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Samstag, 22. Juni 2013

Göteborger Schulen nach wie vor Problemschulen

Als die Schulinspektion im vergangenen Jahr die Grundschulen Göteborgs besuchte um die Qualität zu untersuchen, gab es kaum eine Schule, die nicht in mindestens einem Punkt schwerwiegende Mängel zeigte. Die Schulen wurden daher schriftlich aufgefordert alle Probleme schnellstmöglich zu beseitigen. Als die Tageszeitung GP dann im Herbst eine eigene Untersuchung anstellte, kam die Zeitung, mit Hilfe der Leser, zum gleichen Ergebnis.

Nach einem Jahr hat nun die Schulinspektion sämtliche Schulen, die Mängel aufwiesen, erneut besucht und musste dabei feststellen, dass nur in drei Stadtteilen die Mängel behoben waren. Dieses Mal gehen die Mängelberichte allerdings nicht mehr nur an die Schulen, sondern auch an die städtische Verwaltungen, die in der Lage sind auch bewusst einzugreifen und dafür zu sorgen, dass die festgestellten Mängel behoben werden.

Ob dies jedoch wirklich möglich ist, ist ungewiss, da das Schulamt feststellte, dass vor allem in Schulen bei denen keinerlei Veränderungen festgestellt wurden, die Direktoren in so einem schnellen Rhythmus wechseln, dass die Arbeit der Schule gar nicht erst überwacht werden kann und Fortschritte daher auch nicht bewertet werden können. Um die Leistung einer Schule zu verbessern, ist eine kontinuierliche Arbeit nötig, was jedoch auch voraussetzt, dass eine Schule über mehrere Jahre hinweg vom gleichen Direktor geleitet wird, eine Voraussetzung, die in Göteborg sehr selten eintrifft.

Herbert Kårlin

Freitag, 22. März 2013

Göteborger Schulen sollen besser werden

Nach wiederholter Kritik der Schulinspektion, erstmals vor sechs Jahren, gibt die sozialdemokratische Führung Göteborg nun bekannt, wie sich die Ausbildungsqualität in den Schulen verbessern soll, wie Schüler mehr dazu motiviert werden sollen zumindest einen Hauptschulabschluss zu machen und wie sich Lehrer mehr und besser auf den Unterricht konzentrieren können. Die Pläne der Politiker zeigen indes deutlich, dass sie wenig von den Problemen in den einzelnen Schulen wissen und daher nur nach Akten entscheiden.

Auch wenn Schulen mit den schlechtesten Leistungen in den letzten Jahres bereits mehr Geld zur Verfügung gestellt bekamen, konnten Schulen in einigen Stadtteilen die Leistung nicht verbessern. Nun will die Stadt selbst einen Ausbildungsplan ausarbeiten und im Frühjahr Arbeitsgruppen einsetzen, die nach Verbesserungsvorschlägen suchen sollen. Einige Schulen testen bereits längere Schultage für schwache Schüler und andere bieten Hilfe bei Hausaufgaben an, wobei die letztgenannte Maßnahme auch bisher bereits angeboten werden soll und ohne jedes positive Ergebnis war.

Das Problem mit Privatschulen, die teilweise keine Kinder von Einwanderer haben und sich in privilegierter Lage befinden im Kontrast zu staatlichen Schulen in denen Kinder in einer Klasse zu Beginn fünfzehn verschiedene Sprachen sprechen, werden vom Stadtrat kaum überdacht. Ebenso wenig soll das Budget der Schulen an den tatsächlichen Bedarf der einzelnen Einrichtung angepasst werden, denn Sparmaßnahmen müssen auch in Göteborger Schulen durchgesetzt werden, obwohl jedem bekannt ist, dass gerade der Geldmangel zu schlechten Leistungen führen kann, da dadurch die Klassen zu groß werden und zu wenig Lehrer beschäftigt werden können.

Herbert Kårlin

Freitag, 8. März 2013

Schulen in Göteborg ohne Bibliothek

Obwohl es seit dem 1. Juli 2011 in Schweden ein Gesetz gibt nach dem jede Schule des Landes über eine Bibliothek verfügen muss, stellte die Schulinspektion in Göteborg bei einer Kontrolle im letzten Jahr fest, dass sich rund 20 Prozent der knapp 100 Grundschulen in Göteborg nicht um das Gesetz kümmern und bisher nicht einmal geplant hatten in absehbarer Zeit eine Schulbibliothek einzurichten.

