschwestern um einen Einstiegslohn von ursprünglich 24.000 Kronen im Monat, der mittlerweile auf 25.000 Kronen angehoben wurde, zeigt erste Erfolge, denn die ersten Universitätskrankenhäuser des Landes, so zum Beispiel jenes in Umeå, haben bereits die Forderung von 25.000 Kronen akzeptiert und vermeiden dadurch Engpässe und hohe Zusatzkosten durch Leihkrankenschwestern.

Das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg ist bei Gehaltsfragen weitaus weniger offen und bezahlt nun einen angehobenen Einstiegslohn von 22.500 Kronen, der sich nach vier Monaten Einarbeitungszeit um weitere 500 Kronen erhöht. Es ist also noch ein weiter Weg bis auch Göteborg die Patientensicherheit wichtiger nimmt als eine Gehaltsdiskussion, deren Ausgang schon jetzt sicher ist, denn um in der gegenwärtigen Lage neue Krankenschwestern zu finden, muss auch das Gehalt so hoch sein wie bei den Konkurrenten in den anderen Regionen des Landes.

Nachdem bereits 67 Prozent der jungen Krankenschwestern einen Einstiegslohn von mindestens 24.000 Kronen pro Monat erhalten, dürfte sich das Problem mit Krankenschwestern im Sahlgrenska im Laufe des Jahres noch verschärfen, da einige Krankenschwestern nach ihrem Examen direkt nach Norwegen gehen werden und diejenigen mit sehr guten Abschlüssen nach Stellen greifen bei denen sie auch entsprechend entlohnt werden. Nur jene mit einem schlechten Abschluss werden sich bereit erklären weniger zu verdienen als ihre Kollegen in anderen Städten und Göteborg wählen.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 30. Januar 2014

Medizin wird in Göteborg zum Problem

Die schlechten Nachrichten in gesundheitlichen und medizinischen Fragen reißen in Göteborg nicht ab, wobei es in diesem Fall nicht nur um zu wenige und überarbeitete Krankenschwestern geht, sondern die gesamte medizinische Pyramide der Stadt gerät ins Wanken, trotz der hervorragenden Forschungseinrichtungen der Sahlgrenska Akademien.

Gestern erreichte die Göteborger Universität die Nachricht, dass die Ausbildung für Ärzte so schlecht ist, dass man bald keine Mediziner mehr ausbilden darf, sollte nicht die gesamte Ausbildung aufgewertet werden und die Studenten eine breitere Ausbildung erhalten, die von einer isolierten Arbeit zu einer Zusammenarbeit führt. Medizin ist an der Universität allerdings nur einer der Fachbereiche, die mit Problemen zu kämpfen hat, da die Dekanin mit anderen Ideen die Ausbildung zu vergessen scheint.

Ein noch größeres Problem schuf bereits Ende 2011 das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg als es das Callcenter Kontaktpunkten mit sämtlichen eingehenden Patientengesprächen betraute, da das Callcenter mit rund 2000 Anrufen am Tag vollkommen überfordert ist und deswegen innerhalb von zwei Jahren 882 registrierte Probleme auftauchten, da nun Überweisungen spurlos verschwinden und Patienten übertrieben lange darauf warten müssen um mit einer Fachkraft reden zu können.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 12. Oktober 2013

Hohe Ausgaben bei der Göteborger Universitätsklinik

Während die Generaldirektorin der Göteborger Universitätsklinik Barbro Fridén im August des Jahres noch lautstark erklärte, dass eine Gehaltserhöhung für Krankenschwestern das Krankenhaus ruinieren wurde, deckte die Tageszeitung Göteborgs-Posten nun auf, dass Sparmaßnahmen nur andere betreffen, nicht jedoch die Geschäftsführung, denn hier dürfen Summen in nahezu jeder Größenordnung für Vergnügen und Berater verwendet werden.

