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Mittwoch, 23. Oktober 2013

Göteborger hoffen auf einen sehr milden Winter

Falls es dieses Jahr in Göteborg sehr kalt wird und starke Schneefälle zu verzeichnen sind, so werden viele Bürger der Stadt mit großen Problemen rechnen müssen, denn nachdem die Stadt bereits ankündigte, dass man in diesem Fall nur damit rechnen kann, dass die Hauptstrecken schneefrei gehalten werden können, nicht jedoch die zahlreichen Nebenstraßen, da die Stadt weder über das nötige Kapital noch die notwendigen Fahrzeuge verfügt, liefert auch Västtrafik einige Hiobsbotschaften.


Sollten nämlich die zahlreichen Göteborger, die gegenwärtig Fahrräder benutzen um zur Arbeitsstelle zu kommen diese bei Eis und Schnee zu Haus lassen, so wird es vor allem in den Straßenbahnen sehr eng werden und so mancher muss auf die folgende Bahn warten, denn noch immer stehen 30 der Rost-Straßenbahnen in den Hallen und warten auf eine Reparatur, die vermutlich diesen Winter nicht mehr abgeschlossen sein wird. Billiger werden diese Stressfahrten bei Västtrafik allerdings nicht.

Und auch die zweite Nachricht von Västtrafik dürfte die Kunden kaum erfreuen, denn das Unternehmen soll 84 Millionen Kronen im kommenden Jahr einsparen und wird 47 Millionen dadurch einsparen, dass die Pendelbusse zu Volvo ganz eingestellt werden und ab Dezember die Busse auf 60 Linien seltener als bisher fahren werden, insbesondere am Abend und am Wochenende, aber teilweise auch zu normalen Zeiten. Bei so mancher der Linien muss man daher in Zukunft am Wochenende damit rechnen, dass man nur noch jede Stunde einen Bus zur Innenstadt finden kann.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 28. Dezember 2012

Fahrradwege in Göteborg nicht vorrangig


Nach einer gemeinsamen Untersuchung der Interessengemeinschaft der Fahrradfahrer Cykelfrämjandet und der Versicherung If räumen rund 50 Prozent der Orte im Västra Götaland vorrangig Fahrradwege und kümmern sich erst anschließend um die Straßen, was in der Regel bedeutet, dass beide Aktionen nahezu parallel erfolgen, da sich kleinere Räumfahrzeuge unmittelbar um Fahrradwege kümmern und die großen Geräte die Straßen frei halten.

Als eine der Ausnahmen gilt hier die selbsternannte Fahrradstadt Göteborg, die erst alle Autostraßen schneefrei sehen will bevor sich die kleineren Räumfahrzeuge um Fahrradwege kümmern dürfen, was die Fahrradwege zum Berufsverkehr oft unpassierbar macht und die Fahrradfahrer dazu zwingt ihr Leben auf den Autostraßen zu riskieren. Fahrradwege am Rande der Stadt werden in Göteborg bisweilen sogar erst am nächsten Tag geräumt oder sind, falls neue Schneefälle einsetzen, tagelang nicht geräumt.

Die Interessengemeinschaft der Fahrradfahrer kritisiert Göteborg, das mit Einführung der Citymaut sogar auf ein häufigeres Nutzen von Fahrrädern setzt, da es für Autofahrer kein Problem ist selbst bei geringem Schnee noch gefahrlos voranzukommen während das Fahrradfahren bereits mit einem Zentimeter Neuschnee zur Gefahr werden kann, insbesondere wenn sich die Temperatur schnell ändern kann und der Schnee dann eine unsichtbare Eisschicht überdeckt.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Kein Gleitschutz für Rentner in Göteborg

Obwohl die Stadtverwaltung Göteborgs bereits im Juni des Jahres zusicherte, dass alle Bürger der Stadt über 65 Jahren im Herbst 2012 mit einem kostenlosen Gleitschutz für Schuhe versorgt werden, damit die Unfälle durch Ausrutschen geringer werden und damit die Kosten für Ärzte und Krankenhäuser reduziert werden, sieht es nun so aus, als ob die Zusage frühestens im kommenden Jahr erfüllt wird, wenn überhaupt.