Als nun die Grundschulen in Göteborg erneut  vom Schulamt überprüft wurden, stellten die Prüfer fest, dass sich bisher kaum etwas verbessert hat. Dieses Mal kamen die Schulen jedoch nicht mit einer harmlosen Warnung aus, sondern das Schulamt machte den Direktoren der Schulen zur Auflage innerhalb von drei Monaten entweder eine Bibliothek einzurichten oder einen klaren Plan vorzulegen, der aussagt warum es noch keine Bibliothek gibt und bis wann diese nun definitiv eingerichtet werden kann.

Für so manchen Schuldirektor bedeutet diese Auflage allerdings das dafür nötige Geld von anderen Bereichen abzuziehen, die in ihren Augen für einen guten Unterricht notwendiger sind als eine vermutlich sehr kleine Bibliothek, die nicht nur einen finanziellen Aufwand mit sich führt, sondern auch zusätzliche Arbeitszeiten und einen Raum benötigt. Leider handelt es sich bei dem neuen Gesetz um eine Auflage, die jede einzelne Schule betrifft, wobei nicht in Erwägung gezogen wird eine rotierende Bibliothek einzurichten, die es erlauben würde, dass jeder Schüler Zugang zu einer weitaus größeren Auswahl an Bücher kommt als in einer Minimalbibliothek.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Kindergärten in Göteborg werden kritisiert

Vor den letzten Wahlen versprach die rot-grüne Mehrheit des Göteborger Stadtrates die Gruppen in Kindergärten zu reduzieren, neue Kindergärten zu bauen und eine Milliarde in den Ausbau der Einrichtungen zu investieren, damit Kinder nicht mehr in provisorischen Anlagen untergebracht werden müssen und sich in den Kindergärten wohl fühlen. Nach über zwei Jahren zeigt sich nun, dass es sich um leere Wahlversprechen handelte und die Gelder lieber in Lohnerhöhungen für die Spitzenkräfte der Stadt ausgegeben werden.

Bei der jüngsten Untersuchung der Schulinspektion wurden nun erneut die Hälfte aller Stadtteile wegen der üblen Situation im Vorschulbereich kritisiert. Statt dass die Gruppen in den Kindergärten kleiner werden, werden sie in zwei Stadtteilen im Jahr 2013 sogar größer und die anderen behalten die aktuelle Größe, da weder die nötigen Räumlichkeiten, noch das notwendige Personal zur Verfügung stehen. Erschwerend kommt hierbei hinzu, dass die Stadtverwaltung bereits zum 31. Oktober 2012 erklären sollte wie sie die Zukunft der Kindergärten sieht und wann die bisher kritisierten Punkte verbessert werden.

Die Stadt Göteborg verweist darauf, dass es keinerlei Bestimmung gibt, die darüber Auskunft gibt wie viele Kinder in einer Gruppe sein sollen, sondern die Anzahl nur auf den Bedarf der Kinder abgestimmt werden soll damit die Pädagogik nicht zu leiden hat, eine nichtssagende Aussage, die jedoch vernachlässigt, dass Psychologen hierzu sehr wohl eine klare Meinung haben. Die Schulinspektion hat nun, bei den neuen Kontrollen, in fünf Stadtteilen genau den Schwachpunkt kritisiert, dass nämlich der Bedarf der Kinder nicht berücksichtigt wird und die Pädagogik im Argen liegt.

Herbert Kårlin

Montag, 3. September 2012

Unterschiede in Göteborger Schulen sollen untersucht werden

Nachdem die Schulinspektion vor kurzem Göteborg dafür kritisierte, dass das Angebot in Schulen und das Niveau der Schüler vom Stadtteil abhängt und extreme Unterschiede aufweist, will die Stadt nun einen Schulausschuss in jedem Stadtteil einrichten, der die Basis dafür sein soll, dass alle Schüler der Stadt die gleichen Chancen haben, ohne natürlich mehr Gelder in die Schulen stecken zu müssen oder an der Struktur der Schulen viel ändern zu wollen.

