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Sonntag, 6. Juli 2014

Gleichstellung stagniert in Göteborg

Auch wenn Göteborg seit Jahren ständig von der Gleichstellung städtischer Angestellten spricht und Prognosen aufstellt nach denen man glauben könnte, dass es sich nur um wenige Jahre bis zur endgültigen Gleichstellung der Geschlechter handeln kann, stellt die Gewerkschaft Kommunal bei einer neuen Studie fest, dass es sich seit Jahren nur noch um leere Worte ohne jede Handlung und Änderung handelt.

Genau genommen kam selbst die Industrie mittlerweile mit der Gleichstellung von Mann und Frau im Berufsleben weiter als Göteborg, denn selbst man man alle Zahlen bereinigt und nur städtische Vollzeitbeschäftigte Männer und Frauen vergleicht und von der gleichen Qualifikation und der gleichen Verantwortung spricht, so bezahlt Göteborg Männern pro Monat einige Tausend Kronen als Frauen und versucht diese Fehlentscheidung auch noch zu rechtfertigen.

Nach der Gewerkschaft der Angestellten des Öffentlichen Dienstes steht jede Bewegung zur männlichen und weiblichen Gleichstellung in Göteborg seit Jahren still, was eindeutig auf einen fehlenden Willen der Verantwortlichen hinweist. Bei einer tieferen Betrachtung stellt man auch fest, dass Frauen, vor allem im Pflegebereich, nicht nur mit Mindestlöhnen abgespeist werden, sondern zudem oft in Teilzeitverträge gedrängt werden , die ihnen kaum eine Zukunft bieten können.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Göteborg führt neue Kennzeichnung für Filme ein

Das Göteborger Kino Roy führt ab diesem Wochenende, als eines von vier schwedischen Kinos, den sogenannten Bechdel-Test ein und wird Filme, die diesen Test bestehen mit einem deutlichen A markieren, sowohl in der Werbung als auch auf den Plakaten und der Homepage. Diese Kennzeichnung soll den Besuchern vor allem bewusst machen welche Filme einem gewissen Gleichstellungsprinzip von Mann und Frau entsprechen. Als erste Filme, die nun genauer unter die Lupe genommen werden, findet man Monica Z., Hotell und Vi är bäst.

Ein mit A gekennzeichneter Film muss drei Kriterien erfüllen. Zum einen müssen im Film zwei weiblichen Darstellerinnen eine bedeutende Rolle haben und miteinander sprechen. Das geführte Gespräch darf zudem nicht von Männern handeln. Auch wenn man im ersten Moment das Ausmaß dieser Kennzeichnung nicht sieht, so werden die Kinobesucher sehr schnell feststellen wie wenig Filme tatsächlich ein A verdienen und die Frau daher in ein Klischee drücken, das nur in Nebenrollen zu finden ist.

Die Bechdel-Kennzeichnung, die in Zusammenarbeit mit dem Verein WIST (women in film and television) vergeben wird, existiert mittlerweile seit 30 Jahren ohne in der Welt der Kinos und des Fernsehens bisher einen Durchschlag zu verzeichnen. Bio Roy, das seit fünf Jahren auch das Lady Bug Festival veranstaltet, will in Göteborg nun wegweisend in diesem Punkt werden und hofft, dass die Besucher dabei auch zu kritischeren Kinobesuchern werden, denen die Gleichstellung von Mann und Frau wichtig ist.

Herbert Kårlin

Montag, 19. August 2013

Frauen werden beim Göteborger Kulturfestival diskriminiert

Maia Hirasawa, ein Magnet des Göteborger Kulturfestes 2013

Während es bereits allgemein bekannt ist, dass Frauen bei allen musikalischen Veranstaltungen, die in Göteborg angeboten werden, weniger repräsentiert sind als Männer und dies jedes Jahr erneut die Kritik herausfordert, hat sich Way Out West dieses Jahr zumindest Mühe gegeben mehr Frauen als sonst üblich einzuladen und ließ daher auch Alicia Keys das Festival abschließen, so sieht man beim Göteborger Kulturfestival kaum eine Besserung.

Zweifelsohne hat das jährliche Göteborger Kulturfestival ein sehr hohes Niveau erreicht, auch wenn die Angabe von 1200 Festivalpunkten im Jahr 2013 etwas übertrieben ist, da man hierbei auch Ereignisse zählt, die zu anderen Jahreszeiten ebenfalls in Göteborg geboten werden und zudem ein Teil nichts anderes ist als Werbung, so hat sich das Problem mit der Frauenparität, wovon die Stadt gerne spricht, auch nicht annähern in die Tat umgesetzt, denn die künstlerische Leiterin, Mia Samuelsson, sieht es als langwierigen Prozess an eine Parität zu erreichen, obwohl sie nur anders planen muss.

