Freitag, 28. Februar 2014

Jubiläumsmarathon in Göteborg

Ach wenn die 400-Jahresfeier Göteborgs erst für das Jahr 2021 geplant ist, so kann man an den zahlreichen Baustellen der Stadt und zahlreichen Aktivitäten und Ausstellungen das Gefühl bekommen, dass es sich bis zum großen Ereignis nicht um Jahre, sondern nur noch um wenige Monate handelt. Auch der für das Jahr 2021 geplante Göteborg-Marathon macht hier keine Ausnahme, denn noch eine Startnummer zu erhalten wird bereits heute zu einre Glückssache.


Als gestern um 13 Uhr die Anmeldung gegen eine Startgebühr von 1000 Kronen begann, dauerte es gerade einmal fünf Minuten bis die ersten 500 Teilnehmer ihre Gebühr bezahlt hatten und nach einer halben Stunde zählten die Organisatoren schon 2000 Anmeldungen. Vermutlich kann man sich schon heute nur noch auf eine Warteliste setzen lassen, denn es werden insgesamt nur 7000 Amateur-Läufer akzeptiert.

Die restlichen 8000 Starplätze sind für die Weltelite reserviert, da es sich 2021 um den einzigen in Göteborg geplanten Marathon handelt und nicht den sonst üblichen Halbmarathon Göteborgs-Varvet, der zudem zu einer einmaligen Gelegenheit geboten wird, nämlich zur Jahrhundertfeier Göteborgs. Aber es gibt natürlich noch die Chance, dass so mancher, der sich bereits angemeldet hat, im Jahre 2021 ganz andere Pläne hat und daher seine Startnummer wieder verkauft, wenn auch  vielleicht nicht mehr für 1000 Kronen, sondern an denjenigen, der am meisten bietet.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 27. Februar 2014

Die Gothenburg Horse Show 2014

Am gestrigen Abend begann die Gothenburg Horse Show 2014 mit den ersten Ausscheidungen jugendlicher Reiter, die im Göteborger Scandinavium ihr Bestes gegeben haben um in Zukunft in die Weltklasse der Reitergilde aufsteigen zu können, bei Ausscheidungen bei denen früher auch einige Reiter der Weltelite begonnen haben. Gewinnen heißt auch in dieser Klasse bereits eine Einheit mit seinem Pferd zu bilden und ein Ziel im Auge zu haben.


Die 38. Göteborger Pferde Schau (Gothenburg Horse Show) findet vom 26. Februar bis zum 2. März 2014 statt, wobei die Veranstalter auch dieses Jahr mit rund 75.000 Besuchern rechnen, die ihre Idole aus dem Pferdesport während einer Ausscheidung erleben wollen und dafür teilweise weite Reisen unternommen haben. Eine der großen Hoffnungen dieses Jahres ist Emma Emanuelsson, die bereits mit sechs Jahren auf dem Sattel saß und seither jede Menge an Preisen gewonnen hat, anfangs mit ihren Poneys und heute mit ihrem Titan, einem Pferd der Spitzenklasse.

Während die großen Ausscheidungen des Pferdesports im Scandinavium stattfinden, können Pferdeliebhaber, die Reiten „nur“ als Hobby sehen, nur wenige Schritte neben der Arena in der Svenska Mässan die Fachmesse Eurohorse besuchen in der man alles finden kann was zum Pferdesport gehört, wo man aber auch Vorträgen zu den verschiedensten Aspekten der Pferdehaltung und der Gesundheit der Pferde lauschen kann.

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Mittwoch, 26. Februar 2014

go:TO SEA in Göteborg

Die Aktion go:To Sea vom 25. Februar bis zum 1. März 2014 gehört zu den ersten Programmen, die in Göteborg in Zusammenhang mit der 400-Jahresfeier der Stadt im Jahre 2021 gesehen wird. Dieses Jahr wird in gewisser Weise noch als Versuchsobjekt betrachtet, das in den kommenden Jahren permanent ausgebaut und den Wünschen der Bürger angepasst werden soll und, wie schon der Name sagt, so soll dabei die Nähe Göteborgs zum Meer hervorgehoben werden.


