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Dienstag, 3. Juni 2014

Göteborger Kinder fahren im Sommer gratis Bus

Die Stadt Göteborg hat sich entschieden rund 31.000 Schülern der Stadt im Sommer ein Geschenk von knapp 18 Millionen Kronen zu machen und ihnen einen Fahrschein der öffentlichen Verkehrsbetriebe zu schenken, der in der gesamten Region Västra Götaland gültig ist. Um vom Angebot profitieren zu können, müssen die Schüler allerdings mindestens die sechste Klasse besuchen und dürfen nicht in die Abschlussklasse des Gymnasiums gehen.


Auch wenn diese Idee sehr viele Schüler Göteborgs zum Jubeln brachte, so stellen sich viele die Frage, warum die kostenlose Möglichkeit nicht an eine Bedürftigkeit gebunden ist und jüngere Kinder, die mit ihren Eltern unterwegs sind, ausgenommen werden, denn gerade diesen Eltern könnten für ihre Kinder kostenlose Fahrscheine benötigen. Die rot-grüne Führung der Stadt sieht als Kriterium jedoch nicht den Bedarf, sondern strikt das Alter und verschenkt damit auch die Steuereinnahmen jener, deren Kinder zu Hause bleiben müssen.

Nach der Tageszeitung Göteborgs-Posten reagieren allerdings auch die Schüler anderer Gemeinden des Västra Götalands sehr negativ auf den Vorstoß Göteborgs, denn die Randgemeinden haben nicht die finanziellen Mittel sich diesen Luxus leisten zu können und bevorzugen ihre Steuereinnahmen in die Sozialfürsorge und die Schulen zu stecken. Und selbst jene Schüler, die in Göteborg die Schule besuchen und daher ihren sozialen Kreis in der Stadt haben, werden von Göteborg nicht mit den gleichen Vorteilen versehen und müssen den Besuch bei Freunden bezahlen.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 15. Oktober 2013

Drogen weiterhin ein Problem in Göteborgs Schulen

Die neue dreijährige Studie zum Rauchen, Trinken und dem Genuss von Drogen an den Göteborger Schulen zeigt einige positive, aber auch einige negative Entwicklungen, wobei zu bedenken ist, dass sich die Studie nicht damit beschäftigt wie viele Zigaretten die Schüler rauchen, wie viel Alkohol sie trinken und wie hoch der Drogenkonsum ist, sondern es handelt sich lediglich um die Menge der Schüler, die in den entsprechenden Bereichen geantwortet haben.

Das Schillerska Gymnasium in Göteborg

Nach der Studie haben 44 Prozent der Schüler der neunten Klasse und 74 Prozent der Schüler der zwölften Klasse mindestens einmal innerhalb des letzten Jahres Alkohol getrunken, eine Anzahl, die bereits zum dritten Mal in der Folge leicht rückläufig ist. Ein sehr ähnliches Verhalten verzeichnet man beim Rauchen, denn unter den Grundschülern rauchen gegenwärtig nur noch vier Prozent und unter den Gymnasiasten findet man elf Prozent Raucher, wobei weibliche Schüler mehr rauchen und männliche Schüler öfter zu Snus greifen.

Problematisch zeigen sich die Zahlen hinsichtlich des Drogengenusses, denn unter den Schülern der neunten Klasse haben acht Prozent während der letzten zwölf Monate mindestens einmal Drogen genommen und 21 Prozent der Gymnasiasten der zwölften Klasse, Zahlen, die in Göteborg erheblich über dem nationalen Durchschnitt liegen. Auch wenn Haschisch immer noch die am häufigsten benutzte Droge ist, so steigt im Gymnasium in den letzten Jahren vor allem die Anwendung von Spice, einer Droge, die in ihrer Wirkung als weitaus unberechenbarer eingestuft wird.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 12. September 2013

Steigender Lehrermangel bedroht Göteborgs Schulen

Während man auf schwedischem Niveau feststellt, dass innerhalb der kommenden zehn Jahre 25 Prozent aller Lehrer pensioniert werden, zeigt sich die Situation in Göteborg noch negativer, denn hier werden in der gleichen Zeit sogar 30 Prozent der Lehrer aus dem Berufsleben ausscheiden, was bedeutet, dass innerhalb von zehn Jahren mindestens 2600 Lehrer in Göteborg angestellt werden müssen nur um die heutige Personalstärke zu halten.

