Montag, 7. April 2014

Fahrradfahrer entscheiden in Göteborg über die Geschwindigkeit

Um das Fahrradfahren in Göteborg attraktiver zu machen, hat sich der Stadtrat entschlossen einerseits Fahrradwege auszubauen, andererseits aber auch einige Autostraßen an die Bedürfnisse von Fahrradfahrern anzupassen auf denen sich diese bisher sehr unwohl fühlten wenn ein Auto nur zehn Zentimeter entfernt an ihnen vorbeifährt und bereits ein Schlagloch zu einem Unfall führen kann.


Die ideale Lösung sah die Stadt darin einige Autostraßen vollständig zu Fahrradstraßen umzubauen in denen sich Autos ganz der Geschwindigkeit der Fahrräder anpassen müssen und diese nicht überholen oder sie durch dichtes Auffahren zum schnelleren Treten bringen dürfen. Auch wenn nicht jeder Autofahrer von dieser Lösung begeistert ist, so begrüßen sehr viele Göteborger diese innovative Idee, die bisher jedoch nur sehr begrenzt existiert.

Genau genommen gibt es bisher in Göteborg nur die Västra Hamngatan auf der sich Autofahrer den Zweirädern anpassen müssen, eine relativ kurze Straße mit relativ wenig Verkehr. In zweiter Stufe hat sich Göteborg nun entschieden die zweite Straße in Angriff zu nehmen, nämlich die Östra Hamngatan, die von Lilla Bommen bis zur Kungsportsbron führt und weitaus mehr frequentiert ist als die Västra Hamngatan. Hier ist allerdings eine Lösung für Fahrräder auch dringend nötig, da die teilweise sehr enge Straße bisher von Fahrrädern kaum benutzt werden kann.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 6. April 2014

Die Kreuzfahrtsaison in Göteborg schlägt Rekorde

Für dieses Jahr haben bereits 73 Kreuzfahrtschiffe mit insgesamt 120.000 Passagieren ihre Ankunft in Göteborg angekündigt, was an manchen Tagen zu einer wahren Herausforderung für den Hafen der Stadt wird, da, zum Beispiel, am 15. Mai vier Schiffe gleichzeitig angekündigt werden, also zwei zusätzliche Anlegestellen gefunden werden mussten, unter anderem ein Kai im Containerhafen, denn bisher kann die Stadt nur zwei regelmäßige Kais für Kreuzfahrtschiffe bieten, und für kleinere Fahrzeuge gelegentlich ein drittes Kai.


Die Saison für Kreuzfahrschiffe beginnt dieses Jahr bereits am heutigen Sonntag, wenn die deutsche Aidacara gegen 12 Uhr am Freihafen anlegen wird. Entgegen der Pressemeldung des Göteborger Tourismusverbandes Göteborg & Co. Wird das Fahrzeug allerdings nicht über Nacht am Kai liegen um den Gästen Göteborg auch am Abend näher zu bringen, sondern bereits um 20 Uhr wieder ablegen. Ein Teil der Besucher wird auch wenig von Göteborg sehen, da einige Busse in die Nachbargemeinden fahren werden, denn Marstrand und Schloss Gunnebo gelten als attraktive Ziele.

Dieses Jahr werden in Göteborg allerdings nicht nur weitaus mehr Kreuzfahrtschiffe anlegen als bisher, sondern es werden auch erstmals vermehrt Reisende aus südlichen Ländern, insbesondere aus Italien, die Stadt per Schiff besuchen. Göteborg rechnet durch diesen steigenden Andrang in diesem Jahr mit Einnahmen von rund 80 Millionen Kronen. Das größte Schiff, das dieses Jahr Göteborg anlaufen wird, ist die Royal Princess mit einer Länge von 330 Metern und das luxuriöseste die Europa, die mit fünf Sternen ausgezeichnet ist und ihren 500 Gästen jeden denkbaren Luxus bietet.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 5. April 2014

Der Stora Hamnkanalen soll der Entspannung dienen

Wenn es nach den Bürgern Göteborgs, dem Tourismusverband und dem Stadtrat geht, so soll der Stora Hamnkanalen neu belebt werden und, zumindest die Sonnenseite, mit Bänken, Cafés, Grünflächen und Booten zum neuen Erleben erweckt werden, eine Idee, die mit Sicherheit mehrere hundert Millionen Kronen verschlingen wird und von allen Seiten ein Umdenken fordern wird, denn ganz so einfach sind die Veränderungen nicht zu erreichen.


