Sonntag, 13. Oktober 2013

Göteborg will seinen Windpark in den Schären

Trotz dem Widerstand der Bevölkerung der Schären, dem Umweltrisiko bei Bohrungen im Meeresgrund zwischen den Göteborger Schären, dem Einspruch der Opposition im Stadtrat und der Überprüfung der ökologischen Zulässigkeit der Einrichtung eines Windparks im Hakefjord hat sich die rot-grüne Mehrheit der Gewählten Göteborgs dazu entschieden, den Bau eines Windparks in den Schären voranzutreiben.


Sicher fühlen sich viele Gegner des Windparks nur von den 15 geplanten 190 Meter hohen Windkraftwerken gestört, die die Romantik der Schären zerstören werden und auch ein Problem für die Freizeitboote sind, die dort im Sommer zu hunderten zu finden sind, aber die Stadt schließt bei ihren Plänen, unter dem Druck der Grünen, vor allem die Augen davor, dass an der geplanten Stelle der Hafen-Mudder mit unzähligen Umweltgiften liegt, der durch die Bohrung zwangsweise aufgewühlt wird und das gesamte Ökosystem vor den Göteborger Schären vernichten kann.

Allerdings war diese endgültige Entscheidung des Stadtrats mehr eine Formalität, denn in der Tat gingen die entsprechenden Anträge bereits im April des Jahres an das Umweltgericht, in der Hoffnung, dass dort alle Bedenken der nicht kommunalen Umweltschützer als unsinnig erklärt werden. Nach Meinung der rot-grünen Mehrheit ist der gewählte Ort die idealste Lage, auch wenn niemand so genau erklären kann warum dies der Fall ist. Erstaunlich ist dabei auch, dass man einerseits die Schären als wichtigsten zukünftiges Tourismusziel ernannte, andererseits genau dort die Umwelt gefährden will.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 12. Oktober 2013

Hohe Ausgaben bei der Göteborger Universitätsklinik

Während die Generaldirektorin der Göteborger Universitätsklinik Barbro Fridén im August des Jahres noch lautstark erklärte, dass eine Gehaltserhöhung für Krankenschwestern das Krankenhaus ruinieren wurde, deckte die Tageszeitung Göteborgs-Posten nun auf, dass Sparmaßnahmen nur andere betreffen, nicht jedoch die Geschäftsführung, denn hier dürfen Summen in nahezu jeder Größenordnung für Vergnügen und Berater verwendet werden.

Auch wenn Barbro Fridén erst seit zehn Monaten Generaldirektorin des angesehenen Sahlgrenska Krankenhauses ist, so gelang es ihr bereits einen zweitägigen Spa-Aufenthalt für 16 Personen für über 50.000 Kronen und eine Tagung auf Marstrand für 14 Personen für über 32.000 Kronen zu buchen, mit Hilfe eines Arrangeurs, der dafür zusätzlich insgesamt über 90.000 Kronen berechnete. Aber sie reiste auch mit Businessclass in die USA, obwohl dies im Västra Götaland nicht üblich ist und sie benötige zum Antritt ihrer Arbeitsstelle einen Lehrer für Sprache und Kommunikation, der 45.000 Kronen kostete. Für eine Studie gab sie dann sogar 3,7 Millionen Kronen aus, was die Topverdienerin als vollkommen normal empfindet.

Wenn man davon absieht, dass ein Arbeitnehmer beim Antritt seiner Arbeitsstelle in der Regel Kenntnisse mitbringt und nicht erst erwerben muss, so muss man sich in Göteborg natürlich fragen wie diese, wenn auch legale, Verschwendungen möglich sind, denn im Aufsichtsrat sitzen Politiker Göteborgs, die wissen mussten wie hoch die Summen sind, die Barbro Fridén ausgibt, oder diese Politiker werden bezahlt ohne ihre Arbeit zu leisten. Selbst wenn das Verhalten Fridéns juristisch gesehen zu verteidigen ist, so stellt sich die Frage, warum für diese immensen Summen nicht für mehr Personal gesorgt wird und warum städtische Politiker diese Ausgaben nicht rechtzeitig stoppten.

Herbert Kårlin

Freitag, 11. Oktober 2013

Bald 400 neue Luxus-Wohnungen in Göteborg

Der rot-grüne Göteborger Stadtrat hat sich nun endgültig dafür entschieden einen Teil des südlichen Ufers des Göta Älv nach zehn Jahre alten Plänen zu bebauen und dort in geradezu idealer Lage 400 Wohnungen, Geschäfte, ein Hotel, eine Reisezentrum und ein Freibad am Fluss zu bauen, auch wenn bekannt ist, dass dieses Projekt in jedem Fall unrentabel ist und vermutlich Steuererhöhungen von allen Bewohnern der Stadt fordern wird, abgesehen davon, dass die Bewohner bei der befürchteten Klimaveränderung bereits in 50 Jahren ihre Füsse bisweilen im Wasser haben werden.

