Posts mit dem Label Schule werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Schule werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 11. Mai 2014

Politiker Göteborgs denken an die Wahl

Obwohl die Gemeindewahlen erst im September des Jahres stattfinden werden, gilt für alle Parteien Göteborgs nur noch die Wahlpropaganda, die mit möglichst vielen Versprechen die Wähler anziehen soll. Gesunde Vernunft ist dabei allerdings Mangelware, denn die an der Macht sitzenden Politiker geben Versprechen ab ohne auch nur zu erwähnen wie das Versprechen eingelöst werden kann und woher die nötigen Gelder kommen werden.


Während die rot-grüne Regierung der Stadt vor allem vom Bau von 7000 Wohnungen im Jahr spricht und das Schulproblem damit lösen will die Freischulen zu begrenzen, hat sich die Opposition ebenfalls auf Wohnungsbau, Schulsystem und Altenpflege spezialisiert, wobei die Altenpflege der einzige Punkt ist mit dem die aktuelle Regierung der Stadt kaum werben kann, da sie in diesem Bereich hohe Summen einsparte und gegenwärtig einen weitaus schlechteren Service bietet als andere Städte des Landes.

In Schulfragen sieht die Opposition die Lösung in einer besseren Entlohnung der Lehrer, mehr Geld für die Ausbildung, einer verstärkten Hilfe für Migranten und der Einrichtung eines zentralen lokalen Schulamtes. Auch bei der Altenpflege sollen Gelder die Probleme beseitigen, auch wenn hier vor allem die Planung schlecht funktioniert. Beim Wohnungsmarkt geht die bürgerliche Parteiengruppe einen anderen Weg als die rot-grüne Mehrheit, denn hier setzt man nur auf 4500 Wohnungen im Jahr, wobei 1000 davon Einfamilienhäuser sein sollen, auch wenn dies die Verschuldung der Haushalte noch mehr in die Höhe treiben wird.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 15. Oktober 2013

Drogen weiterhin ein Problem in Göteborgs Schulen

Die neue dreijährige Studie zum Rauchen, Trinken und dem Genuss von Drogen an den Göteborger Schulen zeigt einige positive, aber auch einige negative Entwicklungen, wobei zu bedenken ist, dass sich die Studie nicht damit beschäftigt wie viele Zigaretten die Schüler rauchen, wie viel Alkohol sie trinken und wie hoch der Drogenkonsum ist, sondern es handelt sich lediglich um die Menge der Schüler, die in den entsprechenden Bereichen geantwortet haben.

Das Schillerska Gymnasium in Göteborg

Nach der Studie haben 44 Prozent der Schüler der neunten Klasse und 74 Prozent der Schüler der zwölften Klasse mindestens einmal innerhalb des letzten Jahres Alkohol getrunken, eine Anzahl, die bereits zum dritten Mal in der Folge leicht rückläufig ist. Ein sehr ähnliches Verhalten verzeichnet man beim Rauchen, denn unter den Grundschülern rauchen gegenwärtig nur noch vier Prozent und unter den Gymnasiasten findet man elf Prozent Raucher, wobei weibliche Schüler mehr rauchen und männliche Schüler öfter zu Snus greifen.

Problematisch zeigen sich die Zahlen hinsichtlich des Drogengenusses, denn unter den Schülern der neunten Klasse haben acht Prozent während der letzten zwölf Monate mindestens einmal Drogen genommen und 21 Prozent der Gymnasiasten der zwölften Klasse, Zahlen, die in Göteborg erheblich über dem nationalen Durchschnitt liegen. Auch wenn Haschisch immer noch die am häufigsten benutzte Droge ist, so steigt im Gymnasium in den letzten Jahren vor allem die Anwendung von Spice, einer Droge, die in ihrer Wirkung als weitaus unberechenbarer eingestuft wird.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 12. September 2013

Steigender Lehrermangel bedroht Göteborgs Schulen

Während man auf schwedischem Niveau feststellt, dass innerhalb der kommenden zehn Jahre 25 Prozent aller Lehrer pensioniert werden, zeigt sich die Situation in Göteborg noch negativer, denn hier werden in der gleichen Zeit sogar 30 Prozent der Lehrer aus dem Berufsleben ausscheiden, was bedeutet, dass innerhalb von zehn Jahren mindestens 2600 Lehrer in Göteborg angestellt werden müssen nur um die heutige Personalstärke zu halten.

