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Montag, 19. Mai 2014

Erneut Schießereien in Göteborg

Innerhalb der 20 Wochen dieses Jahres zählt man in Göteborg bereits 20 Schießereien und mehrere Tote, wobei die Taten überwiegend in den gleichen Gegenden stattfinden und die Bewohner dieser Stadtteile in Unruhe versetzt. Auch wenn die Polizei die Mehrheit der Schießereien einer kleinen Gruppe von Personen zuspricht, die seit langer Zeit überwacht wird, ist die Aufklärungsquote gering.

Als am gestrigen Sonntag erneut ein 25-Jähriger in Backa auf Hisingen getötet wurde, konnte die Polizei zwar nicht über anwesende Zeugen klagen, aber von den Tätern ist keine Spur zu finden, auch wenn die Tat in einem Vereinslokal stattfand. Wie schon bei den vergangenen Schießereien werden jedoch selbst Zeugen kaum etwas gesehen haben, da es sich bei der Mehrheit der Schießereien dieses Jahres um Taten krimineller Vereinigungen handelt, von Personen, die auch vor Rache kaum zurückschrecken.

Auch wenn die Polizei bei den Tätern im Dunkeln tappt, so ist ihr der Tote und der durch Kugeln Verletzte sehr gut bekannt, da beide seit vielen Jahren in kriminellen Kreisen verkehren und einer der rivalisierenden Banden in Backa angehören. Der Tote wurde in diesem Zusammenhang erst im vergangenen Jahr wegen einem Vergehen gegen das Waffengesetz verurteilt. Die Tat am Sonntag zeigt jedoch deutlich die Hilflosigkeit der Göteborger Polizei, die trotz verstärktem Einsatz auf Hisingen Schießereien nicht verhindern kann.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 22. Dezember 2013

Immer mehr Mieter werden aus Göteborg verdrängt

Nachdem die Gerichte Schwedens bisher der Meinung sind, dass Renovierungen und vor allem Modernisierungen von Wohnungen nicht von Rücklagen von bereits bezahlten Mieten bezahlt werden müssen, sondern die Mieter diese Kosten übernehmen müssen, auch wenn sie bei dieser Entscheidung nicht mitreden dürfen, werden immer mehr Mieter dazu gezwungen ihre teilweise recht günstigen „Altbauwohnungen“ aus den 60er Jahren zu verlassen.

Der neueste Fall betrifft nun 80 Mieter in Backa Röd auf Hisingen, die bei ihrem Vermieter Poseidon gegenwärtig für eine Wohnung mit 80 Quadratmeter 5200 Kronen pro Monat bezahlen. Poseidon will das Gebäude nun energiesparend modernisieren und  durch zwei zusätzliche Stockwerke insgesamt 140 Wohnungen schaffen deren Miete grundsätzlich um 80 Prozent über dem heutigen Preis liegen wird, nach Poseidon also dem Marktpreis entsprechen. 79 der 80 Mieter haben sich bereits entschlossen auszuziehen, da sie die neuen Mieten von nahezu 10.000 Kronen pro Monat nicht tragen können.

Grund für diese Entwicklung in Göteborg sind die extreme Wohnungsnot und die mangelnde Bauaktivität in Göteborg, insbesondere von Seiten der städtischen Unternehmen. Auf Grund diesen Problems suchen sehr viele Personen mit höherem Einkommen eine Wohnung der gehobenen Klasse. Dies führt jedoch andererseits dazu, dass immer mehr einkommensschwache Personen auf den bisherigen Komfort verzichten müssen und in sehr vielen Fällen dazu gezwungen sind eine Wohnung weit außerhalb Göteborgs zu suchen und bei einer Renovierung die bisherige Wohnung verlassen müssen.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 19. April 2011

Unruhen in Göteborg

Pünktlich zum Frühling beginnen an den kritischen Orten in Göteborg wie Backa oder Västra Frölunda wieder nächtliche Brände bei denen Feuerwehr und Polizei mit Steinen empfangen werden. Seit zwei Wochen bewegen sich spät nachts wieder Jugendliche in Gegenden mit großem Ausländeranteil und hoher Arbeitslosigkeit und säen Angst unter den Anwohnern.

Letzte Nacht brannten allein zwischen 22 Uhr 30 und 2 Uhr 30 in einem Wohngebiet in Västra Frölunda vier Autos, ein Wohnwagen, ein Anhänger und ein Moped, die wegen den Angriffen der Jugendliche kaum zu löschen waren und daher restlos zerstört wurden.

Trotz Einsatz eines Polizeihubschraubers konnte von den Jugendlichen keiner gefasst werden, da sie mit ihren Mopeds weitaus mobiler waren als die Polizeifahrzeuge, die Einsatzkräfte durch das Anzünden von Papierkörben abgelenkt wurden und die Jugendlichen das Terrain sehr gut kannten. Eltern und Nachbarn, die sehr genau wissen, wer an den Taten beteiligt war, wagen es nicht eine Aussage zu machen.

Herbert Kårlin

Freitag, 2. Oktober 2009

Apathische Kinder finden in Göteborg die beste Unterstützung

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts wurden unter Asylantenkindern immer mehr apathische Kinder festgestellt. Anfangs hatten zahlreiche Psychologen den Verdacht, dass Eltern ihre Kinder unter Drogen setzen würden um dadurch irgendwelche Vorteile bei der Bearbeitung ihrer Anträge zu erreichen. Erst während der letzten zwei Jahre zeigte sich, dass diese Kinder unter einem Trauma leiden und daher dringend Hilfe benötigen.

Nach offiziellen Zahlen befinden sich zur Zeit rund 50 dieser apathischen Kinder in Schweden. Jüngste Untersuchungen zeigen nun, dass apathische Kinder in Göteborg weitaus seltener zu medizinischen Problemfällen werden als in anderen Regionen Schwedens und zur Zeit nur zwei Kinder in Göteborg künstlich ernährt werden müssen.

Den Grund für diese Situation sehen Ärzte und Psychologen in Zusammenhang mit dem großen Diskothekenbrand in Backa im Jahre 1998. Nach dem Brand waren Behörden, Ärzte und Psychologen in Göteborg gezwungen sich mit Schockreaktionen und Traumas auseinanderzusetzen, die jenen der apathischen Kindern ähneln. Diese Erfahrung kommt ihnen nun zu Gute, so dass sie Anzeichen schneller erkennen können und auch aktiv in die Behandlung der ganzen Familie eingreifen können.

Herbert Kårlin