Dienstag, 7. Dezember 2010

Göteborgs Auflagen bei Tierversuchen

Jedes Jahr werden in Schweden nahezu 2000 Anträge für Tierversuche gestellt, die zum Teil bei den beiden ethischen Räten für Tierversuche in Göteborg eingehen. Die Arzneimittelfirma Astra Zeneca in Mölndal, der Nachbargemeinde Göteborgs, ist hierbei ein bedeutender Antragsteller und geriet nun mit dem ethischen Rat in eine Auseinandersetzung.

Die Forschungsabteilung des Unternehmens beantragte aus Forschungsgründen eine Genehmigung dafür Mäuse nach einer Betäubung ausbluten zu lassen bis der Tod eintritt. Als der ethische Rat diese Methode nur unter einer Auflage genehmigen wollte, bezeichnete Astra Zeneca das Entscheidungsgremium für inkompetent in biologischen Fragen.

Der ethische Rat für Tierversuche in Göteborg verlangte vom zuständigen Forscher lediglich, dass parallel zum Ausbluten der Brustkorb der Mäuse geöffnet werden muss und die Herzleitungen abgeschnitten werden müssen um dem Tier ein mögliches Leiden zu ersparen. Astra Zeneca bezeichnet diese Methode als zu aufwendig, unnötig und hält sie für zu teuer.

Herbert Kårlin

Montag, 6. Dezember 2010

Letzter Julbordet unter Leif Mannerström im Sjömagasinet

Da der Sternekoch und Buchautor Leif Mannerström (Julkokbok, Husmanskost) zum ersten April das Göteborger Restaurant Sjömagasinet an seinen Kollegen Ulf Wagner, ebenfalls einer der bedeutendsten Köche und Sommelier Schwedens, übergibt, werden im Sjömagasinet bis Weihnachten 2010 nun die letzten von Leif Mannerström zusammengestellten Julborden, die bekannten Weihnachtsmenüs, angeboten.

Leif Mannerström, der bereits, gemeinsam mit Christer Johansson, das Göteborger Restaurant Kometen betreibt, will auch diesem Restaurant zu einem Weltruf verhelfen und bleibt daher auch als Pensionär aktiv in der Restaurantwelt, die für ihn sein ganzes Leben bestimmte.

Auch wenn Leif Mannerström von sich sagt, dass er nach dem Verkauf des Sjömagasinets mehr Zeit mit seiner Familie verbringen will, so könnten seine Aktivitäten dem entgegenstehen, denn außer seiner Aktivität im Restaurant Kometen wird er vor allem als Jurymitglied im Fernsehen aktiv (Sveriges Mästerkock) und plant bereits drei weitere Bücher, eines davon in Zusammenarbeit mit den schwedischen Bestsellerautoren Jan Guillou und Leif GW Persson.

Herbert Kårlin

Sonntag, 5. Dezember 2010

Göteborg sagt nein zu Bierfest

Nachdem am 1. Januar 2011 das Alkoholgesetz in Schweden hinsichtlich von Schankgenehmigungen etwas gelockert wird, wollte das Stockholm Beer & Whisky Festival Ende Januar das bekannte Bierfestival in Nacka auch nach Göteborg bringen. Nach Aussage der Organisatoren stoppte die Stadtverwaltung das Projekt bereits während der ersten Gespräche.

Während in Nacka jedes Jahr ein Bierfestival mit großem Erfolg veranstaltet wird, fand das letzte Festival dieser Art in Göteborg im Jahre 1990 statt. Die Stadt Göteborg zählt fünf Punkte, die gegen die Praktiken in der Stadt verstoßen und bestätigt damit, dass in der Stadt schwedische Gesetze hinsichtlich Alkohol ohne jeden Spielraum ausgelegt werden.

Mit dieser Entscheidung trifft Göteborg nicht nur die Veranstalter, sondern auch die lokalen Bierbrauer, die mit diesem Festival die Möglichkeit sahen lokales Bier bekannter zu machen. Auch die Besucher Göteborgs aus anderen Ländern müssen weiterhin darauf verzichten schwedische Biersorten während eines einzigen Bierfestes in Göteborg entdecken zu können.

Herbert Kårlin

Samstag, 4. Dezember 2010

Göteborgs Stummfilm Väskan im Europa-Finale

Im Rahmen der „European Local Authorities Competition on Good Practise on the Support for Migrant Elders Initiatives“, an dem neun europäische Länder mit 34 Beiträgen teilnahmen, gelang es dem Göteborger Stummfilm Väskan (Die Tasche) ins Finale zu gelangen.

Der Film Väskan von Nasrin Pakkho hatte Ende November Premiere und soll älteren Einwohnern der unterschiedlichsten Länder dabei helfen der Isolation zu entkommen und ihnen zeigen wo sie nach einem Unfall oder bei Krankheit Hilfe bekommen können. Gleichzeitig soll dieser Stummfilm die Angst von der oft fremden Kultur abbauen und die Integration der älteren Bevölkerung aller Länder vereinfachen.