Wie Göteborg dieses Problem angehen wird, ist indes ungewiss, denn kaum ein Beruf wurde in den letzten Jahren so unbeliebt wie der Beruf eines Lehrers, denn die schlechte Bezahlung und der steigende Arbeitsdruck führen sogar dazu, dass 60 Prozent der aktuellen Lehrer die nächste Chance nutzen wollen um von ihrem Beruf abzuspringen. Aber gerade von Lohnerhöhungen will Göteborg nichts wissen, da Schulen eher billiger werden sollen statt ein höheres Budget zu bekommen.

Weder die schwedische Regierung, noch die Gemeinden wollen die ernste Situation einsehen, obwohl selbst an den Hochschulen bereits heute in manchen Lehramtsfächern kaum noch Bewerber vorhanden ist und 16 Prozent der Grundschullehrer sowie 25 Prozent der Gymnasiallehrer kein Lehrerzertifikat haben und daher an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen müssen oder aber mangels Qualifikation zu einem anderen Beruf greifen werden. Ohne Änderungen der Ausbildungspolitik werden in Göteborg bald wieder Klassen mit über 30 Schülern an der Tagesordnung sein.

Herbert Kårlin

Dienstag, 2. Juli 2013

Jüdisch orthodoxe Kinder müssen in Göteborg zur Schule

In drei Instanzen kämpfte eine jüdische Familie Göteborgs, die der jüdisch orthodoxen Richtung Chabad Lubavitch angehört, dafür, dass ihre vier Töchter im Alter zwischen neun und fünfzehn Jahren per Fernschule zu Hause unterrichtet werden dürfen, da das übliche Schulsystem in Schweden nicht mit ihren Glaubensregeln zu vereinbaren sei, eine Möglichkeit, die besteht, wenn eine Familie tatsächlich außerordentliche Probleme nachweisen kann.

In der ersten Instanz wurde der Antrag der Familie abgelehnt, da es nach dem Gericht keinen Grund dafür gab, dass die vier Mädchen in einer staatlichen Schule nicht ihrem Glauben nachgehen könnten und das entsprechende Essen geboten bekämen. Die zweite Instanz hob das Urteil auf und sah gewisse Probleme bei einem normalen Unterricht. Die oberste Verwaltungsgericht kam nun zur endgültigen Entscheidung, dass die vier Kinder in eine normale Schule gehen müssen und nicht zu Hause unterrichtet werden dürfen, zumal der Lehrplan der Fernschule nicht dem schwedischen System entspricht und die angegeben Gründe kein Hindernis darstellen.

Nach den Eltern der Mädchen gibt es auf der ganzen Welt kein jüdisches Kind dieser Glaubensrichtung, das in eine öffentliche Schule geht, da hier die Geschlechter getrennt unterrichtet werden müssen, regelmäßig gebetet werden muss und nur koscheres Essen zu sich genommen werden darf, was Göteborg wohl kaum bieten kann. Der Vater der Kinder erklärte noch vor der Verhandlung, dass die Familie Schweden verlassen wird wenn das Gericht den Fernunterricht ablehnt. Da es sich bei diesem Urteil um das erste seiner Art handelt, ist es richtungsweisend für zukünftige Verhandlungen.

Herbert Kårlin

Samstag, 22. Juni 2013

Göteborger Schulen nach wie vor Problemschulen

Als die Schulinspektion im vergangenen Jahr die Grundschulen Göteborgs besuchte um die Qualität zu untersuchen, gab es kaum eine Schule, die nicht in mindestens einem Punkt schwerwiegende Mängel zeigte. Die Schulen wurden daher schriftlich aufgefordert alle Probleme schnellstmöglich zu beseitigen. Als die Tageszeitung GP dann im Herbst eine eigene Untersuchung anstellte, kam die Zeitung, mit Hilfe der Leser, zum gleichen Ergebnis.

Nach einem Jahr hat nun die Schulinspektion sämtliche Schulen, die Mängel aufwiesen, erneut besucht und musste dabei feststellen, dass nur in drei Stadtteilen die Mängel behoben waren. Dieses Mal gehen die Mängelberichte allerdings nicht mehr nur an die Schulen, sondern auch an die städtische Verwaltungen, die in der Lage sind auch bewusst einzugreifen und dafür zu sorgen, dass die festgestellten Mängel behoben werden.

Ob dies jedoch wirklich möglich ist, ist ungewiss, da das Schulamt feststellte, dass vor allem in Schulen bei denen keinerlei Veränderungen festgestellt wurden, die Direktoren in so einem schnellen Rhythmus wechseln, dass die Arbeit der Schule gar nicht erst überwacht werden kann und Fortschritte daher auch nicht bewertet werden können. Um die Leistung einer Schule zu verbessern, ist eine kontinuierliche Arbeit nötig, was jedoch auch voraussetzt, dass eine Schule über mehrere Jahre hinweg vom gleichen Direktor geleitet wird, eine Voraussetzung, die in Göteborg sehr selten eintrifft.

