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Donnerstag, 23. Januar 2014

Panne beim Göteborger Internationalen Filmfestival

Die Organisatoren des Göteborger Internationalen Filmfestivals mögen sich noch so viel Mühe geben um dem größten nordischen Ereignis für die Filmwelt und Filminteressenten vom ersten Moment ein positives Gefühl zu vermitteln, so können Pannen von dritter Seite nicht ausgeschlossen werden und die ersten schlechten Schlagzeilen kommen daher noch bevor der erste Film auf der Leinwand zu sehen ist.


Naures Sager, der Regisseur des Filmes „I am Reva“ wollte sein filmisches Thema, das die Situation von Personen zeigt, die ohne Aufenthaltsgenehmigung in Schweden leben, noch vor der Eröffnung des Filmfestivals zur Diskussion stellen und schickte daher an zahlreiche bekannte Persönlichkeiten, die zum Teil selbst Migranten sind, Einladungen mit dem Logo des Ausländeramtes und einem beginnenden Text, der dem Empfänger sagt, dass sein Antrag auf eine Aufenthaltsgenehmigung abgelehnt wurde und er oder sie das Land daher unmittelbar verlassen muss oder dies zwangsweise geschieht.

Alle Empfänger des Briefes, die die Prozedur des Ausländeramts durchlaufen hatten um in Schweden bleiben zu können, fanden diesen Text alles andere als lustig oder interessant. Zweifellos zeigte Naures Sager bei seinen Einladungen kein Fingerspitzengefühl und trat den erhofften Gästen eher auf die Füße als dass er sie für eine Diskussion gewinnen kann. Das Ausländeramt ist wegen der ungenehmigten Anwendung ihres Logo zusätzlich am Erwägen den Regisseur zu verklagen und ist der Meinung, dass Sager mit seiner „Provokation“ riskiert das Vertrauen, das ein Migrant zum Ausländeramt haben muss, in Frage zu stellen.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 10. Mai 2013

Kunst oder Pornografie bei der Examensausstellung

Die Kunststudentin Snövit Hedstierna der Göteborger Kunsthochschule Valand präsentierte für ihr Examen 50 Fotos von denen sie zwei für die Abschlussausstellung in der Göteborger Kunsthalle auswählen sollte. Als sie jedoch die ihrer Meinung nach besten und aussagekräftigsten Bilder dem Publikum bieten wollte,  wurde sie gebeten die Bilder entweder zu retuschieren oder aber die zwei am wenigsten aussagekräftigen Bilder aufzuhängen. Erst in letzter Minute durfte sie auch ein drittes Foto hinzufügen, das zumindest ihr Thema anreißt.

Snövit Hedstierna empfindet dies als eine Zensur der Kunst und fühlt sich ungerecht behandelt, da Kunst immer häufiger auch Provokation ist und einen sehr persönlichen Prozess darstellt. Dass die Zensur für die Kunststudentin nicht nachzuvollziehen ist, hat eine gewisse Berechtigung, denn die Abschlussarbeit wird mit den Lehrern abgesprochen und es gehen zahlreiche Diskussionen mit den anderen Studenten voraus. Der Schaffungsprozess und die Motive sind daher seit Monaten bekannt, aber die Zensur setzte erst wenige Tage vor der Vernissage ein.

Die Diskussion um die Kunst von Snövit Hedstierna hat andererseits natürlich auch eine gewisse Berechtigung, denn ihre 50 sehr ästhetischen Fotos mit dem Thema Practices of Looking zeigen überwiegend Frauen, die mit Hilfe eines Spiegels ihre Geschlechtsorgane betrachten. Die Künstlerin sieht in den Fotos die Aussage, dass der Frau der Blick auf einen Teil ihres Körpers genommen wurde und daher neu entdeckt werden muss. Der Lehrer, der ihre Kunst bewertet, hatte die Künstlerin frühzeitig gewarnt, da, seiner Meinung nach, diese Fotografien die Grenzen der Kunst überschreiten.

Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg