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Dienstag, 5. August 2014

Ein zusätzlicher Campus für die Universität Göteborg

Obwohl die Stadt Göteborg den Plan die Umgebung um den Näckrosdammen in einen Campus zu verwandeln in mehreren Punkten bereits den Wünschen der Universität angepasst hat und die Ausweitung der Universität mit Neubauten entschieden ist, sollen nun noch die Anwohner, aber auch die anderen Bewohner Göteborgs, ihre Meinung zum Projekt äußern können, selbst wenn das Treffen im Herbst mehr eine Formsache ist als ein Aufruf zur Mitbestimmung.

Da selbst der Neubau einer Bibliothek am Näckrosdammen, der zur 300-Jahrfeier Göteborgs entstand und selbst eine Freilichtbühne erhielt, eine entschiedene Sache ist und nur noch ihre Größe einen gewissen Freiraum lässt, ist offen welchen konkreten Zweck die Einladung hat. Zur Diskussion steht nur noch das alte Hovrätten (Landesgericht), da dieses Gebäude als historisch wertvoll eingestuft ist , aber nach Meinung der Universität abgerissen werden soll, damit an dieser Stelle eine imposante Bibliothek entstehen kann die bereits auf die Zukunft ausgerichtet sein soll.

Die Frage bei der etwas vagen Einladung ist daher welche Rolle die Meinung der Bürger hinsichtlich der Zukunft dieses Gebäudes spielen soll und wovon die Bürger überzeugt werden sollen, denn so nebenbei hat die Stadtverwaltung einen Köder vorgelegt und verspricht die Erhaltung eines Großteils der Grünanlage an der man sich nach wie vor erholen kann. Zusätzlich sollen dort Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen geplant sein, auch wenn diese Punkte bisher nur sehr vage sind. Der Baubeginn ist jedenfalls bereits auf das kommende Jahr festgelegt. Das Projekt soll zur 400-Jahrfeier Göteborgs abgeschlossen sein.

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Samstag, 19. April 2014

Göteborger Stadtbibliothek wird neu eröffnet

Nach knapp zwei Jahren an Bauarbeiten und Umbauten wird am 23. März 2014, am Weltbuchtag, die Stadtbibliothek in Göteborg mit einem grossen Fest neu eröffnet. Durch den Anbau wird die neue Bibliothek um etwa 30 Prozent grösser als die alte Einrichtung aus dem Jahre 1967 und umfasst nun knapp 13.000 Quadratmeter, die allerdings nicht nur Bücher beherbergen.

Wie bereits die alte Bibliothek am Götaplatsen, so wird auch die neue neben einer Leihbibliothek auch ein Treffpunkt für die Bewohner Göteorgs werden, denn in den beiden Cafés der Einrichtung kann man nicht nur die verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften lesen, sondern auch jede Art von Gesprächen bei einer Tasse Keffe führen oder im Laufe des Jahres an einer der mindestens 400 Veranstaltungen teilnehmen.

Beim Umbau und der Erweiterung der neuen Bibliothek dachte man insbesondere an Kinder, die nun über doppelt so viel Platz verfügen als bisher und die durch zahlreiche Veranstaltungen die Lust am Lesen gewinnen sollen, was letztendlich auch zu besseren schulischen Leistungen führen kann. Aber auch die Architektur des Gebäudes hat sich bedeutend verändert, dann die Steinfassaden haben sich in Glasfassaden verwandelt, obwohl dies bei einer Bibliothek nicht unbedingt ideal ist, da Bücher eine möglichst gleichmässige Themperatur benötigen und einfallendes Sonnenlicht das Lesen nicht unbedingt erleichtert. Zufrieden sind jedoch Stadt und Architekten, da sie der Bibliothek einen modernen und etwas futuristischen Anstrich geben konnten.

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Mittwoch, 27. November 2013

Näckrosdammen in Göteborg soll Universitätscampus werden

In aller Heimlichkeit haben die Göteborger Universität und die Stadt Göteborg seit 2011 an einem Plan gearbeitet wie man das Gebiet um den Näckrosdammen noch vor der 400-Jahresfeier im Jahr 2021 modernisieren kann und haben entschlossen das gesamte Gebiet in ein Universitätsgebiet mit Bibliothek, Fakultäten und einen Campus zu verwandeln, wobei natürlich ein Teil der Landschaft und bisher als wertvoll betrachtete Gebäude, abgerissen werden müssen.