Unverständlich ist auch, dass die Stadt bei ihrer Statistik feststellt, dass 40 Prozent der Künstler Frauen seien, obwohl es sich in Realität nur um rund ein Viertel handelt, also 25 Prozent. Um die positive Zahl zu erreichen, hat Göteborg einfach eine neue Art der Statistik eingeführt, dass nämlich nur die Künstler gezählt werden, die auf einer der sechs größten Bühnen auftreten, eine Methode, die in keiner anderen Stadt Schwedens vorkommt. Dabei wäre es sehr einfach dies in die Realität umzusetzen und eben mehr Frauen einzuladen.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 4. Februar 2013

Göteborg für dunkle und weiße Haut

In einer Debatte in der Göteborger Tageszeitung GP greift der Verein Pantrarna För Upprustning Av Förorten die Göteborger Entscheidung zur Citymaut auf eine völlig neue Weise an, denn nach den Autoren bestraft die aktuelle Regelung vor allem die Bürger mit dunklerer Haut und lässt der weißen Haut ihre Privilegien. Nach dem Verein schafft die Stadtverwaltung das frühere System der Südstaaten und der Nordstaaten Amerikas, nur auf die Vororte umgewandelt.

Tatsache ist natürlich, dass in der Innenstadt fast ausschließlich Weiße mit hohen Gehältern wohnen, die ihr Auto selbst bis zum Zeitungskiosk benutzen können ohne auch nur eine Öre an Abgaben leisten zu müssen, während in den Randgebieten und Vororten eine hohe Anzahl an Migranten mit geringem Einkommen wohnt, die nun ihr Auto nur noch stehen lassen können.

Die Vertreter des Vereins sehen nun die Situation, dass die dunklere Haut an den Bushaltestellen steht, während die weiße Haut gemütlich mit dem Dienstwagen die leeren Straßen zur Stadt benutzen kann, natürlich ohne die Citymaut selbst bezahlen zu müssen, eine Situation, die jede Demokratie und Gleichstellung in Frage stellt. Da zudem die Preise für die öffentlichen Verkehrsmittel immer mehr steigen, ist der Schritt zur Zweiklassengesellschaft Dunkel-Weiß in Göteborg bereits sehr vorangeschritten. Der Verein ist natürlich nicht gegen die Maut, sondern dafür, dass die Kosten nicht nur von den Armen getragen werden müssen.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 28. Juli 2010

Die Führungsetage in Göteborg von Männern besetzt

Bei einer Untersuchung der 20 größten Unternehmen Göteborgs stellte die Göteborgs-Posten fest, dass sich unter den Geschäftsführern dieser Unternehmen nicht eine einzige Frau befand. Auch wenn die Situation in der Führungsetage nur besser aussehen konnte, so konnte GP gerade einmal 18% Frauen in den Führungsetagen finden, wo sie vor allem die juristische Abteilung leiteten oder mit Personalfragen betraut waren.

Auf Fragen der Göteborgs-Posten erklärten zahlreiche Firmen, dass sie gerne mehr Frauen in der Führungsetage sehen wollen, aber man würde die notwendige Qualifikation unter der weiblichen Bewerbern vermissen. Und dies, nachdem mehrere Studien beweisen, dass schwedische Frauen in Universitäten und Hochschulen besser abschneiden als Männer und dort die 50%-Schwelle längst überschritten haben.

Wenn man die heutige Entwicklung betrachtet, so wird die Gleichstellung zwischen Männern und Frauen in den Führungsetagen Göteborgs frühestens im Jahre 2033 einsetzen. Betrachtet man die schwedische Entwicklung in Aktiengesellschaften, so stellt man dort jedoch sogar fest, dass der Frauenanteil in börsennotierten Unternehmen von 14,3% auf 13,8% sank und von einer Gleichstellung der Frauen in der Führungsschicht auch in Zukunft nur zu träumen ist.

Herbert Kårlin

Dienstag, 1. Dezember 2009

Frauen in Göteborg mit Alkoholproblemen

In Göteborg ist das Alkoholproblem seit Jahren permanent am steigen und nimmt mittlerweile eine beunruhigende Dimension an. Vor allem junge Frauen und Frauen über 50 werden immer häufiger unter den Besuchern der Göteborger Zentren für Alkoholabhängige, die dort Hilfe suchen.

