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Mittwoch, 3. September 2014

Ausgebildete Lehrer, ein Problem in Göteborg

Als der schwedische Verband der Lehrer im Jahre 2003 erstmals die Qualität der Schulen des Landes bewertete, lag Göteborg mit seinen Schulen auf Platz 47. Heute findet man Göteborg auf Platz 234 von insgesamt 290, und dies, obwohl die Stadt im Laufe eines Jahres sogar um acht Plätze nach oben kletterte. Jedes Wahlversprechen über eine bessere Qualität der Schulen der Stadt kann unter diesen Voraussetzungen nur als leeres Versprechen betrachtet werden, denn um innerhalb von vier Jahren um 200 Plätze nach oben zu klettern, dazu ist ein Wunder notwendig.

Nach den Auswertungen des Lehrerverbands ist das Hauptproblem in Göteborg, dass es hier viel zu wenige ausgebildete Lehrer gibt, der Unterricht also zum Teil von Aushilfskräften oder nicht voll ausgebildeten Lehrern gegeben werden muss, ein Problem, das voraussichtlich selbst bis 2020 nicht behoben wird, da landesweit viel zu wenige Lehrer ausgebildet werden und während der kommenden vier Jahre weniger neu ausgebildete Lehrer die Universitäten verlassen werden als pensioniert werden. Und wie man Studenten vom Lehrerberuf wieder überzeugen kann, darauf kann bisher keine kommunale Partei eine Antwort geben.

Ausgerechnet in Göteborg ist auch eine Gehalterhöhung nicht die Ursache für die zu geringe Anzahl an ausgebildeten Lehrern, die man hier beschäftigt, denn die Stadt bezahlt ihren Lehrern mehr als andere Gemeinden, die man in Spitzenpositionen findet und die kein Problem dabei haben gute Kräfte anzustellen. Es wäre daher wichtig, dass Göteborg sich erst einmal auf die Suche nach dem Problem macht, denn auch in den kommenden Jahren werden Lehrer die Chance haben ihre Arbeitgeber zu wählen und Schulen mit einem schlechten Ruf werden auf der Strecke bleiben.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 5. Februar 2014

Teilerfolg für Göteborger Krankenschwestern

Der Kampf der schwedischen Krankenschwestern um einen Einstiegslohn von ursprünglich 24.000 Kronen im Monat, der mittlerweile auf 25.000 Kronen angehoben wurde, zeigt erste Erfolge, denn die ersten Universitätskrankenhäuser des Landes, so zum Beispiel jenes in Umeå, haben bereits die Forderung von 25.000 Kronen akzeptiert und vermeiden dadurch Engpässe und hohe Zusatzkosten durch Leihkrankenschwestern.

Das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg ist bei Gehaltsfragen weitaus weniger offen und bezahlt nun einen angehobenen Einstiegslohn von 22.500 Kronen, der sich nach vier Monaten Einarbeitungszeit um weitere 500 Kronen erhöht. Es ist also noch ein weiter Weg bis auch Göteborg die Patientensicherheit wichtiger nimmt als eine Gehaltsdiskussion, deren Ausgang schon jetzt sicher ist, denn um in der gegenwärtigen Lage neue Krankenschwestern zu finden, muss auch das Gehalt so hoch sein wie bei den Konkurrenten in den anderen Regionen des Landes.

Nachdem bereits 67 Prozent der jungen Krankenschwestern einen Einstiegslohn von mindestens 24.000 Kronen pro Monat erhalten, dürfte sich das Problem mit Krankenschwestern im Sahlgrenska im Laufe des Jahres noch verschärfen, da einige Krankenschwestern nach ihrem Examen direkt nach Norwegen gehen werden und diejenigen mit sehr guten Abschlüssen nach Stellen greifen bei denen sie auch entsprechend entlohnt werden. Nur jene mit einem schlechten Abschluss werden sich bereit erklären weniger zu verdienen als ihre Kollegen in anderen Städten und Göteborg wählen.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 2. November 2013

Göteborger Schären ab Montag ohne Fähren

Nachdem die Arbeitgeber der Fähren zu den Schären und entlang des Göta Älv sich nicht bereit erklärten den Angestellten die gleichen Gehaltserhöhungen zu bieten, die in allen anderen Berufsgruppen ausgehandelt wurden, hat die Gewerkschaft Seko nun ab Montag 12 Uhr zum Streik aufgerufen, was bedeutet, dass sieben Fähren im Hafen liegen werden und selbst die kostenlosen Überfahrten zum Wissenschaftszentrum in Hisingen eingestellt werden.