Herbert Kårlin

Montag, 1. April 2013

Schule schwänzen in Göteborg ein Problem

Obwohl mittlerweile in Schweden zahlreiche Maßnahmen eingeführt wurden, die das ungenehmigte Schule schwänzen reduzieren soll, zum Beispiel indem diese Schüler ihr Stipendium verlieren, zeigen sich in den städtischen Gymnasien Göteborgs kaum Erfolge, denn auch wenn die Gesamtanzahl der Schwänzer in den letzten Jahren leicht zurückging, bleibt die Quote sehr hoch und unterscheidet sich zudem bedeutend von Stadtteil zu Stadtteil.

Während die unentschuldigte Abwesenheit in zentralen Schulen der Stadt mit einem geringen Anteil an Einwanderern und einem hohen Anteil an Schülern aus finanziell gut situierten Familien im Schnitt nur bei acht Prozent liegt, kann man in weniger privilegierten Stadtteilen wie Angered eine unentschuldigte Abwesenheit von rund 28 Prozent feststellen, was auch logischer Weise bedeutet, dass dort die Durchschnittsleistung der Schüler unter dem Durchschnittswert liegt.

Die hohe Quote an Schulschwänzern in wenig privilegierten Stadtteilen mit einem hohen Anteil an Einwanderern liegt insbesondere an der geringen Motivation, die die Schüler dort erwartet, da die Eltern oft selbst nur über eine geringe Bildung verfügen und die Schulen wiederum wegen der großen Klassen und der schlechten finanziellen Situation keine Möglichkeit haben an der Motivierung der Schüler zu arbeiten. Göteborg hat gegenwärtig nicht das Budget vergesehen, dass den betroffenen Schulen bessere Möglichkeiten geboten werden können.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 27. März 2013

Schüler in Göteborg wollen ihre Lehrer behalten

Am gestrigen Montag demonstrierten hunderte von Gymnasiasten Göteborgs gegen die weiteren Einsparungen in den staatlichen Einrichtungen, die heute schon weniger Geld zur Verfügung haben als vergleichbare Schulen in anderen Teilen des Landes. Die Schüler sind der Meinung, dass die schulische Leistung eng mit der Anzahl der Lehrer und der Finanzlage einer Schule zusammenhängt, denn Schulbücher des Jahres 1990 können bei der schnellen Entwicklung nicht das Gegenwartsbild unser Welt zeigen.

Der Hauptgrund der Demonstration richtete sich jedoch darauf, dass in manchen Schulen, aus Kostengründen, die Anzahl der Lehrer halbiert werden soll, obwohl schon heute die angestellten Lehrer ihre Aufgabe kaum noch erfüllen können. Insgesamt sollen in Göteborg zum nächsten Schuljahr 110 Lehrer ausgestellt werden oder in Pension gehen, eine Entscheidung, die nicht nur von den Schülern kritisiert wird, sondern auch den betroffenen Schulen und der Gewerkschaft der Lehrer.

Die jugendlichen Demonstranten wollten bei ihrer Demonstration am Gustav Adolf Torg, vor den Türen der Stadtverwaltung, auch darauf hinweisen, dass für eine sinnvolle Ausbildung die Klassen bereits heute zu groß sind, Ausbildungsmaterial fehlt und nicht genügend Plätze an Computern zur Verfügung stehen. Ob die Demonstration dem Stadtrat zu denken gibt, bleibt offen, denn leider sind die Demonstranten zu jung um an den kommenden Wahlen im Jahr 2014 ihre Meinung durch ein Kreuz ausdrücken zu können.

Herbert Kårlin

Göteborg Reiseführer Göteborgs Tanz- und Theaterfestival

Freitag, 22. März 2013

Göteborger Schulen sollen besser werden

Nach wiederholter Kritik der Schulinspektion, erstmals vor sechs Jahren, gibt die sozialdemokratische Führung Göteborg nun bekannt, wie sich die Ausbildungsqualität in den Schulen verbessern soll, wie Schüler mehr dazu motiviert werden sollen zumindest einen Hauptschulabschluss zu machen und wie sich Lehrer mehr und besser auf den Unterricht konzentrieren können. Die Pläne der Politiker zeigen indes deutlich, dass sie wenig von den Problemen in den einzelnen Schulen wissen und daher nur nach Akten entscheiden.