Der Film Väskan enstand auf Initiative der Organisation SIOS Göteborg (Samarbetsorgan för etniska organisationer i Västra Götaland) und wurde in Zusammenarbeit mit der städtischen Verwaltung und Freiwilligenorganisationen verschiedener Einwandergruppen erstellt, was dazu beigetragen hat, die die Aspekte und Probleme der verschiedensten Immigranten im Film berücksichtigt werden konnten.

Herbert Kårlin

Freitag, 3. Dezember 2010

Göteborgs Universität forscht über Polizeiverhalten

Die Gruppe TSS (Trygg och Säker Stad), entstanden aus einer Zusammenarbeit zwischen der Universität Göteborg und der Technischen Hochschule Chalmers, veranstaltet am 7. Dezember ein Seminar, bei dem drei Forschungsprojekte, die die Arbeit der Polizei im Visier haben, diskutiert werden und eine gefahrlose, sichere Stadt fördern soll.

Die drei Forschungsprojekte betreffen die Fragen inwieweit die Organisation der schwedischen Polizei die multikulturelle Vielfalt Schwedens repräsentiert und wie sie innerhalb dieser multikulturellen Vielfalt arbeitet, in welcher Weise die Polizei mit den sozialen Diensten und anderen Ämtern des Landes zusammenarbeitet und wie die Polizei auf Anforderungen und Erwartungen der Bevölkerung reagiert.

Das Seminar, an dem sowohl Politiker und Forscher als auch Repräsentanten der Polizei teilnehmen, ist öffentlich, wobei auch das Publikum seine Standpunkte unterbreiten kann und an den Diskussionen teilnehmen soll. Das die Forschung vorbereitende Seminar soll die Forschungstätigkeit der Öffentlichkeit näher bringen und die vorbereitende Phase erleichtern.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Doch ein Volksentscheid in Fragen der Göteborger Maut?

Noch im Jahre 2008 versprach die sozialistische Regierung Göteborgs die Frage nach der Einführung einer Maut über einen Volksentscheid zu klären. Als dann im August 2009 die Maut das Infrastrukturpaket finanzieren sollte, wollte die Göteborger Regierung von diesem Versprechen nichts mehr wissen, da Umfragen zeigten, dass die Bürger die Maut ablehnten.

Dieser Rückzug führte dazu, dass sich 2010 die Partei Vägvalet gründete, die nur ein Ziel hatte, den Bürgern der Stadt die Entscheidungsgewalt über die Maut zurückzugeben. Die junge Partei zog nicht nur unmittelbar mit fünf Mandaten in den Stadtrat ein, sondern begann unmittelbar Unterschriften zu sammeln, die Göteborg zum Volksentscheid hinsichtlich der Maut zwingen sollte.

Innerhalb weniger Monate ist es der Partei gelungen weit über die 5% nötigen Unterschriften der wahlberechtigten Bürger Göteborgs zu sammeln, die die Stadt rechtlich dazu zwingen kann nun doch einen Volksentscheid durchzuführen, der, nach aktuellen Umfragen, gegen die Maut richten wird. Nun muss sich entscheiden, ob sich die Führung der Stadt für demokratische Methoden entscheidet oder über juristische Wege den Bürger weiterhin entmündigen will.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Hardrockfestival Metaltown verlässt das Göteborger Zentrum

Das nächste Hardrockfestival Metaltown am 17. und 18. Juni 2011 wird nach den vorjährigen Problemen, als bei einem Konzert die nahe Götaälvbron zu schwanken begann, nicht mehr im Göteborger Freihafen stattfinden, sondern das Zentrum Göteborgs verlassen. Dieser Umzug, der zu erwarten war, bringt jedoch auch einige Vorteile.

Mit größter Wahrscheinlichkeit wird das zweitägige Festival Metaltown auf die Galopprennbahn auf Hisingen umziehen, die schon längere Zeit für Musikfestivale in Diskussion stand und mehr Besucher empfangen kann als der Freihafen wo zudem die Anwohner auf beiden Seiten des Flusses über eine hohe Lärmbelastung während Metaltown klagten. System Of A Down, die erste Band, die bereits unter Vertrag steht, wird nun bereits weit entfernt des unfreiwilligen Publikums spielen.

Das Festival Metaltown, das Göteborg auch zum Ruf der Hardrockstadt verhalf, wurde im Jahre 2004 erstmals veranstaltet, wobei das eintägige Festival damals 5000 Besucher anzog. Das zweitägige Festival im Jahre 2010 zählte bereits rund 60.000 Zuschauer, wobei die Veranstalter in den kommenden Jahren mit einem weiteren Zuwachs rechnen, da es in Nordeuropa kein anderes vergleichbares Festival gibt.

Herbert Kårlin