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Sonntag, 12. Januar 2014

Göteborg verliert seine Seele

Göteborg hat noch einige Gebiete, die an das „alte Göteborg“ erinnern und von Reisejournalisten aus der ganzen Welt als die Gebiete mit Seele beschrieben werden, weil hier die Kreativität am stärksten ist, auch Normalverdiener noch eine Wohnung haben und man in jedem Café sofort Kontakt bekommt, ein Stadtteil, dem bisher der Sprung in die Zukunft erspart blieb, wo Künstler, Handwerker und Striptease nebeneinander existieren können ohne sich in irgendeiner Weise zu stören.


Eine dieser Oasen sind noch große Teile der vier Långgatorna, vier Parallelstraßen, entlang denen sich die Bewohner eher wie eine große Familie fühlen und in der Lage sind auch jährlich ein großes Straßenfest zu organisieren in denen auch Fremde die einladenden Hinterhöfe sehen und ein Gespräch über die Vergangenheit Göteborgs führen können. Wie aber in den 60er Jahren Haga, so hat der Stadtrat nun auch die Långgatorna gefunden und festgestellt, dass ein Stück Vergangenheit der Zukunft weichen muss.

Die ersten Häuser wurden bereits von den städtischen Unternehmen gekauft und das Bauamt der Stadt hat begonnen einen neuen Bebauungsplan für die vier Straßen zu entwickeln. Sehr viele der Häuser werden sehr bald neuen Bauten Platz machen, die es erlauben nicht nur mehr Personen auf der gleichen Fläche unterzubringen, sondern auch die Preise dem aktuellen Neubauniveau anzupassen. Jene, die heute an den vier Straßenzügen wohnen, werden bald an den Stadtrand gedrängt, damit die Zukunft auch hier einziehen kann. Reisejournalisten und Filmer werden dann jedoch kaum noch in die Gegend kommen, da die Seele verschwunden sein wird.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 13. August 2013

Das jährliche Kulturfest in Göteborg wird eröffnet

Mia Samuelsson (künstlerische Leiterin), Rickard Söderberg (Opernsänger, Ça ira)

Bereits um 10 Uhr morgens beginnt an den verschiedensten Orten Göteborgs das diesjährige Kulturfest (Kulturkalaset), das sechs Tage lang die Stadt einnehmen wird und, neben den Volksfesten in Stockholm und in Malmö, zu den größten Straßenfesten Schwedens gehört. Im vorigen Jahr zählten die Veranstalter bereits über 1,3 Millionen Besucher der rund 1300 Programmpunkte. Nur Regenfälle können dieses Jahr einen ähnlichen Erfolg verhindern.

Neben dem Kinderfest in der Trädgårdsföreningen, dem internationalen Marktplatz am Gustav Adolf Torg, den Straßenkünstlern aus aller Welt, Tanzveranstaltungen, Kunst und den zahlreichen musikalischen Angeboten mit Künstlern wie Darin, Petra Marklund, Loreen, Eva Dahlgren und vielen anderen, haben sich die Veranstalter dieses Jahr auch einige Neuigkeiten einfallen lassen, die das Programm ausdehnen und auch Personen anziehen, die sich für die bisherigen Attraktionen nicht begeistern konnten.

In Zusammenarbeit mit dem Filmfestival Göteborgs werden täglich zwei Filme im Bio Roy geboten, im Kronhuset findet ein Wettbewerb mit sehr verschiedenen Chören statt, in Heden kann man Bekanntschaft mit verschiedenen Sportarten machen und drei Tage lang Street Games verfolgen. Eine der besonderen Attraktionen wird allerdings bereits am heutigen Abend geboten, nämlich die Oper Ça ira des Pink Floyd Mitglieds Roger Waters, die um die französische Revolution kreist. Wie jedes Jahr, so sind sämtliche Veranstaltungen während des Göteborger Kulturfestes kostenlos.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 18. Juni 2012