Die Modernisierung der Stadt ist aus den Köpfen der Stadtplaner und der Regierenden nicht zu verdrängen und eine Geschichte von vor knapp 100 Jahren wiederholt sich, denn auch zur 300-Jahresfeier Göteborgs wurde das Gebiet um den Näckrosdammen modernisiert und erhielt dabei auch das einzige Freilichttheater der Stadt, das mittlerweile kaum noch zu sehen ist und nicht mehr benutzt werden kann. Auch ein Teil der Anlage ist mittlerweile verschwunden, denn was vor 100 Jahren modern war, darf in einem heute modernen Göteborg nicht erhalten bleiben.

So nebenbei soll die Grünfläche, die heute eine Treffpunkte für Eltern mit ihren Kindern ist und wo am Walpurgisabend der Frühling eingesungen wird, in einen ebenfalls modernen Park verwandelt werden, der so nebenbei auch noch mit bis zu 600 Wohnmöglichkeiten für die oberste Einkommensgruppe bebaut werden soll. Der Stadtarchitekt Björn Siesjö, der in Göteborg bereits ein kleines New York sieht, ist sich allerdings bewusst, dass die Anwohner den Plan, der Anfang des kommenden Jahres vorgelegt wird, vor Gericht anfechten werden, denn der Plan kommt, wie in Göteborg üblich, nicht durch Gespräche mit der Bevölkerung zu Stande, sondern wird den Bewohnern diktiert, ob sie wollen oder nicht.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 14. Mai 2013

Poesie in der Göteborger Straßenbahn

Vier Wochen lang können Reisende in den Göteborger Bussen und Straßenbahnen während ihrer Fahrt zur Arbeit oder zum Einkauf in jedem Wagen vier verschiedene Gedichte auf goldenem Hintergrund entdecken, an Stellen, an denen man sonst nur Werbung findet. Die Gedichte sollen auf diese Weise den Weg zu Personen finden, die sonst nicht mit dieser literarischen Gattung konfrontiert werden und keinen Gedichtband zu Hause stehen haben.

Poesi ombord, wie diese Aktion genannt wird, wurde im Jahre 2001 ins Leben gerufen und ist eine Zusammenarbeit zwischen den Verkehrsbetrieben Västtrafik, der Stadtbibliothek Göteborg und dem Schriftstellerzentrum West (Författarcentrum Väst). Jedes Jahr werden vier schwedische Autoren ausgewählt, die jeweils ein Werk zu einem vorgegebenen Thema öffentlich präsentieren dürfen und damit vier Wochen lang in aller Munde sein werden.

Das Thema des Jahres 2013 ist Passion und die Gedichte wurden von Anna Hallberg, Lotta Olsson, Jörgen Lind und Per-Eric Söder verfasst. Dass die Aktion ein Erfolg ist, zeigt sich insbesondere darin, dass sich während der vier Wochen zahlreiche Personen bei der Stadtbibliothek melden, die gerne eines der goldenen Schilder für zu Hause hätten um das Gedicht immer wieder lesen zu können, auch dann noch, wenn die Aktion wieder abgeschlossen ist.

Herbert Kårlin

Freitag, 8. März 2013

Schulen in Göteborg ohne Bibliothek

Obwohl es seit dem 1. Juli 2011 in Schweden ein Gesetz gibt nach dem jede Schule des Landes über eine Bibliothek verfügen muss, stellte die Schulinspektion in Göteborg bei einer Kontrolle im letzten Jahr fest, dass sich rund 20 Prozent der knapp 100 Grundschulen in Göteborg nicht um das Gesetz kümmern und bisher nicht einmal geplant hatten in absehbarer Zeit eine Schulbibliothek einzurichten.

Als nun die Grundschulen in Göteborg erneut  vom Schulamt überprüft wurden, stellten die Prüfer fest, dass sich bisher kaum etwas verbessert hat. Dieses Mal kamen die Schulen jedoch nicht mit einer harmlosen Warnung aus, sondern das Schulamt machte den Direktoren der Schulen zur Auflage innerhalb von drei Monaten entweder eine Bibliothek einzurichten oder einen klaren Plan vorzulegen, der aussagt warum es noch keine Bibliothek gibt und bis wann diese nun definitiv eingerichtet werden kann.