Die Gewerkschaft will diesen Arbeitskampf auf jeden Fall austragen, da in fast allen anderen Bereichen die Lohnverhandlungen zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaften bereits geführt wurden und in jedem Fall zu höheren Gehaltssteigerungen führten als für Angestellte im Fährverkehr gedacht ist. Valle Karlsson, der Sprecher Sekos, sieht das Angebot der Arbeitgeber als unhaltbar und kann nicht verstehen, dass eine Gruppe an Angestellten dafür kämpfen muss um nur das zu erhalten was alle anderen arbeitenden Schweden bereits erhalten haben.

Gleichzeit wurde bekannt, dass die Arbeitgeber in Zukunft auf genormte Tarife übergehen wollen, was bedeutet, dass auch jemand, der sich durch eine ausgezeichnete Arbeit und Sonderleistungen auszeichnete, keinerlei Prämie mehr dafür erhalten kann. Je nachdem ob es zum Streik kommt und wie lange dieser anhalten wird, werden auch die Paddan-Boote nicht mehr zum Weihnachtsmarkt nach Liseberg fahren. Die Gewerkschaft ist auf jeden Fall fest entschlossen den Streik durchzuführen bis allen Angestellten eine Gehaltserhöhung in der Höhe zugesprochen wird, die Industriearbeitern geboten wurde.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 12. Juli 2013

In Göteborg arbeitet man nur bei Sonnenschein

Bereits im vergangenen Jahr klagten zahlreiche Jugendliche in Göteborg darüber, dass sie bei Restaurants und in Hotels einen Arbeitsvertrag zur Sommersaison nur unter der Bedingung erhielten dass sie zwar mehr oder weniger rund um die Uhr arbeitsbereit waren, jedoch akzeptierten nur dann anzutreten wenn auch die Sonne schien und sich Touristen in großer Menge zeigten.

Unter den Jugendlichen werden diese Arbeitsstellen ironisch bereits als solvakt (Sonnenwache) bezeichnet, denn sie bekommen einen Arbeitsvertrag, werden ganz normal mit den in der Branche üblichen Arbeitsstunden eingeteilt, dürfen jedoch nur dann arbeiten wenn durch die Sonne eine große Anzahl an Gästen zu erwarten ist oder bereits am Eingang steht. Die Bezahlung erfolgt selbstverständlich auch nur für die Stunden mit Arbeitsleistung und nicht für die Einsatzbereitschaft

Die meist sehr jungen Angestellten wagen sich gegen dieses illegale System nicht zu wehren, da sie Angst davor haben dann die Arbeitsstelle ganz zu verlieren und die Gewerkschaft für Hotel- und Restaurantangestellte erfahren in der Regel diese Methode nur über Hintertüren oder die Presse und stehen den Arbeitgebern machtlos gegenüber, was wiederum dazu führt, dass sich diese Methode in Göteborg Jahr für Jahr mehr verbreitet. Natürlich darf ein Arbeitgeber seine Angestellte bei Arbeitsmangel nach Hause schicken, aber er muss, zumindest offiziell, die vorgesehene Arbeitszeit dennoch bezahlen.

Herbert Kårlin

Dienstag, 19. März 2013

Hunderte von Krankenschwestern fehlen in Göteborg

Obwohl in Göteborg noch Schnee fällt und kalte Winde nur vom Sommer träumen lassen, steht jetzt schon fest, dass die Krankenversorgung in den Göteborger Krankenhäusern ab Mittsommer unter akutem Mangel an Krankenschwestern leiden werden und die Patientensicherheit, vor allem in ambulanten Abteilungen und der Psychiatrie, nicht mehr garantiert werden kann, denn es werden mehrere hundert Krankenschwestern in Urlaub sein, die nicht von Aushilfskräften ersetzt werden können.

Das größte Problem ist dabei, dass die jungen Krankenschwestern, die ihr Hochschulstudium beenden und früher im Sommer immer einsprangen, keinen Vertrag akzeptieren wollen, der ihnen weniger als 24.000 Kronen im Monat garantiert, das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus mit den angeschlossenen kommunalen Krankenhäusern jedoch nicht mehr als 21.800 Kronen bezahlen wird. Die diesjährige Situation wird daher noch schwieriger als jene des vergangenen Jahres als bereits die meisten Abteilungen unterbesetzt waren.

