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Samstag, 6. März 2010

100 Jahre Frauentag in Göteborg

Am 8. März 2010 findet der 100. Frauentag statt, auf den in Göteborg jedoch nicht nur am Montag mit zahlreichen Vorträgen, Ausstellungen und anderen Ereignissen aufmerksam gemacht wird. Bereits am Samstag und Sonntag finden einige bedeutende Ereignisse zum Thema Frauen statt. Man kann, unter anderem, einem Vortrag über Trafficking (Frauenhandel) beiwohnen, mehrere weibliche Kämpfer gegen den politischen Islam besuchen an diesen Tagen Göteborg und an verschiedenen Stellen der Stadt sind Frauen das Hauptthema. Vor allem Nawal al Sadawi aus Ägypten, Malalai Joya auf Afghanistan und Azer Majdi aus dem Iran sprechen über Frauenprobleme in islamischen Ländern.

Die Hauptarena für die Veranstaltungen am Montag ist das Världskulturmuseum in Göteborg, wo zahlreiche runde Tische, Vorträge und eine Ausstellung zum Thema organisiert werden. Ein besonderer Punkt des Tages ist die weibliche Weltausscheidung in Armwrestling bei dem Frauen aus zehn Ländern teilnehmen und die aktuelle russische Weltmeisterin Irina Makeeva aus Russland anwesend ist.

Aber auch andere Stadtteile erinnern mit ihren Veranstaltungen an die 100. Frauentag. Allen voran das Kulturzentrum in Västra Frölunda und Blå Stället in Angered. Während Frölunda mehr auf Kultur und Film setzt, ist Angered mehr ein politisches Forum bei dem die Politikerinen America Vera-Zavala, Jamileh Ismael und Ashraf Nasseri über den Kampf zur Befreiung der Frauen reden.

Herbert Kårlin

Freitag, 25. Dezember 2009

Peru fordert die Paracas-Textilien des Världskulturmuseums Göteborg zurück

Die Paracas-Textilien aus Peru sind 2000 Jahre alt und gehören zu den bedeutendsten Ausstellungsstücken dieser vergangenen Kultur. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnten archäologische Ausgrabungen Vasen und Teppiche sicherstellen und einige wenige Kenntnisse über die Paracas-Kultur nachweisen.

Auf Grund eines Diebstahls verschwanden jedoch bereits kurz nach den Ausgrabungen die 89 Paracas-Textilien, die man noch bis Ende 2010 im Världskulturmuseum in Göteborg sehen kann. Die Ausstellung beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Darstellung der Paracas-Kultur, sondern erzählt auch die Geschichte des Diebstahls und berichtet, wie die Ausstellungsstücke nach Göteborg kamen.

Nach dem jüngsten Regierungswechsel in Peru hat nun die neue Regierung über seinen schwedischen Botschafter die Rückgabe des Paracas-Textilien gefordert und damit ein bedeutendes Problem nach Göteborg gebracht. Schon die juristische Situation hinsichtlich einer Rückgabe ist nicht gesichert, aber noch schwieriger wird es, wenn man an die Transportprobleme denkt, bei denen die die Kunstwerke unwiederbringlich zerstören werden können.

Die Paracas-Textilien in Göteborg können, bereits wegen ihrer Größe, nicht per Flugzeug transportiert werden, da in Schweden keine Flugzeuge starten, die es erlauben würden die zwei mal drei Meter großen, flach zu transportierenden Teppiche zu verfrachten. Die Textilien dürfen jedoch auch keinen Erschütterungen ausgesetzt werden durch Luftlöcher oder hohen Seegang, denn jede Erschütterung zerstört einen Teil dieses Kulturgutes. Dieses Problem verursachte bereits immense Kosten und Vorkehrungen als die Ausstellungsstücke vom Lager ins Museum transportiert werden mussten, da hier jede Straßenunebenheit ein Risiko verursachte und die Lastwagen nur im Schneckentempo fahren durften. Die Paracas-Textilien konnten auch nicht über die Treppen in die Halle gebracht werden, sondern erforderten einen Spezialkran, der es ermöglichte, die Stücke über ein Fenster in die Halle zu transportieren.

Niemand in Göteborg kann zur Zeit sagen, wie die Situation gehandhabt werden kann und welche Zukunft die Paracas-Textilien erwartet. Der sinnvollste Vorschlag der Stadt wäre die Eigentumsrechte wieder an Peru zu übertragen, Peru aber auf den Transport zu verzichten, damit die 2000 Jahre alten Textilien keinen Schaden erleiden und weiter in Göteborg ausgestellt werden können.

Herbert Kårlin