Bis heute hat sich der Stadtrat noch nicht zusammengesetzt um über eine klare Vorgehensweise zu entscheiden oder nach Kostenvoranschlägen zu fragen. Alle Rentner, die sich daher auf den kostenlosen Gleitschutz und damit den Stadtrat verlassen haben werden nun von der Stadt im Stich gelassen und müssen sich jetzt beim plötzlichen Wintereinbruch selbst den Gleitschutz kaufen und natürlich auch die Preise bezahlen, die in Notfallsituation verlangt werden.

Das vorgesehene Geschenk an die 80.000 Rentner und Pensionäre Göteborgs kann nun, im besten Fall, kommenden Herbst verteilt werden. Die Aktion, die von der Opposition nicht mitgetragen wird, wird die von Steuern finanzierte Stadtkasse mit etwa zehn Millionen Kronen belasten, zumal unbekannt ist wie viele ältere Personen längst und regelmäßig einen Gleitschutz kaufen und daher kein Doppel benötigen und für wie viele die Ausgabe bisher zu hoch war und daher eher einen Unfall riskierten müssen. Eine sinnvolle Untersuchung könnte die Kosten unter Umständen halbieren.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 10. Mai 2012

Testprojekt für Elektroautos in Göteborg vor dem Aus

Bei einer Zusammenarbeit zwischen Volvo Personenwagen und seiner Tochtergesellschaft Sunfleet sollte in Göteborg ein Autopool mit ausschließlich Elektroautos entstehen, die man an einer gut gelegenen Stelle abholen kann, um dann zu seinem Ziel zu fahren und das Fahrzeug dort in nächster Nähe des Ziels wieder abgeben kann. Zu Beginn sollten auf diese Weise 40 Elektroautos in Göteborg unterwegs sein und den Kunden die Vorteile eines elektrischen Antriebs näher bringen.

Nach fünf Monaten Vorbereitung und einer staatlichen Unterstützung in Höhe von 750.000 Kronen will nun Sunfleet das Projekt niederlegen, da in den Augen der Geschäftsleitung das Vorprojekt nicht überzeugend genug war. Die Folge davon ist, dass nun Volvo auch die 40 geplanten Fahrzeuge dem Pool nicht zur Verfügung stellen will, auch nicht, wenn eine andere Firma das Projekt weiterführen will.

Da das Projekt bereits im kommenden Jahr starten sollte, kann man es nun als gescheitert betrachten. Das Projekt stand jedoch von Beginn auf wackeligen Beinen, da die schwedische Bevölkerung nicht gerade enthusiastisch auf Elektroautos reagiert und für einen Erfolg des Projekts bereits 4000 Nutzer in Göteborg nötig sind, und dies bei gerade einmal 400 Elektroautos, die bisher in ganz Schweden verkauft wurden, vermutlich deshalb, weil Batterien den nordischen Winter nur mäßig verkraften.
Herbert Kårlin

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Hohe Luftverunreinigung in Göteborg

Die anhaltende Kälte in Göteborg ist Ursache für eine extrem hohe Luftverunreinigung in der Stadt, wobei der Gehalt an Stickstoffdioxid (NO2) seit über einem Monat im Durchschnitt mit rund 100 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen wird, was 25% über dem empfohlenen Grenzwert liegt.

NO2 wird vor allem durch den starken Auto- und Bootsverkehr in Göteborg verursacht und entsteht dann, wenn die Luft in Bodennähe wärmer ist als in der Höhe. Dieses Phänomen verhindert eine natürliche Zirkulation der Luftströme und kann in gewissen Fällen zu gesundheitlichen Problemen führen.

Während bei gesunden Menschen diese hohe Belastung an NO2 nicht unmittelbar negative Folgen zeigt, kann diese hohe Luftvereinigung an Stickstoffdioxid bei Asthmakranken und Personen mit Atembeschwerden selbst lebensgefährlich werden. Eine Verbesserung der Situation ist nur bei Witterungsänderung zu erwarten.

