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Freitag, 10. Mai 2013

Kunst oder Pornografie bei der Examensausstellung

Die Kunststudentin Snövit Hedstierna der Göteborger Kunsthochschule Valand präsentierte für ihr Examen 50 Fotos von denen sie zwei für die Abschlussausstellung in der Göteborger Kunsthalle auswählen sollte. Als sie jedoch die ihrer Meinung nach besten und aussagekräftigsten Bilder dem Publikum bieten wollte,  wurde sie gebeten die Bilder entweder zu retuschieren oder aber die zwei am wenigsten aussagekräftigen Bilder aufzuhängen. Erst in letzter Minute durfte sie auch ein drittes Foto hinzufügen, das zumindest ihr Thema anreißt.

Snövit Hedstierna empfindet dies als eine Zensur der Kunst und fühlt sich ungerecht behandelt, da Kunst immer häufiger auch Provokation ist und einen sehr persönlichen Prozess darstellt. Dass die Zensur für die Kunststudentin nicht nachzuvollziehen ist, hat eine gewisse Berechtigung, denn die Abschlussarbeit wird mit den Lehrern abgesprochen und es gehen zahlreiche Diskussionen mit den anderen Studenten voraus. Der Schaffungsprozess und die Motive sind daher seit Monaten bekannt, aber die Zensur setzte erst wenige Tage vor der Vernissage ein.

Die Diskussion um die Kunst von Snövit Hedstierna hat andererseits natürlich auch eine gewisse Berechtigung, denn ihre 50 sehr ästhetischen Fotos mit dem Thema Practices of Looking zeigen überwiegend Frauen, die mit Hilfe eines Spiegels ihre Geschlechtsorgane betrachten. Die Künstlerin sieht in den Fotos die Aussage, dass der Frau der Blick auf einen Teil ihres Körpers genommen wurde und daher neu entdeckt werden muss. Der Lehrer, der ihre Kunst bewertet, hatte die Künstlerin frühzeitig gewarnt, da, seiner Meinung nach, diese Fotografien die Grenzen der Kunst überschreiten.

Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg

Samstag, 13. Oktober 2012

Zensur bei Kunstausstellung im Västra Götaland

Um für die Kunstausstellung „Only Child“ in der Kunsthalle in Alingsås, die heute eröffnet wird, Werbung zu machen, haben die Kunsthalle und die Fotografin Nathalia Edenmonts ein Foto für das Plakat gewählt, das ein Mädchen darstellt, das eine Pistole im Mund hat. Als ein Lokalpolitiker der Stadt dieses Plakat in der Bibliothek des Ortes sah, entfernte er es uns verbot auch für die Zukunft diese Art von Bildern dort aufzuhängen.

Als Nathalia Edenmont, die in der früheren Sowjetunion aufwuchs, dies hörte, war ihre erste Reaktion die Frage, warum in Schweden eine Zensur existiert, die jener entspricht, die sie früher nur in ihrer alten Heimat kannte. Ihrer Meinung nach war Schweden das Land, das weder Kunst noch das gesprochene Wort zensiert, da Schweden ein freies Land sei. Natürlich wird die Aktion des Lokalpolitikers die Ausstellung nicht verhindern in der etwa zwölf Bilder ausgestellt werden in denen Kinder im Zentrum stehen, aber die Frage nach Zensur wird die Ausstellung weiterhin begleiten.

Und es handelt sich nicht um die erste Zensur nach alt-sowjetischem Muster in Göteborg, denn in den Fähren zu den südlichen Schären vor Göteborg wurden kürzlich alle Kinderbücher aussortiert, darunter der Band „Tintin im Kongo“, weil immer mehr Personen der Region die Zensur als Fortschritt bezeichnen und nicht verstehen, dass damit weder Rassismus noch Vorurteile verhindert werden, sondern die Demokratie zur Diktatur wird und sie durch die Zensur ihre eigenen Schwächen aufdecken.

Herbert Kårlin