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Samstag, 13. September 2014

Göteborg an der Spitze bei unsicheren Arbeitsverträgen

Nach dem Statistischen Amt Schwedens haben 34 Prozent der arbeitsfähigen Göteborger in der Altersgruppe zwischen 16 du 34 Jahren einen Arbeitsvertrag, der ihnen keinerlei Sicherheit bietet. Wenn man die Altersgruppe zwischen 16 und 24 Jahren betrachtet, so haben sogar rund 60 Prozent der Betroffenen nur einen der unsichersten Arbeitsverträge des Landes. In beiden Gruppen liegt Göteborg weitaus höher als die anderen Städte Schwedens, denn hier wurden unsichere Arbeitsverträge, auch bei kommunalen Unternehmen, geradezu normalisiert.

In der Tat gibt es die verschiedensten Verträge, die dieser Gruppe angeboten werden, denn es gibt die Probezeiten, die Saisonverträge, die Projektverträge, den stundenweisen Einsatz, das Praktikum und anderes mehr, Verträge, die alle gemeinsam haben, dass sie nur selten zu einer Anstellung führen und die Betroffenen ständig für andere Zwecke eingesetzt werden können. Da ein Vertrag dem andern folgt und die Firmen oft wechseln, helfen sie auch selten bei der Suche nach einer permanenten Arbeit, denn nur in Ausnahmefällen kann man Erfahrung in einem einzigen Bereich nachweisen, die einzige Chance einen Dauervertrag oder einen Probevertrag mit möglicher Fortsetzung zu erhalten.

Obwohl immer mehr Göteborger unter 34 Jahren nur unregelmäßige und unsichere Einkommen haben, kaum an ihre später minimale Rente oder das Gründen einer Familie denken dürfen und permanent psychischem Stress ausgesetzt sind, sehen Arbeitgeberverbände diese Art von Verträgen als positiv für die betroffene Gruppe, denn diese Angestellten erwerben Berufserfahrung, genau das, was oft verhindert wird, denn bisweilen werden diese Angestellten von einer Aufgabe zur anderen geschickt ohne ihnen jedoch je Verantwortung zu geben. In der Regel werden die unsichersten Verträge von den Gemeinden, von Hotels und Restaurants sowie im Handel vergeben, wobei hinzukommt, dass Frauen davon häufiger betroffen sind als Männer.

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Sonntag, 2. September 2012

Zwangsarbeit für Langzeitarbeitslose

Seit Jahren hatte das Arbeitsamt die Listen der Unternehmer und Organisationen unter Verschluss, die gegen einen beträchtlichen staatlichen Zuschuss Langzeitarbeitslose der sogenannten  Fas 3 beschäftigten ohne diesen auch nur eine Öre an Vergütung bezahlen zu müssen, da andere Ämter, sehr häufig das Sozialamt, für den Unterhalt dieser Angestellten bezahlten, die, nach Aussage des Arbeitsamtes durch eine sinnvolle Beschäftigung zurück ins Berufsleben geführt werden sollen.

Allerdings hatte das Göteborger Arbeitsamt nicht damit gerechnet, dass so mancher, der die Listen in den Händen hatte, die Auswahl der Arbeitgeber etwas merkwürdig fand, darunter selbst Angestellte der staatlichen Behörde. Nicht verwunderlich war es daher, dass nun seit wenigen Tagen diese Listen über Internet verbreitet werden, damit auch die Allgemeinheit erfahren kann welche Unternehmen Göteborgs von diesen staatlichen Maßnahmen profitieren.

Wer die Liste des Göteborger Arbeitsamts etwas genauer betrachtet, stellt nun fest, warum sie unter Verschluss gehalten wurde, denn die Mehrheit der Unternehmen bietet nur Arbeitsplätze, die üblicherweise von fest angestelltem und bezahltem Personal ausgeführt werden, wobei bisweilen auch nur hoch qualifizierte Langzeitarbeitslose gesucht werden. In den Kommentaren, die auf Internet zu diesen Listen verbreitet werden, spricht man überwiegend von Sklaverei und nicht von Maßnahmen der Wiedereingliederung, um die es sich eigentlich handeln sollte. Die Auswahl der Unternehmen erfolgt durch das Göteborger Arbeitsamt.

Herbert Kårlin

Montag, 9. November 2009

Job coaches in Göteborg – Bilanz von zwei Monaten Arbeit

Seit September des Jahres sollen Job Coches den Göteborger Arbeitslosen dabei helfen wieder einen Arbeitsplatz zu finden. In der Regel sollen Job Coaches den Arbeitssuchenden genau bei den Aufgaben helfen, die sie längst beherrschen: beim CV verfassen, auf Vorstellungsgespräche vorbereiten und Wegen weisen, wie man einen Arbeitgeber findet, den es kaum gibt.

Von den 950 in Schweden zugelassenen Job Coach-Unternehmen haben nun 50 so starke Kritik bekommen, dass sie im nächsten Jahr nicht mehr fortsetzen dürfen. Aber auch die offiziell als korrekt bezeichnete Arbeit der Coaches bleibt in einer Grauzone, da es in Göteborg nicht ein Arbeitsamt gibt, das weniger Arbeitslose verzeichnet als vor der Maßnahme und kein Arbeitsamt kann darauf antworten, ob das Programm überhaupt eine Wirkung zeigte und dank der Coaches Bedürftigen geholfen wurde.

Ein Job Coach ist per Definition nicht dafür da bei der Vermittlung oder der tatsächlichen Suche von einem Arbeitsplatz zu helfen, denn diese Aufgabe sollen Arbeitslose selbst übernehmen, in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Arbeitsamt. Aber auch hier stellt sich die Frage, wie das Arbeitsamt seine Rolle definiert. Einige Arbeitsämter vermitteln Praktikantenjobs, die zeitbegrenzt sind und nicht zu einer Festanstellung führen. Ein Arbeitsloser, der kein Arbeitslosengeld erhält, darf in diesem Fall zwei bis sechs Monate eine Vollzeit-Arbeit für monatlich rund 400 Euros leisten ohne jede Zukunftsaussicht.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Studenten bevorzugen Göteborg, nicht Stockholm oder Malmö

Nach der letzten Meinungsumfrage des Universum Swedish Students Survey hat Göteborg als Arbeitgeber einen Schritt nach Vorne gemacht. Mittlerweile wollen weitaus mehr Studenten lieber für Göteborg arbeiten als für Stockholm oder gar Malmö. Unter den 100 beliebtesten Arbeitgebern Schwedens nimmt Göteborg den 56. Platz ein und Stockholm muss sich mit Platz 62 zufrieden geben. Malmö ist mit Platz 96 gerade noch am Ende der Liste zu finden.

Natürlich kann sich die Stadt Göteborg noch nicht mit IKEA, Hennes & Mauritz, Google oder den Großbanken vergleichen, aber jene Studenten, die bei einer Stadt arbeiten wollen nimmt Göteborg nun den ersten Platz ein und hat damit 31 Stellen übersprungen, wenn man die Angaben des letzten Jahres zu Grunde legt.

Natürlich sagt die Umfrage von Universum nichts darüber aus, warum diese Studenten Göteborg den anderen schwedischen Städten bevorzugt. Es wäre daher interessant zu wissen, ob es das Klima, der geringere Stress, das kulturelle Angebot oder ganz einfach Vorurteile sind, die das Ergebnis beeinflussen.

Herbert Kårlin