Für so manchen Schuldirektor bedeutet diese Auflage allerdings das dafür nötige Geld von anderen Bereichen abzuziehen, die in ihren Augen für einen guten Unterricht notwendiger sind als eine vermutlich sehr kleine Bibliothek, die nicht nur einen finanziellen Aufwand mit sich führt, sondern auch zusätzliche Arbeitszeiten und einen Raum benötigt. Leider handelt es sich bei dem neuen Gesetz um eine Auflage, die jede einzelne Schule betrifft, wobei nicht in Erwägung gezogen wird eine rotierende Bibliothek einzurichten, die es erlauben würde, dass jeder Schüler Zugang zu einer weitaus größeren Auswahl an Bücher kommt als in einer Minimalbibliothek.

Herbert Kårlin

Dienstag, 19. Februar 2013

Verlorene Bücher in der Göteborger Bibliothek

Die 30 Bibliotheken und Buchbusse in Göteborg haben auch ihre Schattenseiten, da viele Bücher nicht rechtzeitig zurückgegeben werden oder die Leihbücher in den Haushalten der Göteborger verloren gehen. Aus diesen beiden Gründen hatten zu Beginn diesen Jahres 66.386 Bürger der Stadt Schulden in Höhe von über sechs Millionen Kronen bei den städtischen Bibliotheken ohne dass sich die Betroffenen genötigt sehen diese Schulden auch zu begleichen.

Für diejenigen, die vergessen ihre Bücher zurückzugeben oder diese verlieren, kann diese Nachlässigkeit sehr schnell zu einer sehr teuren Angelegenheit werden, denn jedes verlorene Buch wird mit 300 Kronen berechnet und jeder Tag verspätete Rückgabe kostet drei Kronen. Immerhin entsprechen die aufkommenden Forderungen rund einem Viertel der Gesamteinkünfte der Göteborger Bibliotheken, die bei Bezahlung einen großen Nutzen leisten können.

Üblicherweise werden diese Summen erst zum Inkasso gegeben, wenn jede andere Methode erfolglos war und selbst die Bibliothekskarte bereits gesperrt ist, da die Bibliotheken der Stadt lieber Geld in Aktionen investieren, die zum Lesen animieren als Personal für Mahnungen und die Eintreibung der Summen durch Inkassounternehmen zu investieren, aber dennoch galten im Januar 12.650 Bücher als verschollen und die Betroffenen erhielten eine Rechnung, der Schritt vor dem Inkasso, das aus Schulden von 100 Kronen sehr schnell auf 1000 Kronen ansteigen können.

Herbert Kårlin

Montag, 5. März 2012

Die Göteborger Stadtbibliothek zieht um

Ab dem heutigen Montag bleibt die Göteboger Stadtbibliothek am Götaplatsen für etwa zwei Jahre wegen umfangreichen Um- und Ausbauten geschlossen, was nicht nur bedeutet, dass die Bücher an anderen Stellen der Stadt ausgeliehen werden müssen, sondern auch, das die Ausstellungen und zahlreiche andere Aktivitäten für lange Zeit eingestellt werden müssen.

In der Übergangsphase, bei der rund 10.000 Quadratmeter Fläche umgebaut und modernisiert, sowie 3.700 Quadratmeter angebaut werden, findet man die nahezu 300.000 Bücher auf über 24 Stadtteilbibliotheken verteilt, wobei insbesondere die neue Bibliothek „300-kvadrat“ in der Södra Hamngatan und die Kinderbibliothek „Mini“ im Röhsska Museum eine wichtige kulturelle Rolle übernehmen werden.

Die Göteborger Stadtbibliothek hat sich seit ihrer Entstehung im Jahre 1967 zur meist besuchten Kultureinrichtung der Stadt entwickelt in der mittlerweile jährlich hunderte von Ereignissen und Kurse stattfanden. Gegenwärtig sucht die Stadt für die Jugendbücher und die internationale Sammlung noch Räume, um diese beiden Bereiche weiterhin zentral anbieten zu können.

Herbert Kårlin

Freitag, 2. Dezember 2011

Kostenlose Bücher in Göteborg

Seit die Bibliotheken im westlichen Göteborg im Jahr 2007 die Aktion „Värsta Boken“ begannen, einer Aktion, bei der alle Jugendlichen zwischen 13 und 25 Jahren im September ein kostenloses Taschenbuch erhalten, hat sich diese Aktion nicht nur in ganz Göteborg verallgemeinert, sondern auch in den Randgemeinden Wurzeln geschlagen.

Nachdem im kommenden Jahr die Stadtbibliothek wegen Umbauarbeiten geschlossen wird, will nun die Stadtteilbibliothek in der Södra Hamngatan auf ihre Existenz hinweisen und verschenkt nun kurz vor Weihnachten weitere Taschenbücher an die gleiche Altersgruppe. Allerdings müssen die Jugendlichen nun eine besondere Bedingung erfüllen, die zur schwedischen Weihnachtszeit gehört. Sie müssen als Gegengabe einen Weihnachtsreim bieten.

Die kostenlose Buchverteilung erfolgt ausschließlich am kommenden Sonntag zwischen 11 und 17 Uhr. Die Weihnachtsreime müssen keinen besonderen Anforderungen entsprechen, wenn man vom Reim absieht, wobei auch der Göteborger Reimexperte Peter Lundgren in der Bibliothek anwesend sein wird um jenen unter die Arme zu greifen, die sich mit dem Reimen etwas schwer tun. Weihnachtsreime (julrim) sind eine schwedische Tradition am Uppesittarkväll.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 24. November 2010

Spielzeug tauschen statt kaufen in Göteborg

Zur dritten europäischen Woche zur Abfallvermeidung, an der dieses Jahr 17 europäische Länder teilnehmen und 62 Akteure in Schweden 220 Aktivitäten anbieten, wird auch Göteborg seinen Beitrag unter dem Motte „Tausche Spielzeug statt neues zu kaufen“ leisten, eine Aktion, die bereits letzten September erstmals mit großem Erfolg in der Stadt organisiert wurde.

Am Samstag den 27. November können Kinder daher im Kulturzentrum Frölunda, dem Kulturzentrum Blå Stället, der Bibliothek in Hisingen und in der Stadtbibliothek Göteborg ihre gut erhaltenen Spielwaren gegen andere eintauschen und damit einen Beitrag zum Abbau der Müllberge leisten, sowie Geld sparen.

Wie alle Tausch-Aktionen dieser Art in Göteborg, so können auch am Samstag Kinder oder Eltern je bis zu fünf Spielwaren an den vorgesehenen Stellen abgeben und erhalten im Gegenzug einen Gutschein, der ihnen erlaubt, die gleiche Menge an Artikeln aus dem Angebot auszuwählen und mit nach Hause zu nehmen.

Herbert Kårlin

Montag, 7. Dezember 2009

Göteborg soll in zehn Stadtteile eingeteilt werden

Die Göteborger Stadskansliet, die zuständig ist für die organisatorische Planung Göteborgs, kam zum Schluss, dass es strukturell sinnvoll wäre aus den zur Zeit 21 Stadtteilen Göteborgs zehn zu machen, die dann jeweils über 50.000 bis 60.000 Einwohner verfügen wurden. Ziel ist zum einen Geld innerhalb der Verwaltung einzusparen, zum anderen aber die Organisation Göteborgs zu vereinfachen.

Um dies durchsetzen zu können wird nun die politische Führung Göteborgs über den Vorschlag der Stadskansliet diskutieren um dann im Januar 2010 über den Vorschlag abzustimmen. Da die entsprechende Untersuchung von der politischen Führung der Stadt beauftragt war, gilt die neue Einteilung Göteborgs in zehn Stadtteile ab Januar 2011 als relativ sicher.

Nach Stadskansliet und Stadtrat wird die Neustrukturierung der Stadt vor allem schnellere Entscheidungen zulassen, die den Bürgern zum Vorteil gereichen. Kritiker hingegen befürchten, dass dann die bisher kleinsten Stadtteile noch mehr benachteiligt werden, da sie selbst keinerlei Entscheidungen mehr treffen können. Sie befürchten vor allem, dass sie Bibliotheken, Kindergartenplätze und Altersheime verlieren werden, die dann in die Gesamtstruktur eingehen und den bisherigen größeren Stadtteilen zu Gute kommen und damit die Gesellschaft Göteborgs noch mehr spalten als bisher.