Auch wenn Schulen mit den schlechtesten Leistungen in den letzten Jahres bereits mehr Geld zur Verfügung gestellt bekamen, konnten Schulen in einigen Stadtteilen die Leistung nicht verbessern. Nun will die Stadt selbst einen Ausbildungsplan ausarbeiten und im Frühjahr Arbeitsgruppen einsetzen, die nach Verbesserungsvorschlägen suchen sollen. Einige Schulen testen bereits längere Schultage für schwache Schüler und andere bieten Hilfe bei Hausaufgaben an, wobei die letztgenannte Maßnahme auch bisher bereits angeboten werden soll und ohne jedes positive Ergebnis war.

Das Problem mit Privatschulen, die teilweise keine Kinder von Einwanderer haben und sich in privilegierter Lage befinden im Kontrast zu staatlichen Schulen in denen Kinder in einer Klasse zu Beginn fünfzehn verschiedene Sprachen sprechen, werden vom Stadtrat kaum überdacht. Ebenso wenig soll das Budget der Schulen an den tatsächlichen Bedarf der einzelnen Einrichtung angepasst werden, denn Sparmaßnahmen müssen auch in Göteborger Schulen durchgesetzt werden, obwohl jedem bekannt ist, dass gerade der Geldmangel zu schlechten Leistungen führen kann, da dadurch die Klassen zu groß werden und zu wenig Lehrer beschäftigt werden können.

Herbert Kårlin

Freitag, 8. März 2013

Schulen in Göteborg ohne Bibliothek

Obwohl es seit dem 1. Juli 2011 in Schweden ein Gesetz gibt nach dem jede Schule des Landes über eine Bibliothek verfügen muss, stellte die Schulinspektion in Göteborg bei einer Kontrolle im letzten Jahr fest, dass sich rund 20 Prozent der knapp 100 Grundschulen in Göteborg nicht um das Gesetz kümmern und bisher nicht einmal geplant hatten in absehbarer Zeit eine Schulbibliothek einzurichten.

Als nun die Grundschulen in Göteborg erneut  vom Schulamt überprüft wurden, stellten die Prüfer fest, dass sich bisher kaum etwas verbessert hat. Dieses Mal kamen die Schulen jedoch nicht mit einer harmlosen Warnung aus, sondern das Schulamt machte den Direktoren der Schulen zur Auflage innerhalb von drei Monaten entweder eine Bibliothek einzurichten oder einen klaren Plan vorzulegen, der aussagt warum es noch keine Bibliothek gibt und bis wann diese nun definitiv eingerichtet werden kann.

Für so manchen Schuldirektor bedeutet diese Auflage allerdings das dafür nötige Geld von anderen Bereichen abzuziehen, die in ihren Augen für einen guten Unterricht notwendiger sind als eine vermutlich sehr kleine Bibliothek, die nicht nur einen finanziellen Aufwand mit sich führt, sondern auch zusätzliche Arbeitszeiten und einen Raum benötigt. Leider handelt es sich bei dem neuen Gesetz um eine Auflage, die jede einzelne Schule betrifft, wobei nicht in Erwägung gezogen wird eine rotierende Bibliothek einzurichten, die es erlauben würde, dass jeder Schüler Zugang zu einer weitaus größeren Auswahl an Bücher kommt als in einer Minimalbibliothek.

Herbert Kårlin

Samstag, 1. Dezember 2012

Orthodoxe jüdische Kinder dürfen in Göteborg zu Hause unterrichtet werden

Eine streng orthodoxe jüdische Familie in Göteborg kämpft seit Jahren darum, dass sie ihre vier Kinder zu Hause unterrichten darf statt sie in öffentliche Schulen zu schicken. Diese Ausnahmegenehmigung ist in Schweden möglich, unter der Voraussetzung, dass bedeutende Gründe dafür vorliegen und zu Hause ein voller Unterricht möglich ist. In ganz Schweden haben bisher rund 100 Schüler eine jeweils einjährige Sondergenehmigung, de regelmäßig neu geprüft werden muss.

Als die Familie in Göteborg erstmals vor Gericht ging, wurde ihr Antrag vom Verwaltungsgericht abgelehnt, da nach schwedischen Gesetzen eine Schule keinerlei religiösen Einschlag haben darf und so ausgerichtet sein muss, dass jedes Kind teilnehmen kann. Bei der Berufung wurde dem Antrag der Eltern Recht gegeben, da es in einer Schule schwierig ist koscheres Essen zu bieten, täglich etwa 30 Gebete ohne Störung zuzulassen und durch andere Kleidung die Schulzeit ohne Mobbing zu bestehen.

