Dienstag, 14. September 2010

Forschungszentrum für Windenergie in Göteborg

Die Technische Hochschule Chalmers in Göteborg setzt ab Herbst voll in Windenergie, um Schweden weltweit zum Vorreiter für diese alternative Energie zu machen. In diesem Jahr setzt die Hochschule 100 Millionen Kronen in die Forschung und Ausbildung von Windkraft und Windenergie, eine Voraussetzung um bessere technische Lösungen mit höherer Leistung zu finden.

Noch im Herbst wird das Svensk VindkraftsTeknisk Centrum im Göteborger Stadtteil Lindholmen seine Arbeit aufnehmen, wobei etwa 15 Forscher und Professoren der Hochschule Chalmers und die gleiche Menge an Personen aus dem Energiesektor, vor allem der Windindustrie, gemeinsam an den Projekten arbeiten werden. Forschung und Ausbildung von jungen Ingenieuren, die auf Windkraft spezialisiert sind, gehen bei Chalmers Hand in Hand.

Das Zentrum für Schwedische Windkraft-Technik will vor allem die Entwicklung von Offshore-Anlagen ausweiten, da Windkraftanlagen an Land wegen Transportproblemen in Größe und Kapazität zu begrenzt sind. Hinzu kommt, dass sich auch die Küste vor Göteborg mit den permanenten Winden zum Ausbau der schwedischen Windparks hervorragend eignet.

Herbert Kårlin

Montag, 13. September 2010

Messe zur Windenergie in Göteborg

Vom 15. bis zum 17. September findet in der Svenska Mässan in Göteborg die schwedische Messe VIND 2010 zu Fragen der Windenergie statt, die 90 Aussteller auf dem Messegelände vereint und mit zahlreichen Diskussionen und Seminaren über die aktuelle Lage und die Zukunftsperspektive der Windenergie in Schweden informiert.

In Schweden liefert Windkraft die ideale Alternative zur herkömmlichen Energie und kann in absehbarer Zeit rund 20% des Landes mit Strom versorgen. Allein im Jahre 2009 hat sich die aus Windkraft gewonnene Energie verdoppelt und damit den bedeutendsten Zuwachs an zukunftsgerichteter Energieversorgung errungen.

Im nordschwedischen Piteå ist weltweit die größte Anlage für Windenergie geplant, die als richtungsweisend für erneuerbare Energie gilt. Während der Messe VIND 2010 in Göteborg kommt nun nicht nur die Entwicklung entsprechend großer Windparks ins Gespräch, sondern auch der Einsatz von Windenergie in Miethäusern und privaten Villen.

Herbert Kårlin

Sonntag, 12. September 2010

Jahrhundertwende 1900 im Schlosswald in Göteborg

Einmal im Jahr kann man den Göteborger Schlosswald teilweise wieder so erleben wie vor 100 Jahren. Am Folksnöjesdag, der dieses Mal am 12. September gefeiert wird, spazieren Paare zwischen 11 und 15 Uhr in Kleidung der vorletzten Jahrhundertwende durch die Parkanlage und lassen die Vergangenheit wieder auferstehen.

Der Folksnöjesdag gehört zu den wenigen Tagen des Jahres an dem sämtliche Landschaftsstugor im Slottsskogen (Schlosswald) geöffnet haben und der Besucher selbst im alten Polishuset eine Ausstellung besuchen kann. In sämtlichen Landschaftsstugor werden auch kleine Gerichte angeboten, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den entsprechenden Landschaften gegessen wurden.

Gleichzeitig werden von den Volkstanzgruppen Göteborgs Tänze vorgeführt, die vor 100 Jahren getanzt wurden und alle, die auf ihrem Speicher noch Gerätschaften und Utensilien jener Zeit finden, können im Schlosswald auch an einem Trödelmarkt teilnehmen, vorausgesetzt, sie tragen auch die Kleidung jener Epoche.

Herbert Kårlin

Samstag, 11. September 2010

Straßenmusik in Göteborg wieder zugelassen

Nachdem die Stadt Göteborg im Jahre 2009 in mehreren Bereichen Göteborgs das Recht auf Straßenmusik stark einschränkte oder auch die Ausübung ganz verbot, macht die Stadt nun, nach zahlreichen Protesten, eine Kehrtwende und erlaubt in Zukunft erneut Straßenmusiker auf öffentlichen Plätzen und Straßen.

Die neue Bestimmung besagt, dass ein Straßenmusiker jeweils eine Stunde am gleichen Ort spielen darf und seine Verstärkeranlage auf ein normales Niveau geregelt sein muss, was jedoch die Auslegung beider Punkte relativ offen lässt. Es wurde nicht geklärt, ob eine bestimmte Stelle nach einer Stunde von einem anderen Straßenmusiker belegt werden darf, wie weit man sich vom ersten Ort entfernen muss um weiter spielen zu können und wie viele Dezibel als „normal“ betrachtet werden können. Inwieweit die Göteborger Verordnung eine Wirkung zeigen wird, ist daher offen.

