Sonntag, 28. Februar 2010

Neue Hotels und Hotelanbauten in Göteborg

Göteborg verfügt aktuell über 9000 Hotelzimmer, wobei es die Hälfte der Hotels erlaubt zu Fuß das Messegelände zu erreichen. Im Sommer und während bedeutenderer Weltkongresse, die in steigendem Masse Göteborg wählen, reichen die Betten der Hotels bei weitem nicht aus und Besucher müssen oft am Rande Göteborgs ihre Unterkunft suchen. Neubauten und Anbauten sollen nun Abhilfe schaffen.

Während das Hotel Opalen bereits um fünf Etagen wuchs und bereits 110 neue Zimmer modernsten Standards bieten kann, wird nun ein weiterer Gothia Tower errichtet und ein zweiter erhöht, was 500 weitere Hotelzimmer für Göteborg bedeutet. Der Umbau und die Erweiterung des umstrittenen alten Centralposthusets am Drottningstorget wird 550 neue Zimmer schaffen. Außerdem wird das Riverton erhöht und ein Hotel in Lindholmen mit 250 Zimmern gebaut. Insgesamt werden daher in den kommenden Jahren mindestens 1400 weitere Hotelzimmer entstehen und Platz für fast 3000 zusätzliche Besucher am Tag bieten.

Anlass für diese Ausbauten ist nicht nur der in Göteborg, selbst in Krisenzeiten, wachsende Tourismus, sondern vor allem die Tatsache, dass Göteborg sich zu einer internationalen Kongressstadt entwickelt und auch immer mehr bedeutende Künstler in der Arenen der Stadt auftreten. Da ein Hotel jedoch nur rentable sein kann, wenn es rund ums Jahr zu mindestens 60% belegt ist, müssen auch mehr Touristen, vor allem aus anderen Ländern, Göteborg entdecken, was konkrete Maßnahmen in diesem Rahmen erfordert, die mit Sicherheit auch während der Touristikmesse TUR 2010 zur Sprache kommen.

Herbert Kårlin

Samstag, 27. Februar 2010

Der Kvibergs Markt bekommt ein weiteres Jahr

Nach langen Diskussionen und der Unterstützung einiger städtischer Politiker wurden die im Februar auslaufenden Mietverträge für den Kvibergs Markt nun von der kommunalen Gesellschaft Higab bis zum 28. Februar 2011 verlängert.

Ab nächstem Jahr soll jedoch die gesamte Umgebung, nach dem Willen der politischen Führung Göteborgs, in ein Sportzentrum verwandelt werden, in das auch die denkmalgeschützten Gebäude Kvibergs integriert werden sollen, ohne dass jedoch jemand sagen kann wie diese Kombination von modernen Strukturen und geschützten Häusern aussehen soll und wie eine sinnvolle architektonische Lösung aussehen kann.

Die Bewohner der Umgebung haben nun eine lokale Partei gegründet, die bei den nächsten Lokalwahlen Göteborgs ihren Einfluss beweisen will um den Kvibergs marknad zu bewahren. Higab verspricht, sich um eine alternative Lösung zu bemühen, muss jedoch gestehen, dass bisher keinerlei Alternative in Sicht ist und das Risiko nach wie vor besteht, dass der einzige multikulturelle Markt in Göteborg unter Umständen ab März 2011 der Vergangenheit angehören wird.

Herbert Kårlin

Freitag, 26. Februar 2010

Kinderintensivstation des Sahlgrenska in Göteborg unter Druck

Dringende Herzoperation bei Kindern müssen in der Kinderabteilung des Sahlgrenska Universitätskrankenhauses in Göteborg oft langfristig aufgeschoben werden oder kurzfristig abgesagt werden, da in den Abteilungen akuter Personalmangel herrscht und Kindern daher nach einer Operation oft nicht die notwendige Zeit gewidmet werden kann.

Heute arbeiten in der Intensivstation für Kinder, die zwölf fachlich qualifizierte Krankenschwestern benötigt, gerade einmal acht, obwohl weitere zwei Stellen zur Besetzung ausgeschrieben sind. Aber bei dem hohen Druck, der in der Intensivstation auf den Krankenschwestern lastet und der relativ geringe Gehalt, der den doppelt ausgebildeten Fachkräften bezahlt wird, lockt diese Fachkräfte kaum an, die in anderen schwedischen Städten ebenfalls gesucht werden, aber dafür auch mehr verdienen können.

Überbelegungen, hoher Arbeitsdruck und extrem hohe Wiederbelegung der Betten locken kaum Personal an, das in Lund, Stockholm oder Norwegen unter normalen Bedingungen arbeiten kann. Das Problem der Intensivstation des Sahlgrenska Universitätskrankenhauses ist jedoch nicht neu, denn die Gewerkschaften dringen seit Jahren auf verbesserte Arbeitsbedingungen für das Personal, ohne jedoch bisher ihrem Ziel einen Schritt näher gekommen zu sein, da Kinder im Göteborger Krankenhaus immer noch als „zweitrangige“ Patienten betrachtet werden.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 25. Februar 2010

Der Laserstrahl feiert im Göteborger Universeum 50 Jahre

Vor 50 Jahren hat Theodore Maiman den Laserstrahl entdeckt, eine Lichtquelle, die aus dem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken ist. Medizin wie Unterhaltungselektronik hätten ohne diese Entdeckung andere Wege einschlagen müssen und zahlreiche Gebiete des heutigen täglichen Lebens wären ohne Laserstrahl kaum möglich, auch wenn so manche die Messmethoden der Polizei ohne Laser bevorzugen würden.

