Donnerstag, 31. Januar 2013

Göteborger Moschee kann Unterstützung verlieren

Als die Journalisten von Uppdrag granskning nach einem Jahr erneut die Moscheen Schwedens unter die Lupe nahmen um zu erfahren, ob sich Imame und Religionsführer an die schwedischen Grundregeln halten und Frauen die gleichen Rechte wie Männern garantieren, konnten sie feststellen, dass zwar Stockholm und Örebro von den kritisierten Imamen Abstand nahm, nicht jedoch Göteborg, das dem dortigen Imam volles Vertrauen aussprach, obwohl er voriges Jahr die Diskriminierung von Frauen verteidigte.

Als die Journalisten dieses Jahr die Arbeit in der größten Göteborger Moschee erneut untersuchten, so stellten sie fest, dass der islamische Informationsverein in der Moschee, der von der Stadt Göteborg finanziell unterstützt wird, selbst auf seiner Homepage die Diskriminierung der Frau vorschreibt. Ahmed Al-Afty verglich dort die Familie mit einem Boot in dem es nur einen Kapitän geben kann und dass die Engel eine Frau verbannen, die dem Mann Sex verweigert, eine Aussage, die eindeutiger nicht sein kann.

Erst nach dieser neuen Aufschlüsselung erklärt die Göteborger Sozialdemokratin Anna Johansson, die Verantwortliche für die Unterstützung des islamischen Vereins,  dass eine weitere finanzielle Unterstützung des Vereins in Frage gestellt ist, da er die Grundbedingungen für eine Unterstützung nicht erfüllt, da die Aussagen von Ahmed Al-Afty kaum von einer Gleichstellung von Mann und Frau sprechen. Dass diese Probleme bereits seit einem Jahr bestehen, scheint die Politikerin kaum zu stören, und sie vergisst dabei auch, dass nicht die Stadt das Problem verfolgte, sondern Journalisten.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 30. Januar 2013

Kameras der Citymaut in Göteborg helfen Polizei

Auch wenn sämtliche aufgenommenen Daten der Kameras, die die Autos bei der Passage einer Zahlstelle an den Grenzen der Göteborger Citymaut erfassen, also ein Foto, das mehr als nur das Kennzeichen zeigen kann, unter Geheimhaltung liegt und nur dem Einzug der vorgesehenen Steuer dienen soll, so teilt die Polizei Göteborgs mit, dass die Kameras auch bei der Aufklärung von Verbrechen große Dienste leisten können.

Da die Bewegung eines Fahrzeugs innerhalb des Zahlbereichs verfolgt werden kann und mit einem eindeutigen Kennzeichen in Verbindung gebracht wird, können diese Angaben wichtige Hinweise geben in welche Richtung ein Fahrzeug unterwegs ist und an welchem Moment es eine gewisse Zahlstelle passiert. Nach der Polizei erlaubt dies eventuelle Verbrecher schneller zu finden und auch die Suchgebiete eingrenzen zu können, vorausgesetzt, die Täter benutzen keine falschen Kennzeichen.

Nach den geltenden Gesetzen muss das Straßenverkehrsamt die aufgezeichneten Daten an die Polizei weiterleiten wenn damit ein schweres Verbrechen schneller aufgeklärt werden kann und auf die Tat Gefängnis steht. Aber auch wenn man damit Leben retten kann oder nachdem eine Person verschwunden ist, darf das Register angewandt werden. Weniger klar ist dabei was die Polizei mit all den zusätzlichen Daten macht, die in diesem Fall zur Auswertung weitergegeben werden und in welcher Weise das Persönlichkeitsrecht hier noch irgendeinen Sinn zeigt.

Herbert Kårlin

Dienstag, 29. Januar 2013

Fahrradverleih in Göteborg wird ausgedehnt

Nach den offiziellen Statistiken wurden die Fahrräder der städtischen Organisation Styr & Ställ seit der Eröffnung im Jahre 2010 rund eine halbe Million mal ausgeliehen. Ob in dieser Zeit auch ein Gewinn erwirtschaftet wurde ist indes weniger sicher, da die Stadt darüber schweigt und sich das System immer noch in der Aufbauphase befindet, denn noch ist es nicht möglich sich ohne hohe Zusatzkosten mit den städtischen Fahrrädern über das ganze Stadtgebiet zu bewegen.