Illustration: Andrea Hulting Gustafson/Erséus (Architekten)

Um den Verlust zu vermeiden, schlug die Opposition vor die Gebäude um fünf Stöcke zu erhöhen, allerdings ohne Erfolg, denn nach Meinung der politischen Mehrheit soll es sich bei den neuen Gebäuden und der geplanten Umgebung um das „Wohnzimmer“ aller Göteborger handeln. Die neuen Anwohner haben zudem Zugang zu einer neu errichteten Straßenbahnlinie und am Stenpiren Zugang zu einem gigantischen Reisezentrum, da man hier voll auf öffentliche Verkehrsmittel setzen will.

Der Stadtrat argumentiert auch, dass bei höheren Bauten die Mieten unerschwinglich würden und vergessen dabei, dass sich eine Lage mit Blick zum Fluss und allen erdenklichen Neuerungen der Umgebung wohl auch an den Kauf- und Mietpreisen bemerkbar machen wird. Ein Normalverdiener, der in den Büros oder den Geschäften des neuen Stadtteils arbeiten wird, wird kaum die Summe verdienen, die ihm oder ihr den Zugang zu einer der Wohnungen ermöglicht. Interessant wird auch werden welche Boote am neuen Pier anlegen werden.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Göteborg bekommt eine Luxus-Jugendherberge

Wer in Schweden nach preisgünstigen Unterkünften sucht, findet in der Regel eine der zahlreichen Jugendherbergen (Vandrarhem), von denen es gegenwärtig auch neun Stück in Göteborg gibt, die zwar mehrheitlich gut gelegen sind, aber eben doch mehr in den Randgebieten der Stadt. Ab 28. März des kommenden Jahres kommt nun eine weitere Jugendherberge in zentralster Lage hinzu, die, wie so viele andere unter den Vandrarhem, dem Netzwerk STF angeschlossen ist.

Drottninggatan, Göteborg

Der Unterschied ist jedoch, dass es sich dieses Mal um eine Jugendherberge der obersten Kategorie handelt, denn bereits für ein Zweibettzimmer mit neun Quadratmetern Fläche muss man hier 690 Kronen bezahlen und der exklusivste Raum kostet sogar 2800 Kronen, was für eine Unterkunft dieser Ordnung ein Rekordpreis sein dürfte. Der Vorteil davon ist jedoch, dass man hier mitten im Zentrum wohnt und die Stadt spürt sobald man nur das Fenster öffnet oder durch die Eingangstür geht.

Insgesamt wird die neue Jugendherberge über 102 Zimmer mit 304 Betten verfügen und die Größe eines mittleren Hotels haben. Entsprecht wird der Gemeinschaftsraum mit offenem Kamin Platz für 65 Personen bieten und die Selbstversorgungs-Küche entsprechend großzügig ausgelegt sein. Bei diesem Preis ist es natürlich auch selbstverständlich, dass jedes Zimmer über eine Dusche, eine Toilette und einen Fernseher verfügt. Wer im Zentrum Göteborgs wohnen will, wird für die Zimmer der Jugendherberge etwa 20 Prozent weniger bezahlen als für ein Hotel in ähnlicher Lage, muss dafür jedoch auch auf etwas höheren Komfort verzichten.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Straßenprostitution in Göteborg im Aufwind

Als vor rund einem Jahr in Göteborg sechs Personen wegen Menschenhandel und Kuppelei zu langen Gefängnisstrafen verurteilt wurden, war es um den Göteborger Straßenstrich einige Monate lang ruhiger geworden und die Prostituierten wurden vermutlich in andere Länder oder andere Gegenden Schwedens geschickt. Als dann jedoch im Herbst die Sittenpolizei sich um Prostitution über Internet kümmern musste und dann dieses Jahr wegen der zahlreichen Schießereien in anderen Einheiten benötigt wurde, ist man nun wieder dort angelangt, wo man nie wieder sein wollte.


Da der Verkauf von sexuellen Diensten in Schweden erlaubt ist und die Nachfrage nach käuflichem Sex in Göteborg enorm ist, auch wenn der Käufer sich seit 1999 dafür strafbar macht, sind die jungen Frauen wieder auf den Straßen Göteborgs zu finden, insbesondere in der Umgebung der Fischkirche und den Straßen bei Rosenlund, wobei es sich dabei in vielen Fällen um junge Frauen aus Rumänien handelt, die damit ihre Familie zu Hause ernähren wollen, andere kamen allerdings auch über Menschenhandel nach Göteborg.