Auch wenn Barbro Fridén erst seit zehn Monaten Generaldirektorin des angesehenen Sahlgrenska Krankenhauses ist, so gelang es ihr bereits einen zweitägigen Spa-Aufenthalt für 16 Personen für über 50.000 Kronen und eine Tagung auf Marstrand für 14 Personen für über 32.000 Kronen zu buchen, mit Hilfe eines Arrangeurs, der dafür zusätzlich insgesamt über 90.000 Kronen berechnete. Aber sie reiste auch mit Businessclass in die USA, obwohl dies im Västra Götaland nicht üblich ist und sie benötige zum Antritt ihrer Arbeitsstelle einen Lehrer für Sprache und Kommunikation, der 45.000 Kronen kostete. Für eine Studie gab sie dann sogar 3,7 Millionen Kronen aus, was die Topverdienerin als vollkommen normal empfindet.

Wenn man davon absieht, dass ein Arbeitnehmer beim Antritt seiner Arbeitsstelle in der Regel Kenntnisse mitbringt und nicht erst erwerben muss, so muss man sich in Göteborg natürlich fragen wie diese, wenn auch legale, Verschwendungen möglich sind, denn im Aufsichtsrat sitzen Politiker Göteborgs, die wissen mussten wie hoch die Summen sind, die Barbro Fridén ausgibt, oder diese Politiker werden bezahlt ohne ihre Arbeit zu leisten. Selbst wenn das Verhalten Fridéns juristisch gesehen zu verteidigen ist, so stellt sich die Frage, warum für diese immensen Summen nicht für mehr Personal gesorgt wird und warum städtische Politiker diese Ausgaben nicht rechtzeitig stoppten.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 7. August 2013

Das Universitätskrankenhaus Göteborgs in Bedrängnis

Obwohl in Schweden jedes Jahr etwa 4000 neu ausgebildete Krankenschwestern die Schulen verlassen und anschließend eine Arbeitsstelle suchen, klagen alle staatlichen Krankenhäuser, darunter das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg, über einen Mangel an Krankenschwestern, und sie vergessen dabei, dass jedes Jahr die Hälfte dieser neuen Krankenschwestern um eine Zulassung in Norwegen ansucht, weil dort die Bezahlung, die Arbeitszeit, die Verantwortung und das Arbeitsklima besser sind als in schwedischen Krankenhäusern.

Das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus gehört mit zu jenen bei denen sehr viele neu ausgebildete Krankenschwestern arbeiten wollen, und viele sind auch bereits eine sehr hohe Arbeitsbelastung auf sich zu nehmen, jedoch nicht unter einem monatlichen Gehalt von 24.000 Kronen, einer Summe, die man in Norwegen leicht bei einer Teilzeitbeschäftigung verdienen kann. Für die Regionalregierung im Västra Götaland ist es jedoch ein Prinzip die Gehälter für Krankenschwestern nicht zu erhöhen, auch wenn dadurch die Patientensicherheit in Frage gestellt wird.

Dabei ist der Personalmangel im Sahlgrenska das ganze Jahr über zu spüren und führt im Sommer geradezu zu einem Kollaps, denn Patienten müssen vorzeitig nach Haus geschickt werden, andere Abteilungen, insbesondere die Notaufnahme in Mölndal, werden ganz geschlossen und Krebspatienten müssen in ihrer Angst wochenlang auf eine dringende Operation warten. Aber seit der Reform des Gesundheitswesen ist nicht mehr der Kranke im Zentrum des Gesundheitswesens, sondern die Rentabilität, weswegen die Führung des Sahlgrenska auch von Wirtschaftswissenschaftlern übernommen wurde und nicht von Medizinern.

Herbert Kårlin

Freitag, 26. Juli 2013

Der Krankentransport in Göteborg weiterhin unsicher

Nachdem der Krankentransport des Sahlgrenska Universitätskrankenhauses in Göteborg in den letzten Wochen bedeutende Mängel zeigte, sowohl in der Menge der einsetzbaren Krankenwagen als auch in Fragen des notwendigen Fachpersonals, sollte die Abteilung bereits am Dienstag einen Plan vorlegen, der die Patientensicherheit garantiert und darstellt wie die Arbeitssituation des Personals verbessert wird.

