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Samstag, 12. Mai 2012

Exotische Flechte in Göteborg

Als man zu Beginn des Jahres an einer Eiche in Göteborg die unter Schutz stehende Blattflechte Flavoparmelia soredians entdeckte, die in Schweden nur sehr vereinzelt vorkommt, entschloss man sich den Baum von einer extrem verkehrsreichen Straße in ein sichereres Milieu in der Nähe des Schlosswaldes zu verpflanzen und der Flechte eine Überlebenschance zu bieten.

Mitte März zog dann die kahle Eiche mit der Blattflechte aus dem Mittelmeerraum um und die Biologen Göteborgs warteten geduldig auf die ersten Zeichen des Baumes. Auch wenn die Eiche nun Anfang Mai die ersten zaghaften Blätter zeigt und die Flechte bisher weiterhin gedeiht, so kann man leider noch nichts über die nächste Zukunft der seltenen Flechte sagen.

Die Verpflanzung des Baumes geschah in Zusammenarbeit zwischen Parkverwaltung und der botanischen Sektion der Universität Göteborg. Die Biologen sind nun sehr an der Entwicklung sämtlicher Flechten an der Eiche interessiert und halten den Baum mit seinem Gast unter nahezu ständiger Überwachung. Sollten Baum und Blattflechten diesen Sommer überstehen, so dürfte Göteborg auch in Zukunft über eine botanische Sensation verfügen.
Herbert Kårlin
 

Montag, 25. April 2011

Natürliches Waldmilieu in Göteborg

Nachdem man in den Wäldern und Grünanlagen Göteborgs seit Jahren tote Bäume und totes am Boden liegendes Holz beseitigte und zu grünem Brennstoff verarbeitete, hat das Umweltsamt der Stadt nun seine Politik geändert und legt, im Gegensatz zu früher, sogar totes Holz aus, damit die Tier und Pflanzenvielfalt erhalten werden kann.

Nachdem totes Holz aus Wäldern, Hainen und Grünflächen Göteborgs entfernt wurde, verschwanden auch ein Teil der Spechte, die Eremiten wurden seltener, der Leberpilz verschwand und mehrere Arten an Moosen und Flechten zogen sich zurück. Nur ein Umdenken in der Umweltpolitik konnte die weitere ökologische Verarmung dieser Räume verhindern.

Das Umweltamt Göteborgs geht mit seinen neuen Plänen jedoch einen Schritt weiter und will nicht nur totes Gehölz erhalten, sondern platziert auch weiteres Holz an strategisch günstigen Gebieten und versieht diese Stellen mit informativen Schildern, damit auch Wanderer und Pilzsucher über die Zerbrechlichkeit des ökologischen Systems informiert werden. Die ersten Schutzgebiete werden an den Delsjön und Hjällbo eingerichtet.

Herbert Kårlin