Dienstag, 7. September 2010

Arme EU-Bürger in Göteborg eine Zukunftsfrage

Im Frühjahr 2010 war die Politik Göteborgs noch davon bestimmt Bettler aus Göteborg auszuweisen und in die Heimatländer zurückzuschicken, was sich jedoch als wenig sinnvolle Maßnahme entpuppte und weder den erhofften Erfolg zeigte, noch aber die Situation der Betroffenen veränderte.

Nach nur einem halben Jahr ändert sich nun die Policy der Stadt Göteborg und sie will zum Modellfall Europas werden, bei der die Bettler und armen Straßenmusiker, unter denen sich eine bedeutende Anzahl an Roma befindet, individuell behandelt werden um diesen Bürgern Europas eine Zukunft in der Stadt zu garantieren.

Wohnungsprogramme, Arbeitsmarktsprogramme und die Kontrolle, dass Kinder auch eine Schulbildung erhalten, sind nur einige der Punkte an denen die Stadt Göteborg arbeitet. In erster Linie gilt es die Bettelei zu reduzieren, die zwar nicht illegal ist, aber der Stadt dennoch einen negativen Anstrich gibt, Kriminalität fördert und Bettlern dennoch kein regelmäßiges Einkommen garantiert.

Herbert Kårlin

Montag, 6. September 2010

Rockschule im Göteborger Stadtteil Hammarkullen

Ab 15. Oktober 2010 kann man im Music College im Göteborger Stadtteil Hammarkullen, der vor allem für den Hammarkullekarnevalen bekannt wurde, erstmals ein Jahr lang moderne Musik wie Rock, Hiphop oder elektronische Musik studieren. Dieser Studiengang richtet sich vor allem an Studenten, die anschließend an der Hochschule für Theater und Musik ein Studium anschließen wollen.

Das Modell des Hammarkullen Music College wurde nach einem Konzept in Venezuela aufgebaut, einer Schule, die auch der Dirrigent Gustavo Dudamel des Göteborger Konzerthauses absolviert hat. Wie auch in Venezuela, ist in Hammarkullen eines der Auswahlkriterien der Wunsch der Studenten in Zukunft professioneller Musiker zu werden.

Studenten des Music College in Göteborg haben, parallel zu ihrer musikalischen Ausbildung, auch die Möglichkeit, sich in Fächern, in denen Sie bisher nicht die notwendige Punktzahl für eine Hochschulausbildung errungen haben, diese Fächer zu studieren, um den Mangel auszugleichen. Der letzte Tag für die Bewerbung des ersten Kurses für zehn Studenten ist der 15. September.

Herbert Kårlin

Sonntag, 5. September 2010

Besucherrekord beim Göteborger Kulturfest

Nach Auswertung aller Zahlen konnte die Stadt Göteborg feststellen, dass die Zahl der Besucher des Göteborger Kulturfestes dieses Jahr um rund 200.000 Personen gestiegen ist und somit etwa 925.000 Personen das diesjährige Kulturfest besucht haben, die höchste Zahl seit Bestehen des jährlichen Festes.

Sicher haben dabei das gute Wetter und die erhöhte Anzahl an Ereignissen, die dieses Jahr rund 1000 Programmpunkte umfassten, mit zu diesem Erfolg beigetragen, aber auch das steigende Interesse von ausländischen Besuchern, die beim Kulturfest ein Stück Göteborg entdecken wollen, zeigt bei der Anzahl der Besucher seine Spuren.

Den größten Zustrom beim Göteborger Kulturfest (Kulturkalas) hatten dieses Jahr die abendlichen Veranstaltungen am Götaplatsen, wo einige der bedeutendsten schwedischen Künstler ihre Konzerte gaben. An manchen Abenden war es bereits sehr schwierig noch einen Platz in Sichtweite der auftretenden Künstler zu finden.

Herbert Kårlin

Samstag, 4. September 2010

Neue Regeln sorgen für ein ruhigeres Göteborg

Dieses Jahr bekamen die Restaurants Göteborgs, die ihre Getränke und Speisen im Sommer auf Terrassen servieren wollten erstmals nur eine zeitbegrenzte Genehmigung, die nur verlängert wurde, wenn die entsprechenden Restaurants keine überlaute Musik machten und keine Klagen der Anwohner wegen Lärmbelästigungen eingingen.

Betroffen waren dieses Jahr vor allem die Avenyn, die Viktoriagatan und die Magasinsgatan, wo Restaurants dicht aneinander liegen und die letzten Jahre permanent Klagen über den hohen Lautpegel nach 22 Uhr eingingen. Das Jahr 2010 bewies nun, dass die neue Maßnahme Göteborgs Erfolgt zeigt, denn sämtliche betroffenen Restaurants senkten das Lautniveau ohne auch nur einen Gast zu verlieren.