Nun muss das Höchste Verwaltungsgericht des Landes ein Grundsatzurteil finden, das für alle zukünftigen Fälle für Sondergenehmigung angewendet werden kann. Die Probleme dabei sind vielfältig, denn sie bestehen nicht nur bei der staatlichen Schule, die Frage ist auch, ob der Vater, ein Rabbi, seinen vier Kindern auch einen vollständigen Unterricht bieten kann, denn nach ihm müssen die Geschlechter getrennt unterrichtet werden und sie müssen das schwedische Schulniveau erreichen, unabhängig vom typisch jüdischen Unterricht. Und die Entscheidung des Gerichts muss auch für alle anderen religiösen Minderheiten gelten. Eine Befürwortung kann also dazu führen, dass Kinder von gläubigen Moslems in Zukunft ebenfalls zu Hause unterrichtet werden können.

Herbert Kårlin

Freitag, 9. November 2012

Schlechte Schulleistungen in Göteborg

Nach dem schwedischen Schulamt erreichen immer weniger Schüler der neunten Klasse eine Punktezahl, die ihnen den Zugang zu einem Gymnasium erlaubt. Während jedoch landesweit noch 87,5 Prozent der Schüler ein Gymnasium besuchen können, sind es in Göteborg gerade einmal 82 Prozent, also 5,5 Prozent weniger als im Landesschnitt, was auch bedeutet, dass in Göteborg bereits 18 Prozent der Jugendlichen mit größter Wahrscheinlichkeit arbeitslose Sozialempfänger werden.

Diese Entwicklung setzt sich nun bereits seit sieben Jahren permanent fort, wobei die Quote der schlechten Resultate in Göteborg allein von 2011 auf 2012 um 0,3 Prozent anstieg. Auch hier handelt es sich landesweit nur um 0,2 Prozent, was bereits sehr beunruhigend ist. Nach einer Untersuchung der Tageszeitung GP ist diese Entwicklung allerdings nur die Spitze des Eisbergs, denn Tatsache ist, dass im gesamten Raum Göteborg kaum noch ein Schüler zu finden ist, der in allen Fächern das nationale Ziel erreicht, unabhängig davon um welche Schule es sich dabei handelt.

Robert Hammarstrand, der Verantwortliche des Ausbildungsausschusses Göteborgs, sucht die Probleme der schlechten Leistungen allerdings nicht in einem grundsätzlichen strukturellen Problem der Schulen in Göteborg und dem Mangel an individueller Förderung, sondern an der Zuwanderung, dem Unterschied im Einkommensniveau und der Zusammensetzung der Bevölkerung. Ohne jedoch die Basis zu ändern und Schüler punktuell zu fördern, wird sich die Situation nicht verbessern, sondern nur noch weiterhin verschlechtern.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 3. September 2012

Unterschiede in Göteborger Schulen sollen untersucht werden

Nachdem die Schulinspektion vor kurzem Göteborg dafür kritisierte, dass das Angebot in Schulen und das Niveau der Schüler vom Stadtteil abhängt und extreme Unterschiede aufweist, will die Stadt nun einen Schulausschuss in jedem Stadtteil einrichten, der die Basis dafür sein soll, dass alle Schüler der Stadt die gleichen Chancen haben, ohne natürlich mehr Gelder in die Schulen stecken zu müssen oder an der Struktur der Schulen viel ändern zu wollen.

Im Laufe der Woche will der Stadtrat mit linker Mehrheit nun darüber entscheiden wie viel Geld den Ausschüssen zur Verfügung gestellt werden kann und will in gewisser Weise auch gegen die Pläne der Regierung arbeiten, die gegenwärtig überlegt die Schulen wieder unter zentrale Leitung zu überführen, da nicht nur zwischen Stadtteilen große Unterschiede existieren, sondern auch zwischen den einzelnen Gemeinden des Landes.