Die Saison des Jahres 2013 beginnt bereits am 1. März und wird dann bis zum 30. Oktober fortführen, wobei die Jahreskarte dieses Jahr bei 125 Kronen liegen wird, ein Preis, der, nach der Stadt, nur dank des großen Erfolges möglich ist. Außerdem wird man dieses Jahr 300 zusätzliche Fahrräder und zehn neue Stationen im Zentrum der Stadt entdecken. Ein Hintergedanke dieser Ausdehnung ist natürlich auch die Citymaut, die Autofahrer zum Leihfahrrad bringen soll.

Eine weitere Neuerung ist, dass die Fahrradmiete nun auch in der Göteborg City Card eingeschlossen ist, damit die Besucher der Stadt häufiger zum Fahrrad greifen sollen. Leider teilte weder die Stadt noch das Fremdenverkehrsamt bisher mit, wie die Abrechnung in diesem Fall laufen wird, da sich die kostenlose Miete auf 30 Minuten beschränkt, was gerade bei Touristen, die eine Tagestour damit machen, zu einer sehr bösen Überraschung führen kann wenn sie dann wieder zu Hause ihre Ausgaben über die Kreditkarte genauer ansehen.

Herbert Kårlin

Montag, 28. Januar 2013

Das Filmstudio in Göteborg

Obwohl die Göteborger Filmstudios bereits 2010 eingeweiht wurden, so sind diese drei Studios mit einer Fläche von über 10.000 Quadratmetern den meisten Bewohnern der Stadt immer noch unbekannt. In Verbindung mit dem Göteborger Filmfestival soll das Studio jedoch für einer breite Schicht geöffnet werden, zumal die Anlage bereits heute die Heimat von 45 Firmen ist, die im Filmgeschäft arbeiten und sich jedes Jahr weiter entwickelt.

Jeweils am ersten Wochenende des Filmfestivals kann jeder, der sich etwas mehr für das Filmgeschehen in Göteborg interessiert, an den aktuellen Dreharbeiten im Studio teilnehmen, zumindest als Zuschauer. Wer sich für eine Teilnahme interessiert, sollte sich daher schon heute vormerken, dass die nächste Chance eines Besuches vom 24. bis zum 26. Februar 2014 vorgesehen ist und ein Ereignis darstellt, das man sich in Göteborg nicht nehmen lassen sollte.

Das Besondere an diesen drei Tagen ist jedoch, dass drei bekannte Filmer, die auch am Filmfestival eine Rolle spielen, das gleiche Drehbuch erhalten und dieses dann auf ihre Weise als Film festhalten sollen. Die Zuschauer sind daher in der Lage alles von der Vorbereitung bis zum fertigen Produkt zu sehen und zu erleben wie unterschiedlich ein Filmer an den gleichen Stoff geht und wie unterschiedlich sie eine Atmosphäre des Drehbuchs auffassen.

Herbert Kårlin

Sonntag, 27. Januar 2013

Chalmers in Göteborg erhält europäische Unterstützung

Als 2010 Andre Geim und Konstantin Novoselov für ihre Entdeckung der Kohlenstoff-Modifikation Graphen den Nobelpreis für Physik erhielten, begann ein internationales Rennen auf Patente in Verbindung mit diesem Stoff, der die Elektronik der Zukunft revolutionieren kann. Bisher haben bei diesem Rennen Amerika und Asien einen klaren Vorsprung erringen können.

Nun schaltet sich auch Europa ernsthaft in das Patentrennen mit Graphen ein, wobei das europäische Forschungsprojekt von der Technischen Hochschule Chalmer in Göteborg geleitet werden soll. Die westschwedische Hochschule erhält für dieses hoch aktuelle Forschungsprojekt eine Unterstützung aus Europa in Höhe von mehreren Milliarden Kronen.

Natürlich wird nicht das ganze Geld in Schweden bleiben und Chalmers wird nicht ohne fremde Hilfe die aufwendige Forschung, die zudem unter Zeitdruck steht, durchführen können. Nach ersten Schätzungen werden an diesem auf zehn Jahre geplanten Projekt etwa 100 verschiedene europäische Forschungsgruppen gleichzeitig arbeiten und Chalmers in Göteborg die gesamte Koordination übernehmen. Im ersten Jahr will Europa etwa 500 Millionen Kronen an Unterstützung  ausbezahlen, innerhalb der zehn Jahre knapp 9 Milliarden.

Herbert Kårlin

Samstag, 26. Januar 2013

Jugendliche arbeiten kostenlos in Göteborg

Göteborg setzt immer mehr auf kulturellen und sportlichen Tourismus, was zur Folge hat, dass für immer mehr Veranstaltungen kostenlose Hilfen gesucht werden, denen man wage verspricht, dass ihnen dies den Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglichen wird. Egal, ob es sich um das Kulturfest, eine Europameisterschaft, eine Musikveranstaltungen oder das Filmfestival handelt, keines dieser Ereignisse wäre heute ohne die kostenlose Hilfe Jugendlicher möglich.

Auch wenn nach den Bedingungen der Stadt kostenlos arbeitende Jugendliche niemandem einen Arbeitsplatz wegnehmen dürfen und im Prinzip keine Leistung bringen sollen, die eine Entlohnung fordert, so gibt es keine klare Regel wann eine Arbeit mehr als Vergnügen aufgefasst werden kann und wann es sich um eine Arbeit handelt, deren Leistung entlohnt werden muss, zumal hier auch die Grenze schwer zu setzen ist.

Einige kostenlose Arbeitskräfte haben noch den Vorteil dass sie, zum Beispiel, kostenlose Filme beim Filmfestival sehen können, andere sind nur zur Kundenberatung, der Hilfe hinter der Bühne oder Arbeiten in den Logen abgestellt und können dabei bis zu zehn Tagen eine Erfahrung in einem Bereich sammeln in dem es ohnehin keine Arbeitsstellen gibt, da  diese von Jahr zu Jahr von freiwilligen Hilfen geleistet werden.

Herbert Kårlin

Freitag, 25. Januar 2013

Schulprobleme in Göteborg

Nachdem zum kommenden Herbst in Göteborg über 11.000 Plätze in den verschiedenen Gymnasien zur Verfügung stehen und diesem Angebot lediglich rund 9000 Schüler gegenüberstehen, zeigt sich nun, dass 72 private und 30 staatliche Gymnasien das Zeichen einer falschen Schulpolitik ist, da in den letzten Jahren ständig weiteren Privatschulen zugelassen wurden, mit Ausbildungsbereichen, die nur wenige Schüler anziehen konnten.

Einige der auf sehr spezielle Berufe spezialisierte Gymnasien haben bereits heute viel zu kleine Klassen um wirklich sinnvoll zu sein un dbieten teilweise Ausbildungen ohne jede Zukunftschance an. Das Ergebnis wird nach dem Reichsverband der Lehrer nun sein, dass diese Schulen oder einige Ausbildungszweige, die dort angeboten werden, zum Herbst geschlossen werden, was natürlich auch bedeutet, dass bis zu 100 Lehrer entlassen werden müssen.

Falls eine oder mehrere Schulen mangels Nachfrage niedergelegt werden, so bedeutet dies nicht nur, dass diese Schüler ihren Berufswunsch beerdigen müssen, sondern dass sie in der Regel in einem staatlichen Gymnasium unterkommen, das, im Gegensatz zu Privatschulen, verpflichtet ist jeden Schüler zu akzeptieren. Allerdings dürften sie dort oft in ohnehin sehr großen Klassen unterkommen, was eine gute Ausbildung in Frage setzten kann und kaum als sinnvolle Alternative gewertet werden kann.

Herbert Kårlin