Donnerstag, 31. März 2011

Göteborg beginnt mit Bau von Maut-Stationen

Noch hat die schwedische Regierung nicht endgültig über die Maut in Göteborg entschieden und noch ist nicht klar, ob die Partei Vägvalet nicht doch einen Volksentscheid durchdrücken kann oder einen sinnvollen Alternativvorschlag bietet, aber schon beginnt die Stadt mit den Bauarbeiten.

Seit zwei Wochen werden in Guldheden und am Schlosswald die Straßen aufgerissen und die Rohre für die notwendigen Leitungen verlegt, nach dem Straßenverkehrsamt eine Notwendigkeit, da sonst die Maut nicht rechtzeitig zum Jahre 2013 eingeführt werden kann.

Nach der Projektleiterin Marianne Nyberg sind die Kosten für die bisherigen Bauarbeiten kaum von Bedeutung und 60 Prozent der Rohre, die ausschließlich dem Bau der Zahlstationen dienen, können ohne weiteres verlegt werden. Etwas mehr Sorgen machen ihr die Baugenehmigungen für die Zahlstationen, da diese auch von der Bevölkerung vor Gericht gebracht werden können und bisher nicht eine Genehmigung vorliegt.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 30. März 2011

Energiesparen im Västra Götaland

Wer eine energiepassive Wohnung in Schweden sucht, hat die größte Chance im Västra Götaland fündig zu werden, wie eine Studie der Technischen Hochschule Chalmers beweist. Bereist 24 Prozent der Neubauwohnungen werden auf eine Weise gebaut, die den Energieverbrauch um 25 Prozent reduzieren.

Mit dieser hohen Quote liegt das Västra Götaland an der Spitze Schwedens, zumal man im Landesschnitt gerade einmal auf die Hälfte der Werte kommt. Der Grund für diese Werte ist vermutlich die Zusammenarbeit von Forschung, Gemeinden und Unternehmen, die sich im Västra Götaland in den letzten Jahren entwickelte.

In der zweiten Stufe sollen nun auch Miethäuser, die dringend renoviert werden müssen, entsprechend umweltfreundlich und energiepassiv ausgebaut werden, was dazu führen wird, dass das Västra Götaland seine Vorreiterrolle auch in den nächsten Jahren weiterhin behalten wird.

Herbert Kårlin

Dienstag, 29. März 2011

Weniger Kapitäne in Göteborg

Im gleichen Takt, in dem schwedische Schiffe ausflaggen und sich in Dänemark, Norwegen, Holland oder England registrieren, da dort die Bedingungen weitaus vorteilhafter sind als in Schweden, verschwinden auch die Praktikantenstellen für die schwedische Seefahrtausbildung.

Allein die Seefahrthochschule Chalmers verlor in den letzten Jahren 160 von etwa 1000 Praktikantenplätzen, was bedeutende Folgen für die Ausbildung zu Kapitänen und Seefahrtingenieuren hat, da eine Ausbildung ohne Praktikum auf See nicht möglich ist. Die Folge ist daher, dass die Hochschule Chalmers in Zukunft nur noch weniger Studenten akzeptieren kann und damit immer weniger schwedische Fachkräfte auf See zur Verfügung stehen werden.

Weniger Studenten bedeutet jedoch auch, dass für die Ausbildungen weniger Geld zur Verfügung steht, worunter die Qualität des Studiums leidet und vor allem die teuren Teile der Ausbildung wie die Arbeit an Simulatoren reduziert werden müssen. Ohne baldige Gesetzesänderungen werden Kapitäne in Zukunft nur noch außerhalb Schwedens ausgebildet werden können.

Herbert Kårlin

Montag, 28. März 2011

Die Göteborger Partei Vägvalet bietet Alternative zum Västlänken

Während eines Seminars mit verschiedenen Fachkräften für Verkehrsfragen bot die Göteborger Partei Vägverket, die gegründet wurde um die geplante Maut in Göteborg zu kippen, Alternativen zum kostenaufwendigen Västlänken, der die Stadt für viele Jahre in die größte Baustelle Schwedens verwandeln soll.

Die vermutlich optimalste Alternative ist der Bau einer Wendeschleife um den Hauptbahnhof und die Anwendung des Lisebergs-Bahnhofs statt dem Bau eines neuen Bahnhofs unter dem Verkehrsknotenpunkt Korsvägen. Diese Alternative würde nur rund 30 Prozent der geplanten Kosten verlangen und könnte in weitaus kürzer Zeit fertig gestellt werden.

