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Donnerstag, 26. Dezember 2013

Västtrafik droht mehr Kontrollen in Göteborg an

Nachdem Västtrafik, der Betreiber der öffentlichen Verkehrsmittel in Göteborg, zum 15. Dezember bereits Buslinien einstellte und zum Januar mit einer kräftigen Erhöhung der Fahrpreise aufwartet, teilt das Unternehmen nun auch mit, dass im kommenden Jahr die überfallartigen Kontrollen in Bussen und Straßenbahnen verstärkt werden, da niemand ungestraft schwarz fahren soll.


Tatsache ist, dass Västtrafik von jedem Schwarzfahrer 1200 Kronen an Strafe, bei Jugendlichen 600 Kronen, verlangt und damit eine sehr lohnende Einkommensquelle entdeckte, denn einmal Schwarzfahren entspricht knapp 50 bezahlten Fahrten. Während der Kontrollen im Herbst konnten die Kontrolleure jedoch unter 6740 Reisenden nur 381 Schwarzfahrer finden, was in den Augen der Verantwortlichen von Västtrafik zu wenig ist, obwohl die prozentuale Quote überdurchschnittlich gut war.

Während der letzten Jahre konnte man feststellen, dass in den „besten“ Jahren knapp 6 Prozent der Göteborger schwarz fahren, was bei 1,7 Millionen Benutzern beträchtliche Einnahmen bringt,, auch wenn die Kosten für 40 hauptberufliche Kontrolleure nicht zu vernachlässigen ist. Einkommensschwache Familien, die überwiegend am Rande der Stadt wohnen, können sich schon heute oft keine Fahrscheine mehr leisten, denn bei einem Stundenlohn von 70 Kronen brutto bei Teilzeitbeschäftigung kann man kaum die ständig steigende Miete bezahlen, viel weniger noch die Monatskarte und die Strafe landet daher beim Gerichtsvollzieher, was diese Personen wiederum absolut kreditunwürdig macht.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 21. April 2012

Kontrolleure von Västtrafik des Gewalt angeklagt

Während bisher Västtrafik nur wegen schlechtem Service, unüberlegten Bezahlsystemen und verkehrsunsicheren Bussen angeklagt wurde, wendete sich gestern mit einem Video das auf Youtube verbreitet wurde die Situation schlagartig, denn nun werden Kontrolleure des Unternehmens der Gewalt gegen zahlende Fahrgäste angeklagt, was vermutlich europaweit einmalig ist.

Auf dem Video eines Fahrgastes kann man sehen wie ein anderer weiblicher Fahrgast, der einen gültigen Fahrschein in der Hand hält von drei Kontrolleuren gewaltsam festgehalten und auf die Sitze gedrückt, weil die Kontrolleure der Meinung sind, dass die junge Frau erst bezahlt hätte als sie die Kontrolleure entdeckte. Nach Aussage der anderen Passagiere, die gleichzeitig in der Straßenbahn waren, möchte niemand auf diese Weise behandelt werden, nicht einmal als Schwarzfahrer.

Mit einer Entschuldigung von der Führungsschicht von Västtrafik wäre das Problem vermutlich auch ohne Probleme beseitigt worden. Nachdem der Zuständige von Västtrafik jedoch das Video gesehen hatte, erklärte er, ebenfalls ohne sich überhaupt zu versichern, ob die Frau einen gültigen Fahrschein hatte oder nicht, dass sich die Kontrolleure vollkommen korrekt und höflich verhalten hätten. Nach seinen Aussagen spielt es auch keine Rolle, ob die Fahrt bezahlt war oder nicht, denn nach der Bestimmung von Västtrafik muss man erst bezahlen und kann sich dann nach einem Platz umsehen, den Kinderwagen abstellen oder sich des Koffers entledigen. Nicht der reibungslose Verkehr ist wichtig, sondern ein unmittelbares Bezahlen, auch wenn dadurch Schlangen an den Türen entstehen.
Herbert Kårlin

Montag, 29. März 2010

Västtrafik in Göteborg erhöht die Kontrollen

Nach Einführung des neuen Fahrscheinsystems bei Västtrafik Göteborg galt beim öffentlichen Verkehr der Stadt für Kontrolleure eine gewisse Toleranz walten zu lassen und es wurde versucht den Kunden eher das System zu erklären statt ein Protokoll auszustellen. Diese Schonfrist läuft nun zu Ostern aus und sowohl Rhythmus als auch Anzahl an Kontrollen werden nun erheblich ausgeweitet.