Auch wenn es keine Statistik über die Anzahl an Straßenmusiker in Göteborg gibt, so teilen sich die Musiker jedoch in zwei Gruppen. Zum einen in eine Gruppe an Musikern, die sich dabei ihre Reise verdienen oder ihre Ausbildung bezahlen, zum anderen in Einwanderer, vor allem aus den östlichen Ländern, die Straßenmusik der Bettelei vorziehen, zum Teil jedoch nur eine geringe musikalische Ausbildung haben.

Herbert Kårlin

Freitag, 10. September 2010

Eid-Fest im Weltkulturmuseum in Göteborg

Am Sonntag, den 12. September 2010 findet im Weltkulturmuseum (Världskulturmuseet) in Göteborg das dritte öffentliche Eid-Fest statt, das auch als Fitr-Fest oder Fastenbrechen bekannt ist und eines der beiden bedeutendsten Feste der Muslims ist und mit dem Ende von Ramadan drei Tage lang gefeiert wird.

Während die ersten beiden Tage des Eid-Festes auch bei den offeneren Muslims zu Hause mit Familie und Freunden gefeiert wird und mit bestimmten Riten und einem gemeinsamen Gebet in der Moschee eingeleitet wird, sind am Sonntag im Weltkulturmuseum alle eingeladen, die sich für das Eid-Fest interessieren und die Kultur der Welt der Muslims besser verstehen wollen.

Bereits im ersten Jahr konnte das Weltkulturmuseum zum Fitr-Fest 3000 Personen begrüßen. 2009 wurden bereits 3500 gezählt und dieses Jahr hoffen die Veranstalter auf eine weitere Zunahme der Zahl. Das Fest im Weltkulturmuseum ist jedoch nicht religiös geprägt, sondern will den Besuchern dieses Ereignis in Form einer Ausstellung, mit Musik, Festtagskleidung, Gerüchen und typischen Gerichten, die zum Eid-Fest zubereitet werden, näher bringen.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 9. September 2010

Wohnungsmarkt und Korruption in Göteborg

In den anderen beiden Großstädten Schwedens wird mehr gebaut als in Göteborg, es werden mehr Mietwohnungen geplant und die Quadratmeterpreise hängen weniger von der Spekulation der städtischen Leitung ab als vom freien Wohnungsmarkt. Zwei Professoren in Staatswissenschaft der Göteborger Universität sehen dieses Problem in der geschlossenen Struktur Göteborgs.

Im Gegensatz zu anderen Städten beruht die Bautätigkeit in Göteborg nicht auf unabhängigen Firmen, sondern auf Bauunternehmen, die der Stadt gehören. Entscheidungen beruhen daher oft auf einer privaten Bekanntschaft und werden im Restaurant oder selbst zwischen zwei Türen getroffen. Das Bedürfnis und die Meinung der Bevölkerung bleibt bei diesen Entscheidungen meist auf der Strecke.

Die beiden Professoren sehen bei dieser Verknüpfung zwischen städtischen Unternehmen auch das Problem des aktuellen Korruptionsskandals bei dem mindestens fünfzehn Personen des öffentlichen Sektors eine entscheidende Rolle spielen und den größten Bauskandal Schwedens verursachten, obwohl vermutlich nur die Spitze des Eisbergs an die Öffentlichkeit gerät.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 8. September 2010

Gewaltverbrechen steigen in Göteborg

Bereits zum vierten Mal legt Sven-Åke Lindgren, Professor an der Universität Göteborg, nun einen Rapport zur Entwicklung der Kriminalität im Göteborger Raum vor. Der Trend ist dabei eindeutig. Diebstahl und Raub sind rückläufig, während Gewaltverbrechen weiterhin zunehmen.

Immer häufiger benötigen Opfer eines Übergriffs medizinische Behandlung und, nach parallelen Rapporten, werden Drohungen und Übergriffe mit Messeren eine immer häufigere Gefahr, wobei es dieses Jahr bereits mehr Tote in Göteborg nach Messerstechereien gab als die vorgehenden Jahre, ohne dass jedoch die Angst der Göteborger vor einem Übergriff steigt.

Die Ursache für die steigende Anzahl an Gewaltverbrechen in Göteborg kann der Forscher jedoch weniger klären, wobei jedoch einige der Gründe in steigendem Gebrauch von Drogen und Alkohol zu suchen sind und auch die wachsende Anzahl an Gruppen, die sich in der Göteborger Subkultur bewegen, die Anzahl der gewaltsamen Übergriffe erhöht.

Herbert Kårlin