Mittwoch, 1. Mai 2013

Ein Wanderfalke kann die Gasglocke retten

Nachdem das Göteborger Bauamt nun eine Abrissgenehmigung für die rostende Gasglocke in Göteborg ausgestellt hat ohne irgendwelche Bedingungen zu stellen, liegt es nun an den Wanderfalken (Falco peregrinus) über die Zukunft des Gebäudes zu entscheiden, das ein deutliches Kennzeichen Göteborgs ist. Die endgültige Entscheidung zum Abriss oder dem Erhalt der Gasglocke liegt nun an der Region und den Bestimmungen zum Naturschutz, denn Naturschutz interessiert weder den Stadtrat, noch das Bauamt oder den Besitzer der Gasglocke.

Nach über 50 Jahren hatte sich im Jahr 2012 ein Wanderfalke entschieden die Gasglocke als Wohnung zu benutzen und, nach über 50 Jahren, kehrte damit der rot gelistete Vogel nach Göteborg zurück. Der Platz schien jedenfalls sehr gut gewählt zu sein, denn das Weibchen blieb nicht allein und im Sommer 2012 konnte man ein Pärchen mit zwei Jungen über Göteborg entdecken, die die Gasglocke als ideale Wohnung betrachteten und auch dieses Jahr wieder dort wohnen wollen.

Die Region des Västra Götlands hat es nun nicht leicht, denn der Wanderfalke ist nicht nur sehr selten geworden und auf der Roten Liste Schwedens zu finden, sonder wird auch auf europäischem Niveau geschützt. Nach den geltenden Gesetzen darf ein Gebäude mit Wanderfalken nur dann abgerissen werden, wenn es absolut keine andere Lösung gibt, was in diesem Fall wohl sehr schwierig zu beweisen ist, denn auch wenn die Restauration der Gasglocke Geld kostet, so kann sie dennoch erhalten bleiben, umgebaut werden und weiterhin ein Nistplatz für Wanderfalken sein.

Herbert Kårlin

Göteborg Reiseführer

Dienstag, 30. April 2013

Immer größere Gruppen in Kindergärten

Obwohl nach den Anweisungen des Schulamts nicht mehr als 15 Kinder in einer Kindergartengruppe gezählt werden sollen, da diese Menge als das Maximum für einen sinnvollen Unterricht gilt, haben die Göteborger Kindergärten gegenwärtig nach dem statistischen Durchschnitt Gruppen von 17,6 Kindern. Aber wie üblich bei einem statistischen Schnitt, so liegen dabei einige Gruppen in Elitekindergärten unter dem Durchschnitt und andere wiederum haben auch Gruppen von über 20 Kindern.

Sicherlich kann man auch von der Größe einer Gruppe nicht immer Rückschlüsse ziehen, da auch die Menge der Erzieher pro Gruppe, die Einrichtung und Ausstattung des Kindergartens sowie andere Faktoren eine Rolle spielen können. Problematisch ist jedoch, dass in Göteborg bei der Finanzierung der Kindergärten der Rotstift herrscht und auch nicht geplant ist die schwierige Situationen in den kommenden Jahren abzustellen.

Wenn man die heutige Situation mit jener des Jahres 2003 vergleicht, so stellt man fest, dass es damals kaum eine Kindergruppe von über 17 Kindern gab, heute aber in 24 Prozent der Göteborger Kindergärten mehr als 20 Kinder in jeder Gruppe gezählt werden, was bedeutet, dass diese Kinder nicht mehr entsprechend auf den Schulbesuch vorbereitet werden können und vom ersten Tag an im Hintertreffen sind. Nicht zu vergessen ist dabei, dass auch das Personal durch die hohe Belastung in eine Stresssituation gerät, die die Sicherheit der Kinder in Frage stellen kann.

Herbert Kårlin

Montag, 29. April 2013

Walpurgisfeuer in Göteborg


Auch wenn das Walpurgisfeuer in Schweden traditionell nach Ostschweden gehört und in Westschweden vom Osterfeuer ersetzt wird, so setzt sich in Göteborg in den letzten Jahren auch immer häufiger das Walpurgisfeuer am Abend des 30. Aprils durch, aus touristischen Gründen und auch weil die Bevölkerung der Stadt sich mehr und mehr mischt und die Zuwanderer ihre Traditionen nach Göteborg mitbringen wollen.