Das Fahrscheinsystem bleibt so unklar wie bisher und vor allem ältere Leute und Besucher Göteborgs stoßen häufig auf erhebliche Probleme, und das Fahren über mehrere Zonen verursacht immer noch häufig erhöhte Kosten wegen Fehlern des Lesegerätes, aber Västtrafik will das Schwarzfahren in diesem Jahr um mindestens 20% reduzieren und damit die jährlichen Einnahmen um 10 Millionen Kronen erhöhen statt ein einfacheres Ticketsystem zu benutzen.

Ab April werden nun im Schnitt jeden Monat 50.000 Personen mehr kontrolliert als im Vorjahr, wobei auch die Art der Kontrollen sich massiv ändert. Während bisher jeweils zwei bis drei Kontrolleure zustiegen um die Passagiere zu kontrollieren, setzt Västtrafik nun auch erhöht auf Kontrollen an Haltestellen. Dies bedeutet, dass sich zusätzlich zwischen 20 und 30 Kontrolleure an einer Haltestelle platzieren und dann auch jeden, der den Bus oder die Straßenbahn verlässt um seinen Fahrschein bittet. Mit einer Nulltoleranz soll die Anzahl der Schwarzfahrer dann im Laufe des Jahres auf 5% fallen.

Diese Maßnahmen führten auch dazu, dass der schwedische Verein planka.nu, der gegen einen Beitrag von monatlich 100 Kronen seinen Mitgliedern sämtliche Protokolle wegen Schwarzfahren bezahlt, neue Regeln in Göteborg einführen musste. Nur in Göteborg muss nun zusätzlich ein einmaliger Betrag von 300 Kronen beim Eintritt in den Verein bezahlt werden und die Selbstbeteiligung wurde pro Protokoll auf ebenfalls 100 Kronen festgelegt, was immer noch wenig ist im Verhältnis zu den 1600 Kronen, die für einen fehlenden Fahrschein fällig werden.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 9. September 2009

Schwere Zeiten für Restaurantbesitzer in Göteborg

Göteborg ist die einzige Stadt Schwedens, die seit diesem Jahr jeden Besitzer oder Geschäftsführer eines Restaurants und einer Kneipe mit den Registern der Polizeibehörde abgleicht. Ziel ist es, die Geschäftsführer oder Besitzer herauszufinden, die in irgendeiner Weise vorbestraft sind, da Vorbestrafte in Schweden kein Recht erhalten in ihren Lokalen Alkohol auszuschenken.

In der Regel kann es ausreichen einmal mit einem zu hohen Alkoholspiegel in eine Polizeistreife zu geraten um, unter Umständen, seine Lebensgrundlage zu verlieren. Natürlich sind in Göteborg 99% der Betroffenen blütenrein und trinken nie auch nur ein Glas Wein bevor sie sich ans Steuer setzen, aber dennoch wurden dieses Jahr bereits fünf Personen in der Branche gefunden, die sich einmal mit Alkohol ans Steuer setzten.

Während die städtische Behörde, das Finanzamt und die Polizeibehörden diese systematische Kontrollmaßnahme als notwendig betrachten bleibt sie nicht ohne Kritik des schwedischen Verbandes der Hotel- und Restaurantbesitzer SHR, die zwar permanente Kontrollen befürworten, es jedoch für übertrieben halten, dass ein Restaurantbesitzer nicht ein einziges Mal 0,2 Promille bei einer Kontrolle überschreiten darf während Ärzte selbst nach Verurteilung und 1,4 Promille weiter praktizieren können.

Weitere Informationen zum Thema bei
Hårdare koll av krogarna

Herbert Kårlin