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Sonntag, 1. August 2010

Illegaler Alkoholverkauf in Göteborg

Schweden gehört zu den Ländern in denen Alkohol nur in staatlichen Läden verkauft werden darf und wo Steuern und Gesetze den Genuss begrenzen sollen, auch wenn der Erfolg dieser Maßnahmen mehr als nur zu bezweifeln ist, denn tägliche werden Jugendliche mit Alkohol aufgegriffen und Statistiken des Gesundheitsamtes weisen auch wenig darauf hin, dass Schweden weniger von Alkoholbedingten Krankheiten betroffen ist als andere Länder.

So konnte der schwedische Zoll nur im ersten Halbjahr über 50.000 Liter Schnaps, etwa 30.000 Liter Wein und über 175.000 Liter Starkbier beschlagen, die nachweislich illegal und zu Verkaufszwecken importiert wurden. Diese Menge wurde erreicht, obwohl die Beweislast beim Zoll liegt. Und dennoch zeigen diese Zahlen nur eine Tendenz und liegen weit unter den tatsächlichen.

Wer je die Geschäfte entlang der deutschen Grenze besuchte, konnte feststellen, dass dort ab dem frühen Morgen schwedische Busse, Wohnwagen und Autos mit Anhänger mit schwedischer Nummer parken und völlig überlastet wieder Richtung Schweden fahren. Die flüssige Last ist nur in den seltensten Fällen für den Eigenverbrauch gedacht, sondern wird weiterverkauft, auch an Jugendliche. Und wer die Busgäste genauer betrachtet, kann feststellen, dass viele von ihnen jede Woche diese Reise unternehmen und kaum einer der Reisenden für Eigenbedarf einkauft. Von Göteborg aus verkehren diese Linien in regelmäßigem Rhythmus und mit steigendem Erfolg.

Herbert Kårlin

Sonntag, 11. Juli 2010

Geschmuggelte Zigaretten in Göteborger Läden

Kriminelle Organisationen benutzen immer häufiger Drohungen und Gewalt um Zigarettenhändler zum Verkauf von geschmuggelter Ware zwingen. In mehreren Läden der Stadt kann man daher bereits „offiziell“ geschmuggelte Zigaretten kaufen, ein Markt, der noch vor einem Jahr nur auf illegalen Wegen existierte. Aber die Händler können sich den Drohungen, ohne stärkere Einsätze von Polizei und Zoll, nicht mehr wehren und stellen in einigen Fällen bereits Schmuggelzigaretten neben die offiziell erworbenen Zigaretten.

Wenn man bedenkt, dass der schwedische Raucher für eine Stange Zigaretten 500 Kronen bezahlt, was bedeutet, dass 325 Kronen davon an das Finanzamt gehen, so versteht man das steigende Interesse am Schmuggel, das dem Raucher günstigere Zigaretten bietet und kriminellen Organisationen trotzdem Millionengewinne einbringen. Zigarettenschmuggel wird bereits ebenso interessent wie Alkoholschmuggel.

In den letzten drei Jahren stieg der Zigarettenschmuggel in Schweden um 300%, wobei die Fänge des Zolls, trotz einiger aufsehenerweckenden Aktionen, unter anderem im Västra Götaland, nur einen minimalen Bruchteil an Schmuggelware entdecken. Nach Schätzungen verliert das Finanzamt jedes Jahr eine Milliarde Kronen durch illegalen Zigarettenhandel, wobei illegale Schmuggler pro verkaufte Zigarette 1 Krone (schwarz) verdienen. Erste Händler im Süden Schwedens haben sich nun zu einem Netzwerk gegen Schmuggelzigaretten zusammengeschlossen, aber ohne Hilfe von Zoll und Polizei bleiben sie relativ hilflos.

Herbert Kårlin