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Sonntag, 20. April 2014

Göteborg muss weniger Lebensmittel vernichten

Die Bürger Göteborgs werfen nach den aktuellen Statistiken jedes Jahr 15.000 Tonnen an Essen und Lebensmittel in ihre Mülltonnen, was umgerechnet bedeutet, dass jeder Haushalt der Stadt 5000 Kronen in Form von Nahrungsmitteln wegwirft, Geld, das mit Sicherheit besser angewendet werden kann. Um dieses gesellschaftliche Phänomen zu begrenzen, hat Göteborg nun eine Kampagne ins Leben gerufen, die die Einwohner der Stadt innerhalb von zwei Wochen zum Umdenken bringen soll.

Am häufigsten landen in Göteborg Obst, Gemüse, Brot und Milchprodukte im Abfall, teilweise weil die Einkaufsgewohnheiten der Bürger wenig überdacht sind, teilweise weil die Ware nicht mehr frisch aussieht und teilweise weil sich die Käufer mehr auf das Verfallsdatum als die tatsächliche Haltbarkeit verlassen und Milchprodukte wegwerfen ohne zu kosten ob sie noch schmecken oder bereits sauer sind.

Zwei Wochen lang sollen nun die Einwohner Göteborgs durch Kino- und Fernsehreklame darüber informiert werden wie sie Lebensmittel sinnvoll einkaufen und anweden können, ein Aufklärungsversuch, der sehr teuer ist aber nur einen zweifelhaften Erfolg erzielen kann, da sich das gesamte Verhalten der Göteborger zum Essen ändern muss, was durch kurze Reklameeinschläge kaum erreicht werden kann, zumal Göteborgs Entscheidung aus Lebensmittelabfall Biogas zu machen dem Konsumenten ein ruhiges Gewissen verschafft.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 16. September 2013

Göteborg spricht von weniger Abfall in der Stadt

Nach der offiziellen Statistik fand man dieses Jahr in Göteborg auf einer Fläche von zehn Quadratmetern im Durchschnitt 4,37 Abfälle, also 0,14 weniger als im vergangenen Jahr. Dieses Ergebnis führt dazu, dass sich Göteborg als saubere Stadt bezeichnet, denn immerhin besteht die Hälfte dieses Abfalls aus Zigarettenkippen, die schon seit Jahren eines der größten Probleme ausmachen, da sich viele Göteborger weigern auch nur 50 Schritte bis zur nächsten Abfalltonne mit ihrer Kippe zu bewegen.


In der Tat hat sich die Menge des Abfalls auf Straßen, öffentlichen Plätzen und Parkanlagen in Göteborg vor allem von 2009 auf 2010 nahezu halbiert, da die Stadt in dieser Zeit 2000 neue Abfallbehälter in der Stadt verteilte, aber danach mit der Aktion leider nachließ, so dass immer noch große Flächen in der Stadt existieren an denen man nicht so genau weiß was man mit seinem Abfall eigentlich machen soll. Die Ausdehnung der Aktion könnte die Abfallmenge auf öffentlichen Stellen daher weiterhin reduzieren.

Inwieweit die Zählung wirklich für ganz Göteborg zutreffend ist und ob die geringere Abfallmenge eine festgestellte Tatsache ist, sei allerdings dahingestellt, denn die Zählungen erfolgen lediglich in drei Stadtteilen mit sehr unterschiedlichem Charakter und finden nur an bestimmten Stichtagen statt, was natürlich bedeutet, dass die Werte an einem Regentag besser aussehen als an einem Sonnentag, aber auch andere Faktoren eine Rolle spielen können. Eine aussagekräftige Zählung müsste daher mehrmals im Jahr und zu sehr unterschiedlichen vergleichbaren Bedingungen stattfinden.

Herbert Kårlin

Montag, 11. Juni 2012

Straßenfest in Göteborg mit Abfallproblem

Das diesjährige über die Social Medias organisierte Straßenfest in der Andra Långgatan in Göteborg hatte ungeahnte Folgen, denn als die Bewohner und Besucher der Straße am Sonntag Morgen aus der Haustür traten, standen sie im vermutlich größten Abfallhaufen, den man je in Göteborg sehen konnte, denn die städtische Reinigung hatte die Straße nach dem vortägigen Fest nicht gereinigt und will dies erst am heutigen Montag oder morgen erledigen, wenn die Straße zur Reinigung vorgesehen ist.