Am 27. Februar eröffnet daher das Göteborger Universeum die Jubiläumsausstellung Laserstrahlen. Die Besucher können hier nicht nur alles über die unterschiedlichen Laserstrahlen und ihre Anwendung erfahren, sondern auch an Hand von kleinen „Experimenten“ die praktische Anwendung entdecken, indem sie ihre Augen testen oder die Dicke eines Haares messen.

Sowohl am Samstag den 27. Februar als auch darauf folgenden Sonntag stehen den Besuchern des Universeums jeweils um 11 und um 16 Uhr drei Experten in Laserfragen Rede und Antwort. Die drei Fachleute erzählen zum einen die Geschichte der verschiedenen Laserstrahlen und ihre Anwendung, zum anderen führen sie mehrere Experimente vor und, sie beantworten vor allem die Fragen der Besucher.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 24. Februar 2010

Ausstellung als Kampf gegen den Abriss alter Gebäude in Göteborg

Am Samstag, den 27. Februar 2010 wird im Stadsmuseum Göteborg eine Ausstellung besonderer Art eröffnet. In Form von Plakaten, Fotos und Filmdokumenten die sich über die Zeit von den 60er Jahren bis heute erstrecken, sollen alte Bauwerke in den Göteborger Stadtteilen Haga, Majorna und Gårda vor dem Abriss geschützt werden.

Die Initiative zu dieser Ausstellung, die durch Sensibilisierung Häuser retten soll, kommt von Karina Ekstrand, die auch den Dokumentarfilm „Nio Liv“ über die Rettung eines Gebäudes in der Karl Johansgatan in Majorna drehte, einem Gebäude, das zum Abriss bestimmt war, aber auf Grund einer Bürgerinitiative davon gerettet wurde und heute neu renoviert ist.

Nachdem nun mehrere Landshövdingehus aus den 20er Jahren im Stadtteil Gårda aktiv vom Abriss bedroht sind, soll die Ausstellung dabei helfen erneut eine Bürgerinitiative in die Wege zu leiten, die dazu führt, dass diese historischen Häuser erhalten bleiben können. Das Motte der Ausstellung heißt daher auch „Handeln statt schweigen und abwarten“.

Die Ausstellung im Stadtmuseum Göteborg findet bis zum 14. April statt, wobei der Dokumentarfilm „Nio Liv“ von Karina Ekstrand sowohl am 14. März um 14 Uhr als auch am 7. April um 18 Uhr gezeigt wird.

Herbert Kårlin

Dienstag, 23. Februar 2010

Die Schneelast wird zur Gefahr in Göteborg

Schneemassen wie sie seit 1967 nicht mehr in Göteborg gesehen wurden, bedrohen nun zahlreiche Dächer der Stadt. Nachdem am Montag eines der Dachfenster des Hauptbahnhofs brach und eine Person verletzt wurde, musste etwa die Hälfte des Bahnhofs abgesperrt werden. Welches Risiko das Dach des Bahnhofs in sich birgt müssen nun Fachleute klären.

Die meisten Sporthallen Göteborgs wurden bis vorerst Mittwoch ebenfalls gesperrt, nachdem mehrere Hallendächer Schwedens unter der Schneelast bereits nachgaben und zahlreiche Verletzte mit sich führten. Alle geschlossenen Hallen können erst wieder nach der Räumung des Schnees und einem Besuch eines Gutachters wieder geöffnet werden.

Am Montag Nachmittag musste auch der Speisesaal des Östra Sjukhusets (Ostkrankenhaus) in Göteborg geräumt werden, da sich das Dach unter den Schneemassen zu biegen begann. Bisher kann niemand sagen, was geschieht, wenn es weiterhin schneit und niemand weiß zur Zeit wie viele der bisherigen Schäden auf Baupfusch zurückzuführen sind.

Herbert Kårlin

Montag, 22. Februar 2010

Schneekatastrophe und Västtrafik in Göteborg

Freitag Nacht begannen in Göteborg Schneefälle wie sie nur selten zu verzeichnen sind. Innerhalb weniger Stunden konnten trotz der Vorhersage durch SMHI (Wetterdienst) Nebenstraßen nicht mehr geräumt werden und Hauptverkehrstrassen wurden zum Teil wegen Schneeverwehungen gesperrt. Busse, Straßenbahnen und Züge konnten nicht mehr oder nur noch mit erheblichen Verspätungen verkehren.

Als die Göteborger Verkehrsbetriebe Västtrafik am Samstag Morgen die Situation besser abschätzen konnte und der öffentliche Verkehr quasi zusammenbrach, erklärte der Verkehrsbetrieb als erstes, dass die übliche Reisegarantie vorübergehend außer Kraft gesetzt wird. Am Sonntag Abend wurde diese Maßnahme dann bis Montag ausgeweitet. Drei Tage lang kann daher niemand sagen wann, ob und wohin er mit Västtrafik fahren kann.

Im Großen und Ganzen haben die Bewohner Göteborgs die Ausnahmesituation in der Stadt akzeptiert. Was sie jedoch nicht akzeptieren ist die Tatsache, dass Västtrafik sie als Kunden nicht konkret informiert und ihre Website nicht optimal und rechtzeitig aktualisiert.

Wenn man bedenkt, dass schon heute Västtrafik und der Schneeräumdienst Göteborgs nicht in der Lage sind die geringste Schneekrise zu bewältigen, kann man sich berechtigt fragen, welche Probleme bei erhöhter Nachfrage nach Einführung einer Maut auftauchen werden, die dann noch weniger gelöst werden können.

Herbert Kårlin