Das Hauptproblem, das für die Bildungsunterschiede verantwortlich ist, wird allerdings auch ein Ausschuss ohne bedeutende zusätzliche Summen nicht ändern können, da von der Geburt schwedischsprachige Schüler in anderen Stadtteilen wohnen als jene, die in Stadtteile mit bedeutenden Einwanderergruppen leben, wo Kinder eine ganz andere Hilfe benötigen als im Zentrum der Stadt. Ebenso wenig kommt bei der Stadt zum Gespräch, dass Eltern, die kein Schwedisch sprechen ihre Kinder gar nicht motivieren können, also auch die Integration der Eltern bei Fragen der Bildung behandelt werden muss.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 15. August 2012

Leistung in Göteborger Schulen sinkt weiter

Obwohl die Stadt Göteborg in regelmäßigen Abständen verspricht allen Schülern die gleichen Voraussetzungen zu bieten und bei Bedarf jeden schwächeren Schüler so zu unterstützen, dass die Mehrheit unter ihnen zumindest das Gymnasium besuchen kann, stellt eine neue Studie fest, dass das Niveau der Schulen weiterhin gesunken ist und allein letztes Jahr 600 Schüler nicht einmal die notwendigen Leistungen brachten, damit sie das Gymnasium besuchen können.

Natürlich kann man auch dieses Mal eigentlich nicht von ganz Göteborg sprechen, denn Schüler in privilegierten Gegenden, deren Eltern vor allem im Zentrum Göteborgs wohnen, haben kaum Probleme eine weiterführende Schule und später eine Universität zu besuchen. Immer größere Probleme haben dagegen Schüler in Kortedala und Bergsjön, zwei Stadtteilen mit sehr hohem Ausländeranteil und extrem hoher Arbeitslosigkeit, also Schüler, die mehr Unterstützung benötigen, weil viele unter ihnen auch keine Hilfe von den Eltern erwarten können.

Wenn man die Zahlen genau betrachtet, so stellt man fest, dass in Kortedala und Bergsjön 39 Prozent der Schüler eine so schlechte Leistung bringen, dass sie im Grunde nicht einmal die Hauptschule abschließen, was bedeutet, dass dort Dauerarbeitslose geschaffen werden, die ihr Leben lang auf Unterstützung angewiesen sind, nur weil Göteborg nicht genügend Geld gezielt für Bildungsmaßnahmen zur Verfügung stellt, denn große Klassen mit 25 verschiedenen Nationalitäten benötigen eine andere Förderung als eine Klasse in der Innenstadt, wo man nahezu ausschließlich geborene Schweden findet, die bereits von Eltern den Wert eines Buches erfahren und Bildung vermittelt bekommen.

Herbert Kårlin

Sonntag, 29. April 2012

Göteborg sagt nein zu vier Freischulen

Obwohl die Schulinspektion seit einem Jahr immer häufiger das Ausbildungsniveau an Göteborger Freischulen kritisiert oder selbst einige Schulen wegen bedeutenden Mängeln ganz schließen mussten, gingen bei der Stadtverwaltung erneut vier Einträge auf Freischulen ein, die ab Herbst ihre Arbeit aufnehmen wollen. Auch wenn die Stadtverwaltung allein die Gründung nicht verhindern kann, so schlägt sie den zuständigen Instanzen dennoch vor diese vier Anträge abzulehnen.

Die Stadtverwaltung Göteborg lehnt in diesem Fall die Neugründungen jedoch nicht wegen einem zweifelhaften Ausbildungsziel ab, sondern weil sich die vier Betreiber, die erneut auf Risikokapital aufbauen, weigern einen Vertrag zu unterschreiben, der garantiert, dass die Steuergelder in Göteborg bleiben und statt der Gewinnmaximierung der Ausbildung der Schüler dienen sollen. Alle vier Schulen fordern jedoch die Genehmigung Steuern der Göteborger als Gewinn aus Schweden abziehen zu dürfen.

Die vier geplanten Schulen sind für 935 Schüler gedacht, die damit vom staatlichem Schulsystem auf ein freies System umgeleitet werden sollen und auch die Zuschüsse der Steuerzahler fordern, ohne jedoch das Geld für die Ausbildung zu garantieren. Der Antrag auf eine Gesetzesänderung, die die Entfremdung von Steuergeldern verhindern soll, wird von der aktuellen Regierung nicht getragen, was die Ausbildungsqualität in ganz Schweden in Frage setzt.

Herbert Kårlin

Montag, 16. April 2012

Leere Gymnasien in Göteborg

Nach Ablauf der ersten Einschreibefrist für die Gymnasien Göteborgs ist noch jeder vierte Platz offen. Gegenwärtig stehen von den 11.569 vorgesehenen Plätzen noch nahezu 3000 zur Verfügung, wobei die Quote jedoch von Schule zu Schule wechselt und bei als erfolgreich bekannten Schulen kaum noch weitere Schüler aufgenommen werden können. In weniger beliebten Schulen wie dem Angeredsgymnasium sind jedoch bisher nur 13 von 84 Plätzen belegt.