Die Stadt erklärte, dass sie gerne bei Festen Container zur Verfügung stellt oder eine Sonderreinigung bei Renova beauftragt, wenn der Verantwortliche des Festes vorher den entsprechenden Antrag stellt, was bei dieser ungenehmigten Veranstaltung jedoch nicht der Fall war. Göteborg will daher ein Exempel statuieren und den Müll auf der Straße nicht vorzeitig beseitigen, auch nicht, falls Ratten in der Straße auftauchen sollten.

Nach der Tageszeitung GP hat jedoch bereits Tage vor der Veranstaltung ein Teilnehmer des Festes, das logischer Weise keinen Verantwortlichen haben kann, sowohl die Stadtverwaltung angerufen und um eine Sonderreinigung gebeten als auch eine entsprechende Mail an die Verantwortlichen geschickt, die bis heute jedoch unbeantwortet blieb. Es liegt daher der Verdacht nahe, dass die Kommunikation in Göteborg nicht funktioniert, oder aber, dass die Stadt moderne Veranstaltungsmöglichkeiten über Facebook, die zudem sehr erfolgreich sind, unterbinden will.

Herbert Kårlin

Samstag, 9. Juni 2012

Göteborg braucht mehr Abfall

Die Abfallverbrennungsanlage Renova in Göteborg gehört zu den modernsten Anlagen der Welt, die durch die Verbrennung von Abfall für 30 Prozent der Fernwärme und fünf Prozent Strom der Stadt sorgt. Die Kapazität der Verbrennungsanlage ist so hoch, dass allerdings der gesamte Abfall Göteborgs und seiner Umgebung nicht ausreicht um die Anlage kostenneutral oder mit Gewinn arbeiten zu lassen, daher muss Abfall importiert werden.

Da jedoch in den letzten Jahren die modernen Verbrennungsanlagen in ganz Schweden wie Pilze aus dem Boden schossen, muss der Abfall mit Lastwagen und Schiffen aus anderen Ländern geholt werden. Göteborg profitiert vor allem davon, dass Norwegen seinen Abfall mangels ausreichender Anlagen los werden will und kann daher preisgünstig Abfall in Wärme und Strom verwandeln.

Göteborg lobt diese Lösung und spricht von grüner Wärme, die zudem die Müllhalden in Norwegen verhindert und denkt dabei wenig an die kurzsichtige und umweltschädliche Warte der Aktion. Denn zum einen sind auch in Norwegen keine Müllhalden mehr erlaubt, und zum anderen verursacht der Import durch den Transport bereits einen Schaden und verhindert zudem, dass Norwegen die grüne Wärme nutzen kann, Norwegen also das umweltschädliche Öl verbrannt werden muss um Wärme zu schaffen.

Herbert Kårlin

Dienstag, 13. Dezember 2011

Müllabfuhr nach Gewicht in Göteborg

Nach einem zweijährigen Versuch in der Göteborger Villengegend Askim passt Göteborg nun stufenweise im Jahre 2012 die Kosten der Müllabfuhr auf das Gewicht des Abfalls an. In Askim konnte die Müllmenge in Haushaltstonnen um 16 bis 20 Prozent reduziert werden, wobei die Menge weiterhin sinkt. Allerdings führt diese Methode nur bei Einfamilienhäusern unmittelbar zu einer Müllreduzierung, jedoch nicht bei Mehrfamilienhäuser, wo mehrere Parteien die gleichen Tonnen benutzen.

Im Gegenzug mussten allerdings die Sammelstellen für Papier, Verpackung, Flaschen und anderen sortierbaren Abfall verdoppelt werden, da die betroffenen Haushalte in Askim vor allem Pappe, Zeitungen und Flaschen nun zu den Sammelstellen bringen und nicht mehr in die Tonne werfen. Die Stadt erklärt sich den Erfolg der Aktion damit, dass die Besitzer von Eigenheimen den Erfolg unmittelbar auf den Rechnungen feststellen können.

Ab Januar 2012 folgen nun weitere Stadtteile bei denen der Müll nach Gewicht bezahlt werden muss und im Laufe des Jahres wird die Aktion auf ganz Göteborg ausgedehnt, mit Ausnahme der südlichen Schären, auf denen die Müllabfuhr auf andere Weise geregelt ist. Parallel zu dieser Maßnahme wird der Müll, vor allem in Villengegenden, in Zukunft nur noch vierzehntägig abgeholt, was vor allem in Mehrfamilienhäusern bedeutende Müllprobleme verursacht.

