Samstag, 31. Juli 2010

Immer mehr Schwarzfeste in Göteborg

Seit Frühjahr 2010 finden in Göteborg immer häufiger ungenehmigte Feste auf öffentlichen Plätzen Göteborgs statt. Allen voran zieht das Kulturzentrum Röda Sten immer häufiger diese Aktivitäten an, bei denen jedes Mal mehrere hundert Jugendliche teilnehmen und Megafeste bis ins Morgengrauen feiern.

Auch wenn man in der Regel keinen Veranstalter ausfindig machen kann und diese Feste nur über Internet angekündigt werden, so verlaufen sie in der Regel friedlicher als so manche Feste in den Nightclubs Göteborgs, in denen sich weniger Publikum gleichzeitig aufhält. Dies veranlasst die Polizei in Göteborg auch dazu, bei diesen Festen die Augen zuzudrücken und die Aktivitäten nur aus nächster Nähe zu verfolgen.

Grund für diese Feste ist vor allem die Schwierigkeit Feste im Freien genehmigen zu lassen, da dies nicht nur aufwendig und zeitraubend ist, sondern auch die Kosten im Voraus bezahlt werden müssen, die die Stadt nicht zurückerstattet. Hinzu kommt, dass Feste im Freien, die bis zum Morgengrauen fortsetzen grundsätzlich nicht genehmigt werden, selbst wenn durch die Musik niemand gestört wird.

Herbert Kårlin

Freitag, 30. Juli 2010

Stugor in Göteborg, Objekte der Spekulation

Während in anderen Teilen Schwedens der Weiterverkauf von Stugor und Schrebergärten weitgehend von der Koloniegemeinschaft oder der Stadt geregelt wird und dabei der tatsächliche Wert geschätzt wird, überlässt Göteborg den Wiederverkauf jeweils dem einzelnen Besitzer der Gebäude zwischen 12 und 25 Quadratmeter, obwohl die Häuschen in der Regel auf städtischem Grund stehen.

Im Gegensatz zu anderen Gegenden Schwedens, unter anderem Stockholm, wurde daher der Besitz von Stugor in Göteborg zu einer reinen Spekulation. Kleine Häuschen, die einen Wert von nicht einmal 200.000 Kronen haben werden bisweilen, ohne dass der Besitzer der Stuga mehrere Sommer in ihr verbracht hätte, für eine Million Kronen weiterverkauft. Für Normalverdiener wurde es daher fast unmöglich sich noch eines der kleinen Häuschen zu kaufen.

Die Stadt Göteborg will nun erneut einige Gebiete für die Sommerfrische freigeben und dort den Bau von Stugor genehmigen. Der Grundpreis für diese Häuschen wird zwischen 150.000 und 200.000 Kronen liegen, was erneut für etwa 150 Personen den Zugang zum Sommerhäuschen ermöglichen könnte, falls sich die Bedingungen des Wiederverkaufs ändern und die neuen Stugor und Schrebergärten nicht wieder in die Hände von Spekulanten geraten.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 29. Juli 2010

Master VM in Göteborg und Borås

Zwischen dem 27. Juli und dem 8. August findet in Göteborg und Borås das XIII FINA World Masters Championship 2010 statt. Rund 6500 Teilnehmer zwischen 25 und 100 Jahren aus nahezu allen Ländern der Welt beweisen bei dieser Ausscheidung, dass Schwimmsport nicht nur ein Sport für eine Elite zwischen 16 und 30 Jahren ist.

Ein Großteil der Ausscheidungen finden im Göteborger Valhallabadet, im Lundbybadet und am Badeplatz der Delsjön statt. Für alle Teilnehmer der Master VM ist das wichtigste an diesem einzigartigen Ereignis teilzunehmen und Gewinnen wird fast zur Nebensache.

Viele der Teilnehmer des World Masters Championship haben längst das Rentenalter erreicht und beweisen nun in Göteborg ihr Können im Kunstschwimmen oder synchronisierten Sprung vom 10-Meter Brett. Und noch etwas unterscheidet die Teilnehmer von der sogenannten sportlichen Elite. Viele unter ihnen bewohnen nicht teure Hotels, sonder kommen bei Freunden unter oder wohnen selbst in der Jugendherberge.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 28. Juli 2010

Die Führungsetage in Göteborg von Männern besetzt

Bei einer Untersuchung der 20 größten Unternehmen Göteborgs stellte die Göteborgs-Posten fest, dass sich unter den Geschäftsführern dieser Unternehmen nicht eine einzige Frau befand. Auch wenn die Situation in der Führungsetage nur besser aussehen konnte, so konnte GP gerade einmal 18% Frauen in den Führungsetagen finden, wo sie vor allem die juristische Abteilung leiteten oder mit Personalfragen betraut waren.

Auf Fragen der Göteborgs-Posten erklärten zahlreiche Firmen, dass sie gerne mehr Frauen in der Führungsetage sehen wollen, aber man würde die notwendige Qualifikation unter der weiblichen Bewerbern vermissen. Und dies, nachdem mehrere Studien beweisen, dass schwedische Frauen in Universitäten und Hochschulen besser abschneiden als Männer und dort die 50%-Schwelle längst überschritten haben.