Auch wenn dieses Jahr die Walpurgisfeuer an mehreren Stellen der Stadt entzündet werden, so zieht jenes Im Göteborger Schlosswald auch dieses Jahr wieder die größte Menge an Besuchern an, denn auch wenn das Feuer erst bei Einbruch der Dunkelheit um 21 Uhr entzündet wird, so beginnen dort die Feierlichkeiten bereits um 17 Uhr 30 mit dem typisch schwedischen Allsång, der nach dem Feuer in Hardrock übergeht.

Der 30. April ist in Göteborg allerdings bereits den ganzen Nachmittag über ein bedeutendes Ereignis, da die Studentenchöre schon um 14 Uhr in der Trädgårdsföreningen auftreten, am frühen Abend der Chalmers Cortège durch die Stadt zieht, auf nahezu allen Grünflächen Picknicks stattfinden und natürlich teilweise auch sehr tief in die Flasche gesehen wird. Bereits im Laufe des Nachmittags wird man daher auf Betrunkene treffen, die vom Walpurgisfeuer nur noch wenig mitbekommen werden.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 28. April 2013

Göteborger Fahrzeuge mit der Flagge der Färöer


Der Hafen auf der Schäreninsel Donsö
 
Die Gewerkschaft der Seeleute SEKO fordert das schwedische Finanzamt auf bei Reedereien Göteborgs bei einer sogenannten Ausflaggung mehr auf die Einhaltung des schwedischen Steuerrechts zu achten, da zahlreiche dieser Reedereien zwar einen Briefkasten und einen Teilzeitbeschäftigten auf den Färöer haben, das Büro und die tatsächliche Leitung des Unternehmens jedoch nach wie vor in Göteborg zu finden ist, hier also auch die Steuern zu entrichten sind.

Gegenwärtig wurden in Göteborg und vor allem auf der Schäreninsel Donsö bereits rund 30 Schiffe auf die Färöer ausgeflaggt, was bedeutet, dass diese Unternehmen keinerlei Firmensteuern mehr in Göteborg bezahlen und das Arbeitsrecht des Landes, somit auch der Einfluss der Gewerkschaft SEKO, außer Kraft gesetzt werden. Natürlich ist dies nach den geltenden Gesetzen des Landes möglich, jedoch nicht, wenn die Aktivität weiterhin von Göteborg aus geführt wird. Nach einer Untersuchung der Gewerkschaft beschäftigen gegenwärtig mindestens 13 dieser Reedereien die gleichen Strohmänner auf den Färöern um das Finanzamt zu täuschen.

Für die angestellten Seemänner bedeutet dies, selbst wenn sie in einigen Fällen weiterhin zum gleichen Lohn beschäftigt werden sollten, dass sie nicht mehr den gleichen Bedingungen hinsichtlich von Krankengeld und Rente unterliegen wie vorher, also letztendlich bedeutende Summen einbüßen, die nun in die Taschen der Reeder fließen. SEKO findet es besonders bedauerlich, dass selbst die Stadt Göteborg Aufträge an Reedereien vergibt, die ihren Sitz auf den Färöern haben und damit leichtfertig mit Steuergeldern umgeht.

Herbert Kårlin

Samstag, 27. April 2013

Billigere Wohnungen in Göteborg

Die Göteborger Volkspartei fordert die regierenden Parteien der Stadt auf für billigere Wohnungen und den Erhalt von billigen Mietwohnungen zu sorgen, was in der Stadtführung auf Unverständnis zu stoßen scheint, da man dort der Meinung ist bereits diesen Weg beschritten zu haben, obwohl die städtischen Baugesellschaften bei Renovierungsarbeiten die Mieten grundsätzlich bedeutend erhöhen und die Bevölkerung mit geringerem Einkommen damit aus der Stadt vertreibt.

Auch die Forderung Wohnungen billiger zu bauen und bei Renovierungen nur auf den Erhalt der Substanz zu setzen, prallt an der Macht der Entscheidenden ab, denn auch hierbei ist man der Meinung, dass die Bauunternehmen der Stadt billig bauen, obwohl die Kosten in Göteborg über jenen anderer Städte liegt und so wenig Mietraum geschaffen wird, dass die Wohnungsnot und die damit verbundenen Mietpreise ebenfalls die einfachere Bevölkerung aus zentralen Lagen vertreibt.