Im Laufe der Woche will der Stadtrat mit linker Mehrheit nun darüber entscheiden wie viel Geld den Ausschüssen zur Verfügung gestellt werden kann und will in gewisser Weise auch gegen die Pläne der Regierung arbeiten, die gegenwärtig überlegt die Schulen wieder unter zentrale Leitung zu überführen, da nicht nur zwischen Stadtteilen große Unterschiede existieren, sondern auch zwischen den einzelnen Gemeinden des Landes.

Das Hauptproblem, das für die Bildungsunterschiede verantwortlich ist, wird allerdings auch ein Ausschuss ohne bedeutende zusätzliche Summen nicht ändern können, da von der Geburt schwedischsprachige Schüler in anderen Stadtteilen wohnen als jene, die in Stadtteile mit bedeutenden Einwanderergruppen leben, wo Kinder eine ganz andere Hilfe benötigen als im Zentrum der Stadt. Ebenso wenig kommt bei der Stadt zum Gespräch, dass Eltern, die kein Schwedisch sprechen ihre Kinder gar nicht motivieren können, also auch die Integration der Eltern bei Fragen der Bildung behandelt werden muss.

Herbert Kårlin

Sonntag, 6. November 2011

Göteborg bietet zu wenig Kindergartenplätze

Nach dem aktuellen Gesetz vom 1. Juli des Jahres muss Göteborg für jedes Kind innerhalb von vier Monaten nach der Anmeldung einen Platz im Kindergarten bereitstellen, und zwar in einem Kindergarten, der von den Eltern gewünscht wird und in greifbarer Nähe der Wohnung liegt. Während die meisten Gemeinden Schwedens dieser Auflage nachkommen, stellt die Schulinspektion in Göteborg erhebliche Mängel fest.

Bei den gegenwärtigen Überprüfungen konnte das Schulamt bereits drei bedeutende Verspätungen entdecken, die den Eltern der Kinder erhebliche Probleme verursachten. Im Stadtteil Zentrum musste eine Familie sieben Monate lang auf einen freien Platz warten, in Lundby acht Monate und in Linnéstaden fünf Monate, wobei die Eltern in Lundby in keinem der gewünschten Kindergärten einen Platz zugewiesen bekamen und nun täglich eine größere Strecke zurücklegen müssen.

Kindergartenplätze sind für Kinder zwischen einem und fünf Jahren gedacht und können in Göteborg sechs Monate vor der Bedarf eintritt beantragt werden. Um einen Kindergartenplatz zu bekommen, muss man berufstätig sein, einem Studium folgen oder aktiv Arbeit suchen. Auch für Kinder, die eine besondere pädagogische Förderung benötigen, können im Kindergarten Plätze beantragt werden. Wer seine Abgaben für ein anderes Kind nicht bezahlt hat, bekommt erst dann einen Kindergartenplatz zugewiesen, wenn sämtliche Schulden bezahlt sind.

Herbert Kårlin

Samstag, 1. Oktober 2011

Muslimische Grundschule in Göteborg geschlossen

Vorige Woche wurde nach nur vier Wochen Aktivität die muslimische Grundschule „Fredens Skola“ (die Schule des Friedens) von der Schulinspektion geschlossen, da die Probleme, die bei der Inspektion zu Tage kamen, so groß waren, dass dem Schulamt Göteborgs gar keine andere Wahl blieb. Die Schule, die von der Wissam Utbildning AB betrieben wurde, hatte Arabisch als Unterrichtssprache und sollte den Schülern Respekt für alle Kulturen und andere Menschen beibringen sowie die Integration in die schwedische Gesellschaft fördern.

Die Probleme, die von der Schulinspektion jedoch, nach zahlreichen Klagen von mehreren Eltern, entdeckt wurden, zeigten ein chaotisches Bild, denn schiitische Schüler bekämpften Sunniten, Kränkungen von Lehrern und Schülern war an der Tagesordnung, Schlägereien waren permanente Realität und selbst Lehrer und Schulleitung lebten seit Eröffnung der Schule nur in Konflikten. Friede und Verständnis waren die einzigen Werte, die man in der neu gegründeten Schule nicht fand.

Nur wenige Tage nachdem die Schule des Friedens geschlossen wurde und die Schüler in andere staatliche Schulen verteilt wurden, kommt jedoch das ganze Ausmaß zu Tage, denn Lehrer berichten, dass sie von Schülern täglich angegriffen wurden, da diese die Autorität jedes Lehrers ablehnten. Manche Eltern sind überrascht über das Resultat der Inspektion und hoffen nun ihre Kinder in Schulen zu finden in denen nicht Gewalt dominiert.