Gerade im Krankenbereich kann Schweden auch nicht zu Krankenschwestern aus dem Ausland greifen um die Forderungen der jungen Krankenschwestern zu umgehen, denn Schweden gehört zu den wenigen Ländern in denen Krankenschwestern in Hochschulen ausgebildet werden und daher einen Teil der Aufgaben übernehmen, die in anderen Ländern nur Ärzte leisten dürfen. Eine „importierte“ Krankenschwester kann daher nicht voll eingesetzt werden, da sie nur Hilfsdienst leisen darf und sie darf daher auch nur mit einem noch geringeren Gehalt rechnen muss. Es bleibt daher nur die Tatsache, dass zwar genügend Krankenschwestern existieren, diese jedoch im Sommer nicht eingesetzt werden.

Herbert Kårlin

Göteborg Reiseführer Göteborgs Tanz- und Theaterfestival

Dienstag, 12. März 2013

Ohne Spitzenarbeitsplatz keine Wohnung in Göteborg

Wer bei einer der städtischen Baugesellschaften nach einer Mietwohnung sucht und vielleicht nach Jahren endlich an der Stelle der Liste angekommen ist, die im Grunde eine Wohnung garantiert, kann diese Wohnung nur dann erhalten, wenn er auch ein sicheres Einkommen in bedeutender Höhe nachweisen kann, denn damit die Gesellschaft den Mieter akzeptiert und als sicher einstuft, muss er mindestens dreimal die Summe dessen verdienen, die er an Miete bezahlen muss.

Bei den meisten einfacheren Wohnungen Göteborgs in mittlerer Lage bedeutet dies, dass man zwischen 25.000 und 30.000 Kronen im Monat verdienen muss, eine Summe, die weder Migranten, noch Berufsanfänger oder Teilzeitbeschäftigte verdienen und auch bei vielen völlig normalen Arbeiten den Durchschnittsverdienst übersteigt. Dass der eventuelle Mieter keine Schulden haben darf und auch nicht anderweitig aufgefallen sein sollte, versteht sich von selbst.

Natürlich versteht auch in Göteborg jeder, dass ein städtisches Unternehmen sicher sein will, dass die Miete bezahlt wird, aber es sollte dennoch jedem selbst überlassen sein zu bewerten ob er der Belastung gewachsen ist und ob er ein Drittel oder die Hälfte seines Gehaltes für die Miete einsetzt. Bei Berufsanfängern helfen auch oft die Eltern mit einem regelmäßigen Zuschuss, aber diese Möglichkeit gilt für die Stadt als nicht relevant. Wer wenig verdient kann nur bei Eltern und Verwandten wohnen oder muss nach einer Untermiete greifen, die meist teurer ist als eine normale Mietwohnung und dem Geringverdiener klar macht, dass er ein Bürger zweiter Klasse ist.

Herbert Kårlin

Freitag, 26. Oktober 2012

Neue Stadtteile Göteborgs sprengen das Budget

Im letzten Bericht zur Lage der Ökonomie Göteborgs findet man 157 Millionen Kronen als rote Zahlen, eine Summe mit der niemand in der Führung der Stadt gerechnet hat, da man seit Jahren nur vom Sparen redet und die Ausgaben in allen Stadtteilen erheblich gekürzt hat, zumindest was die Dienste am Bürger betrifft. Da der Bericht nur Zahlen und keine Ursache liefert, will man sich in Göteborg nun auf die Suche nach dem Problem machen.

Ein Teil der negativen Summe entstand sicher wegen der steigenden Anzahl an bedürftigen Personen, die um Sozialhilfe anfragen und ein anderer Teil beruht auf der Wohnungsnot, was die Unterbringung in Behindertenheimen, die Versorgung der älteren Schicht oder Räume für die Verwaltung verteuert, und wieder ein Teil entsteht durch die steigenden Kosten für gewisse soziale Leistungen an Angestellte. Aber selbst wenn man all dies berücksichtigt, so bleibt immer noch eine rote Zahl übrig, trotz der bisherigen Sparmaßnahmen.