In erster Linie soll go:To Sea ein kulinarisches Erlebnis sein, auch wenn in diesem Jahr die Garnelen der Westküste, die vielleicht wichtigste Spezialität der Stadt, vom Speiseplan verbannt wurde, da die Tiere vom WWF auf die Rote Liste gesetzt wurden da Fischer immer noch zu enge Netze benutzen um den Bestand der Garnelen auch in Zukunft zu garantieren. Aber das Meer verfügt nicht nur über Garnelen, sondern auch über Fische, die in keiner Weise bedroht sind und die Basis für hervorragende Gerichte einer Küstenstadt sein können.

Neben verschiedenen Aktivitäten in der Galerie von Nordstan und an einigen anderen Stellen der Stadt, kreist go:To Sea dieses Jahr um vier Container, die an zentralen Stellen der Stadt aufgestellt wurden und wo zur Mittagszeit einige der bekanntesten Restaurants der Stadt zu 75 Kronen eine reichhaltige Fischsuppe servieren. Wer sein Essen wegen des vielleicht kalten Windes oder wegen Regen nicht im Stehen zu sich nehmen will, kann dieses natürlich in einer attraktiven kostenlosen Tasche mit nach Hause oder ins Büro nehmen. Allerdings sind die Container täglich nur drei Stunden lang und zur Mittagszeit geöffnet.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 25. Februar 2014

Sozialer Wohnungsbau in Göteborg

Anfang Februar wurden der politischen Führung Göteborgs einige Vorschläge darüber unterbreitet wie das Firmenimperium der Stadt effektiver gestaltet werden kann, wobei auch einige Vorschläge dabei waren nach denen gewisse Unternehmen oder Teile davon verkauft werden sollen um der Stadtkasse Geld zuzuführen. Einer dieser Vorschläge betraf die Sozialbauten der Stadt.

Nach dem Vorschlag sollen Sozialbauten in zentraler Lage verkauft werden um mit den Einnahmen die Renovierung und Modernisierung der verbleibenden Mietwohnungen am Rande der Stadt zu finanzieren, denn immerhin ist es Göteborg bisher nur gelungen gerade einmal ein Drittel der Bauten aus den 60er Jahren zu renovieren und zu modernisieren - und von den Mieteinnahmen wurde selbstverständlich keine Rücklage für diese Zwecke geschaffen, was im Laufe von 50 Jahren kein grosses Problem gewesen wäre.

Der Verkauf der Mietwohnungen im Sozialbau würde natürlich bedeuten, dass noch mehr zentrale Mietwohnungen Göteborgs auf der Strecke bleiben, da eventuelle Käufer selbstverständlich zum Genossenschaftssystem Bostadsrätt greifen werden, das rentabler und sicherer ist als jede Mietwohnung. Noch sind einige Mitglieder des Göteborger Stadtrats am zögern, was vor allem auf die kommende Wahl zurückzuführen ist, denn gegenwärtig will man auch wenig darüber sprechen um wie viel teurer renovierte und modernisierte Wohnungen für die Mieter werden, auch wenn sich die Wohnungen dann nur noch am Stadtrand befinden werden.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 24. Februar 2014

Die frühe Sperrstunde in Göteborg zeigt Veränderungen

Dass Nachklubs und Diskotheken Göteborgs seit einem Jahr um drei Uhr morgens schliessen müssen, hat in der Tat zu einigen Änderungen des Nachtlebens der Stadt geführt, wenn auch nicht zu jenem Ergebnis, das der Stadtrat und die Polizei erhofften und versprachen. Aber auch das Schreckszenario der Nachklubbesitzer traf nicht ein.

Die Nachklubs mussten kein Personal entlassen und erlitten mehrheitlich auch keine finanziellen Einbussen, da sie ihr Verkaufsmodell änderten und nun eben früher öffnen, für eine Kundschaft, die sie bisher nicht hatten. Die meisten unter ihnen öffnen nun einige Stunden früher und bieten um diese Zeit Afterwork in ihren Restaurants an, die den Verlust der Nacht problemlos ausgleichen und den Angestellten sogar einige Stunden Mehrarbeit bieten. Und jene, die nach drei Uhr weiter trinken wollen, veranstalten eben ein privates Afterfest das nicht von der Sperrstunde betroffen ist.