Will man dem Stora Hamnkanalen wieder beleben, was ab 2016 geschehen soll, so benötigt man in erster Linie eine Lösung für den Verkehr, denn die beiden Straßen entlang des Kanals gehören zu den bedeutendsten Strecken für die öffentlichen Verkehrsmittel, sind aber auch eine Anlaufstelle und Haltestelle für touristische Busse. Eine Veränderung der Verkehrswege muss daher zwangsweise zu immensen Verkehrsproblemen führen, da die Bevölkerung der Stadt weiterhin wächst.

Bei allen Plänen, die zur 400-Jahresfeier Göteborgs vorliegen, stellt sich, wie auch beim Stora Hamnkanalen, natürlich die Frage wie viel im jahre 2021 vom heutigen Göteborg noch vorhanden sein wird und wie viel Persönlichkeit die Stadt verlieren wird, denn Modernismus, eine autofreie Innenstadt, ein Freibad am Freihafen und möglichst viele Aktivitäten am Wasser müssen nicht unbedingt zum Vorteil gereichen, denn in der Tat ziehen Städte mit einem mittelalterlichen Charakter weitaus mehr Besucher an als ein Göteborger Manhattan mit Grünfläche und Bootleben, wobei man dabei nicht vergessen darf, dass dann auch sämtliche Brücken neu gebaut werden müssen, da aktuell ein Bootsverkehr, Paddan ausgenommen, nicht möglich ist, da sich die Brücken nicht mehr öffnen lassen.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 4. April 2014

Weiterhin Straßenbahnchaos in Göteborg

Auch wenn die überalterten Straßenbahnen Göteborgs baldmöglichst aus dem Verkehr genommen werden müssen und niemand die Zukunft der rostenden neuen Straßenbahnen aus Italien kennt, die zum Teil zudem noch außer Betrieb sind, müssen sich die Göteborger wohl noch bis mindestens 2018 mit Notlösungen und überfüllten Straßenbahnen zufrieden geben.


Gestern Nachmittag hat sich nämlich der Vorstand der Göteborgs Spårvägar dazu entschieden die Abhandlungen zum Kauf von neuen Straßenbahnen von vorne zu beginnen, da die bisherigen Ideen und Unterlagen nicht den Notwendigkeiten und Sicherheiten entsprechen, die beim Kauf von neuen Fahrzeugen nötig sind. Welche Mängel nach monatelanger Arbeit vorhanden sind, wollte der Vorstand allerdings nicht bekannt geben.

Die Göteborgs Spårvägar benötigen nun mindestens neun Monate um neue Ideen und ein neues Modell von Straßenbahnen zu entwickelt oder zu finden, die auch auf dem aktuellen, extrem überalterten Straßenbahnnetz verkehren können. Sollten die Arbeiten zügig vorangehen, so ist es möglich, dass die ersten neuen Straßenbahnen nun im Frühjahr 2018 in Betrieb genommen werden können. Nach Erfahrungen in Göteborg sollten die Bewohner allerdings nicht hoffen, dass sich eine Verbesserung im Straßenbahndienst der Stadt vor Mitte 2019 zeigen wird.

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Donnerstag, 3. April 2014

Schwedische Verteidigung will Schären Göteborgs dominieren

Während auf der einen Seite der Tourismus in den Schären vor Göteborg gefördert werden soll und die Stadt den Wert dieses Freizeitgebietes als immer bedeutender sieht, besteht die schwedische Verteidigung darauf in Zukunft 115 Tage im Jahr im Gebiet Styrsö, Brännö, Donsö und Känsö scharf schießen zu dürfen und dabei 1,3 Millionen Schüsse abgeben zu dürfen, was nicht nur eine extreme Belästigung für die Bewohner ausmacht, sondern auch die Ökologie der Inseln in Frage stellt.


Während der gestrigen Anhörung aller betroffenen Parteien zeigte sich sehr deutlich, dass die Verteidigung touristische und menschliche Aspekte auf den Schären unbeachtet lässt und selbst darauf dringt die Insel Känsö zu enteignen damit dort das bedeutendste militärische Übungsfeld in der schwedischen Küstenlandschaft werden kann, auch wenn die Bedrohung wohl eher von der Ostküste des Landes zu erwarten ist. Nachdem die Regionalregierung die Pläne der Verteidigung bereits gut geheißen hat, kann nun nur noch die Regierung das Projekt stoppen.