Auch wenn dieser Plan des Sahlgrenska Universitätskrankenhauses pünktlich beim Verband der Pflegeberufe (Vårdförbundet) einging, so sagt dieser in keiner Weise aus wie die Abteilung für den Krankentransport die Probleme unmittelbar beheben will und welche Änderungen sofort geplant sind, denn der Begriff „akut“ scheint für die Verantwortlichen nicht zu existieren, denn sie sind der Meinung alle Fragen in bester Form beantwortet zu haben.

In der Tat soll ein neuer Arbeitsplan erst ab dem 1. Oktober in Kraft treten, der, nach Aussagen des Sahlgrenska, eine bedeutende Verbesserung für Patienten und Personal sein wird, aber bis dahin sieht man sich nicht gezwungen in irgendeiner Weise mehr Fachpersonal zu beschäftigen, den Fahrern Pausen zu garantieren oder in sonst einer Weise den Krankentransport zu verbessern, denn entscheidend ist für das Sahlgrenska in Göteborg die Wirtschaftlichkeit, nicht der Patient.

Herbert Kårlin

Göteborg Reiseführer Messetermine in Göteborg

Dienstag, 4. Juni 2013

Göteborger Universitätskrankenhaus vor der Zerreißprobe

Wenn in drei Wochen etwa 150 Krankenschwestern des Sahlgrenska Universitätskrankenhauses in Göteborg in Urlaub gehen, so sollten die Bewohner der Stadt möglichst vermeiden krank zu werden, denn nach der Tageszeitung Metro werden 150 Krankenschwestern mit 17 Arbeitskräften ersetzt, die in der Regel einspringen sobald eine der offiziellen Krankenschwestern krank wird oder aus anderen Gründen verhindert ist. Die Situation sieht dieses Jahr also noch weitaus schlechter aus als im vergangenen Jahr, als bereits Chaos herrschte.

Während die Krankenhausleitung versichert, dass auch im Sommer der Betrieb aufrecht gehalten wird, so sprechen die Verantwortlichen nicht davon mit welcher Belastung das Personal in den sommermonaten zu rechnen hat und dass unter diesem Druck die Sicherheit der Patienten kaum garantiert werden kann, denn die 17 Kräfte können nicht auf sämtliche Abteilungen verteilt werden, sondern müssen für Notfälle und Operationen eingesetzt werden.

Aber das Problem erstreckt sich nicht nur auf das Krankenhaus selbst, sondern auch den Krankentransport, denn nachdem das Sahlgrenska im vergangenen Herbst auch diesen Dienst von Falck übernommen hat, fehlt auch hier Personal, was wiederum dazu führt, dass die Angestellten auch mit einem Arbeitstag von zwölf Stunden und mehr rechnen müssen. Glücklicherweise bemerken die Kranken in einem Krankenwagen auch nicht, dass so manches Mal Angestellte ohne jede medizinische Kompetenz neben ihnen sitzen, aber die Weigerung 24.000 Kronen pro Monat an medizinisches Personal zu bezahlen ist für das Krankenhaus weiterhin ausgeschlossen.

Herbert Kårlin

Sonntag, 2. Oktober 2011

Unregelmäßigkeiten im Göteborger Universitätskrankenhaus

Nicht nur in den Baugesellschaften Göteborgs und den stadteigenen Stromversorgern scheinen Bestechung, Betrug und andere Unregelmäßigkeiten an der Tagesordnung zu sein, sondern auch im Sahlgrenska Universitätskrankenhaus, wie die lokale Tageszeitung GP aufdeckte. 105 von den 172 Professoren der Sahlgrenska Akademien sitzen zusätzlich im Vorstand privater Unternehmer oder haben eigene Firmen, was nur rund die Hälfte unter ihnen auch bei der Universitätsverwaltung angeben.

