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Samstag, 30. Juli 2011

Neue Direktorin der Region Västra Götaland in der Kritik

Noch bevor Ann Sofi Lodin im Oktober ihre neue Stelle als Direktorin der Region Västra Götaland antritt, gerät die Wahl einer der mächtigsten Frauen Schwedens und ihr Gehalt in die Kritik, dann sie forderte, und erhält, ein Gehalt, das monatlich rund 30.000 Kronen über jenem von Fredrik Reinfeldt liegt, der immerhin ganz Schweden führt. Allein für die Gehaltserhöhung hinsichtlich des Vorgängers könnte zwei permanente Krankenschwestern finanzieren.

Nach eigenen Aussagen, hätte Ann Sofi Lodin die Stelle auch nicht akzeptiert, da sie der Meinung ist, dass - nach amerikanischem Modell - das Einkommen im öffentlichen Dienst jenem der Privatwirtschaft angepasst sein muss, damit man auch die besten Führungskräfte rekrutieren kann, die auch eine bessere Leistung bringen. Sie fügt dabei hinzu, dass sie bei der neuen Stelle bereits weniger verdienen wird als vorher.

Gerade diese bessere Leistung ist jedoch die zweite Frage, die sich bei der Wahl von Ann Sofi Lodin stellt, die bisher für Capio arbeitet, einen privaten Krankendienst, der unter anderem mit der Region Västra Götaland mehrere Abkommen geschlossen hat, die sie nun von öffentlicher Seite fortsetzt und selbst für Capio verbessern kann. Die Frage ist dabei auch, ob ein marodes Krankensystem einer Region von jemandem in Ordnung gebracht werden kann, der bisher an höchste Rentabilität und Gewinnmaximierung dachte und schon beim Gehalt wenig von sozialem Denken hält.

Herbert Kårlin

Freitag, 22. Juli 2011

Krankendienst in Göteborg eine Belastung für Kranke

Die Chance beim städtischen Krankendienst zweimal das gleiche Gesicht zu sehen wird immer mehr zu einem Zufall. In einem Fall kamen in 123 Tagen 101 verschiedene Personen um einem an MS erkrankten Mann die notwendige Hilfe zu bieten. Ursache davon ist, dass der Krankendienst so wenig festes Personal wie möglich anstellt und überwiegend auf Vikare zurückgreift, die die städtische Kasse weniger belasten.

Für die Betroffenen bedeutet dies nicht nur, dass sie keinerlei Kontakte zu ihren Pflegern bekommen können, sondern auch, dass bei einem Besuch grundsätzlich ein Familienmitglied anwesend sein muss, das den immer neuen Krankenpfleger einweisen kann und ihm die zu leistende Arbeit erklärt, da kaum ein Pfleger vorher über die zu erbringenden Leistungen informiert wurde.

Verantwortlich für die Probleme, die sich während der Urlaubszeit im Sommer noch verstärken, ist die schlechte Organisation des städtischen Krankendienstes, der Vikare oft erst in letzter Sekunde anfordert, die sich dann schon zeitlich nicht mehr um eine Krankenakte kümmern können oder mehr über den Zustand des Kranken erfahren. Die Probleme beim Heim-Krankendienst haben sich in Göteborg insbesondere verschlechtert, seit 2010 die Verantwortung von der Region Västra Götaland auf die Stadt übertragen wurde.

Herbert Kårlin