Der Rest des Minus kann vielleicht darin zu suchen sein, dass aus 20 Stadtteilen zehn gemacht wurden, denn eine solche Umstrukturieren kann bedeutende Summen schlucken, vor allem wenn man dabei neue Chefposten schaffen muss und die Lohnzahlungen von gehobenem Personal dreimal bis sieben Mal so hoch sind wie der Gehalt eines normalen städtischen Angestellten. Da man jedoch diese Summen auch in einer sozialdemokratisch geführten Stadt nicht angreifen darf, müssen sich die Bürger darauf einstellen im nächsten Jahr mit neuen Sparmaßnahmen konfrontiert zu werden.

Herbert Kårlin

Dienstag, 20. September 2011

Lehrer in Göteborg wollen höheren Gehalt

Kurz bevor das nächste Regierungsbudget für Schulen präsentiert wird, gefolgt von den neuen Verhandlungen über die zukünftigen Gehälter für Lehrer, haben gestern Abend am Gustav Adolf Torg in Göteborg mehrere hundert Lehrer demonstriert und fordern eine bedeutende Aufwertung ihres Gehaltes. Nach Aussagen von Gewerkschaften und Lehrern liegt das Gehalt heute um rund 10.000 Kronen im Monat unter dem Normalniveau.

Die Lehrer betrachten bei diesen Zahlen ihr Gehalt im Verhältnis zur Ausbildung, der zu erbringenden Leistung und dem Gehalt anderer, die ähnlichen Studien folgten. Natürlich ist allen Teilnehmern der Demonstration klar, dass sie nicht bereits in naher Zukunft 10.000 Kronen mehr auf ihrem Bankkonto finden werden, aber sie sehen diese Gehaltserhöhung als Ziel an. Gegenwärtig verdient ein 40jähriger Lehrer mit zehn Jahren Berufserfahrung knapp über 25.000 Kronen brutto im Monat.

Sowohl Lehrer, als auch die Verbände und Gewerkschaften für Lehrer sehen die Satzung in das Schulsystem als extrem wichtig an, insbesondere in Hinsicht auf die extrem hohe Arbeitslosigkeit Jugendlicher. Nur eine sehr gute Ausbildung mit hohem Bildungsniveau kann, nach der mehrheitlichen Meinung der Lehrer, diese Situation ändern. Es ist daher wichtig, dem Lehrerberuf auch die Möglichkeit zu bieten Schüler entsprechend auszubilden.

Herbert Kårlin

Samstag, 30. Juli 2011

Neue Direktorin der Region Västra Götaland in der Kritik

Noch bevor Ann Sofi Lodin im Oktober ihre neue Stelle als Direktorin der Region Västra Götaland antritt, gerät die Wahl einer der mächtigsten Frauen Schwedens und ihr Gehalt in die Kritik, dann sie forderte, und erhält, ein Gehalt, das monatlich rund 30.000 Kronen über jenem von Fredrik Reinfeldt liegt, der immerhin ganz Schweden führt. Allein für die Gehaltserhöhung hinsichtlich des Vorgängers könnte zwei permanente Krankenschwestern finanzieren.

Nach eigenen Aussagen, hätte Ann Sofi Lodin die Stelle auch nicht akzeptiert, da sie der Meinung ist, dass - nach amerikanischem Modell - das Einkommen im öffentlichen Dienst jenem der Privatwirtschaft angepasst sein muss, damit man auch die besten Führungskräfte rekrutieren kann, die auch eine bessere Leistung bringen. Sie fügt dabei hinzu, dass sie bei der neuen Stelle bereits weniger verdienen wird als vorher.

Gerade diese bessere Leistung ist jedoch die zweite Frage, die sich bei der Wahl von Ann Sofi Lodin stellt, die bisher für Capio arbeitet, einen privaten Krankendienst, der unter anderem mit der Region Västra Götaland mehrere Abkommen geschlossen hat, die sie nun von öffentlicher Seite fortsetzt und selbst für Capio verbessern kann. Die Frage ist dabei auch, ob ein marodes Krankensystem einer Region von jemandem in Ordnung gebracht werden kann, der bisher an höchste Rentabilität und Gewinnmaximierung dachte und schon beim Gehalt wenig von sozialem Denken hält.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 9. März 2011

Göteborgs Universität im Topniveau

Erstmals beauftragte die Göteborger Universität 120 ausländische Experten um die 44 Fachbereiche unabhängig beurteilen zu lassen, wobei insbesondere die Forschungsarbeit im Zentrum lag. Der nun vorliegende, 650 Seiten umfassende Rapport beweist, dass die Universität in Göteborg im Topniveau zu suchen ist.