Herbert Kårlin

Dienstag, 23. März 2010

Besseres Badewasser an der Göteborger Küste

Der strenge Winter in Göteborg hat für Göteborg nicht nur Nachteile, sondern auch einen positiven Effekt, wie Meeresbiologen der Stadt nun feststellten. Wenn die Küste vor Göteborg zufriert, so werden die Fjorde und anderen relativ ruhigen Küstengewässer besser mit Sauerstoff versorgt, was sich positiv auf die Wasserqualität an den Badestränden auswirkt.

Die Umweltbelastung durch Stickstoffe wird durch die Wasserströmungen, die unter Eis entstehen, reduziert, der Sauerstoffgehalt erhöht sich und selbst das Algenwachstum, das in den letzten Jahren ein immer größeres Problem für die Göteborger Badestrände wurde, ist nun erst einmal rückläufig.

Der diesjährige harte Winter verbessert jedoch nicht nur die Wasserqualität für diesen Sommer, sondern erlaubt es auch Forschern genauere Erkenntnisse über kalte Winter und Wasserqualität zu sammeln um die künftige Umweltpolitik durch sachliche Erkenntnisse besser beeinflussen zu können.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 21. Januar 2010

Spikesverbot in Teilen Göteborgs

Nach langen Diskussionen will heute der Stadtrat Göteborgs über ein Verbot von Spikes in Teilen der Innenstadt entscheiden. Im kommenden Winter sollen nach dem aktuellen Plan erst einmal zwei Straßen unter Spikes-Verbot gestellt werden und im folgenden Winter sollen ganze Stadtteile folgen, was bedeutet, dass letztendlich etwa 25.000 Bewohner vom eventuellen Verbot direkt oder indirekt betroffen sein könnten.

Göteborg will damit dem Beispiel Stockholms folgen und den Feinstaub, der sich beim Fahren mit Spikes ergibt, reduzieren und den Bewohnern der hoch belasteten Stadtteile eine gesündere Luft garantieren. Während ein Teil der Betroffenen bereits seit Jahren auf Spikes verzichtet und herkömmliche Winterreifen benutzt, kommt nun eine massive Kritik von Verfechtern der Spikes, gestützt von den Herstellern der Spikesreifen, die alle beweisen wollen, dass nur Spikes eine Verkehrssicherheit im Winter bieten.

In kaum einer Diskussion wollen Spikes-Verfechter etwas von Umweltschutz wissen oder einem angepassten Fahrverhalten und es ist keine Rede davon, dass in großen Teilen Kanadas oder den Alpen, die den gleichen Wettersituationen unterliegen, auch ohne Spikes keiner größeren Fahrprobleme aufkommen als in Göteborg, wo man im Jahresschnitt nur etwa 10 bis 15 Mal von Eisglätte im Winter überrascht wird.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 13. Januar 2010

Obdachlose überleben den kalten Winter in Göteborg

Auch wenn es in Göteborg immer noch freie Betten für Obdachlose gibt ziehen es etwa 90 Personen vor keine Zuflucht zur Wärme zu suchen. Die intensive Arbeit von Stadtmission und anderen sozialen Diensten konnten während eines Jahres zwar etwa 40 Obdachlose im Winter zu ihren Unterkünften lotsen, aber ein „harter Kern“ will davon nicht sehr viel wissen.

Unter den 90 Obdachlosen, die nun schon seit zwei Wochen mit einer Kälte von bis zu minus 15 Grad zu kämpfen haben befinden sich vor allem Alkoholiker und psychisch Kranke, die sich eine Parallelwelt aufgebaut haben und oft die Gefahr der Kälte nicht verstehen. Bisweilen ist zu dieser Personengruppe keinerlei Kontakt aufzubauen.

Die Stadtmission und die Stadtpolizei Göteborgs konnten während der letzten zwei Wochen zwar nur noch wenige Obdachlose nachts ganz im Freien entdecken, denn manche ziehen sich in den offenen Teil des Bahnhofs oder der Nordstan zurück und wieder andere schlafen in Treppenhäusern oder auf öffentlichen Toiletten. Aber niemand kann sagen wie lange alle 90 Obdachlosen, die keine offizielle Schlafmöglichkeit suchen, bei bleibender Kälte noch überleben können.

Herbert Kårlin