Wie Göteborg dieses Problem angehen wird, ist indes ungewiss, denn kaum ein Beruf wurde in den letzten Jahren so unbeliebt wie der Beruf eines Lehrers, denn die schlechte Bezahlung und der steigende Arbeitsdruck führen sogar dazu, dass 60 Prozent der aktuellen Lehrer die nächste Chance nutzen wollen um von ihrem Beruf abzuspringen. Aber gerade von Lohnerhöhungen will Göteborg nichts wissen, da Schulen eher billiger werden sollen statt ein höheres Budget zu bekommen.

Weder die schwedische Regierung, noch die Gemeinden wollen die ernste Situation einsehen, obwohl selbst an den Hochschulen bereits heute in manchen Lehramtsfächern kaum noch Bewerber vorhanden ist und 16 Prozent der Grundschullehrer sowie 25 Prozent der Gymnasiallehrer kein Lehrerzertifikat haben und daher an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen müssen oder aber mangels Qualifikation zu einem anderen Beruf greifen werden. Ohne Änderungen der Ausbildungspolitik werden in Göteborg bald wieder Klassen mit über 30 Schülern an der Tagesordnung sein.

Herbert Kårlin

Freitag, 12. April 2013

Einige Gymnasien Göteborgs bleiben leer

Gestern konnten die Schüler der neunten Klassen erfahren ob sie nach den Sommerferien am von ihnen gewünschten Gymnasium Platz bekommen, ihre zweite Wahl in Kauf nehmen müssen oder sie gar in eine Schule kommen, die, aus welchem Grund auch immer, nicht ihren Wünschen entspricht oder gar ein anderes Lehrprogramm bietet als jenes, das ihnen später beim Studium helfen kann.

Insgesamt wurden 10.975 Plätze in den verschiedensten Gymnasien angeboten, wobei 6729 in kommunalen Schulen liegen und 4246 in Privatschulen. Aber auch nachdem alle Anträge der künftigen Gymnasiasten eingegangen sind, so bleiben gegenwärtig noch 2755 Plätze offen, wenn auch überwiegend in weniger beliebten Schulen oder jenen Einrichtungen, die einen sehr schlechten Ruf haben. Ein Teil dieser Plätze wird voraussichtlich noch bis zum Endtermin am 26. Juni vergeben werden.

Aber auch wenn die Nachfrage weitaus geringer ist als das Angebot, zeigt sich zwischen den einzelnen Schulen ein bedeutender Unterschied, denn während beim Bernadottegymnasiet auf Grund der Nachfrage jeder Platz doppelt vergeben werden könnte und daher die Hälfte der Antragsteller auf eine andere Schule ausweichen müssen, haben das Cybergymnasiet oder das Angeredgymnasiet noch 90 Prozent der Plätze offen, was mit Sicherheit zu extrem kleinen Klassen führen wird. Das Auswahlkriterium der Schüler ist indes nicht nur die Fachrichtung, sondern insbesondere das Niveau des Unterrichts und die Qualität der Lehrer.

Herbert Kårlin

Freitag, 2. September 2011

Göteborger Schulen mit schlechtem Resultat

Nahezu 30 Prozent der Schüler, die voriges Jahr eine städtische Schule in Göteborg besuchten erreichten nicht das notwendige Niveau um ihre Ausbildung im Gymnasium fortzusetzen, was bedeutende Folgen hat, da sie damit auch keine Berufsausbildung auf normalem Weg erringen können und überwiegend als unausgebildete Hilfsarbeiter auf den Arbeitsmarkt kommen.