Wenn man die heutige Entwicklung betrachtet, so wird die Gleichstellung zwischen Männern und Frauen in den Führungsetagen Göteborgs frühestens im Jahre 2033 einsetzen. Betrachtet man die schwedische Entwicklung in Aktiengesellschaften, so stellt man dort jedoch sogar fest, dass der Frauenanteil in börsennotierten Unternehmen von 14,3% auf 13,8% sank und von einer Gleichstellung der Frauen in der Führungsschicht auch in Zukunft nur zu träumen ist.

Herbert Kårlin

Dienstag, 27. Juli 2010

Parkwacht in Göteborg ohne Erbarmen

Seit Securitas die Hälfte der Stadt systematisch nach Parksündern absucht, haben sich die Einnahmen für die Stadt erheblich erhöht. Nur in den ersten sechs Monaten des Jahres mussten Falschparker in Göteborg sechs Millionen mehr an Gebühren bezahlen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Während die Stadt Göteborg diese Entwicklung begrüßt, betrachten Berufsfahrer die Handlungsweise der Parkwächter als Hexenjagd und Verfolgung, da es sich nicht nur um notorische Falschparker handelt, die zur Kasse gebeten werden, sondern jedes Fahrzeug, das die Gesetze nicht einhält, egal ob dadurch Leben gefährdet wird oder nicht.

So erhalten Fahrer des Krankendienstes, die im Notfall nach einem Alarm ausrücken um einer Person in Not zu helfen ebenfalls eine kostenpflichtige Verwarnung, sobald sie vor dem Haus des Bedürftigen stehen statt zehnmal um den Block zu kreisen und sich in 500 Meter Entfernung zu parken. Das gleiche erleben Berufsfahrer, die schwere Waren entladen müssen, aber keinen Entladeplatz in einem Radius von 200 Metern finden können. Securitas- und Addici-Parkwächter fühlen sich voll im Recht, denn Gesetz ist Gesetz, wo Menschlichkeit nichts zu tun hat. Arbeitgeber bezahlen solche diese Kosten natürlich nicht für ihre Angestellten.

Herbert Kårlin

Montag, 26. Juli 2010

Liseberg in Göteborg unterstützt Kinderarbeit

Nach dem jüngsten Report des Unternehmens Sweedwatch verkauft Liseberg in Göteborg, sowohl über die Glücksrädern als auch an ihren Kiosken, jährlich 340 Tonnen Schokolade, die in Westafrika durch Kinderarbeit und Zwangsarbeit hergestellt wird. Und dies, obwohl die Stadt Göteborg sich verpflichtet hat keine entsprechende Waren einzukaufen oder zu vertreiben.

Betroffen sind vor allem die Marken Cloetta und Marabou, wobei Cloetta bereits in die Kritik geriet, als das Königshaus diese Marke zur Hochzeit der Kronprinzessin unterstützte und damit, paradoxer Weise schwedischen Kindern helfen wollte. Laut Liseberg liegt die Verantwortung bei den Käufern, da diese verstärkt nach diesen Marken fragen und sich wenig dafür interessieren, auf welche Weise die Schokolade hergestellt wird.

Kraft Food, der Besitzer der Schokoladenmarke Marabou und Cloetta kennen das Problem der Kinderarbeit, wobei Marabou den Report von Sweedwatch für übertrieben hält. Beide Marken sehen jedoch, trotz Kinderarbeit, keinen Grund auf die Arbeitskonditionen in Westafrika einzuwirken und hoffen darauf, dass sich das Problem mit der Zeit selbst lösen wird. Liseberg hat vor in zwei Jahren nur noch Schokolade anzubieten, die nicht mit Kinderarbeit entsteht.

Herbert Kårlin

Sonntag, 25. Juli 2010

Feuerwehr in Göteborg nimmt 10 Millionen im Jahr wegen falschem Alarm ein

Rund 2500 Mal rückt die Göteborger Feuerwehr im Jahr auf Grund von automatischen Alarmen aus. Nur 3400 Kunden, vor allem kommunale Einrichtungen, verursachen diese Einsätze. Und nur 13% dieser Einsätze beruhen auf tatsächlichen Bränden, da automatische Anlagen nicht nur auf tatsächliches Feuer reagieren, sondern auf jede Art von Rauchentwicklung.

Die falschen Alarme werden ausgelöst, wenn jemand heimlich auf der Toilette raucht, ein Toaster zu hoch eingestellt ist oder irgendwelche Arbeiten mit Rauchentwicklung im Gebäude ausgeführt werden ohne dass die Feuerwehr vorher davon informiert wird. Diese Fahrlässigkeiten machen sich jedoch für die Göteborger Feuerwehr bezahlt.

Jeder falsche, also unberechtigte Einsatz wird mit 7000 Kronen berechnet, was jedes Jahr Einnahmen von rund zehn Millionen Kronen bedeutet. Während die Stadt Göteborg an Kindergärten spart und sich die Vorsorge für Ältere und Behinderte verschlechtert, werden auf der anderen Seite zehn Millionen Kronen verschleudert, Steuergelder, die besser angewendet werden könnten als in falschen Feueralarmen.

Herbert Kårlin