Samstag, 7. November 2009

Sparmaßnahmen in der Geburtshilfe des Sahlgrenska Universitätskrankenhaus Göteborg

In einer Zeit, in der die Geburtenrate in Göteborg endlich wieder steil nach oben geht werden zukünftige Mütter von neuen Sparmaßnahmen betroffen, die die Geburtenfreudigkeit schnell wieder bremsen könnten. Das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg will ausgerechnet bei der Geburtshilfe sparen.

Ab nächstem Jahr sollen nun Frauen, die eine problemlose Schwangerschaft und normale Geburt hatten das Sahlgrenska bereits sechs Stunden nach der Geburt wieder verlassen. Diese Maßnahme halten zahlreiche Ärzte und Frauenorganisationen für eine Fehlentscheidung.

Bisher wurden Mutter und Kind im Sahlgrenska im Normalfall zwischen ein und zwei Tagen unter Beobachtung gestellt. Den Frauen wurde damit auch der erste Schritt ins Säugen leichter gemacht und bei Erstgeburten konnten vor allem junge Frauen Hilfe und Tipps bekommen, die bei den neuen Maßnahmen eine dritte Stelle übernehmen muss, die dann die „eingesparten“ Kosten übernehmen muss.

Zahlreiche Ärzte, selbst innerhalb des Sahlgrenska Universitätskrankenhauses, weisen darauf hin, dass vor allem Herzkrankheiten bei Kleinkindern nicht in den ersten sechs Stunden, jedoch den ersten beiden Tagen entdeckt werden könnten und die vorgesehenen Einsparungsmaßnahmen daher vor allem auf Kosten der Gesundheit der Kinder gingen.

Herbert Kårlin

Freitag, 6. November 2009

Integration 2009, eine Konferenz in Göteborg zum Thema Einwandern

Am 12. November 2009 findet in den Eriksbergshallen in Göteborg die erste nationale Konferenz zum Thema Integration und Einwandern statt. Die Konferenz Integration 2009 richtet sich an all jene, die mit Personen arbeiten, die neu in Schweden ankommen, sei als Asylanten, sei als Einwanderer aus nichteuropäischen Ländern.

Rund 400 Teilnehmer, vor allem Sozialarbeiter, Pädagogen und Krankenhauspersonal werden sich während der Konferenz Integration 2009 mit zahlreichen Problemen, die ein Kulturwechsel mit sich bringt, auseinandersetzen. Es geht vor allem um Fragen welche Rechte ein Immigrant in Schweden hat, wie die aktuelle Situation dieser Personengruppe innerhalb der schwedischen Gemeinschaft ist und welche Rolle Religionen bei der Integration von Erwachsenen und Kindern spielen.

Die erste Konferenz Integration 2009 in Göteborg soll kein Werkzeug zur Integration bieten, sondern vielmehr die aktuelle Situation mit ihren Problemen und Vorurteilen aus verschiedenen Seiten beleuchten, um die zukünftige Arbeit zu erleichtern. Während der Vormittag Vorträgen bedeutender Fachkräfte gewidmet ist, finden am Nachmittag mehrere Seminare und Workshops statt, die dann Themen wie Traumatisierte Flüchtlinge, Ethnische Macht und Rangordnung oder Integration im Schulbereich und der schwedischen Gesellschaft behandeln.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 5. November 2009

Demonstration gegen die Privatisierung des Göteborger Hafens

Am 5. November um 15 Uhr 30 wollen die Hafenarbeiter Göteborgs vor dem Rathaus am Gustav Adolf Torg gegen die geplante Privatisierung des Hafens protestieren. Die Demonstration soll gleichzeitig mit der Beschlussfassung des Stadtrates stattfinden, der den Hafen, und vor allem seine Beschäftigten, bei der ersten Krise nun so schnell wie möglich los werden will.

Die Gewerkschaften der Hafenarbeiter kritisieren vor allem den Mangel an Zusammenarbeit und der Diskussion mit der Stadt Göteborg. Nach Aussage der Gewerkschaften verweigert die Stadt seit Monaten jeden Dialog und verschließt sich jedem Vorschlag von Seiten der Hafenarbeiter und will, ungeachtet jeden Risikos, den Hafen an die wenig verbleibenden multinationalen Konzerne verkaufen, was dem größten skandinavischen Hafen voraussichtlich mehr Nachteile als Vorteile bringen wird.

Nachdem die Stadtverwaltung während der letzten Monate weder die Briefe der Gewerkschaften beantwortet hat noch auf einen einzigen Debattenartikel reagiert hat, wollen die Gewerkschaften nun eine letzte Möglichkeit des Dialoges bieten, während ihrer Demonstration vor den Fenstern der Stadtoberen. Sie erwarten, dass die Stadt Göteborg zumindest ihre Argumente anhört, nachdem sie über Jahrzehnte hinweg auch die von der Arbeitern erwirtschaftete hohen Gewinne eingestrichen hat.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 4. November 2009

Gleiche Gehälter für Mann und Frau in Göteborg

Im Jahr 2000 stellte man fest, dass die weiblichen Angestellten, die bei der Stadt Göteborg arbeiteten, im Durchschnitt nur 85,4% des Gehaltes der männlichen Angestellten erhalten, was bedeutete, dass Frauen pro Monat rund 300 Euros weniger mit nach Hause nahmen als Männer, und das, obwohl die Stadt die selbst geschaffene interne Anweisung hat Frauen nicht zu benachteiligen.

Im Jahre 2009 hat sich der Unterschied zwischen den männlichen und weiblichen Gehältern verringert, denn nach neun Jahren versuchter Gleichstellung liegen die Gehälter der Frauen nun nur noch bei 92,3% des männlichen Gehaltes. Die Stadt Göteborg sieht dies als Bestätigung dafür, dass die unterschiedliche Behandlung von Mann und Frau bald der Vergangenheit angehören werde.