Herbert Kårlin

Montag, 26. Oktober 2009

Bibliotheken sind in Göteborg ein kultureller Treffpunkt

Nach einer Umfrage von GP sind die Göteborger Bibliotheken mehr besucht als jene in anderen schwedischen Städten. 10% der Bevölkerung besucht mindestens alle 14 Tage eine der Bibliotheken und 80% der Bevölkerung sind mindestens einmal im Jahr in einer der städtischen Bibliotheken zu Gast, 14% mehr als im schwedischen Durchschnitt.

In Göteborg besuchen Einwanderer ebenso häufig eine Bibliothek wie geborene Schweden, was die Bibliotheken auch zu einem kulturellen Treffpunkt macht und nicht zuletzt auch Kulturen zusammenführt. Die befürchteten Schließungen von Stadtteilbibliotheken sind daher in Göteborg ein Einschnitt, der überdurchschnittlich viele Personen betrifft und auch starke Gefühle hervorruft.

Seit 10 Jahren muss nach einem Gesetz jede Kommune mindestens eine funktionierende Bibliothek aufweisen, was dazu führte, dass in den meisten Städten ein Bibliotheksplan erstellt wurde, der den Bedarf an unterschiedlichen Stellen definiert und auch über das Angebot der Bücher entscheidet. Göteborg gehört zu den wenigen Städten Schwedens wo dieser Plan auch nach 10 Jahren noch nicht erstellt wurde und daher jedes Argument, das zur Schließung einer Stadtteilbibliothek führen kann, mehr oder weniger aus der Luft gegriffen werden kann.

Herbert Kårlin

Sonntag, 11. Oktober 2009

Die Opposition Göteborgs will die Stadtteil-Bibliotheken erhalten

Nachdem die grüne und sozialistische Regierung Göteborgs und seiner Stadtteile mindestens vier Bibliotheken schließen wollen und Einsparungen bei Erziehung und Dienstleistungen für Alte und Behinderte als unumgängliche Maßnahme preisen kommt von der Opposition ein Vorschlag nach dem anderen wie man diese Maßnahmen verhindern kann.

Und selbst jene Politiker, die mit ihren Vorschlägen nicht alle Sparmaßnahmen für unnötig halten sind sich in einem Punkt einig, nämlich dass man nicht an Bildung, wozu auch Bibliotheken gehören, sparen darf, da die Zukunft eines Landes und einer Stadt von Bildung abhängt. Eine schlechte Ausbildung bedeutet immer, dass langfristig hohe Zusatzkosten aufkommen, die dann erneut von der Stadt getragen werden müssen.

Aber auch der allgemeine Widerstand in den verschiedenen Stadtteilen wächst täglich, vor allem dort, wo eine Mitteilung über Kürzungen erfolgt, nachdem ein Beschluss bereits gefasst ist. Für viele Göteborger steht hier die Frage nach demokratischer Mitbestimmung auf dem Spiel, wenn gigantische Bauprojekte in Angriff genommen werden während Schülern die einzige Bibliothek im Stadtteil weggenommen wird, die nur einen Bruchteil dieser Summen benötigen.

Herbert Kårlin

Dienstag, 6. Oktober 2009

Facebook als Kampf gegen die Schliessung einer Göteborger Bibliothek

Nachdem der Stadtrat Göteborgs aus Budgetgründen die Schließung der öffentlichen Bibliothek in Linnéstaden beschlossen hat und damit einem ganzen Stadtteil einen wichtigen kulturellen Platz nimmt, hat die Aktionsgruppe Folkbibliotekens vänner zu einer Unterschriftenaktion aufgerufen und nutzt Facebook um die Bewohner Göteborgs zu mobilisieren. Nach nicht einmal zwei Tagen konnte die Unterschriftenliste bereits nahezu 3000 Namen aufweisen.