Auf die Frage, ob dieser Vorschlag nicht zu spät kommt, da sich der Göteborger Stadtrat bereits für den Västlänken entschieden hat, sagt Theo Papaioannou, dass die Göteborger Regierung jederzeit neue Vorschläge aufgreifen kann und verweist auf den Volksentscheid zur Kernenergie, die in Schweden nach 30 Jahren von der Regierung für ungültig erklärt wurde.

Herbert Kårlin

Sonntag, 27. März 2011

Ausgedehnter Fahrradverleih in Göteborg

Am 1. April beginnt die zweite Saison für das Göteborger Fahrrad-Verleihsystem Styr & Ställ. Dieses Jahr können Bewohner und Besucher der Stadt an 50 verschiedenen Verleihstellen insgesamt 800 Fahrräder ausleihen, weitaus mehr als noch im Vorjahr, auch wenn man am Rande Göteborgs weiterhin keinerlei Station Styr & Ställ findet.

Dieses Jahr wird bei Bezahlung mit Kreditkarte keine Garantiegebühr mehr verlangt und die Drei-Tageskarten können direkt an den Automaten der Verleihstellen erworben werden. Allerdings wurde der Preis für die Saisonkarte von 100 Kronen auf 250 Kronen erhöht, die es weiterhin erlaubt, die Fahrräder jeweils eine halbe Stunde lang umsonst zu benutzen.

Für Touristen ist das Göteborger Modell jedoch auch in diesem Jahr nur sehr bedingt geeignet, denn bei einem Tagesausflug mit Styr & Ställ wird die Miete relativ teuer, da bereits die zweite halbe Stunde 10 Kronen kostet, die dritte dann 20 Kronen und jede weitere halbe Stunde 40 Kronen. Ein Tagesausflug von 10 Stunden kosten daher die stolze Summe von 710 Kronen, den Preis eines gebrauchten Fahrrades bei blocket.se. Und dies, obwohl sich Göteborg als Stadt der Fahrräder auszeichnet.

Herbert Kårlin

Samstag, 26. März 2011

Spikesverbot wird in Göteborg aufgehoben

Nach der Kritik des schwedischen Straßenverkehrsamts und dem Widerstand der Autofahrer Göteborgs überlegt die Führung der Stadt das Verbot von Spikesreifen in der Odinsgatan und Friggagatan wieder aufzuheben. Nur die Grünen und die Linkspartei sind weiterhin für das aktuelle Verbot.

Im Mai wird der Stadtrat alle Aspekte des Verbots abwägen und eine Entscheidung hinsichtlich des Projekts treffen, wobei sich jedoch die Tendenz zeigt, dass die sozialistische Führung den Widerstand der Autofahrer wichtiger nimmt als gesundheitliche Probleme der Bewohner der Straßen oder Umweltpolitik.

Owe Nilsson, Leiter des Verkehrsausschusses in Göteborg gibt sich bereits nun mystisch und erklärt, dass man andere Lösungen finden kann, ohne jedoch eine einzige Alternative zu nennen. Er fügt auch unmittelbar hinzu, dass das Problem mit Spikes staatlich geregelt werden muss und nicht von einzelnen Städten.

Herbert Kårlin

Freitag, 25. März 2011

Evert Taube Preis in Orust gestiftet

Nach dem Evert Taube Stipendium und dem Gröna Lunds Evert Taube Preis richtete die Gemeinde Orust im Västra Götaland gestern einen weiteren Preis zu Ehren des Dichters und Sängers Evert Taube ein, der den Namen der Insel Vinga unsterblich machte.

Das Besondere des neuen Evert Taube Preis ist indes, dass er an einen Poeten vergeben wird, der im Sinne des großen Dichters schreibt und damit die Dichtkunst Evert Taubes in moderner Form weiterführt.

Bereits Ende Mai wird die Jury in Orust den ersten Preisträger benennen, der natürlich nicht nur die Ehre mit Evert Taube teilt, sondern auch einen Scheck in Höhe von 50.000 Kronen überreicht bekommt. Ab Herbst 2011 können sich dann alle Poeten, die im Sinne Evert Taubes schreiben, für den kommenden Preis bewerben.

Herbert Kårlin