Gegenwärtig kennt die Leitung des Sahlgrenska bei den meisten Professoren, die sowohl im Universitätskrankenhaus als auch der Göteborger Universität aktiv sind, weder welche Arbeitslast bei den einzelnen Professoren liegt, noch wie hoch ihr tatsächliches Einkommen ist und inwieweit sie gegen Verordnungen verstoßen, eine Situation, die ein Drittel der Professoren als völlig normal betrachtet.

Ein Extremfall in diesem System ist der Professor für Arbeitsmedizin Mats Hagberg, der ein eigenes Unternehmen hat und nicht nur für unter ihm arbeitende Ärzte, sondern auch für sich selbst Konferenzbeteiligungen am eigenen Unternehmen unterzeichnete ohne seinen Vorgesetzten davon zu informieren. Auch wenn anzunehmen ist, dass der Vorgesetzte den Empfehlungen des Chefarztes nachgekommen wäre, so ist es verantwortungslos wie mit Steuergeldern umgegangen wird um Schützlingen teure Veranstaltungen im eigenen Unternehmen zu vermitteln.

Herbert Kårlin

Sonntag, 7. August 2011

Lange Wartezeiten bei Brustkrebs in Göteborg

Obwohl im Sommer im Sahlgrenska Universitätskrankenhaus bereits dringende Operation, zum Beispile Krebsoperationen, vorrangig behandelt werden, stiegen die Wartezeiten bei Brustkrebspatienten von üblichen zwei bis drei Wochen auf bis zu sieben Wochen an, was in der Ferienzeit die Angst und den psychischen Druck bei Kranken erheblich steigen lässt.

Diese Situation ist zwischen Mittsommer und Mitte August nicht neu in Göteborg, sondern wiederholt sich von Jahr zu Jahr, ohne dass entsprechende vorbeugende Schritte eingeleitet werden. Nach den Ärzten des Universitätskrankenhauses bildet eine zusätzliche Wartezeit von vier bis fünf Wochen jedoch kein erhöhtes Risiko bei Brustkrebs und belastet lediglich den Patienten, der auf eine schnellstmögliche Operation wartet.

Die Verzögerung betrifft im Sommer jedoch nicht nur Patientinnen mit Brustkrebs, sondern erstreckt sich auch auch andere Krebsarten, da in Schweden auch Ärzte das Recht darauf haben einen Teil ihres Urlaubs im Sommer zu nehmen und der steigende Ärztemangel im Land bereits in Normalzeiten selbst dringende Behandlungen verzögert.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 9. Juni 2010

Herztransplantationen nur noch in Göteborg und Lund

Seit im Februar das RSN (Rikssjukvårdsnämnden), das in etwa mit dem Gesundheitsministerium für Gesundheit in Deutschland verglichen werden kann, beschloss, Stockholm das Recht für Herztransplantationen zu entziehen und nur noch die beiden Universitätskrankenhäuser in Göteborg und Lund damit zu betrauen schwelt ein Kampf zwischen den spezialisierten Einrichtungen der drei Krankenhäusern.

Unmittelbar nach der Entscheidung im Februar beantragte das Karolinska Universitätskrankenhaus in Stockholm eine neue Prüfung des Falles, was dazu führte, dass die vorhergehende Einscheidung mit sieben zu zwei Stimmen bestätigt wurde und Stockholm seine Herztransplantationen zum 1. Juli 2010 einstellen sollte. Bis heute hat das Karolinska die Entscheidung jedoch nicht umgesetzt, sondern hofft auf eine verlängerte Übergangslösung.

Auch wenn Göteborg und Lund die Entscheidung begrüßen, da zwei auf Herztransplantationen spezialisierte Krankenhäuser in Schweden ausreichen und die Maßnahme die Kompetenzen der beiden Kliniken nur erhöhen kann, bleibt die Entscheidung kontrovers. Da Herztransplantationen auch mit Forschung in den Universitätskrankenhäusern verbunden sind und daher in zweiter Linie zu einer besseren Diagnose und Behandlung auch bei anderen Herzproblemen führen, ist zu befürchten, dass Forschung und Spezialisierung bei Herzkrankheiten in Schweden einen Rückschritt erleiden werden.

