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Montag, 24. Februar 2014

Die frühe Sperrstunde in Göteborg zeigt Veränderungen

Dass Nachklubs und Diskotheken Göteborgs seit einem Jahr um drei Uhr morgens schliessen müssen, hat in der Tat zu einigen Änderungen des Nachtlebens der Stadt geführt, wenn auch nicht zu jenem Ergebnis, das der Stadtrat und die Polizei erhofften und versprachen. Aber auch das Schreckszenario der Nachklubbesitzer traf nicht ein.

Die Nachklubs mussten kein Personal entlassen und erlitten mehrheitlich auch keine finanziellen Einbussen, da sie ihr Verkaufsmodell änderten und nun eben früher öffnen, für eine Kundschaft, die sie bisher nicht hatten. Die meisten unter ihnen öffnen nun einige Stunden früher und bieten um diese Zeit Afterwork in ihren Restaurants an, die den Verlust der Nacht problemlos ausgleichen und den Angestellten sogar einige Stunden Mehrarbeit bieten. Und jene, die nach drei Uhr weiter trinken wollen, veranstalten eben ein privates Afterfest das nicht von der Sperrstunde betroffen ist.

Dass weniger getrunken wird und weniger Personen in die Ausnüchterungszelle gebracht werden müssen, blieb allerdings ebenfalls ein Wunschtraum der Polizei und der Stadtführung, nur dass die Geschehnisse nun auf einen etwas früheren Zeitpunkt verlagert wurden. Und nach dem Sahlgrenska Universitätskrankenhaus kam es im Laufe des vergangenen Jahres auch nicht zu weniger Alkoholvergiftungen oder einer geringeren Anzahl an Misshandelten, die eine ärztliche Hilfe benötigen. Nur der Ruf, dass Göteborg eine Stadt mit Nachtleben ist, blieb auf der Strecke.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 7. Januar 2014

Eingeschränktes Nachtleben in Göteborg hilft nicht gegen Gewalt

In einem Debattenbeitrag in der Göteborgs-Posten weisen zwei moderate Politiker darauf hin, dass das Schließen von Kneipen und Nachtklubs jeden Freitag um drei Uhr morgens in keiner Weise zur versprochenen geringeren Gewalt in der Stadt führte, jedoch im Gegenzug Arbeitsplätze vernichtete. Nach Analyse der beiden Politiker führt die Sperrstunde um fünf Uhr morgens in Stockholm zu weniger Gewalt als die weitaus frühere Sperrstunde in Göteborg, da man in Stockholm auf vorbeugende Maßnahmen setzt.


In der Tat vertritt Göteborg die Politik, dass der rot-grüne Stadtrat grundsätzlich besser informiert ist als die Besitzer von Kneipen, Nachtklubs oder auch die Bewohner der Stadt, die sich grundsätzlich gegen die frühe Sperrstunde aussprachen und rechtzeitig auf die wirtschaftlichen Einbussen aufmerksam machten. Allerdings gelang es Göteborg mit seiner Idee das Nachtleben in der Stadt ab drei Uhr morgens nahezu zum Erliegen zu bringen. In den Augen des Stadtrates geht man nicht wegen der Musik oder auch um mit Freunden zusammen zu sein aus, sondern um sich zu betrinken.

Auch touristisch gesehen ist die Entscheidung Göteborgs ein bedeutender Nachteil, da vor allem jüngere Besucher, die ein Wochenende in einer schwedischen Stadt verbringen wollen, immer mehr zu Stockholm als zu Göteborg greifen, denn für Besucher aus anderen europäischen Ländern beginnt die Nacht erst nach Mitternacht und geht dann bis in die Morgenstunden. Der Verlust gerade dieser jungen Gruppe an Touristen kann in Göteborg langfristig zu bedeutenden Einbussen aus dem europäischen Tourismus führen.

