Montag, 31. August 2009

Ein Forschungsprojekt, das junge Brandstifter zum Thema hat

Die Unruhen der letzten Woche in Teilen Göteborgs und die Tatsache, dass etwa die Hälfte aller Brände von Jugendlichen angelegt werden beschert der Göteborger Universität ein neues Forschungsobjekt, das klären soll, warum Jugendliche Autos oder Schulen anzünden, aber auch bei anderen Brandstiftungen eine so hohe Quote ausmachen.

Die erste Stufe des auf drei Jahre angelegten Forschungsprojektes beschäftigt sich mit der Rolle von Medien wie Zeitungen, Zeitschriften und Internet bei Brandstiftungen. Die Forscher wollen herausfinden inwieweit die Art der Berichtserstattung Brandstiftung fördert und welche Rolle Internet in der Verbreitung von Information in Zusammenhang mit Brandstiftungen hat um ein klares Bild über Ursache und Wirkung zu erhalten.

Die zweite Stufe der Forschung soll anhand der erworbenen Kenntnisse Lösungen suchen, sowohl in Hinsicht auf eine neue Erziehung der Jugendlichen, die Schaffung von Sensibilisierungsprogrammen und die Frage klären, wie man die Anzahl der von Jugendlichen angelegten Bränden reduzieren kann. Die Stadt Göteborg kann anschließend beginnen die Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen.

Herbert Kårlin

Sonntag, 30. August 2009

Lastwagenverbot im zentralen Göteborg

Ab ersten September dürfen Lastwagen, die eine Länge von zehn Metern, inklusive Last, überschreiten weder innerhalb des Vallgravens noch in der westlichen Nordstaden verkehren. Längere Fahrzeuge dürfen ab diesem Datum ihre Kunden, so auch die Stora Saluhallen, nur noch zwischen 6 und 8 Uhr morgens beliefern.

Busse, die diese Länge überschreiten, sind vom Verbot ausgenommen, wie auch die Zufahrt und Belieferung des größten Einkaufszentrum Skandinaviens, Nordstan. Dieses Verbot resultiert aus einer Initiative der Bewohner der betroffenen Stadtteile, die sich vom Lastwagenverkehr gestört und behindert fühlten.

Dieses Fahrverbot hat jedoch nicht nur Vorteile, da Göteborg sehr viel von internationalen Firmen und Speditionen beliefert wird, die sich auf Lieferungen zwischen 6 und 8 Uhr nicht einstellen können. Der Handel von kleineren Unternehmen wird erheblich eingeschränkt und Preissteigerungen innerhalb der gesperrten Zone sind vorherzusehen, zumal, im Gegensatz zu vielen anderen Städten, das Fahrverbot auch nachts nicht aufgehoben wird.


Weitere Informationen zum Thema über
Begränsning av trafik med långa fordon

Herbert Kårlin

Samstag, 29. August 2009

Die Göteborger Polizei will ihre Homepage zur öffentlichen Fahndung benutzen

Die Göteborger Polizei erwägt, nach dem umstrittenen Modell Skånes (Schonen), auf ihrer Hompage die Bilder Verdächtiger zu veröffentlichen, damit sie bei ihrer Fahndung Unterstützung von allen Schweden erhalten.

Der Vorteil, den die Polizeibehörde sich bei dieser Art der Fahndung erhofft, ist sicher nicht ganz von der Hand zu weisen, denn sehr häufig sind es vor allem Informationen von Bürgern, die helfen eine Straftat aufzuklären, aber bei dieser Art der Fahndung ist es bedeutend Vor- und Nachteile abzuwägen.

Sehr häufig werden auch Unschuldige verdächtigt, die sich dann gegen eine öffentliche Verfolgung durch Nachbarn oder auch Unbekannte kaum wehren können und erhebliche Nachteile im Privat- oder Berufsleben in Kauf nehmen müssen. Da auf zahlreichen Bildern auch andere Personen als der Verdächtige sichtbar sind, stellt sich auch die Frage inwieweit man diese Personen in einen fragwürdigen Zusammenhang mit einer Straftat stellen kann.

Eine weitere Frage, mit der sich übergeordnete Behörden befassen müssen ist auch, ob man nicht verurteilte und nicht vorbestrafte Personen bei dieser Fahndungsmethode veröffentlichen kann und soll und inwieweit dabei die Integrität einer einzelnen Person noch geschützt ist.

Weitere Informationen zum Thema bei
Polisen positiv till bilder på misstänkta

Herbert Kårlin

Freitag, 28. August 2009

Rückschlag für Göteborgs Spårvägar

Ab Juni nächsten Jahres übernimmt Veolia Transport 30 Buslinien, die bisher von Göteborgs Spårvägar betreut werden, und das, nachdem die Stadt bedeutende Summen in neue Halteplätze und verbesserte Buswege investieren will, die nun Veolia zu Gute kommen.