Auf Kritiken reagiert die Stadt Göteborg damit die Schuld der bürgerlichen Regierung in Stockholm aufzulasten, denn der sogenannte ROT-avdrag, eine Steuerbegünstigung für Bauherren und Wohnungseigentümer, kommt Mietern nicht zu Gunsten und fördert nur Eigentum, eine Aussage, die man in einer Stadt in der die größten Bauunternehmen unter der Regie der Stadt liegen, in Frage stellen muss, denn in diesem Fall muss die Stadt selbst einen klaren Plan schaffen, der zu billigen Wohnungen führt. Ohne einen klaren Plan und tatsächlichen Handlungen wird die Kritik an der Führungsschicht der Stadt kaum zur Ruhe gebracht.

Herbert Kårlin

Freitag, 26. April 2013

Liseberg verärgert Griechen und Griechenland


Während der Göteborger Vergnügungspark Liseberg mit seinen Attraktionen Besucher aus allen Nachbarländern anzieht, hat die neue Werbeaktion der Anlage ein ganzes Land verärgert, denn auf der neuen Reklame kann man ein weinendes Kind sehen, das sagt „Manche Kinder sind gezwungen nach Kreta zu fahren“, eine Aussage, die natürlich zeigen soll, dass Liseberg so viel besser als jede Urlaubsreise ist und dass alle Kinder Göteborgs lieber den Sommer in Liseberg verbringen als an einem Strand oder in den Bergen eines anderen Landes.

Problem bei dieser Werbung macht jedoch das Wort „Kreta“, denn diese Insel ist für alle Griechen ein Paradies, und nicht nur für Griechen. Das weinende Kind und die drohende Reise nach Kreta, die nahezu als Strafe dargestellt wird, wird von Griechenland und seiner Bevölkerung geradezu als Diskriminierung und Verunglimpfung eines Paradieses gesehen, eine Idee, die dem Werbebüro Lisebergs und seiner Geschäftsführung vermutlich gar nicht in den Sinn kam, auch wenn Kreta nun eine Entschuldigung fordert.

Viele Griechen fragen sich nun natürlich warum ein Göteborger Vergnügungspark sich gegen Kreta ausspricht, nachdem das Land während der letzten Monate bereits genügend Vorurteilen und üblen Nachreden ausgesetzt war. Die Frage ist auch warum Liseberg gerade Griechenland als negatives Ziel auswählte, da dies nahezu als politische Aktion gesehen werden kann. Dass die neue Werbekampagne, außer Kreta, auch noch Mallorca und Italien betrifft, zwei weitere Krisengebiete, zeugt von mangelndem Gefühl von Seiten der Werbemacher Lisebergs.

Herbert Kårlin

Pferdesport in Göteborg

Donnerstag, 25. April 2013

Das Kaninchenland in Göteborg


Wenn am Samstag den 27. April 2013 Liseberg zu seinem 90. Jahrestag für die Sommersaison öffnet, so finden vor allem die jüngsten Gäste des Vergnügungspark eine neue Sensation, nämlich das Land der Kaninchen, das sich über eine Fläche von rund 10.000 Quadratmeter erstreckt und die jüngsten Gäste über Stunden hinweg beschäftigen kann, nicht zuletzt auch deswegen, weil sich eine große Anzahl an Liseberg-Kaninchen dort niedergelassen hat um Kinder zu umarmen und ihnen den Weg ins Vergnügen zeigt.

Unter den elf Attraktionen, die man im neuen Kaninchenland Lisebergs findet, sind sieben vollkommen neu und können daher von Kindern zwischen zwei und elf Jahren am Samstag eingeweiht werden, wobei die jüngsten unter ihnen auch von den Eltern begleitet werden können, selbst ins Haus der Kaninchen mit Hängebrücken, schiefen Türen und natürlich Röhrenrutschbahnen mit denen man die oberen Stockwerke auf die einfachste Weise wieder verlassen kann.

Neu ist im Kaninchenland Lisebergs unter anderem die Kaninlandsbanan auf der man eine Runde drehen kann und dabei das gesamte Land der Kaninchen von oben betrachten darf. Die neuen Attraktionen sind so gebaut, dass sie selbst für Kinder in jüngstem Alter ungefährlich sind und höchstens ein merkwürdiges Gefühl in der Magengegend verursachen wenn man sich in zehn Meter Höhe befindet oder sich das Flugkarussell etwas schneller nach oben oder unten bewegt als gedacht und nicht nur eine ruhige Flugrunde dreht.

Copyright: Herbert Kårlin