Der Erfolg dieser städtischen Regelung führt nun dazu, dass im nächsten Jahr auch die Dachterrassen an der Avenyn mit in das Programm aufgenommen werden, was Göteborg nachts nicht weniger animiert macht, aber weitaus ruhiger für Anwohner, die seit Jahren jeden Sommer erheblichen Lärmbelästigungen ausgesetzt waren.

Herbert Kårlin

Freitag, 3. September 2010

Fischereihafen-Festival in Göteborg

Das diesjährige Fischereihafen-Festival in Göteborg am 4. September feiert das hundertjährige Bestehen des Göteborger Fischereihafens. Zu diesem Anlass belebt sich das Kai vor der Fischauktion wieder für einige Stunden, denn an diesem Tag legen wieder einige Fischkutter vor den Gebäuden an, damit die Besucher des Festivals einen Einblick in die Vergangenheit dieses Fischmarkts gewinnen können.

Während Erwachsene an der weltweit längsten Fischtheke Fische und Schaltiere erwerben können, per Ausruf an einer Auktion teilnehmen dürfen und ausgewählte Fischgerichte kosten können, finden Kinder ein Karussell, einen Fischteich und können sich, an einer vom Seefahrtsmuseum aufgebauten Theke, anschaulich über das Leben im Göta Älv informieren.

Beim Fischereihafen-Festival in Göteborg sorgen auch einige der bekanntesten schwedischen Künstler für die Unterhaltung. So werden, unter anderem, Charlotte Perrelli und Christer Sjögren auf der aufgebauten Bühne auftreten. Da es nur sehr wenige Parkplätze am Fischereihafen gibt, hat die Fischauktion eine Fähre gebuchte, die Besucher kostenlos von Eriksberg direkt zum Fischereihafen bringt.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 2. September 2010

Mautgebühren in Göteborg auch für ausländische Fahrzeuge

Bereits kurz vor den schwedischen Lokalwahlen dieses Jahres wurden mehrere endgültige Entscheidungen zu den Mautabgaben, die in Göteborg mit dem Infrastrukturpaket eingeführt werden, gefällt. Einige der Entscheidungen treffen auch die Besucher Göteborgs, bzw. alle, die auf der Strecke ins Bohuslän, zum Vänern und nach Norwegen zwangsweise durch Göteborg fahren müssen.

Im ersten Schritt wurden die schwedischen Gesetze dahingehend geändert, dass auch ausländische Fahrzeuge die Maut in voller Höhe bezahlen müssen. Diese Entscheidung betrifft jedoch nicht nur Göteborg, sondern auch die Durchfahrt in Stockholm. Welches Bezahlsystem in Göteborg angewandt wird ist bisher jedoch noch nicht entschieden.

Die zweite maßgebliche Änderung, die alle Besucher Schwedens betrifft, ist die europäische Zusammenarbeit, die Schweden am 1. Juli 2010 mit Europa aufgenommen hat. Sowohl Polizei als auch Gerichtsvollzieher können nun europaweit Gebühren einziehen, was bei nicht termingerechter Bezahlung der Maut oder eines Protokolls wegen Falschparken zu erheblichen Kosten führen kann.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 1. September 2010

Bewohnte Seebuden nun endgültig illegal

Nachdem nun mehrere Rechtsstreitigkeiten wegen zeitweise bewohnten Seebuden (Sjöbodar) vom obersten Gerichtshof in Schweden endgültig geklärt wurden, können nun sämtliche Gemeinden des Västra Götalands gegen illegalen Umbauten oder der Benutzung von Seebuden als Stuga oder Ferienwohnung unterbinden.

Nach den jüngsten Gerichtsbeschlüssen darf eine Seebude weder isoliert sein, noch Gardinen besitzen, keine Küche eingerichtet haben und weder über einen Esstisch, noch Sessel und Stühle verfügen. Auch der Anschluss von Wasser und Abfluss ist nun endgültig verboten. Es wurde daher eine klare Grenze zwischen Stuga und Sjöbod gezogen.

Alle Seebuden, die Umbauten erfuhren, damit sie auch als Sommerstelle benutzt werden können, müssen in ihren ursprünglichen Zweck zurückgesetzt werden. Sollten die Besitzer den Auflagen der Gemeinden des Västra Götalands nicht nachkommen, so können Erststrafen von 200.000 Kronen fällig werden, die sich alle drei Monate um weitere 30.000 Kronen erhöhen.

Herbert Kårlin