Aber selbst unter jenen, die in kommunalen Grundschulen noch das Gymnasiumniveau erreichten, ist die erfolgreiche Zukunft nicht gesichert, denn rund 20 Prozent der Gymnasiasten errangen dann weder Abitur, noch schlossen sie die ans Gymnasium geknüpfte Ausbildung mit zufriedenstellendem Erfolg ab, was auch diese Schüler als schwer vermittelbar abstempelt und zu Niedriglöhnen führt, die bei Einzelverdienern kaum zum Überleben reichen.

Da die aktuellen Zahlen rein statistische Werte sind, so geben sie natürlich keine Auskunft über die Ursachen des Versagens des kommunalen Schulsystems in Göteborg. Spekulationen führen daher dazu die Schuld bei der Zulassung zu zahlreicher Freischulen zu suchen, beim hohen Ausländeranteil in städtischen Schulen oder auch bei den permanenten Einsparungen der Stadt Göteborg.

Herbert Kårlin

Sonntag, 16. Mai 2010

Schüler in Göteborg veröffentlichen Buch

Am 19. Mai präsentieren die Schüler des Burgårdens Ausbildungszentrums im Stadtmuseum Göteborg ihr Buch „Vad du inte vet om mig“ (Was du nicht über mich weißt). Das sehr persönliche Buch schildert das Leben Jugendlicher in Göteborg, deren Suche nach Liebe, das Gefühl anders zu sein, die Schwierigkeit zu seinen Ansichten zu stehen und berichtet, was Jugendliche ihren Eltern nicht sagen.

Das Buch „Vad du inte vet om mig“ wird im Rahmen einer Ausstellung mit Tanzveranstaltung, wo sieben Texte des Buches von den Tänzern des Alströmergymnasiets interpretiert werden vorgestellt. Der Abend setzt sich dann mit einer Publikumsdiskussion zum Thema fort.

Das Buchprojekt entwickelte sich aus einer Zusammenarbeit des Ausbildungszentrums Burgården mit dem künstlerischen Leiter des Theaters Spira, Jonas Fröberg, der sich bereits seit dem Jahre 2003 für den Aspekt interessierte, wer in Vororten wohnt und wer die Innenstadt bewohnt und warum selbst in der Schule die Gruppenbildung vom Wohnort abhängig ist.

Herbert Kårlin

Freitag, 5. März 2010

Schüler geben in Göteborg Lehrern Noten

Göteborg folgt ab diesem Jahr dem Weg, den bereits einige wenige schwedische Kommunen und einige Freischulen wagten. Schüler dürfen ihren Lehrern Noten für ihre Arbeit geben. Während die absolute Mehrheit der Schüler die Einführung dieses Systems begrüßen, verhalten sich Lehrer abwartend, zweifeln oder gar feindlich gegenüber dieser Idee.

Die Schüler Göteborgs sehen das Problem und die Vorteile sehr realistisch und meinen, dass ein Lehrer gerade von der Beurteilung seiner Schüler lernen kann seinen Unterricht besser zu gestalten oder erfahren wird, dass er völlig auf dem richtigen Weg ist. Sie sehen auch das Problem, dass es schwierig ist zwischen dem Menschen und dem Lehrer zu unterscheiden oder es wichtig ist schlechte Noten nicht mit einer schlechten Bewertung zu beantworten. Und es herrschen Bedenken, dass eine öffentliche Bewertung dazu führen kann, dass sich Lehrer dann an Schüler rächen könnten, wenn sie eine schlechte Bewertung bekommen.

Die Lehrerseite dagegen glaubt kaum an die Objektivität ihrer Schüler und verschanzt sich teils hinter der hohen Ausbildung und einem Auftrag, den ein Schüler ohnehin nicht einschätzen könne. Außerdem glauben zahlreiche Lehrer, dass dann viele Lehrer ihren Schülern bessere Noten geben würden als sie verdienen, nur um selbst eine gute Bewertung zu erhalten. Auch wenn all diese Argumente wenig plausibel klingen, so gibt es jedoch eine berechtigte Angst unter der Lehrerschaft. Eine schlechte Bewertung könnte sich auch auf das Gehalt auswirken.

Herbert Kårlin