Göteborg erhält „Reinlichkeitspreis“

 Mittags an einer Bushaltestelle in Göteborg

Trotz Aktionen wie vorige Woche bei einem Straßenfest oder der tagelang ungereinigten Paradestraße Avenyn, was den Göteborgern zeigen soll wie viel Abfall sie auf die Straßen werfen, erhielt die Stadt nun zum dritten Mal den ersten Preis dafür, dass in ihr am meisten dafür getan wird, damit der Abfall auf öffentlichen Straßen und Plätzen vorbildlich beseitigt wird. Auch wenn dies alle Bewohner Göteborgs in Erstaunen versetzt, so hat dies jedoch eine logische Erklärung.

In Zusammenarbeit mit zahlreichen Schulen der Stadt hat es Göteborg geschafft einmal im Jahr über 60.000 Schüler zu mobilisieren, die bei der sogenannten „Frühjahrsreinigung“ an nahezu allen Straßen und öffentlichen Plätzen der Stadt Abfall einsammeln und damit für das Abfallproblem der Stadt sensibilisiert werden. Wie selbstverständlich geht die Stiftung „Håll Sverige Rent“ davon aus, dass auch alle diese Kinder und Jugendlichen das restliche Jahr über ihre Abfälle korrekt entsorgen und nicht auf die Straße werfen.

Natürlich gibt es in Göteborg auch das Projekt Trygg, das seit Jahren für ein sauberes Göteborg arbeitet und auf die Abfallprobleme der Stadt aufmerksam macht, auch wenn man dies weder an der Avenyn, noch im Schlosswald oder dem Königspark großartig bemerkt, denn Trygg geht davon aus, dass man seine Zigarettenkippe bis zu 200 Meter mit sich trägt bis man eine Möglichkeit findet sie vorschriftsmäßig zu entsorgen und dass man überfüllte Papierkörbe respektiert und seinen Abfall eben mit nach Hause nimmt, ein Traum, der sich wohl nie erfüllen wird und Göteborg dennoch zu einem Sauberkeitspreis verhilft.

Herbert Kårlin

Montag, 11. Juni 2012

Straßenfest in Göteborg mit Abfallproblem

Das diesjährige über die Social Medias organisierte Straßenfest in der Andra Långgatan in Göteborg hatte ungeahnte Folgen, denn als die Bewohner und Besucher der Straße am Sonntag Morgen aus der Haustür traten, standen sie im vermutlich größten Abfallhaufen, den man je in Göteborg sehen konnte, denn die städtische Reinigung hatte die Straße nach dem vortägigen Fest nicht gereinigt und will dies erst am heutigen Montag oder morgen erledigen, wenn die Straße zur Reinigung vorgesehen ist.

Die Stadt erklärte, dass sie gerne bei Festen Container zur Verfügung stellt oder eine Sonderreinigung bei Renova beauftragt, wenn der Verantwortliche des Festes vorher den entsprechenden Antrag stellt, was bei dieser ungenehmigten Veranstaltung jedoch nicht der Fall war. Göteborg will daher ein Exempel statuieren und den Müll auf der Straße nicht vorzeitig beseitigen, auch nicht, falls Ratten in der Straße auftauchen sollten.

Nach der Tageszeitung GP hat jedoch bereits Tage vor der Veranstaltung ein Teilnehmer des Festes, das logischer Weise keinen Verantwortlichen haben kann, sowohl die Stadtverwaltung angerufen und um eine Sonderreinigung gebeten als auch eine entsprechende Mail an die Verantwortlichen geschickt, die bis heute jedoch unbeantwortet blieb. Es liegt daher der Verdacht nahe, dass die Kommunikation in Göteborg nicht funktioniert, oder aber, dass die Stadt moderne Veranstaltungsmöglichkeiten über Facebook, die zudem sehr erfolgreich sind, unterbinden will.

Herbert Kårlin