Posts mit dem Label Alter werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Alter werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 1. Juni 2014

Lange Warteschlangen bei Pflegeheimen in Göteborg

Auch wenn nach einer nationalen Verordnung jede hilfsbedürftige Person, der ein Platz in einem Pflegeheim bewilligt wurde, dieser Platz auch innerhalb von drei Monaten zur Verfügung gestellt werden soll, warten in Göteborg gegenwärtig über 15.000 älteren Menschen länger als die vorgegebenen drei Monate auf ein Zimmer in den Heimen. Rund 20 Prozent unter ihnen müssen sogar länger als ein Jahr darauf warten im empfohlenen oder gewünschten Pflegeheim aufgenommen zu werden.

Offiziell muss eine Gemeinde dafür sorgen, dass grundsätzlich genügend Plätze für bedürftige Personen in Pflegeheimen zu finden sind, was im Grunde bedeutet, dass jedes Jahr ein weiteres Heim gebaut werden muss, da die Bevölkerung immer älter wird und damit auch die Fälle an Demenz und anderen Alterskrankheiten ansteigen, aber aus Sparmaßnahmen verschwanden in Göteborg während der letzten fünf Jahre 6000 Wohnplätze. Und dies, obwohl auch das Verwaltungsgericht urteilt, dass eine Wartezeit von sechs Monaten nur in Ausnahmefällen vorkommen darf, ein Jahr jedoch für unzumutbar hält.

Unzumutbar ist diese Situation allerdings auch für die Familien der Bedürftigen, denn bis zur endgültigen Aufnahme in einem Pflegeheim müssen diese sämtliche Verantwortung übernehmen, obwohl sie weder dafür ausgebildet sind, noch dem Stress gewachsen sind oder die dafür notwendige Zeit haben. Man darf in diesem Rahmen nicht vergessen, dass die Aufnahme in einem Pflegeheim ohnehin nur dann genehmigt wird, wenn jede andere Lösung als ausgeschlossen betrachtet wird. In der Regel ist die Belastung für Angehörige so hoch, dass diese sehr bald unter Stresssymptomen leiden oder auch den Beruf aufgeben müssen.

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg Jährlicher Gothia Cup in Göteborg

Samstag, 26. April 2014

Soziale Unterschiede wachsen in Göteborg

Was jeder in Göteborg weiß und jedem Besucher offensichtlich ist, der die verschiedenen Stadtteile Göteborgs besucht, belegt nun eine Studie von Åsa Lundquist. Die sozialen Unterschiede zwischen den verschiedenen Stadtteilen wachsen von Jahr zu Jahr, unabhängig in welchem Bereich man sucht, denn die Stadtplanung hat längst entschieden wo Arm oder Reich wohnen sollen und setzt mit dieser Politik auch langsichtig fort.

Das wohlhabende Långedrag vom Wasser aus gesehen

Der Unterschied zwischen dem Jahreseinkommen eines Durchschnittbewohners von Bergsjön und von Torslanda liegt bereits bei 600.000 Kronen. Das jährliche Durchschnittseinkommen in Långedrag wuchs in den letzten zehn Jahren um 314.000 Kronen und jedes in Östra Bergsjön ging um 10.000 Kronen zurück, ein Unterschied, der sich in allen Lebenslagen bemerkbar macht und soziale Spannungen mit Sicherheit nicht abbauen kann.

Der Unterschied zwischen den sozialen Gruppen Göteborgs wirkt sich natürlich auch auf die Infrastruktur aus, das Freizeitangebot, das Schulergebnis und erstreckt sich selbst auf das Lebensalter, denn Männer in einem wohlhabenden Stadtteil werden im Durchschnitt um 9,1 Jahre älter als jene der unterprivilegierten Vororte. Eine Änderung dieser Situation ist jedoch ohne eine neue und veränderte Stadtplanung nicht möglich, da sich heute so mancher Bewohner eines armen Vororts in den wohlhabenden Gegenden aus Kostengründen nicht einmal eine Garage mieten könnte und billige Wohnungen dort schlichtweg nicht existieren.

Copyright: Herbert Kårlin