Dabei zeigte sich die Stadt Göteborg sogar zu einem Kompromiss bereit und wollte 50 Übungstage mit 300.000 abgefeuerten Schüssen akzeptieren, was die Verteidigung geradezu als lächerlich bezeichnet. Selbstverständlich gibt es für den Oberbefehlshaber in Göteborg nur ein Reichsinteresse, nämlich die militärische Verteidigung des Landes, auch wenn dabei andere Reichsinteressen wie Ökologie, Freizeit der Bevölkerung und Tourismus auf der Strecke bleiben müssen. Stellt sich lediglich die Frage, warum die Verteidigung Göteborg als Übungsgebiet wählte und nicht Stockholm, das im Ernstfall weitaus mehr bedroht ist.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 2. April 2014

Fahrradboom bei Angestellten Göteborgs

Um das Fahrradfahren der städtischen Angestellten zu fördern, hat sich der Stadtrat bereits einige attraktive Köder einfallen lassen, unter anderem kann man als Angestellter des öffentlichen Dienstes seit Herbst 2012 ein Fahrrad für im Durchschnitt 200 Kronen im Monat mieten. Nach drei Jahren erhält man dann die Chance sein Fahrrad für einen geringen Restwert zu erwerben oder aber ein neues Fahrrad zu mieten, wobei es selbstverständlich ist, dass sich die städtischen Angestellten ihr Fahrrad im Durchschnittswert von knapp 8000 Kronen auf dem freien Markt selbst aussuchen können.


Einleuchtend wäre diese Maßnahme natürlich noch wenn die Angestellten dann auch mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren müssten, denn immerhin bekommen sie ihr Gefährt, auf drei Jahre berechnet, billiger als jeder andere Göteborger, oder aber erwerben es gegen eine zinslose „Abbezahlung“. Aber nein, die Angestellten dürfen weiterhin mit dem Auto zur Arbeit fahren und können das Fahrrad eben in ihrer Freizeit benutzen - oder auch anderen leihen. Die Nutznießer müssen keinerlei Gegenleistung bringen, was in einer Stadt mit grünem Anstrich sehr zu denken gibt.

Mit Einbruch des Frühlings 2014 zeigt sich nun, dass die städtischen Angestellten ihre Vorteile erkannt haben, denn bereits Anfang April haben sie rund 300 neue Fahrräder über die Stadt bestellt, wobei ein Viertel unter ihnen sogar eine etwas teurere Version eines elektrischen Fahrrads gewählt haben. Die Stadt Göteborg bezeichnet diese Maßnahme als win-win-Aktion, auch wenn die Steuerzahler wohl in irgendeiner Weise für die Wartung, die Zinsen und andere Kosten aufkommen müssen, auch dann, wenn sie nicht für die Stadt arbeiten.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 1. April 2014

Stena Line setzt weiterhin auf schwimmenden Bordershop

Einen Monat lang versuchte Stena Line mit zwei schwimmenden Bordershops, einem zwischen Göteborg und Fredrikshavn und einem zwischen Karlskrona und Gdynia, die Anzahl der Passagiere auf ihren Fähren zu steigern. Nun stellt die Geschäftsführung fest, dass die Anzahl der Passagiere zwischen Schweden und Dänemark um 250 Prozent nach oben ging und der Verkauf während der Überfahrt um 106 Prozent anstieg, beide Zahlen verglichen mit dem gleichen Monat des Vorjahres.

Die Dänemark-Fähre verlässt die Schären Göteborgs

Auf Grund dieses Erfolgs hat sich Stena Line nun dazu entschieden den Versuch mit den schwimmenden Bordershops um einen weiteren Monat auszudehnen um damit Zahlenmaterial zu erhalten, das sich über einen längeren Zeitraum erstreckt. Gleichzeitig entschied man sich im April eine weitere Linie durch einen Bordershop zu ergänzen, denn ab dem 1. April kann man nun auch bei einer Überfahrt zwischen Varberg und Grenå billigen Alkohol erwerben.

Inwieweit die steigende Besucherzahl tatsächlich mit dem Kauf von billigem Alkohol verbunden ist, kann Stena Line bisher nicht beurteilen, da die größte Passagiersteigerung bei Tagesfahrten von Göteborg nach Fredrikshavn zu verzeichnen ist, was auch damit zusammenhängen kann, dass die Tageskarten mittlerweile für 99 Kronen im Handel sind, was bedeutetet, dass man bei entsprechender Planung auch einige Stunden lang in Dänemark verbringen kann, oder aber nach der Arbeit noch kurz eine Einkaufskreuzfahrt unternehmen kann.

Copyright: Herbert Kårlin