Nach Aussagen der Stadtverwaltung ist die Schließung dieser Bibliothek eine Notwendigkeit, da die Schließung jeder anderen Einrichtung ein noch größeres Problem verursachen würde. Die Bewohner des Stadtteils und die Besucher der Bibliothek halten diesen Schritt mehr für eine Missachtung kulturellen Gutes als eine Notwendigkeit, zumal bisher niemand weiß was mit den Büchern geschehen wird, ob sie vielleicht, wie zahlreiche von der Stadt bezahlten Kunstwerke, nicht einfach in einem Lager verschwinden werden.

Am heutigen Abend lädt die Aktionsgruppe nun, im Beisein einiger Stadtpolitiker, zu einem offenen Gespräch ein, um zu retten was noch zu retten ist. Allerdings sind die Freunde der Bibliothek nicht sicher, ob die Stadtverwaltung ihren Angelegenheiten ein Ohr schenken wird und nach demokratischer Ordnung auf den Wunsch der Mehrheit eingeht oder die Stadt mit eiserner Hand im Alleingang regieren werden ohne auf die Bedürfnisse der Bewohner einzugehen.

Herbert Kårlin

Freitag, 25. September 2009

Bok & Bibliotek, eine Buchmesse nicht nur für den Handel

Die Buchmesse Bok & Bibliotek in Göteborg ist nicht nur eine Messe bei der sich Buchproduzenten und Buchverkäufer, der Buchhandel, treffen, es sind auch hunderte von, vor allem schwedischen, Autoren anwesend, die Rede und Antwort geben und dem Buch die Unpersönlichkeit anderer Messen nehmen. In Göteborg bekommt fast jedes Buch auch ein Gesicht, das über den Klappentext weit hinausgeht.

2009 befinden sich 895 Aussteller auf dem Messegelände, wobei auch Aussteller vorhanden sind, die auf der Messe graphische Drucke vorführen oder die neueste Technik in und für Bibliotheken erklären, da das Buch ja nicht nur ein Handels- und Leseobjekt ist, sondern sich auch mit den neuen Techniken entwickelt und auf andere Bereiche einwirkt. Das Leseverhalten ändert sich, Bücher werden angehört und die Frage nach Copyrightschutz ändert sich ebenfalls mit der Computertechnik. All dies wird bei Bok & Bibliotek berücksichtigt und bleibt nicht nur Hintergrundarbeit.

Dieses Jahr beteiligen sich 27 Länder an der Göteborger Buchmesse, wobei Spanien im Fokus steht. Aber noch bevor die diesjährige Messe abgeschlossen ist steht schon das Thema des nächsten Jahres fest. Die nächste Attraktion kommt aus Afrika, denn 2010 werden afrikanische Autoren die Besucher der Messe mit ihrer Literatur, die eine immer bedeutendere Rolle in der Weltliteratur einnimmt, verführen.

Herbert Kårlin

Freitag, 18. September 2009

Wireless surfen in Göteborg ist Glücksache

Das städtische Gothnet (Gothenburg Wireless) und die britische Firma The Cloud versprechen, gegen entsprechende Gebühren, dass man von der Innenstadt Göteborgs aus jederzeit drahtlos surfen kann. GP hat nun die Leistungen dieser beider Anbieter, die immerhin bis zu 6 Euros pro Surfstunde verlangen, mit einem iPod und zwei Laptops getestet.

Das Ergebnis ist niederschmetternd, denn außer am Hauptbahnhof ist die versprochene Leistung nur im Traum zu erhalten. Die auf der Karte angegebenen Gebiete Gustaf Adolfs torg, Svenska Mässan, Järntorget und der Stenaterminalen bieten selbst dem stärksten Computer mit der besten Ausrüstung keine Verbindungsmöglichkeit, eben so wenig wie die Feskekôrkan.

Aber selbst an den Stellen wo man sich einkoppeln konnte war kaum eine Geschwindigkeit von über 2 Mbit/s zu erreichen. An einigen Stellen konnte man selbst ein Netzwerk finden, aber leider konnte man darauf, trotz Bezahlung, nicht zugreifen. Ein Glück, dass es in Göteborg die Bibliothek gibt, wo Besitzer der Lesekarte einen kostenlosen Zugang zum Netz finden können.

Herbert Kårlin