Über die Ursache des Alkoholmissbrauchs bei Frauen gehen die Meinungen jedoch stark auseinander, zumal es noch keine wissenschaftliche Untersuchung in dieser Hinsicht gibt. Bei jungen Frauen werden vor allem zwei Punkt angeführt, die zu übermäßigem Alkoholgenuss führen. Zum einen wollen sie im Rahmen der Gleichstellung nicht hinter dem Alkoholgenuss ihrer männlichen Partner und Kollegen zurückstehen, zum anderen hat sich die Einstellung zu Alkohol gelockert und die jungen Frauen sehen keine Gefahr mehr im übermäßigen Alkoholgenuss.

Bei Frauen über 50 stellt sich häufig das Gefühl ein, unbefriedigt vom Leben und dem Partner zu sein, die Kinder sind ausgezogen und Alkohol wird daher eine Droge, die vergessen hilft, die Leere füllt und Schwierigkeiten nicht mehr so schwarz erscheinen lässt. Sie geraten dabei in eine immer größere Abhängigkeit von Alkohol und können sich ohne Hilfe oft nicht mehr davon befreien.

In der Regel sind in Göteborg nur Frauen zwischen 25 und 40 Jahren wenig vom Alkohol abhängig, da sie in dieser Zeit Kinder bekommen, zu Hause voll ausgefüllt sind und/oder im Beruf ihre Karriere planen, was bei starkem Alkoholkonsum nicht möglich wäre und Alkoholgenuss den Kindern Schaden zufügen würde.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 4. November 2009

Gleiche Gehälter für Mann und Frau in Göteborg

Im Jahr 2000 stellte man fest, dass die weiblichen Angestellten, die bei der Stadt Göteborg arbeiteten, im Durchschnitt nur 85,4% des Gehaltes der männlichen Angestellten erhalten, was bedeutete, dass Frauen pro Monat rund 300 Euros weniger mit nach Hause nahmen als Männer, und das, obwohl die Stadt die selbst geschaffene interne Anweisung hat Frauen nicht zu benachteiligen.

Im Jahre 2009 hat sich der Unterschied zwischen den männlichen und weiblichen Gehältern verringert, denn nach neun Jahren versuchter Gleichstellung liegen die Gehälter der Frauen nun nur noch bei 92,3% des männlichen Gehaltes. Die Stadt Göteborg sieht dies als Bestätigung dafür, dass die unterschiedliche Behandlung von Mann und Frau bald der Vergangenheit angehören werde.

Um diese Gleichstellung beschleunigt herbeizuführen werden daher sämtliche Berufe in einzelne Gruppen eingeteilt, was mit anderen Worten bedeutet, dass jene Frauen, die die gleiche Ausbildung wie ihre männlichen Kollegen haben und den gleichen Aufgabenbereich zugeordnet bekamen den männlichen Lohn erhalten, jedoch nicht jene Frauen, die die gleiche Aufgabe erfüllen, aber eine geringere Vorbildung haben. Dies bedeutet ebenfalls, dass alle Frauen mit „Frauenberufen“, die es nach Gesetz eigentlich nicht gibt, mit ihrem geringeren Lohn zufrieden sein müssen und als angemessen bezahlt gelten.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Västtrafik schafft in Göteborg Studenten zweiter Klasse

Das Durchschnittsalter der Studenten in Göteborg liegt mittlerweile bei 27 Jahren. Der Studentenverband der Stadt wollte nun wissen, wieviel ein Student, der von BAFöG und Studienkredit leben muss bei den öffentlichen Verkehrsmitteln Västtrafik in Göteborg bezahlen muss. Das Ergebnis zeigt nun, dass Västtrafik und die Stadt Göteborg die 40.000 Studenten in zwei Klassen einteilt.

Nur wer unter 26 Jahren alt ist hat ein Recht auf die verbilligte Studentenkarte. Die restlichen rund 20.000 Studenten Göteborgs müssen die Tarife eines Arbeitnehmers bezahlen und können von keinerlei Vergünstigung profitieren. Die Stadtverwaltung und Västtrafik betrachten es als normal, dass ältere Studenten, die zum Teil auch Kleinkinder haben, mit weniger Geld auskommen müssen als ihre jüngeren Mitstudenten.

Diese ungleiche Behandlung von Studenten zwingt daher zahlreiche Studenten dazu auf die öffentlichen Verkehrsmittel zu verzichten und auch daran billigere Wohnungen am Stadtrand zu suchen. Die aktuelle finanzielle Krise verhindert zur Zeit jedes Diskussion mit der städtischen Regierung hinsichtlich einer Gleichstellung von Studenten.

Herbert Kårlin