Herbert Kårlin

Samstag, 18. Juni 2011

Freischulen in Göteborg bieten schlechte Ausbildung

Bei einer Inspektion von fünf Freischulen im Raume Göteborg stellte die Schulinspektion fest, dass keine der geprüften Schulen den rechtlichen und leistungsmäßigen Anforderungen einer Schule gerecht wird. Selbst die privaten Freischulen, die bereits voriges Jahr kritisiert wurden, hatten die Missstände bis heute nicht abgebaut.

Zu den häufigsten Kritiken der Schulinspektion gehört die Tatsache, dass die Schulen kein individuelles Förderungsprogramm anbieten und bisweilen keinerlei Maßnahmen und Vorkehrungen gegen Mobbing vorsehen. In manchen Fällen hat der Rektor der Schule auch keinen Handlungsplan, der der Schule auch nur einen Überblick über die Leistung der Schüler bietet.

Unter den 21 maßgeblichen Problemen der geprüften Freischulen stellt die Schulinspektion bei einer Schule, die gerade einmal seit zwei Jahren existiert, eine so geringe Leistung fest, dass kaum einer der Schüler den notwendigen Abschluss erreicht, der ihm ein Studium an einer Universität oder Hochschule ermöglicht. Sämtliche Freischulen Göteborgs werden mit staatlichen Mitteln unterstützt und haben die Auflage, das Niveau der staatlichen Schulen zu bieten.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 23. Februar 2011

MoveIT-Gymnasien in Göteborg vor dem Aus

Die vier privaten MoveIT Gymnasien in Göteborg und Kungsbacka werden zur Zeit von rund 300 Schüler besucht, wobei ein Teil von ihnen nur wenige Monate vor dem Abitur stehen. Eine Überprüfung der Schulinspektion belegt nun, dass die Schule ihrem Auftrag nicht gerecht wird, da Lehrer fehlen und oft nur wenige Stunden in der Woche eine Unterricht statt findet.

Nun haben die Schulen bis Mitte März Zeit alle Mängel zu beheben, oder aber sie verlieren sämtliche staatlichen Beiträge und müssen schließen. Sie können natürlich auch die Entscheidung der Schulinspektion anfechten und mit der Aktivität fortsetzen bis ein Gericht über die Angelegenheit entschieden hat, was jedoch nur die Probleme der Schüler vergrößert, die die Gymnasien dann möglicherweise ohne Abschluss verlassen müssen.

Falls die Schule geschlossen wird, so haben alle Schüler der Gymnasien das Recht auf ein staatliches Gymnasium Göteborgs zu wechseln, um dort die Ausbildung zu beenden. Allerdings haben sie kein Recht auf die gleiche Berufsausbildung, die die MoveIT Gymnasien anboten, was vor allem für Schüler, die dieses Jahr das Abitur machen, ein großes Problem darstellt.

Herbert Kårlin

Freitag, 9. Juli 2010

Klagen über Schulen in Göteborg mit steigender Tendenz

Schulen im Västra Götaland werden immer häufiger vor der der Schulinspektion verklagt. Allein in den letzten sechs Monaten hat sich die Anzahl der Beschwerden verdoppelt, wobei die Schulen der Stadt Göteborg mit 85 Klagen an der Spitze liegen und nur vereinzelte Gemeinden der Region keinerlei Makel aufweisen.

An der Spitze der Beschwerden liegt Mobbing, da kaum eine Schule Göteborgs versucht dieses Problem in den Griff zu bekommen und bisweilen die Schuld bei den Betroffenen selbst sucht. Und dies, obwohl allein ein Drittel aller Beschwerden auf Mobbing zurückzuführen sind, was einer Schule teuer zu stehen kommen kann, falls sich die Trakasserien später als reell herausstellen und die Schulleitung nicht rechtzeitig eingeschritten ist.

Aber auch wenn Mobbing dem Schüler eine finanzielle Entschädigung bringen kann, so dauert die Bearbeitung jedes Falles im Durchschnitt sechs Monate in denen das Opfer weiterem Mobbing ausgesetzt ist, da eine Beschwerde bei der Göteborger Schulbehörde nicht automatisch bedeutet, dass die entsprechende Schule selbst den Fall auch ernst nimmt.

Herbert Kårlin