Insgesamt wird 70 Prozent der Forschungsarbeit als sehr gut oder selbst herausragend bezeichnet und nicht einmal findet man die Universität im Niveau mangelhaft oder ungenügend. Aber dennoch wurde die Universität Göteborg auch kritisiert, wenn auch nicht hinsichtlich der Leistung.

Göteborg wurde insbesondere dafür kritisiert, dass die Gehälter für Forscher nicht dem allgemein üblichen Niveau entsprechen, der Anteil an Frauen in der Forschungsarbeit mit Abstand zu niedrig ist und eine zu große Anzahl an Forschern aus der eigenen Universität rekrutiert werden, ein Problem, das man allerdings in jedem öffentlichen Bereich Göteborgs wiederfindet.

Herbert Kårlin

Samstag, 13. Februar 2010

Trotz Überschuss muss Göteborg weiter sparen

Die Stadt Göteborg hat ein jährliches Budget von 28 bis 29 Milliarden Kronen. Nachdem seit Monaten über rote Zahlen in der Bilanz gesprochen wurde, zeigt sich nun, dass die Stadt zum Jahresende einen Überschuss von 220 Millionen Kronen aufweisen kann.

Wer nun jedoch hofft, dass damit einige massive Einsparungen, zum Beispiel bei Vorschulen oder Bibliotheken, rückgängig gemacht werden, täuscht sich, denn der Überschuss ist bereits verplant und dient nun dem Neubau von Vorschulen. Im Grunde sollten diese längst geplanten Bauvorhaben mit Krediten finanziert werden, was nun natürlich nicht mehr nötig ist.

Auch wer glaubt, dass nun nicht mehr über Krise oder weitere Sparmaßnahmen gesprochen würde täuscht sich, denn die vorgesehenen Einsparungen müssen durchgesetzt werden, da sich die aktuelle Krise ja verschärfen könnte. Die Einsparungen betreffen natürlich die ohnehin schon benachteiligte Schicht, zumal es führende Politiker Göteborgs als normal betrachten, dass das Gehaltsniveau innerhalb der städtischen Angestellten um bis zu 1000% auseinander klafft und ein Antrag dies auf 400% zu beschränken mehrheitlich abgelehnt wurde

Herbert Kårlin

Mittwoch, 4. November 2009

Gleiche Gehälter für Mann und Frau in Göteborg

Im Jahr 2000 stellte man fest, dass die weiblichen Angestellten, die bei der Stadt Göteborg arbeiteten, im Durchschnitt nur 85,4% des Gehaltes der männlichen Angestellten erhalten, was bedeutete, dass Frauen pro Monat rund 300 Euros weniger mit nach Hause nahmen als Männer, und das, obwohl die Stadt die selbst geschaffene interne Anweisung hat Frauen nicht zu benachteiligen.

Im Jahre 2009 hat sich der Unterschied zwischen den männlichen und weiblichen Gehältern verringert, denn nach neun Jahren versuchter Gleichstellung liegen die Gehälter der Frauen nun nur noch bei 92,3% des männlichen Gehaltes. Die Stadt Göteborg sieht dies als Bestätigung dafür, dass die unterschiedliche Behandlung von Mann und Frau bald der Vergangenheit angehören werde.

Um diese Gleichstellung beschleunigt herbeizuführen werden daher sämtliche Berufe in einzelne Gruppen eingeteilt, was mit anderen Worten bedeutet, dass jene Frauen, die die gleiche Ausbildung wie ihre männlichen Kollegen haben und den gleichen Aufgabenbereich zugeordnet bekamen den männlichen Lohn erhalten, jedoch nicht jene Frauen, die die gleiche Aufgabe erfüllen, aber eine geringere Vorbildung haben. Dies bedeutet ebenfalls, dass alle Frauen mit „Frauenberufen“, die es nach Gesetz eigentlich nicht gibt, mit ihrem geringeren Lohn zufrieden sein müssen und als angemessen bezahlt gelten.

Herbert Kårlin