Dass weniger getrunken wird und weniger Personen in die Ausnüchterungszelle gebracht werden müssen, blieb allerdings ebenfalls ein Wunschtraum der Polizei und der Stadtführung, nur dass die Geschehnisse nun auf einen etwas früheren Zeitpunkt verlagert wurden. Und nach dem Sahlgrenska Universitätskrankenhaus kam es im Laufe des vergangenen Jahres auch nicht zu weniger Alkoholvergiftungen oder einer geringeren Anzahl an Misshandelten, die eine ärztliche Hilfe benötigen. Nur der Ruf, dass Göteborg eine Stadt mit Nachtleben ist, blieb auf der Strecke.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 23. Februar 2014

OUT TO SEA? in Göteborg

Gestern wurde im Seefahrtsmuseum in Göteborg die Ausstellung OUT TO SEA? eröffnet, eine Wanderausstellung des The Garbage Projekt, das das Designmuseum in Zürich zusammenstellte um die Bevölkerung über die fortschreitende Verschmutzung der Weltmeere zu informieren und dabei die verschiedensten Aspekte der Meeresverschmutzung mit den ökologischen Folgen darstellt. Göteborg ist damit in Europa die sechste Stadt, die diese Ausstellung beherbergt und diese mit einer Vitrine aus dem Bohuslän ergänzt.


Bereits am ersten Tag konnte das Seefahrtsmuseum über 800 Besucher zählen, die mehr über die Meeresverschmutzung wissen wollten, wobei die Zahlen, die die Ausstellung begleiten, schockierend sind, denn allein an der Küste des Bohuslän wird jede Stunde des Jahres ein Kubikmeter Abfall angeschwemmt und jede Sekunde werden weltweit 8000 Kilogramm Plastik hergestellt, die zu einem erschreckend hohen Teil in den Meeren landen um dort ihr zerstörendes Dasein zu beweisen.

Die Ausstellung, die auch von didaktischem Interesse ist und von mehreren Filmen begleitet wird, soll jedoch wegen den teilweise sehr “brutalen“ Bildern von Kindern nur in Begleitung von Eltern oder Lehrern besucht werden, die diese Bilder auch erklären können. Wer die Ausstellung verlässt und dabei auch erfahren hat, dass bereits 95 Prozent der Seevögel der Nordsee schon Plastik in den Mägen haben, wird auch wissen, dass der Mensch die Verantwortung für diese Vermutzung trägt und erfahren haben wie viel Umweltverschmutzung eine Kreuzfahrt mit sich bringt.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 22. Februar 2014

Göteborg präsentiert die schwedische Geschichte

Wenn man an Geschichte denkt, so denken viele zuerst an dicke Bücher und einen langweiligen Stoff, den man sich ohnehin nicht merken kann. Das Göteborger Kunstmuseum zeigt ab heute die schwedische Geschichte, zumindest ausschnittsweise, in einem neuen Gewand, denn hier kann man die Geschichte das Landes in Form einer Ausstellung mit überdimensionalen Gemälden entdecken und dabei gleichzeitig Bekanntschaft mit einigen der bedeutendsten Herrschern des Landes machen.

Die Bevölkerung Visbys überreicht Valdemar Atterdag seine Schätze.

Die Ausstellung En målad historia wurde aus Gemälden des 19. Jahrhunderts zusammengestellt, die teilweise auch eine Leihgabe anderer Museen sind. Ziel der Ausstellung ist natürlich nicht Wissen über Kriege und Eroberungen zu sammeln, sondern sich in die Vergangenheit zu versetzen und Kristina von Schweden, Gustav Vasa oder Gustav II. Adolf so zu betrachten wie sie von Künstern des 19. Jahrhunderts betrachtet wurden, in einer Umgebung, die wir uns heute oft völlig anders vorstellen.

Wenn man die zahlreichen Details, die Hintergründe, die Waffen oder auch die Gesten der Personen in den Gemälden betrachtet, so stellt man sich natürlich auch die Frage, ob dies Geschichte ist oder eine Geschichte, die von den Künstlern “verfälscht“ wurde, im gleichen Sinn wie heute Fotografien nur ein gewolltes Bild der Zeitgeschichte darstellen und nicht unbedingt die Realität, da sich mächtige Männer und Frauen in Pose stellen und Fotografen das zeigen was sich der Betrachter wünscht. Die Ausstellung im Göteborger Kunstmuseum zeigt daher auch nur eine Warte der schwedischen Geschichte und ist gerade deswegen besonders interessant.

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg