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Donnerstag, 28. November 2013

Die Verteidigung droht in den Schären Göteborgs mit Enteignung

Auch wenn die schwedische Verteidigung die Göteborger Schäreninsel Känsö und die umgebenden Kleininseln seit den 30er Jahren nutzt, so wurde 2009 gerichtlich festgestellt, dass das Militär dort nur ein vorübergehendes Nutzungsrecht besitzt, die Inseln jedoch einem Verein auf Brännö gehören, der schon sehr lange dafür kämpft Känsö der Allgemeinheit zugänglich zu machen. Die übertriebene Forderung des Militärs dort nahezu das ganze Jahr über Schießübungen zu machen und den Zugang Privatpersonen zu verweigern, erhärtete die Fronten allerdings.


Nun will der Verein die Insel verkaufen und hofft auf einen Käufer, der Känsö zu einem Ausflugsgebiet macht. Natürlich kam die erste Anfrage von der Verteidigung, die für eine Insel, die etwa 100 Millionen Kronen wert ist, weniger als ein Fünftel der Summe bezahlen will. Da der Verein aus Brännö jedoch nicht an das Militär verkaufen will und schon gar nicht zu dieser lächerlichen Summe, hat nun die Verteidigung beantragt die Insel wegen Allgemeininteresse mit seiner gesamten Umgebung zu enteignen, was den geplanten Verkauf zumindest verzögern wird.

Die Verteidigung will das Gebiet vor allem für Schießübungen behalten, was eine extreme Belastung für Anwohner, Touristen und durch das Blei im Wasser auch für die Meeresökologie ist. Die Situation für die rechtmäßigen Besitzer von Känsö ist indes nicht schlecht, denn diese zeigt sich sogar bereit mit dem Militär zu verhandeln und dieses auch bei Verkauf auf einem Teil der Insel zu lassen, aber mit weniger Belästigung durch Schießereien und ohne dem Militär den uneingeschränkten Zugang zu allen umliegenden kleinen Inselchen zu erlauben. Die Verteidigung gibt sich jedoch bisher hart und nennt die Schießübungen als absolut notwendig, muss nun jedoch beweisen, dass diese Übungen nur auf Känsö und Umgebung möglich sind und im Ernstfall der Verteidigung des Hafens dienen.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 2. Februar 2012

Von Insel zu Insel in Göteborg

Nachdem in Stockholm bereits seit vier Jahren das multisportive Ereignis „Ö-till-ö“ (Von Insel zu Insel) stattfindet, kopiert man die sportliche Herausforderung ab diesem Jahr auch in Göteborg mit der Veranstaltung „Öloppet“ (Inselrennen), das alle sportlich aktiven Personen Europas herausfordern soll, auch wenn man im ersten Jahr wohl mehr mit Göteborger Sportlern rechnen kann.

Am 4. August werden Teams von jeweils zwei Personen herausgefordert zu Fuß und schwimmend zwölf Inseln der südlichen Schären in kürzester Zeit zu besuchen. Auf der Strecke zwischen Brännö und Donsö müssen 33 Kilometer zu Fuß und 5,8 Kilometer schwimmend zurückgelegt werden. Das Ereignis fordert daher eine noch bessere Kondition als der Halbmarathon Göteborgsvarvet, zumal die längste Schwimmstrecke 800 Meter lang ist.

Der erste Lauf, der über steinige Inseln und kühles Meerwasser führt ist auf 100 Teams begrenzt, wobei jede Fährlinie umgangen wird und die Teilnehmer auf Wasser ständig von Booten begleitet und überwacht werden. Auch an Erste Hilfe bei Lungen- oder Herzproblemen ist gedacht, da bei dieser Art von Ereignissen auch immer wieder Personen teilnehmen, die ihre Leistungsfähigkeit überschätzen. Die Veranstalter hoffen nun nur noch darauf, dass nicht gerade an diesem Tag ein Sturm aufkommt, da sonst das Ereignis eingestellt werden muss.

Herbert Kårlin

Freitag, 13. Mai 2011

Windkraft in den Göteborger Schären


Das heutige Hauptthema des Göteborger Stadtrats betrifft den Windpark in den Göteborger Schären zwischen Brännö und Hönö, ein Projekt, das von der absoluten Mehrheit der Regierenden gestützt wird, zumal die stadteigene Gesellschaft Göteborg Energi für den Bau und den Unterhalt zuständig sein wird.

Der Bau des Werkes stößt bei den Inselbewohnern indes auf einen starken Widerstand. Auch wenn die Argumente wie Probleme mit dem Fischfang, Risiken für Freizeitboote und ähnliches in den Vordergrund gestellt wird, so handelt es sich vor allem um die Aussicht über die Hafeneinfahrt, die ein Problem verursacht, denn tatsächlich erreicht die Insel Bränno an der höchsten Stelle kaum 50 Meter, während die 19 geplanten Windkraftwerke eine Höhe von 150 Metern haben werden.

Auch sind die Auswirkungen von Offshore-Windparks auf den Fischbestand bisher kaum erforscht und je nach Lage können sie unter Umständen negativ auf Fledermäuse wirken, wobei jedoch die Stadträtin Kia Andreasson der Göteborger Grünen kaum bessere Argumente bringt als die Gegner des Projekts, denn in ihren Augen können diese Windkraftwerke eine Klimakrise durch das Ansteigen des Wasserniveaus für die Schären verhindern, eine Aussage, die von völliger Unkenntnis zeugt.

Herbert Kårlin

Sonntag, 20. Februar 2011

Protest gegen Offshore-Windpark vor Göteborg

Göteborg Energi plant im Hake Fjord nördlich der Schäreninsel Brännö einen Offshore-Windpark mit voraussichtlich 12 bis 19 Windkraftwerken von 150 Meter Höhe, die nach ersten Berechnungen 200 GWh liefern sollen, was dem Durchschnittsverbrauch von 40 Prozent aller Mietwohnungen Göteborgs entspricht.

Da Göteborg Energie jedoch weder konkrete Pläne vorlegt noch ein Modell des geplanten Windparks auflegt, entwickeln sich Protestbewegungen auf den südlichen Schären, sowie den Küstenstreifen von Långedrag und Hisingen. Die Streitfragen zwischen Vereinigungen, die keine Windenergie in den Schären sehen wollen und Göteborg Energie häufen sich, können aber Mangels Plänen von keiner Seite gestärkt werden.

Auch wenn die Frage nach dem Landschaftsbild für viele Gegner des Windparks vor Brännö das Hauptargument ist und mit Farbprospekten hervorgehoben wird, so geht es offiziell um Regattas, die gestrichen werden müssen, die Vogelfluglinie nach Jylland, giftige Abfälle auf dem Meeresgrund, Lärmbelästigungen, fehlerhafte Angaben bei den ersten Bauplänen und andere Argumente. Die Windkraftgegner sind natürlich nicht gegen Windenergie, sondern gegen Windkraft vor der eigenen Tür.

Herbert Kårlin