Herbert Kårlin

Dienstag, 8. Juni 2010

Ärztemangel in Göteborg

Wie jedes Jahr, so haben auch 2010 die Mehrheit der Ärzte des Sahlgrenska Universitätskrankenhauses in Göteborg zur gleichen Zeit ihren Urlaub und der Ärztemangel macht sich deutlich. Kaum eine Station des Krankenhauses kann den üblichen Dienst während der Sommermonate aufrecht halten. Während in früheren Jahren noch Aushilfsärzte in dieser Epoche zur Verfügung standen, müssen nun sämtliche Krankenhäuser des Västra Götaland zu neuen Methoden greifen oder eine schlechteren Service bieten.

Am meisten betroffen ist die Radiologieabteilung des Sahlgrenska, denn auch die zur Verfügung stehenden Aushilfsärzte der Zeitarbeitsunternehmen können den Bedarf nicht decken. Wer daher in den beiden Sommermonaten in Göteborg geröntgt wird, muss damit rechnen, dass die Bilder per Internet nach Barcelona oder Sydney zur Auswertung geschickt werden müssen, wo das Gesundheitssystem weniger von Urlaubsansprüchen gestört wird.

Inwieweit diese Methode der Telediagnose Erfolg haben wird werden die kommenden Monate zeigen. Während man bei der Radiologie jedoch noch eine Lösung fand, kann im Moment jedoch noch niemand sagen wie die Situation mit Ärzten vor Ort und spezialisierten Krankenschwestern aussehen wird, denn auch hier bleiben viele notwendigen Arbeitsplätze leer.

Herbert Kårlin

Dienstag, 20. April 2010

Bei Brustkrebs lange Wartezeiten in Göteborg

Im Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg werden jedes Jahr zwischen 650 und 700 Frauen wegen Brustkrebs operiert, was pro Arbeitswoche bis zu 20 Operationen entspricht. Nach internationalen Empfehlungen soll bei entsprechender Diagnose die Operation innerhalb von zwei Wochen vorgenommen werden, und in Ausnahmefällen innerhalb von drei Wochen.

Bei der aktuellen Operationskapazität im Göteborger Universitätskrankenhaus muss eine Frau mittlerweile jedoch sechs Wochen warten bevor eine Operation durchgeführt kann, was viele Frauen verzweifeln lässt, da für sie jeder Tag wichtig ist. Ohne weitere Operationsräume ist das Sahlgrenska jedoch nicht in der Lage diese Situation zu verbessern, da der Operationssäle jede Minute ausgebucht ist.

Das Problem mit den langen Wartezeiten beruht vor allem auf einer falsche Politik im Gesundheitswesen, wodurch Mammographien im Jahre 2009 nur in sehr beschränktem Masse durchgeführt werden konnten, ab 2010 jedoch nicht nur die Anzahl der Mammographien erneut ansteigt, sondern nun auch zusätzlich alle Frauen bis zum Alter von 74 Jahren zu den entsprechenden Vorsorgeuntersuchungen geladen werden.

Herbert Kårlin

Freitag, 26. Februar 2010

Kinderintensivstation des Sahlgrenska in Göteborg unter Druck

Dringende Herzoperation bei Kindern müssen in der Kinderabteilung des Sahlgrenska Universitätskrankenhauses in Göteborg oft langfristig aufgeschoben werden oder kurzfristig abgesagt werden, da in den Abteilungen akuter Personalmangel herrscht und Kindern daher nach einer Operation oft nicht die notwendige Zeit gewidmet werden kann.

Heute arbeiten in der Intensivstation für Kinder, die zwölf fachlich qualifizierte Krankenschwestern benötigt, gerade einmal acht, obwohl weitere zwei Stellen zur Besetzung ausgeschrieben sind. Aber bei dem hohen Druck, der in der Intensivstation auf den Krankenschwestern lastet und der relativ geringe Gehalt, der den doppelt ausgebildeten Fachkräften bezahlt wird, lockt diese Fachkräfte kaum an, die in anderen schwedischen Städten ebenfalls gesucht werden, aber dafür auch mehr verdienen können.