Seit dem Jahre 2000 war das Busnetz Göteborgs ganz in der Hand von Göteborgs Spårvägar, bis sie dieses Jahr bereits die Linien zwischen Mölndal und Göteborg sowie den Blå Expressen und Ö-Snabben an die Firma Busslink verloren.

Veolia mit Sitz in Frankreich und der diskutieren israelischen Linie im Gazastreifen bot der Stadt Göteborg für 268 Millionen Kronen an den Busverkehr auf über 30 Linien zu übernehmen und dafür auch sämtliche Busse mit Klimaanlagen und Überwachungssystem auszurichten. Göteborgs Spårvägar verlangte bereits ohne jede Zusatzleistung 285 Millionen Kronen für den Personentransport.

Mehr zum Thema bei
Dråpslag för Göteborgs Spårvägar
Veolia stäms för illegalt bygge
"Veolia måste ta sitt ansvar"

Herbert Kårlin

Donnerstag, 27. August 2009

Die Domkirche von Göteborg bekommt eine neue Umgebung

Der Ehemalige Friedhof der Domkirche in Göteborg hat sich zu einem großen Bauplatz gewandelt. Die alten, kranken Ulmen werden entfernt um neuen, jungen Bäumen Platz zu machen. Die schattigen Picknickplätze verschwinden daher für die nächsten Jahre.

Bedeutender sind jedoch die anderen Umbauten, die dem ehemaligen Kirchhof der Domkyrkan wieder das Aussehen geben soll, den er einst hatte als die Kathedrale gebaut wurde.

Die Wege werden nach alten Plänen wieder hergestellt, es kommen Blumenrabatten hinzu mit den Pflanzen, die sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts dort befanden. Auch hier helfen alte Aufzeichnungen und Stiche bei der Rekonstruktion. Die verlorenen Grasflächen werden durch mehrere Bänke ersetzt und die gesamte Umgebung wird beleuchtet, so dass die Bürger und Besucher Göteborgs auch abends den Kirchhof besuchen können.

Weitere Informationen zum Projekt der Domkyrkan:
Ansiktslyft för Domkyrkan

Herbert Kårlin

Mittwoch, 26. August 2009

Desinfektionsmittel gegen Schweinegrippe

In sämtlichen Apotheken Göteborgs gingen Desinfektionsmittel nun zur Neige. Selbst kleinere Apotheken sind nicht mehr in der Lage das begehrte Gut zu verkaufen und warten auf Nachlieferungen vom Hersteller.

Grund für diesen Engpass ist die steigende Angst vor der Schweinegrippe, was dazu führt, dass sich mehr und mehr Göteborger mit Desinfektionsmittel die Hände reinigen und selbst Vertrauen zu Seife verloren haben. Dass die Benutzung von Desinfektionsmittel die Haut austrocknet spielt dabei kaum eine Rolle.

Desinfektionsmittel betrachten viele in Göteborg, auf Grund entsprechender Kampagnen, als größte Hilfe gegen die Verbreitung des Schweinegrippevirus. Im Grunde ist Hygiene natürlich eine wichtige Voraussetzung beim Schutz gegen eine Übertragung des Virus, aber die Wirkung von Desinfektionsmittel wird dabei dennoch überschätzt und führt ausschließlich zu Engpässen und verhindert, dass jene, die Desinfektionsmittel dringend benötigen, es in Apotheken erwerben können.

Herbert Kårlin

Dienstag, 25. August 2009

Neues Zahlsystem beim Göteborger Nahverkehrt verursacht Probleme

Das neu eingeführte Zahlsystem der Verkehrsbetriebe in Göteborg stößt auf Ablehnung und Kritik, da weder Benutzer noch die Fahrer von Bussen oder Straßenbahnen ausreichend informiert sind. Allein auf Grund der permanenten Fragen an Busfahrer können großenteils die Fahrpläne nicht mehr eingehalten werden.

Kunden beschweren sich jedoch auch über überhöhte Abrechnungen und falsch eingestellte Automaten. Nicht selten klagen Benutzer der Göteborger Verkehrsbetriebe auch darüber, dass der dreifache Fahrpreis automatisch kassiert wurde oder dass das Benutzen der Karte für mehrere Personen gleichzeitig überhöhte Gebühren verursacht.

Die Verkehrsbetriebe der Stadt Göteborg sind mit Einführung eines neuen Zahlsystem bereits ein zweites Mal in Kritik geraten. Das erste Mal wurden neue Straßenbahnen aus Italien gekauft, die die Gleise verschleißen, Lärm verursachen und erhöhte Wartungskosten verursachen. Nun wurde ein Zahlungssystem aus Australien importiert, das bereits dort Probleme verursachte, wobei die Göteborger Methode natürlich ein zusätzliches Pfandsystem einführte, das die leeren Kassen von Västtrafik füllen soll. Der heutige Austausch eines Geschäftsführers kann diese Probleme wohl kaum beseitigen.

Herbert Kårlin