Herbert Kårlin

Samstag, 3. September 2011

Die Grünen Göteborgs wollen Müllimport stoppen

Die Sprecherin der Grünen Göteborgs, Kia Andreasson, will bei der Sitzung in der nächster Woche den Müllimport stoppen, da dies im Widerspruch zur Politik der Stadt steht, nach der der Abfall pro Person permanent reduziert werden soll. Sie beschreibt es als Irrsinn, dass man den Abfall pro Bewohner reduziert, um letztendlich jedes Jahr mehr in den Verbrennungsanlagen zu verbrennen.

Gegenwärtig importiert die städtische Müllverwertung Renova jedes Jahr 100.000 Tonnen Müll aus Norwegen, der in den den Verbrennungsanlagen zu Fernwärme und Strom umgewandelt wird. Der norwegische Müll entspricht rund 20 Prozent der Menge, die in den Göteborger Anlagen verbrannt werden und ist eine Notwendigkeit, wenn die Wärmeproduktion für Wohnanlagen im heutigen Niveau aufrecht gehalten werden soll.

Die Grünen wollen nächste Woche gleichzeitig die Pläne von Stena Recycling im Göteborger Raum blockieren, einem privaten Unternehmen, das Müll aus Neapel im großen Stil importieren will um ebenfalls Wärme gewinnen zu können. Die Blockade würde allerdings lediglich bedeuten, dass Wärme in Göteborg teurer als in anderen Städten wird, da Stena Recycling in ganz Schweden arbeitet und die Verbrennung des italienischen Mülls dann anderen Orten zu Gute käme.

Herbert Kårlin

Montag, 29. August 2011

Göteborg blickt auf Abfall aus Italien

Das Göteborger Unternehmen Stena Recycling AB, ein Unternehmen, das sich auf die Aufbereitung von Abfall und die Wiederverwertung von Müll spezialisiert hat, ist nun am Müll aus Neapel interessiert, der dort in und um die Stadt bergeweise zur Verfügung steht und die italienischen Kapazitäten weit übersteigt, während schwedischen Müllverbrennungsanlagen bei weitem nicht ausgelastet sind.

Nach Stena Recycling soll der Müll aus Neapel importiert und auf die verschiedenen schwedischen Anlagen für Müllverbrennung verteilt werden, die Energie beim Verbrennungsprozess gewinnen und diese wieder in den Kreislauf zurückführen. Auch wenn der Verbrennungsprozess in Schweden als umweltfreundlich betrachtet werden kann, so ist eine weitere Frage inwieweit beim Transport CO2 oder andere schädliche Stoffe in die Atmosphäre verbreitet werden.

Da mittlerweile jedoch ein harter Markt innerhalb der Müllverwertung entbrannt ist, muss Stena Recycling nun in Neapel ein Angebot unterbreiten und für die Tonne Müll ein Angebot machen, das erheblich über dem schwedischen Marktpreis von 400 Kronen pro Tonne Müll liegt. Sollte Neapel das schwedische Angebot akzeptieren, so erfolgt erst eine Probesendung an Müll, da im Abfall weder Metall noch Essensreste enthalten sein dürfen, sondern dieser ausschließlich aus brennbaren Stoffen wie Papier, Holz oder Plastik bestehen muss.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 9. Februar 2011

Norwegischer Abfall wird in Göteborg verbrannt

Um einen Teil Göteborgs mit Fernwärme zu versorgen, müssen große Mengen an Anfall verbrannt werden. Da die eigene Abfallmenge jedoch nicht ausreicht, musste die Göteborger Müllverwertung Renova bereits voriges Jahr 140.000 Tonnen Abfall aus Norwegen importieren. Und der Bedarf steigt in diesem Jahr weiterhin an.

Täglich rollen daher Lastwagen mit Abfall vom Nachbarland nach Göteborg um rund 25 Prozent des nötigen Mülls zu liefern, was nach Renova umweltfreundlicher ist als den Müll auf eine Müllkippe zu kippen und Norwegen nicht dazu zwingt eigene Müllverbrennungsanlagen zu errichten.

Umweltorganisation halten jedoch nicht mit den Argumenten Göteborgs mit, da man einen Teil der Verbrennung durch Quellsortierung verhindern könnte, was weitaus umweltfreundlicher ist. Der enorme Bedarf an Abfall für Fernwärme hat dagegen den umgekehrten Effekt, dass nämlich immer mehr Abfall verbrannt werden muss um das aktuelle System aufrecht zu erhalten.

Herbert Kårlin