Um die Straßenprostitution in Göteborg einzuschränken, gibt es nur eine Chance, nämlich dass die Sittenpolizei ständig in den entsprechenden Gegenden präsent ist um die Kunden abzuhalten, da ein Gesetz, das die Prostitution als solches verbietet, gegenwärtig von keiner Partei angestrebt wird. Auf Grund der strengeren Gesetz in Dänemark und in Norwegen hat Göteborg natürlich eine ideale Lage die nicht nur lokale Sexkäufer anzieht sondern auch zum Grenzverkehr führt. Über die Schicksale der jungen Frauen ist kaum etwas bekannt, da diese auf Fragen fast grundsätzlich nur schweigen, meist aus Angst vor einem Zuhälter.

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Dienstag, 8. Oktober 2013

Västtrafik stellt Arbeiterbusse ein

Die öffentlichen Verkehrsmittel Västtrafik in Göteborg haben die Neigung Entscheidungen zu treffen, die außer den Geschäftsführern und der Stadtführung niemanden erfreuen oder zufriedenstellen. Ein unüberlegtes Bezahlsystem, rostende Straßenbahnen, ständige Preissteigerungen und „Überfallkomandos“, die nach Schwarzfahrern suchen, sind nur einige der Beispiele mit denen sich Västtrafik deutlich bemerkbar macht.


Nun hat sich die Geschäftsführung zur Abwechslung einmal nur eine eingegrenzte Schicht an Nutzern ausgewählt um ihnen das Leben schwieriger zu machen, denn die Busse, die bisher die Arbeiter rechtzeitig zur Schicht zu den Volvo-Fabriken brachten und sie von dort nach Arbeitsschluss wieder in die Stadt brachten, werden eingestellt, da sie unrentable sind, was auch normal ist, da Arbeiter ja zwischen den Fahrten auch einige Stunden am Arbeitsplatz verbringen müssen.

Da Volvo keinen eigenen Zubringerdienst für die Arbeiter hat, rät Västtrafik nun den Arbeitern eben zu den verschiedenen Schnellbussen zu greifen, die in Zukunft bei Volvo halten werden. Auch wenn die neuen Haltestelle logisch scheinen, so bedeutet dies dennoch, dass die Schnellbusse völlig andere Strecken fahren und von den Arbeitern fordern, dass sie bisweilen zweimal umsteigen müssen und statt 20 Minuten nun 45 Minuten im Bus sitzen müssen. Das Ergebnis dürfte voraussehbar sein: Trotz Maut werden viele unter den Arbeitern nun mit dem Auto zur Arbeit fahren um die Steuereinnahmen Göteborgs zu verbessern.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 7. Oktober 2013

Liseberg in Göteborg gibt sich mit 2013 zufrieden

Als der städtische Vergnügungspark Liseberg in Göteborg gestern seine Sommersaison beendete, lag die Anzahl der Besucher um rund zwei Prozent unter jener des Vorjahres und der Gewinn konnte, trotz einer Umsatzsteigerung von drei Prozent, nicht an die Erwartungen herankommen. Allerdings sieht Liseberg dies nicht als Problem, denn die Besucher des Jahres waren weitaus zufriedener als 2012 und hatten kaum Kritik anzubringen.


Auch wenn der Start von Liseberg dieses Jahr auf Grund der Werbekampagne mit heulenden Kindern etwas missglückt war, zeigte sich im Laufe der Saison, dass die Satzung in ein Kaninchenland voll geglückt war, denn der Besucherstrom in diesem Teil des Parkes war über die Massen stark. Wirklich unzufrieden mit Liseberg waren immerhin noch 150 Personen, die sich nach dem Besuch Luft machten und dafür neue Eintrittskarten in die Hand gedrückt bekamen.

Im kommenden Jahr hofft der Vergnügungspark Liseberg mit seiner ultramodernen Berg- und Talbahn Helix jedoch auf einen bedeutend stärkeren Andrang als in diesem Jahr, auch wenn dies bedeutet, dass die Wartezeiten zu den einzelnen Attraktionen dann steigen werden. Bevor man in Liseberg jedoch von der kommenden Sommersaison kommt, öffnet man am 15. November den jährlichen Weihnachtsmarkt , der sich auch auf das Kaninchenland ausdehnen wird und in einem Teil der Anlage zu einem Besuch der 30er Jahre einladen wird.

Copyright: Herbert Kårlin