Die meisten Gymnasien Göteborgs rechnen kurz vor den Ferien noch mit einem gewissen Ansturm von Schülern, die außerhalb ihres Einzugsbereichs wohnen, was sich jedoch für mache als Traum erweisen wird, da die Folgen des Babybooms vorüber sind und gegenwärtig kaum noch genügend Schüler zu finden sind um alle freien Plätze zu besetzen. Hinzu kommt, dass die Berichte über die schlechten Leistungen einiger Privatschulen auch beginnen Wirkung zu zeigen und die Nachfrage dort sinken lässt.

Für Schulen, die ihre Klassenräume nicht voll bekommen, wird sich allerdings auch noch eine andere Wirkung zeigen, da die staatlichen Zuschüsse von der Anzahl der Schüler abhängt. Schulen, die dieses Jahr ihre Klassenräume daher nicht voll bekommen, werden auf Grund des geringeren Budgets auch in der Qualität der Ausbildung sparen müssen, was jedoch nicht nur die neuen Schüler betrifft, sondern auch jene, die bereits kurz vor dem Abschluss stehen.

Herbert Kårlin

Montag, 9. April 2012

Neues Gesetz schafft Zweiklassengesellschaft

Nach den ersten Forschungsergebnissen der Universität Göteborg zum aktuellen Ausbildungssystem in Schweden, das die Regierung erst vor wenigen Jahren stark veränderte, fördern die neue Bestimmung die Trennung zwischen Akademikerfamilien und Arbeiter- sowie Einwandererfamilien, da nur noch derjenige die nötige Punkteanzahl zum Universitätszugang erreicht, der auch zu Hause darauf vorbereitet wird.

Im Idealfall müssen sich bereits Kinder in der Grundschule entscheiden, ob sie später eine Hochschule oder Universität besuchen wollen, denn nur wer sich von Beginn an auf Sprache und Mathematik spezialisiert, erreicht später die nötige Punktzahl für eine Zulassung. Wer dagegen in Sozialwissenschaften oder anderen Bereichen stärker ist, steht letztendlich vor verschlossenen Türen.

Auch wenn sich die Anzeichen zu dieser sozialen Ungerechtigkeit bereits im Herbst 2006 zeigten, so wurde dieses Jahr deutlich, dass fast nur noch diejenigen zu einem Studium zugelassen werden, die einen direkten und zielgerichteten Weg gingen. Wer nachträglich bei Komvux seine Punkte erwerben wollte oder gar, wie früher, darauf hoffte, dass ihm die erworbene berufliche Kompetenz helfen würde, wurde enttäuscht und muss nun erleben, dass diese Leistungen nicht mehr zählen.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 28. März 2012

Hilfe bei abgebrochenem Gymnasium

Im Rahmen des von Europa mit 97 Millionen Kronen finanzierten schwedischen Projekts „Plug In“, will die Stadt Göteborg zwischen 2012 und 2014 mehr Schüler dazu animieren ihre Gymnasialstudien zu Ende zu führen, aber auch die Quote des guten Abschlussbewertungen verbessern. Die Vorbereitungen des Projekts sind bereits voll im Gange, auch wenn die praktische Arbeit erst zum Herbst beginnen soll.

In erster Linie will Göteborg zwei Pädagogen einstellen, die, zum Teil auch indirekt als Koordinator, mit allen Schulabbrechern Kontakt aufnehmen und sie davon überzeugen sollen das Gymnasium abzuschließen. Gegenwärtig beenden in Göteborg jährlich etwa 1000 Schüler zwischen 16 und 19 Jahren die Schule ohne Abschluss. Auch wenn ein Teil unter ihnen dann den Abschluss auf dem Zweiten Bildungsweg nachholt, bleiben gegenwärtig zu viele Schüler auf der Strecke und haben Probleme einen Arbeitsplatz zu finden.

Nach einem europäischen Ziel sollen bis zum Jahre 2020 weniger als zehn Prozent der Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 24 Jahren ihre Schulbildung ohne gymnasialen Abschluss beendet, eine Zahl, die gegenwärtig europaweit bei 14,1 Prozent liegt. Auch wenn Schweden bereits heute mit 9,7 Prozent das Ziel erreicht hat, wollen die meisten Gemeinden des Landes ihre Quote weiterhin verbessern, da eine gute Ausbildung als Schlüssel zum beruflichen Erfolg gilt.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 11. Januar 2012

Göteborgs Schulen erhalten schlechte Noten

Nach der jährlichen Untersuchung der Qualität schwedischer Schulen landen die Schulen Göteborgs nun auf dem 184. von 290 Plätzen und haben daher innerhalb eines Jahres weitere 18 Plätze verloren, was ein deutliches Bild darüber gibt, was die gekürzten Budgets hinsichtlich der schulischen Ausbildung bewirken. Sollte Ausbildung in Göteborg nicht wieder wichtiger genommen werden, so riskieren die Schulen weiterhin an Qualität zu verlieren.