Überbelegungen, hoher Arbeitsdruck und extrem hohe Wiederbelegung der Betten locken kaum Personal an, das in Lund, Stockholm oder Norwegen unter normalen Bedingungen arbeiten kann. Das Problem der Intensivstation des Sahlgrenska Universitätskrankenhauses ist jedoch nicht neu, denn die Gewerkschaften dringen seit Jahren auf verbesserte Arbeitsbedingungen für das Personal, ohne jedoch bisher ihrem Ziel einen Schritt näher gekommen zu sein, da Kinder im Göteborger Krankenhaus immer noch als „zweitrangige“ Patienten betrachtet werden.

Herbert Kårlin

Freitag, 12. Februar 2010

Hepatitis B verbreitet sich in Göteborg

Seit Mitte Dezember des vorigen Jahres wurden bereits neun Personen mit einer akuten Hepatitis B in die Göteborger Krankenhäuser eingeliefert. Eine Quote, die innerhalb dieser kurzen Frist weit über dem in Europa liegenden Schnitt liegt. Die Ärzte des Sahlgrenska Universitätskrankenhauses vermuten, dass es sich bei den neun Personen jedoch nur um die Spitze des Eisbergs handelt und weitaus mehr Personen in Göteborg bereits den Virus weiter verbreiten.

Nachforschungen haben ergeben, dass es sich bei acht der neun Fälle um Drogenabhängige oder deren Angehörige handelt. Allerdings handelt es sich dabei bereits um zwei unterschiedliche Kreise zwischen denen man keine Verbindung finden kann. Es ist ebenso wenig klar, ob die der Hepatitis B Virus sich über kontaminierte Nadeln oder sexuelle Aktivität verbreitet, da die betroffenen Gruppen eigenen Regeln des Persönlichkeitsschutzes folgen, ohne über eventuelle Konsequenzen nachzudenken.

Diese Problematik führt nun dazu, dass die Trägerviren der Erkrankten analysiert werden müssen um dem Verbreitungswegen näher zu kommen. Die Situation wird vom Sahlgrenska Universitätskrankenhaus als kritisch eingestuft, da die Inkubationszeit des Virus bis zu sechs Monaten sein kann und die Krankheit nur bei der Hälfte aller Infizierten ausbricht, was bedeutet, dass weitere 50% auf den ersten Blick gesunde Menschen den Virus unwissentlich ebenfalls verbreiten und eine unbekannte Anzahl an Personen während der nächsten Monate erkranken kann.

Herbert Kårlin

Dienstag, 10. November 2009

Wegen Sparmaßnahmen weniger Operation im Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg

Das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus muss im nächsten Jahr 140 Millionen Kronen einsparen. Dies bedeutet weniger Untersuchungen, weniger Operation, weniger Überwachung bei und nach einer Krankheit. Nahezu jede Abteilung des Krankenhauses ist von Einschnitten betroffen und so manche Operation muss auf quasi unbegrenzte Zeit aufgeschoben werden, wenn der Patient nicht eine Behandlung in einem anderen europäischen Land wählt.

Am meisten betroffen von den Sparmaßnahmen ist die Orthopädie und die Kinderabteilung. Bei den Sparmaßnahmen geht es nicht nur um Personaleinsparungen (im Jahre 2010 werden 400 bis 500 Arbeitsplätze verschwinden), sondern Tausende von Patienten müssen auf so manche Behandlung oder Untersuchung verzichten oder mit einem größeren Risiko leben lernen.

Das Sahlgrenska wird ab nächstem Jahr nahezu jede Behandlung, die eine Ärztezentrale theoretisch ausführen kann, ablehnen, was natürlich bedeutet, dass der Patient dann die Behandlung auch selbst, im Rahmen des vorgegebenen Limits, bezahlen muss. Das Göteborger Sozialsystem geht damit einen weiteren Schritt auf die Zwei Klassen Gesellschaft zu. Wer kein Geld für seine Gesundheit übrig hat muss eben krank bleiben.

Herbert Kårlin