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Kameraüberwachung in der City Göteborgs

Nachdem eine Statistik belegt, dass in Städten, die auf zentralen Plätzen der Stadt auf eine Überwachung durch Kameras setzen, die Kriminalität um bis um 22 Prozent zurückging, wollen die Moderaterna, die Opposition im Göteborger Stadtrat, auch im Zentrum Göteborgs auf diese Art der Überwachung setzen, unter anderem an den sogenannten kritischen Stellen der Paradestraße Avenyn, an der auch mehrere Nachtklubs liegen.

Da im vorigen Jahr in der City von Göteborg insgesamt rund 1100 Fälle von Misshandlungen und Diebstählen zur Anzeige kamen, nehmen die Moderaterna an, dass durch eine Kameraüberwachung diese Zahl rückläufig sein wird. Die Partei sieht diese Überwachung als vorbeugendes Mittel, das sowohl normale Kriminalität als auch Kriminalität unter Alkoholeinfluss begrenzen kann und dadurch das Zentrum Göteborgs auch nachts wieder in ein sicheres Gebiet verwandeln kann.

Mit dieser Forderung der Moderaterna zeigt sich allerdings auch deutlich, dass alle bisherigen Maßnahmen, die alle als Wundermittel propagiert wurden, nicht den erwünschten Erfolg brachten. Erstaunlich ist dabei natürlich, dass eine Kamera mehr Erfolg haben soll als der bisherige verstärkte Einsatz von Polizeibeamten im Zentrum Göteborgs und auch die frühe Sperrstunde, die die Stadt beschlossen hat. Es wäre daher sinnvoll tatsächlich nach den Ursachen der hohen Quote an Kriminalität im Zentrum Göteborgs zu suchen statt ständig neue Ideen verkaufen zu wollen und andere Städte als Beispiel heranzuziehen.

Herbert Kårlin

Sonntag, 13. Mai 2012

Kein Alkohol nach Drei in Göteborg

Am letzten Donnerstag Nacht hat sich das Schicksal Göteborgs in Form eines sozialdemokratischen Coups gegen die 16 Kneipen und Nachtklubs der Stadt gewendet, die hofften auch in der Nacht von Freitag auf Samstag bis fünf Uhr Alkohol ausschenken zu dürfen, eine Genehmigung, die ohnehin nur sechs unter ihnen voll ausnutzten, da die anderen zehn bereits um vier Uhr schlossen. Mit nur 25 von 81 Stimmen drückten die Sozialdemokraten mit den Grünen ihren Vorschlag auf antidemokratische Weise durch und zeigten, dass Göteborg auch für Besucher keine Stadt mit Nachtleben sein soll.

Als nach einer zweistündigen Debatte des Stadtrats klar wurde, dass bei einer demokratischen Entscheidung der sogenannte Kompromissvorschlag der Sozialdemokraten unter Annelie Hultén keine Mehrheit erreicht, nutzte die Partei ihre Dominanz um bei der Endabstimmung nicht zwischen ihrem Vorschlag und dem mehrheitlichen Vorschlag der Opposition abzustimmen, sondern nur die Wahl zu bieten ob sowohl am Freitag als auch am Samstag um drei Uhr geschlossen werden muss oder nur am Freitag, nicht aber am Samstag.

Das Ergebnis war vorherzusehen, denn damit konnte die Minorität mit 25 Stimmen über die Zukunft der Sperrzeit entscheiden, also weniger als ein Drittel der Stimmberechtigten. Diese Situation zeigt vielen Göteborgern deutlich mit welchen Methoden die Stadt regiert wird und kann für Annelie Hulthén bei den nächsten Wahlen schwerwiegende Folgen haben, da letztendlich ihre Macht von den Wählern abhängt, die nicht gerne von einer fixen Idee einer Partei bevormundet werden will, selbst wenn sie die frühere Sperrstunde befürwortet.
Herbert Kårlin

Mittwoch, 9. Mai 2012

Überraschung zur Sperrstunde in Göteborg

Auch wenn sich die Linken Göteborgs bei der letzten Abstimmung zur Sperrstunde enthielten, so ging der Göteborger Stadtrat dennoch davon aus, dass sich die Partei in dieser Woche bei der entscheidenden Abstimmung hinter die Sozialdemokraten stellen wird und dem Kompromiss zustimmt, dass Kneipen und Nachtklubs am Freitag weiterhin bis fünf Uhr morgens öffnen dürfen, am Samstag aber bereits um drei Uhr den letzten Alkohol ausschenken dürfen.