Die jüngste Auswertung der Verbunds schwedischer Lehrer (Lärarförbundet) zeigen allerdings auch, dass zwischen den Schulen im Västra Götaland bedeutende Unterschiede bestehen, denn die Schulen der Insel Tjörn findet man bereits auf dem 18. Platz und jene der Gemeinde Ale auf dem 278 Platz, was bedeutet, dass man in ganz Schweden nur noch in zwei Gemeinen Schulen findet, die noch schlechter bewertet werden als jene in Ale.

Der Lärarförbundet, der diese Auswertungen seit dem Jahre 2002 vornimmt, bewertet die Schulen nach insgesamt 14 Kriterien, darunter wie viele Schüler ein Lehrer hat, welche Ausbildung die Lehrer besitzen, wie oft Lehrer einer Schule krank werden und wie viele Schüler das Klassenziel auch erreichen. Während die Qualität der Ausbildung im Västra Götaland noch als sehr unterschiedlich bezeichnet werden kann, landen alle Gemeinden von Mittelskåne in der unteren Kategorie und sind, außer Helsingborg, am Niedergang.

Herbert Kårlin

Samstag, 26. November 2011

Lightprodukte verschwinden aus Göteborgs Schulen

Auf Anraten des schwedischen Lebensmittelamtes beschloss der Göteborger Stadtrat im Jahre 2004, dass in allen Schulen und Kindergärten Göteborgs nur noch Lightprodukte verwendet werden dürfen, was bei vielen Kindern bedeutete, dass sie zu Hause fetthaltige Milch und normale Butter essen konnten, nicht jedoch in Schulen und Kindergärten.

Nach zahlreichen Diskussionen hat die Stadt nun beschlossen, sich von den Empfehlungen des Lebensmittelamtes zu entfernen und jedem Stadtteil die freie Entscheidung über Normalprodukte und Lightprodukte zu lassen, eine Entscheidung, die voraussichtlich auch nicht alle befriedigt, da nun in Zukunft in einer Schule die alten Regeln gelten und in der nächsten, die nur 200 Meter entfernt ist, aber zum nächsten Stadtteil gehört, Kindern die von zu Hause gewohnten Produkte vorenthalten werden.

Die Kinder in Schulen und Kindergärten freuen sich mehrheitlich über die Entscheidung, auch wenn sie noch nicht wissen wie sich diese Entscheidung ab der kommenden Woche in ihren Einrichtungen auswirken wird, da nun die lokalen Stadträte, die Schulleitung und der Elternrat zu jeweils individuellen Lösungen finden muss, aber nur in Einzelfällen Normalprodukte und Lightprodukte von jedem einzelnen Kind selbst gewählt werden können.

Herbert Kårlin

Freitag, 21. Oktober 2011

Schulessen wird in Göteborg Unterrichtsstoff

Am gestrigen Donnerstag begann die Arbeit von MEDEL, einem von Europa mit 5,6 Millionen Kronen finanzierten Projekt, bei dem untersucht wird inwieweit das Schulessen in den Unterrichtsplan aufgenommen werden kann und welche Vorteile und Nutzen daraus gezogen werden können. An diesem Pilotprojekt beteiligen sich alle zehn Göteborger Stadtteile mit ihren Kindergärten und Hauptschulen.

Statt dass die Kinder innerhalb von zehn Minuten eine maximale Menge Essen in sich hineinstopfen, soll die Mahlzeit in den Unterricht integriert werden. Die Kinder sollen daher nicht nur Essen, sondern Fachpädagogen erklären vor und nach dem Essen woher die Nahrung kommt, welchen Sinn gesundes Essen hat und was in Lebensmitteln enthalten ist.

Während der ersten zwei Monate wird das Ausbildungszentrum Burgården, das sich in Studium Restaurang & Bageri, Berufshochschule in Göteborg umbenannt hat, die rund 400 Lehrer der beteiligten Schulen und Kindergärten in Nahrungsmittelkunde ausbilden, damit diese ab dem Jahreswechsel ihre Kenntnisse an die Kinder weitergeben können. Das Projekt läuft vorerst bis August 2013 und wird anschließend ausgewertet.

Herbert Kårlin