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Dienstag, 1. Dezember 2009

Frauen in Göteborg mit Alkoholproblemen

In Göteborg ist das Alkoholproblem seit Jahren permanent am steigen und nimmt mittlerweile eine beunruhigende Dimension an. Vor allem junge Frauen und Frauen über 50 werden immer häufiger unter den Besuchern der Göteborger Zentren für Alkoholabhängige, die dort Hilfe suchen.

Über die Ursache des Alkoholmissbrauchs bei Frauen gehen die Meinungen jedoch stark auseinander, zumal es noch keine wissenschaftliche Untersuchung in dieser Hinsicht gibt. Bei jungen Frauen werden vor allem zwei Punkt angeführt, die zu übermäßigem Alkoholgenuss führen. Zum einen wollen sie im Rahmen der Gleichstellung nicht hinter dem Alkoholgenuss ihrer männlichen Partner und Kollegen zurückstehen, zum anderen hat sich die Einstellung zu Alkohol gelockert und die jungen Frauen sehen keine Gefahr mehr im übermäßigen Alkoholgenuss.

Bei Frauen über 50 stellt sich häufig das Gefühl ein, unbefriedigt vom Leben und dem Partner zu sein, die Kinder sind ausgezogen und Alkohol wird daher eine Droge, die vergessen hilft, die Leere füllt und Schwierigkeiten nicht mehr so schwarz erscheinen lässt. Sie geraten dabei in eine immer größere Abhängigkeit von Alkohol und können sich ohne Hilfe oft nicht mehr davon befreien.

In der Regel sind in Göteborg nur Frauen zwischen 25 und 40 Jahren wenig vom Alkohol abhängig, da sie in dieser Zeit Kinder bekommen, zu Hause voll ausgefüllt sind und/oder im Beruf ihre Karriere planen, was bei starkem Alkoholkonsum nicht möglich wäre und Alkoholgenuss den Kindern Schaden zufügen würde.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 16. September 2009

Ein Frauenhaus in Göteborg für Frauen ohne Bleibe

Niemand weiß wie viele Frauen sich in Göteborg aufhalten, die keine feste Wohnung haben, da viele dieser Frauen es nicht wagen sich an eine Behörde zu wenden oder Angst davor haben in Maßnahmen gesteckt zu werden zu denen sie nicht bereit sind. Die offiziellen Stellen Göteborgs haben dennoch jährlich mit rund 200 dieser Frauen Kontakt, vor allem mit jenen, die akute medizinische oder psychische Hilfe brauchen.

Im Stadtteil Majorna von Göteborg finden diese Frauen nun das Frauenhaus Hulda, wo sie keinem Fragekatalog ausgesetzt sind und immer eine warme Dusche finden, wo sie ihre Kleidung waschen können, eine heiße Tasse Kaffee vorfinden oder einfach mit jemandem reden können.

Das Haus Hulda richtet sich an Frauen, die im Freien schlafen und jeden Kontakt mit den offiziellen Stellen ablehnen, sei es, weil sie Drogenabhängig sind, Alkoholprobleme haben, psychisch labil sind oder einfach weil sie Gewalt ausgesetzt sind, sich aber nicht als Opfer, sondern als Schuldige empfinden. Ziel ist es natürlich all diese Frauen erst einmal zum Reden zu bringen und um ihnen dann, in zweiter Linie, Hilfe bei der Wiedereingliederung zu bieten, ohne dass das offizielle Sozialsystem eine Hürde für sie ist.

Herbert Kårlin