Um diese Gleichstellung beschleunigt herbeizuführen werden daher sämtliche Berufe in einzelne Gruppen eingeteilt, was mit anderen Worten bedeutet, dass jene Frauen, die die gleiche Ausbildung wie ihre männlichen Kollegen haben und den gleichen Aufgabenbereich zugeordnet bekamen den männlichen Lohn erhalten, jedoch nicht jene Frauen, die die gleiche Aufgabe erfüllen, aber eine geringere Vorbildung haben. Dies bedeutet ebenfalls, dass alle Frauen mit „Frauenberufen“, die es nach Gesetz eigentlich nicht gibt, mit ihrem geringeren Lohn zufrieden sein müssen und als angemessen bezahlt gelten.

Herbert Kårlin

Dienstag, 3. November 2009

Jüdisches Leben im 20. Jahrhundert, eine Ausstellung in Göteborg

Zwischen dem 5. November 2009 und dem 15. Januar 2010 wird in Schweden zum ersten Mal eine Ausstellung präsentiert, die das Leben der jüdischen Ostbevölkerung des 20. Jahrhunderts beleuchtet. Nachdem die Ausstellung bereits in mehreren europäischen Großstädten gezeigt wurde kommt sie nun nach Göteborg um auch der schwedischen Bevölkerung einen Einblick in die jüdische Vergangenheit zu bieten.

Die Ausstellung findet im Emigranternas Hus in Göteborg statt und wird vom ungarischen Ambassadeur in Schweden eingeweiht. Die Ausstellung selbst wurde von Centropa in Wien, einer gemeinnützigen Vereinigung, zusammengestellt, die nun in Göteborg auf 21 Tafeln mit Fotos, Zeitdokumenten und anderen Informationen das Leben der jüdischen Bevölkerung in den Ostländern des 20. Jahrhunderts präsentiert.

Während die meisten Ausstellung über jüdisches Leben im 20. Jahrhundert vor allem die Gräueltaten und Verfolgungen in den Vordergrund setzen, wird die jüdische Bevölkerung Ungarns, Tschechiens, Sloweniens, Polens und der anderen Ostländern in Göteborg in ihrem Alltagsleben dargestellt. Die Ausstellung im Emigranternas Hus soll zum Nachdenken anregen, aber auch zu Toleranz für unterschiedliche Lebenskulturen aufrufen.

Herbert Kårlin

Montag, 2. November 2009

IFK Göteborg erwägt den Bau eines eigenen Fußballstadions

Wenn man in Göteborg den Namen Gamla Ullevi hört, so denkt eine Gruppe der Bevölkerung an ein modernes Fußballstadion und die andere Gruppe an die erdbebenartigen Störungen und Schwingungen der Häuser sobald die Fans im Stadion rhythmisch zu hüpfen beginnen.

Per Computersimulation wurden nun Lösungen des Problems gesucht, wobei etwa 15 Maßnahmen die Pseudoerdbeben verhindern können. Aber egal, zu welcher oder welchen Lösungen man greift, so werden die Arbeiten extrem teuer. Die stadteigene Baugesellschaft Higab will von einer Verantwortung nichts wissen und ist der Meinung, dass sie keinen Fehler beim Bau gemacht hätten und die Fans ja nur sitzen bleiben müssten. Die Rechnung sollen daher die Fußballclubs begleichen, die das Station von der stadteigenen Gesellschaft mieten.

Auf Grund der hohen Kosten, die entweder Göteborger Steuerzahler oder Fußballclubs bezahlen müssen erwägt nun IFK Göteborg den Bau eines eigenen Fußballstadions auf festem Grund, da letztendlich eine eigene Einrichtung billiger kommen kann als die von der Stadt vorgeschlagenen Maßnahmen. Die meisten Supporter von IFK würden gerne im Gamla Ullevi bleiben und meinen, dass die Stadt Göteborg bei einem unabhängigen Bauherren ein Argument wie es die stadteigene Firma vorbringt nie akzeptieren würde und eine kostenlose Nachbesserung fordern würden.

Herbert Kårlin

Sonntag, 1. November 2009

Göteborgs Museen sind im Aufschwung

Im Schnitt haben die schwedischen Museen allein zwischen Januar und September 2009 rund 9% an Besuchern verloren. Eine einzige Ausnahme dabei liefert Göteborg, denn außer der Kunsthalle verzeichnen hier sämtliche städtischen Museen ein Plus von bis zu rund 62%, was einem Besucherstrom entspricht, der seit 1992 nicht mehr verzeichnet werden konnte.

Die ersten neun Monate des Jahres hatte das Kunstmuseum Göteborg 165.000 Besucher, etwa 63.000 mehr als im gleichen Zeitraum des vorigen Jahres. Vor allem Amateurkunst aus Westschweden konnte auch neue Besucher ins Kunstmuseum locken. Aber auch das Stadsmuseet, das Stadtmuseum, verzeichnete 12.000 Besucher mehr, das Röhsska 3500 mehr und das Seefahrtsmuseum zog über 12.000 Besucher mehr an als voriges Jahr.

Der einzigartige Aufschwung der Göteborger Museen erstreckt sich auf alle Besuchergruppen und läuft in jeder Hinsicht gegen den nationalen Trend. Obwohl die Göteborger Kunsthalle im genannten Zeitraum, als einziges städtische Museum, rund 10.000 Besucher verlor, verzeichnen alle städtische Museen Göteborgs gemeinsam einen Aufschwung von nahezu 25%, ein Rekord, der kaum überboten werden kann.

Herbert Kårlin