Nun haben die Linken deutlich erklärt, dass sie sich auch diese Woche enthalten werden, was bedeutet, dass die bisherigen Regelungen weiterhin gültig bleiben werden und die Sperrstunde nach wie vor erst um fünf Uhr morgens sein wird. Die Linken, die forderten, dass in Göteborg grundsätzlich nach drei Uhr kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden darf, argumentieren dabei, dass man bei Gesundheitsfragen keine Kompromisse machen kann und wenn bei einer Sperrstunde um drei Uhr weniger Gewalt vorkommt, so trifft dies auf beide Tage zu.

Auch wenn mit der Enthaltung der Linken die Entscheidung im Grunde gefallen ist und die mehrmonatige Diskussion damit vergessen werden kann, so spielen die Sozialdemokraten nun noch ein Pokerspiel. Sollten sich mehrere Ratsmitglieder gegen die Empfehlungen ihrer eigenen Partei stellen, so gibt es noch eine minimale Chance, dass der Kompromissvorschlag der Göteborger Sozialdemokraten doch noch die letzte Instanz nehmen kann. Ernsthaft rechnen damit tut jedoch kaum noch jemand in Göteborg.
Herbert Kårlin

Montag, 20. Februar 2012

Trotz weniger Gewalt sollen Kneipen in Göteborg früh schließen

Heute Abend wollen die beiden Sozialdemokraten Dario Espiga und Bengt-Arne Reinholdson beim Göteborger Stadtrat durchsetzen, dass im nächsten Jahr alle Kneipen, Nachtklubs und andere ähnliche Einrichtungen spätestens um drei Uhr morgens schließen müssen. Die Alkoholfeindlichkeit Espigas geht dabei so weit, dass er selbst statistische Daten verfälscht um sein Ziel zu erreichen.

Als Hauptargument wird von Dario Espiga und der Polizei die steigende nächtliche Gewalt an der Avenyn und den Seitenstraßen herangezogen, obwohl die Statistik der Polizei beweist, dass die Gewalt im Jahre 2011 an der Avenyn offiziell sogar rückläufig war. Espigas verweist auf andere Zahlen, die ihm von der Polizei zur Verfügung gestellt wurden. Er vergisst dabei jedoch zu erwähnen, dass es sich dabei um die gesamte Gewalt im Zentrum der Stadt handelt und daher keinerlei Aussagekraft besitzt, außer, dass überall in der Innenstadt nächtliche Gewalt vorkommt, nicht nur entlang der Avenyn, wo sich das Nachtleben abspielt.

Aber auch hier hat der Vorsitzende des Ausschusses, Bengt-Arne Reinholdson, der über die Öffnungszeiten von Nachtklubs in Göteborg berät, ein Argument, denn es handelt sich einfach darum, dass die Avenyn nachts ein Schlachtfeld sei und Gewaltübergriffe zu häufig wären (326 Belästigungen und Übergriffe im Jahr 2011). In den Diskussionen kommt nicht einmal die Frage auf, was Jugendliche wohl unternehmen, wenn eine Kneipe um drei Uhr schließt, denn man kann auch auf offener Straße weiterfeiern, in Schwarzclubs gehen oder in Wohnungen trinken, was die Gewaltübergriffe lediglich auf eine größere Fläche verteilt und auch die Polizei weitaus mehr beschäftigen wird.

Herbert Kårlin